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Mathe-Arbeitsblätter Klasse 10

Stellen Sie aus mehr als 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Grenzen exponentieller Modelle

Lernziele

  • Benennt Annahmen eines Exponentialmodells.
  • Prüft den Gültigkeitszeitraum.
  • Beurteilt Extrapolationen und passt Modelle bei Bedarf an.

Klicken Sie auf Aufgaben, um sie zum Drucken auszuwählen.

55661410
Ein Modell für die Zahl belegter Sitzplätze in einem Veranstaltungssaal sagt für einen bestimmten Zeitpunkt \(525\) belegte Plätze voraus. Der Saal besitzt insgesamt \(480\) Sitzplätze. Beurteile den Modellwert und formuliere eine Folgerung für die weitere Verwendung des Modells.

Denkanstöße

- Vergleiche den vorhergesagten Wert direkt mit der gegebenen Kapazität. - Was bedeutet es für ein Modell, wenn es in der realen Situation unmögliche Werte liefert?

Lösung

1. Der Modellwert \(525\) ist größer als die vorhandene Kapazität von \(480\) Sitzplätzen. 2. Eine reale Belegung von \(525\) Sitzplätzen ist in diesem Saal unmöglich. Das Modell ist für diesen Zeitpunkt daher nicht mehr sachgerecht und darf nicht unverändert weiter extrapoliert werden.

Antwort

Der Modellwert ist unmöglich, weil \(525>480\) gilt. Das Modell hat seinen sachlichen Gültigkeitsbereich verlassen und sollte für diesen Zeitraum nicht unverändert weiterverwendet werden.
55813310
Ein neuer Fahrradverleih startet in Woche \(t=0\). Für die ersten Wochen wird die Zahl der wöchentlichen Ausleihen durch \(A(t)=500\cdot1{,}2^t\) modelliert. Dabei gibt \(t\) die Zahl der Wochen seit dem Start an. Für \(t=-5\) ergibt die Formel \(A(-5)\approx201\). Ist es sinnvoll, das Modell damit auf fünf Wochen vor dem Start des Verleihs anzuwenden? Begründe.

Denkanstöße

- Ordne \(t=-5\) auf einer Zeitleiste relativ zu \(t=0\) ein. - Welche sachliche Bedeutung müsste \(A(t)\) zu diesem Zeitpunkt haben? - Prüfe, ob diese Bedeutung zum im Text genannten Startzeitpunkt passt.

Lösung

1. \(t=-5\) bedeutet fünf Wochen vor dem Start des Fahrradverleihs. 2. Zu diesem Zeitpunkt gab es den beschriebenen Verleih noch nicht. Die mit der Formel berechneten etwa \(201\) Ausleihen haben deshalb in diesem Kontext keine sinnvolle Bedeutung. 3. Das Modell ist nur für den Zeitraum gedacht, in dem der Verleih bereits besteht und die angenommene Entwicklung gelten kann.

Antwort

Nein. \(t=-5\) liegt fünf Wochen vor dem Start des Fahrradverleihs. Obwohl die Formel dort einen Wert liefert, beschreibt dieser Wert keine reale Zahl von Ausleihen des noch nicht gestarteten Verleihs.
55814210
Für die Zahl der Nutzer einer Lern-App wird in den ersten Jahren das Modell \(N(t)=300\cdot1{,}06^t\) verwendet. a) Welche Annahme über die jährliche prozentuale Änderung steckt in diesem Modell? b) Nenne einen konkreten Grund, warum diese Annahme nach vielen Jahren nicht mehr passen könnte.

Denkanstöße

- Lies die Bedeutung des Faktors \(1{,}06\) ab. - Frage dich, was das Modell in jedem Jahr unverändert voraussetzt. - Überlege, ob eine Nutzerzahl über viele Jahre ohne veränderte Bedingungen immer mit demselben Prozentsatz wachsen kann.

Lösung

1. Der Faktor \(1{,}06\) bedeutet, dass die jeweils aktuelle Nutzerzahl in jedem Jahr um \(6\,\%\) wächst. 2. Das Modell nimmt also an, dass diese relative Zunahme jedes Jahr gleich bleibt. 3. Langfristig kann diese Annahme zum Beispiel scheitern, weil die erreichbare Zielgruppe begrenzt ist oder weil sich die Nachfrage verändert.

