Zwei Buslinien brauchen für dieselbe Strecke an neun beobachteten Tagen folgende Fahrzeiten:
<table>
<tr><th>Linie</th><th>Fahrzeiten in min</th></tr>
<tr><td>Linie A</td><td>\(18;\,19;\,19;\,20;\,20;\,20;\,21;\,21;\,42\)</td></tr>
<tr><td>Linie B</td><td>\(17;\,18;\,19;\,21;\,22;\,23;\,24;\,25;\,26\)</td></tr>
</table>
Für die Quartile wird der Median beim Bilden der unteren und oberen Hälfte nicht mitgezählt.
a) Bestimme für beide Linien arithmetisches Mittel, Median, Spannweite, \(Q_1\) und \(Q_3\). Runde die Mittelwerte auf eine Dezimalstelle.
b) Tarek hält Linie A für gleichmäßiger, weil die mittleren \(50\,\%\) enger beieinanderliegen. Mina hält Linie B für gleichmäßiger, weil die Spannweite kleiner ist. Erkläre, warum beide Aussagen durch einen Kennwert gestützt werden, aber keiner der Kennwerte allein eine allgemeine Rangfolge der Gleichmäßigkeit liefert.
c) Welche Linie würdest du wählen, wenn dir eine typische einzelne Fahrt und möglichst eng beieinanderliegende mittlere \(50\,\%\) wichtig sind? Begründe.
d) Welche Linie würdest du wählen, wenn die Gesamtfahrzeit vieler Fahrten möglichst klein sein soll und du sehr große beobachtete Fahrzeiten vermeiden möchtest? Begründe.
Denkanstöße
- Berechne die Kennwerte für beide Linien getrennt und notiere, welcher Vergleich jeweils welche Linie begünstigt.
- Die Spannweite betrachtet den gesamten beobachteten Bereich; der Abstand zwischen \(Q_1\) und \(Q_3\) beschreibt die mittleren \(50\,\%\).
- Überlege bei c), welcher Lagekennwert eine typische einzelne Fahrt beschreibt.
- Überlege bei d), welcher Lagekennwert mit der gesamten Fahrzeit vieler gleichartiger Fahrten zusammenhängt und welche Kennzahl sehr große beobachtete Fahrzeiten sichtbar macht.
Lösung
1. Für Linie A ist die Summe \(200\,\text{min}\). Damit gilt \(\bar{x}_A=200:9\approx22{,}2\,\text{min}\). Der fünfte Wert ist der Median, also \(m_A=20\,\text{min}\). Die Spannweite beträgt \(42-18=24\,\text{min}\).
2. Die untere Hälfte von A ist \(18;\,19;\,19;\,20\). Daher ist \(Q_{1,A}=(19+19):2=19\,\text{min}\). Die obere Hälfte ist \(20;\,21;\,21;\,42\). Daher ist \(Q_{3,A}=(21+21):2=21\,\text{min}\). Die mittleren \(50\,\%\) liegen somit in einem Bereich von \(21-19=2\,\text{min}\).
3. Für Linie B ist die Summe \(195\,\text{min}\). Damit gilt \(\bar{x}_B=195:9\approx21{,}7\,\text{min}\). Der Median ist \(m_B=22\,\text{min}\). Die Spannweite beträgt \(26-17=9\,\text{min}\).
4. Die untere Hälfte von B ist \(17;\,18;\,19;\,21\). Daher ist \(Q_{1,B}=(18+19):2=18{,}5\,\text{min}\). Die obere Hälfte ist \(23;\,24;\,25;\,26\). Daher ist \(Q_{3,B}=(24+25):2=24{,}5\,\text{min}\). Die mittleren \(50\,\%\) liegen somit in einem Bereich von \(24{,}5-18{,}5=6\,\text{min}\).
5. Tarek stützt sich auf den Bereich zwischen \(Q_1\) und \(Q_3\): Bei A liegen die mittleren \(50\,\%\) mit \(2\,\text{min}\) enger zusammen als bei B mit \(6\,\text{min}\). Mina stützt sich auf die Spannweite: B hat mit \(9\,\text{min}\) einen deutlich kleineren gesamten beobachteten Bereich als A mit \(24\,\text{min}\). Die beiden Kennwerte beschreiben unterschiedliche Aspekte der Streuung. Ohne ein festgelegtes Ziel ergibt sich deshalb keine eindeutige allgemeine Rangfolge.
6. Für eine typische einzelne Fahrt spricht der niedrigere Median von A. Auch die mittleren \(50\,\%\) liegen bei A enger zusammen. Daher spricht das in c) genannte Ziel für Linie A.
7. Für viele Fahrten insgesamt spricht das niedrigere arithmetische Mittel von B. Außerdem hat B in den beobachteten Daten keinen sehr hohen Einzelwert wie die \(42\,\text{min}\) bei A und besitzt die kleinere Spannweite. Daher spricht das in d) genannte Ziel für Linie B.
Antwort
a) Linie A: \(\bar{x}_A\approx22{,}2\,\text{min}\), \(m_A=20\,\text{min}\), Spannweite \(24\,\text{min}\), \(Q_1=19\,\text{min}\), \(Q_3=21\,\text{min}\).
Linie B: \(\bar{x}_B\approx21{,}7\,\text{min}\), \(m_B=22\,\text{min}\), Spannweite \(9\,\text{min}\), \(Q_1=18{,}5\,\text{min}\), \(Q_3=24{,}5\,\text{min}\).
b) A hat bei den mittleren \(50\,\%\) den kleineren Bereich von \(2\,\text{min}\), B die kleinere Spannweite von \(9\,\text{min}\). Die Kennwerte beschreiben unterschiedliche Aspekte der Streuung; ohne festgelegtes Vergleichsziel folgt keine eindeutige allgemeine Rangfolge.
c) Eher Linie A.
d) Eher Linie B.