Du hast vier Holzstäbe mit den Längen \(4\,\text{cm}\), \(4\,\text{cm}\), \(8\,\text{cm}\) und \(8\,\text{cm}\).
a) Welche Arten von Vierecken aus dem „Haus der Vierecke“ lassen sich legen, wenn man alle vier Stäbe verwendet? Nenne ein allgemeines Parallelogramm, das weder Rechteck noch Raute ist, sowie zwei weitere verschiedene Vierecksarten.
b) Begründe, warum man mit diesen Stäben kein gleichschenkliges Trapez legen kann, das kein Parallelogramm ist.
c) Welche Symmetrieachsen besitzen die in a) genannten Vierecke jeweils?
Denkanstöße
- Überlege, wie du die Stäbe anordnen kannst: paarweise gegenüber oder paarweise nebeneinander.
- Was ist die Definition eines gleichschenkligen Trapezes im Vergleich zu einem Parallelogramm?
- Untersuche, welche Symmetrien entstehen, wenn du die Winkel zwischen den Stäben veränderst.
Lösung
1. Identifikation der Vierecksarten: Mit den Paaren \((4, 4)\) und \((8, 8)\) können Vierecke mit jeweils zwei gleichen Seiten gelegt werden.
- Werden gegenüberliegende Seiten gleich lang gewählt (\(4, 8, 4, 8\)), entsteht ein Parallelogramm. Mit nicht rechten Winkeln erhält man ein allgemeines Parallelogramm; mit rechten Winkeln ein Rechteck.
- Werden benachbarte Seiten gleich lang gewählt (\(4, 4, 8, 8\)), entsteht ein Drachenviereck.
2. Begründung zum Trapez: Ein gleichschenkliges Trapez benötigt zwei gleich lange Schenkel. Wählt man die beiden \(4\,\text{cm}\)-Stäbe als Schenkel, müssten die parallelen Grundseiten \(8\,\text{cm}\) und \(8\,\text{cm}\) lang sein. Da diese aber gleich lang sind, handelt es sich um ein Parallelogramm. Wählt man die \(8\,\text{cm}\)-Stäbe als Schenkel, müssten die Grundseiten \(4\,\text{cm}\) und \(4\,\text{cm}\) lang sein, was ebenfalls ein Parallelogramm ergibt. Für ein „echtes“ Trapez müssten die parallelen Seiten unterschiedliche Längen haben, wofür nicht genügend passende Stäbe vorhanden sind.
3. Symmetrieachsen:
- Allgemeines Parallelogramm, das weder Rechteck noch Raute ist: keine Symmetrieachsen, nur punktsymmetrisch.
- Rechteck: Zwei Symmetrieachsen (Mittelsenkrechte der Seiten).
- Drachenviereck: Eine Symmetrieachse (durch die Eckpunkte zwischen den gleich langen Seiten).
Antwort
a) Allgemeines Parallelogramm (weder Rechteck noch Raute), Rechteck und Drachenviereck.
b) Für ein Trapez mit unterschiedlichen Grundseiten müssten z. B. \(a=8\) und \(c=4\) sein. Dann blieben als Schenkel nur noch ein \(8\,\text{cm}\)- und ein \(4\,\text{cm}\)-Stab übrig, wodurch das Trapez nicht mehr gleichschenklig wäre. Sind die Schenkel gleich lang (z. B. beide \(4\,\text{cm}\)), müssen die Grundseiten die restlichen Stäbe sein (beide \(8\,\text{cm}\)), was ein Parallelogramm ergibt.
c) Allgemeines Parallelogramm: keine Achsen; Rechteck: zwei Achsen (Seitenmitten); Drachenviereck: eine Achse (Diagonale).