Antwort

a) Die jeweils aktuelle Nutzerzahl wächst jedes Jahr um \(6\,\%\). b) Zum Beispiel ist die erreichbare Zielgruppe begrenzt, sodass die Nutzerzahl nicht dauerhaft jedes Jahr um \(6\,\%\) wachsen kann.
43325310
Eine Tasse heißer Tee wird in einem Zimmer mit einer konstanten Temperatur von \(20\,^\circ\text{C}\) abgestellt. Das Diagramm zeigt die Temperatur des Tees in Abhängigkeit von der Zeit. a) Welche Temperatur hatte der Tee zu Beginn der Messung? b) Wie lange dauert es ungefähr, bis der Tee eine trinkwarme Temperatur von \(40\,^\circ\text{C}\) erreicht hat? c) Erkläre, warum der Graph sich im weiteren Verlauf der Zeit immer mehr der \(20\,^\circ\text{C}\)-Linie annähert, sie aber nicht unterschreitet.
Abbildung zur Aufgabe 433253

Denkanstöße

- Schau dir den Schnittpunkt des Graphen mit der senkrechten Achse an. - Gehe vom Wert 40 auf der y-Achse waagerecht zum Graphen und dann senkrecht nach unten zur Zeit-Achse. - Was passiert mit einer heißen Tasse, wenn sie lange in einem normal temperierten Raum steht?

Lösung

1. Zum Zeitpunkt \(t = 0\,\text{min}\) lässt sich auf der y-Achse eine Temperatur von \(80\,^\circ\text{C}\) ablesen. 2. Man sucht den Wert \(40\) auf der y-Achse und liest den zugehörigen x-Wert ab. Dies ist nach etwa \(10\,\text{Minuten}\) der Fall. 3. Die Umgebungstemperatur beträgt \(20\,^\circ\text{C}\). Je kleiner der Temperaturunterschied zur Umgebung wird, desto langsamer kühlt der Tee ab. Im dargestellten Modell nähert sich seine Temperatur daher langfristig \(20\,^\circ\text{C}\) an, ohne diesen Wert zu unterschreiten.

Antwort

a) \(80\,^\circ\text{C}\). b) Nach ca. \(10\,\text{Minuten}\). c) Mit kleiner werdendem Temperaturunterschied verlangsamt sich die Abkühlung; im Modell nähert sich der Tee \(20\,^\circ\text{C}\) nur asymptotisch an.
55814310
Die Kurve \(m\) zeigt das exponentielle Modell \(M(t)=100\cdot1{,}5^t\). Die Punkte \(P_0\) bis \(P_4\) sind Messwerte. Wir betrachten das Modell als passend, wenn die relative Abweichung höchstens \(10\,\%\) beträgt. Verwende \(\frac{|\text{Modellwert}-\text{Messwert}|}{\text{Messwert}}\cdot100\,\%\). a) Lies die Messwerte bei \(t=3\) und \(t=4\) aus der Abbildung ab. b) Berechne für \(t=3\) und \(t=4\) jeweils den Modellwert und die relative Abweichung. Runde die Prozentwerte auf zwei Nachkommastellen. c) Bis zu welchem der dargestellten Zeitpunkte passt das Modell nach dieser Regel? Begründe.
Abbildung zur Aufgabe 558143

Denkanstöße

- Vergleiche in der Abbildung zuerst, wie weit Messpunkt und Modellkurve bei \(t=3\) und \(t=4\) auseinanderliegen. - Achte beim Prozentvergleich darauf, auf welchen Wert sich die Abweichung bezieht. - Beziehe für c) auch die früheren dargestellten Punkte in deine Entscheidung ein.

Lösung

1. Aus der Abbildung liest man bei \(t=3\) den Messwert \(325\) und bei \(t=4\) den Messwert \(400\) ab. 2. Das Modell liefert \(M(3)=100\cdot1{,}5^3=337{,}5\). Die relative Abweichung beträgt \(\frac{12{,}5}{325}\cdot100\,\%\approx3{,}85\,\%\). 3. Für \(t=4\) liefert das Modell \(M(4)=100\cdot1{,}5^4=506{,}25\). Die relative Abweichung beträgt \(\frac{106{,}25}{400}\cdot100\,\%\approx26{,}56\,\%\). 4. Die Punkte \(P_0\), \(P_1\) und \(P_2\) liegen auf der Modellkurve. Bei \(t=3\) liegt die Abweichung mit etwa \(3{,}85\,\%\) noch unter \(10\,\%\), bei \(t=4\) mit etwa \(26{,}56\,\%\) deutlich darüber. Nach dieser Regel passt das Modell daher bis einschließlich \(t=3\).

Antwort

a) Bei \(t=3\): \(325\); bei \(t=4\): \(400\) b) \(t=3\): Modellwert \(337{,}5\), Abweichung \(3{,}85\,\%\); \(t=4\): Modellwert \(506{,}25\), Abweichung \(26{,}56\,\%\) c) Bis einschließlich \(t=3\). Die Punkte \(P_0\), \(P_1\) und \(P_2\) liegen auf der Modellkurve, bei \(t=3\) beträgt die Abweichung etwa \(3{,}85\,\%\), und bei \(t=4\) liegt sie mit etwa \(26{,}56\,\%\) über \(10\,\%\).
41316510
In einem Zimmer mit \(20\,^\circ\text{C}\) kühlt heißer Kakao ab. Die Messwerte sind: <table> <tr><td>Zeit \(t\) in \(\text{min}\)</td><td>0</td><td>2</td><td>4</td><td>6</td><td>10</td><td>15</td></tr> <tr><td>Temperatur \(T\) in \(^\circ\text{C}\)</td><td>75</td><td>59</td><td>47</td><td>38</td><td>28</td><td>23</td></tr> </table> a) Zeige an den ersten drei Messintervallen, dass die Temperatur nicht linear abnimmt. b) Beschreibe, wie sich die Abkühlung im Laufe der Zeit verändert. Passt diese Entwicklung dazu, dass die Zimmertemperatur \(20\,^\circ\text{C}\) beträgt? Begründe kurz. c) Ein Schüler schlägt für lange Zeiten ein Modell der Form \(M(t)=75\cdot a^t\) mit \(0<a<1\) vor. Erkläre, warum dieses Modell langfristig nicht zum Versuch passt. Beschreibe, was ein besseres Modell berücksichtigen müsste.

Denkanstöße

- Vergleiche die Temperaturverluste in gleich langen Zeitabschnitten. - Achte darauf, ob der Kakao am Ende noch gleich schnell abkühlt wie am Anfang. - Überlege, welchem Wert \(a^t\) für \(0<a<1\) bei sehr großen \(t\) näher kommt. - Vergleiche diesen langfristigen Modellwert mit der angegebenen Zimmertemperatur.

Lösung

1. In den ersten drei Zwei-Minuten-Intervallen sinkt die Temperatur um \(16\,^\circ\text{C}\), dann um \(12\,^\circ\text{C}\) und dann um \(9\,^\circ\text{C}\). Die Differenzen sind nicht konstant, also ist die Abnahme nicht linear. 2. Die Temperatur sinkt anfangs schnell und später langsamer. Die Werte nähern sich der Zimmertemperatur \(20\,^\circ\text{C}\) von oben an. Das passt zum beschriebenen Versuch. 3. Für \(0<a<1\) nähert sich \(75\cdot a^t\) langfristig dem Wert \(0\). Das würde bedeuten, dass der Kakao gegen \(0\,^\circ\text{C}\) abkühlt. In einem Zimmer mit \(20\,^\circ\text{C}\) ist das langfristig nicht plausibel. 4. Ein besseres Modell muss die Umgebungstemperatur als unteren Grenzwert berücksichtigen, zum Beispiel indem die Temperaturdifferenz zur Umgebung modelliert wird.

Antwort

a) Die Abnahmen in den ersten drei Zwei-Minuten-Intervallen sind \(16\,^\circ\text{C}\), \(12\,^\circ\text{C}\) und \(9\,^\circ\text{C}\); sie sind nicht konstant. b) Die Abkühlung wird langsamer, und die Messwerte nähern sich \(20\,^\circ\text{C}\) von oben an. c) \(75\cdot a^t\) würde sich langfristig \(0\,^\circ\text{C}\) nähern. Ein besseres Modell muss die Zimmertemperatur \(20\,^\circ\text{C}\) als Grenzwert berücksichtigen.
42845510
Eine Tasse heißer Tee mit \(80\,^\circ\text{C}\) steht in einem Zimmer mit konstant \(20\,^\circ\text{C}\). Ein Modell nimmt an, dass die Temperaturdifferenz zum Zimmer alle \(5\,\text{min}\) um \(15\,\%\) kleiner wird. a) Berechne die Modelltemperatur nach \(20\,\text{min}\) und nach \(40\,\text{min}\). Runde auf zwei Nachkommastellen. b) Bei Kontrollmessungen werden nach \(20\,\text{min}\) \(50{,}5\,^\circ\text{C}\) und nach \(40\,\text{min}\) \(31{,}0\,^\circ\text{C}\) gemessen. Eine Abweichung von höchstens \(3\,^\circ\text{C}\) gilt hier als akzeptabel. Zu welchem der beiden Zeitpunkte passt das Modell nach diesem Kriterium noch? c) Das Modell nähert sich langfristig der Zimmertemperatur \(20\,^\circ\text{C}\). Erkläre, warum dieser sinnvolle Grenzwert allein noch nicht zeigt, dass das Modell für alle Zeiten gut passt.

Denkanstöße

- Modelliere zuerst die Temperaturdifferenz zum Zimmer und addiere danach die Zimmertemperatur wieder hinzu. - Vergleiche für b) jeweils Modellwert und Messwert mit einer absoluten Differenz. - Prüfe in c), welche Information ein Grenzwert liefert und welche Information erst die Messdaten liefern.

Lösung

1. Die Anfangsdifferenz zur Umgebung beträgt \(80-20=60\,^\circ\text{C}\). Pro Fünf-Minuten-Intervall bleibt der Faktor \(0{,}85\). 2. Nach \(20\,\text{min}\) sind vier Intervalle vergangen. Daher ist \(T(20)=20+60\cdot0{,}85^4=51{,}320375\,^\circ\text{C}\approx51{,}32\,^\circ\text{C}\). 3. Nach \(40\,\text{min}\) sind acht Intervalle vergangen. Daher ist \(T(40)=20+60\cdot0{,}85^8\approx36{,}35\,^\circ\text{C}\). 4. Nach \(20\,\text{min}\) beträgt die absolute Abweichung \(|51{,}32-50{,}5|=0{,}82\,^\circ\text{C}\). Das liegt unter \(3\,^\circ\text{C}\). 5. Nach \(40\,\text{min}\) beträgt die absolute Abweichung \(|36{,}35-31{,}0|=5{,}35\,^\circ\text{C}\). Das liegt über \(3\,^\circ\text{C}\). 6. Ein plausibler langfristiger Grenzwert ist nur eine Eigenschaft des Modells. Ob das Modell in einem Zeitraum brauchbar ist, muss zusätzlich an Messwerten geprüft werden.

Antwort

a) Nach \(20\,\text{min}\): \(51{,}32\,^\circ\text{C}\); nach \(40\,\text{min}\): \(36{,}35\,^\circ\text{C}\) b) Bei \(20\,\text{min}\) passt das Modell nach dem Kriterium; bei \(40\,\text{min}\) nicht. c) Ein sinnvoller Grenzwert genügt nicht. Das Modell muss auch die Messwerte im betrachteten Zeitraum ausreichend gut treffen.
42847510
In einem abgegrenzten Waldgebiet wird eine Population von \(120\) Rehen beobachtet. In den ersten Jahren nach der Beobachtung stellt man ein jährliches Wachstum von \(12\,\%\) fest. a) Berechne die Anzahl der Rehe nach \(15\) Jahren unter der Annahme eines ungehinderten exponentiellen Wachstums. Runde auf ganze Tiere. b) Nach \(50\) Jahren würde die Population laut dem exponentiellen Modell auf über \(34\,000\) Tiere anwachsen. Erkläre, warum dieses Modell für einen solch langen Zeitraum unrealistisch ist. Nenne zwei konkrete ökologische Faktoren, die das Wachstum begrenzen. c) Ein verbessertes Modell soll berücksichtigen, dass in dem Gebiet nur eine begrenzte Zahl von Rehen dauerhaft leben kann. Beschreibe qualitativ, wie sich die jährliche Zunahme verhalten sollte, wenn der Bestand dieser Obergrenze immer näher kommt.

Denkanstöße

- Welcher Wachstumsfaktor gehört zu einer jährlichen Zunahme um \(12\,\%\)? - Welche Voraussetzungen müsste ein dauerhaft gleichbleibender relativer Zuwachs in einem abgegrenzten Lebensraum erfüllen? - Was sollte mit dem zusätzlichen Wachstum passieren, wenn kaum noch freie Ressourcen vorhanden sind?

Lösung

1. Der Wachstumsfaktor beträgt \(a=1{,}12\). Nach \(15\) Jahren ergibt das exponentielle Modell \(120\cdot1{,}12^{15}\approx656{,}83\), also etwa \(657\) Rehe. 2. Ein exponentielles Modell setzt voraus, dass der relative Zuwachs dauerhaft in gleicher Weise möglich ist. In einem abgegrenzten Waldgebiet begrenzen beispielsweise Nahrungsangebot, verfügbarer Lebensraum, Krankheiten oder Fressfeinde die Populationsgröße. 3. Wenn sich der Bestand einer realistischen Obergrenze nähert, sollte die jährliche absolute Zunahme immer kleiner werden und sich schließlich \(0\) annähern.

Antwort

a) Etwa \(657\) Rehe b) Das Modell ist langfristig unrealistisch, weil zum Beispiel Nahrung und Lebensraum begrenzt sind; auch Krankheiten oder Fressfeinde können das Wachstum begrenzen. c) Die jährliche absolute Zunahme sollte immer kleiner werden und sich \(0\) annähern.
42847610
Die Ausbreitung einer neuen Wasserpflanze in einem See mit einer Gesamtfläche von \(10\,000\,\text{m}^2\) wird untersucht. Zu Beginn sind \(5\,\text{m}^2\) bedeckt. Es werden zwei Modelle verglichen: Modell 1: \(f(t)=5\cdot1{,}5^t\), wobei \(t\) die Zeit in Wochen ist. Modell 2: ein Modell, das die begrenzte Seeoberfläche als obere Grenze berücksichtigt. a) Bestimme die bedeckte Fläche nach Modell 1 für \(t=10\) und \(t=20\). Runde auf zwei Nachkommastellen. b) Passt Modell 1 bei \(t=20\) noch zur Situation im See? Begründe. c) Warum kann Modell 2 für längere Zeiten besser passen als Modell 1?

Denkanstöße

- Überlege, welche Größenordnung die Modellwerte nach vielen Wochen annehmen. - Welche Bedingung muss eine bedeckte Fläche in einem See unabhängig vom Modell immer erfüllen? - Überlege für c), was sich an den Bedingungen ändert, wenn schon ein großer Teil des Sees bedeckt ist.

Lösung

1. Für \(t=10\) gilt \(f(10)=5\cdot1{,}5^{10}=288{,}3251953125\,\text{m}^2\approx288{,}33\,\text{m}^2\). 2. Für \(t=20\) gilt \(f(20)=5\cdot1{,}5^{20}=16\,626{,}283650398254\,\text{m}^2\approx16\,626{,}28\,\text{m}^2\). 3. Der See besitzt nur \(10\,000\,\text{m}^2\) Oberfläche. Deshalb passt Modell 1 bei \(t=20\) nicht: Es sagt eine bedeckte Fläche voraus, die größer als die gesamte Seeoberfläche ist. 4. In diesem See sind Fläche, Licht und Nährstoffe begrenzt. Ein Modell mit einer passenden oberen Grenze kann diese Bedingungen berücksichtigen und deshalb für längere Zeiten besser passen.

Antwort

a) Nach \(10\) Wochen etwa \(288{,}33\,\text{m}^2\); nach \(20\) Wochen etwa \(16\,626{,}28\,\text{m}^2\) b) Nein. Der Modellwert ist größer als die gesamte Seeoberfläche von \(10\,000\,\text{m}^2\). c) Modell 2 berücksichtigt die endliche Seeoberfläche und weitere begrenzte Ressourcen.
43351310
In einer Tasse befindet sich frisch aufgebrühter Tee mit einer Temperatur von \(90\,^\circ\text{C}\). Die Umgebungstemperatur im Zimmer beträgt konstant \(18\,^\circ\text{C}\). Jede Minute verringert sich die Differenz zwischen der Teetemperatur und der Zimmertemperatur um \(12\,\%\). a) Berechne die Temperatur des Tees nach \(5\) Minuten und nach \(10\) Minuten. Runde auf eine Dezimalstelle. b) Bestimme eine Funktionsgleichung, die die Temperatur \(T(x)\) nach \(x\) Minuten beschreibt. c) Ein Mitschüler schlägt stattdessen das Modell \(E(x)=90\cdot0{,}88^x\) vor. Vergleiche beide Modelle für sehr große Zeiten und entscheide, welches langfristig besser zum Kontext passt. Begründe.

Denkanstöße

- Betrachte zunächst nur den Temperaturunterschied zwischen Tee und Umgebung. - Welche Restquote bleibt nach einer Verringerung um \(12\,\%\) jeweils übrig? - Untersuche bei c), welche Größe in jedem Modell für sehr große Zeiten immer kleiner wird. - Vergleiche erst danach die langfristige Aussage jedes Modells mit der im Text beschriebenen Umgebung.

Lösung

1. Zu Beginn beträgt der Temperaturunterschied \(90-18=72\,^\circ\text{C}\). 2. Jede Minute bleiben \(88\,\%\) des vorherigen Unterschieds bestehen. Der Faktor für die Temperaturdifferenz ist daher \(0{,}88\). 3. Die Temperatur wird durch \(T(x)=18+72\cdot0{,}88^x\) beschrieben. 4. Nach \(5\) Minuten gilt \(T(5)=18+72\cdot0{,}88^5\approx56{,}0\,^\circ\text{C}\). Nach \(10\) Minuten gilt \(T(10)=18+72\cdot0{,}88^{10}\approx38{,}1\,^\circ\text{C}\). 5. Für große \(x\) wird \(72\cdot0{,}88^x\) immer kleiner, sodass sich \(T(x)\) der Umgebungstemperatur \(18\,^\circ\text{C}\) nähert. 6. Dagegen nähert sich \(E(x)=90\cdot0{,}88^x\) dem Wert \(0\,^\circ\text{C}\). Das passt langfristig nicht zu einem Zimmer mit konstant \(18\,^\circ\text{C}\). Daher ist \(T\) das passendere langfristige Modell.

Antwort

a) Nach \(5\) Minuten etwa \(56{,}0\,^\circ\text{C}\); nach \(10\) Minuten etwa \(38{,}1\,^\circ\text{C}\) b) \(T(x)=18+72\cdot0{,}88^x\) c) \(T(x)\) nähert sich \(18\,^\circ\text{C}\), \(E(x)\) dagegen \(0\,^\circ\text{C}\). Deshalb passt \(T\) langfristig besser zum Kontext.
55245010
Eine Wasserpflanze bedeckt anfangs \(80\,\text{m}^2\). Für die ersten Wochen wird das exponentielle Modell \(f(t)=80\cdot1{,}6^t\) verwendet. Die gestrichelte horizontale Linie in der Abbildung markiert die maximal besiedelbare Wasserfläche. a) Lies den Wert dieser Kapazitätsgrenze aus der Abbildung ab. b) Bestimme die erste volle Woche, für die das exponentielle Modell die Kapazitätsgrenze überschreitet. Berechne dazu die Modellwerte der beiden benachbarten Wochen auf zwei Nachkommastellen. c) Erkläre, was das Überschreiten der gestrichelten Linie über den Gültigkeitsbereich des Modells aussagt.
Abbildung zur Aufgabe 552450

Denkanstöße

- Lies zuerst die Höhe der gestrichelten horizontalen Linie an der \(y\)-Achse ab. - Suche danach im Diagramm den Bereich, in dem die Exponentialkurve diese Linie kreuzt. - Um die erste volle Woche sicher zu bestimmen, vergleiche zwei aufeinanderfolgende ganzzahlige Zeitpunkte um den Schnittpunkt. - Was bedeutet es für ein Modell, wenn es Werte oberhalb einer sachlich festen Kapazität liefert?

Lösung

1. Aus der Abbildung liest man für die gestrichelte Kapazitätslinie \(1000\,\text{m}^2\) ab. 2. Für \(t=5\) gilt \(f(5)=80\cdot1{,}6^5=838{,}8608\,\text{m}^2\approx838{,}86\,\text{m}^2\). Dieser Wert liegt noch unter der Kapazitätsgrenze. 3. Für \(t=6\) gilt \(f(6)=80\cdot1{,}6^6=1342{,}17728\,\text{m}^2\approx1342{,}18\,\text{m}^2\). Dieser Wert liegt über \(1000\,\text{m}^2\). 4. Die erste volle Woche mit einer Überschreitung ist daher Woche \(6\). Spätestens dort ist das ungebremste exponentielle Modell sachlich nicht mehr anwendbar; schon vorher kann sich das reale Wachstum wegen knapper werdender Fläche verlangsamen.

Antwort

a) \(1000\,\text{m}^2\) b) Woche \(6\); \(f(5)\approx838{,}86\,\text{m}^2\), \(f(6)\approx1342{,}18\,\text{m}^2\) c) Ab diesem Bereich kann das exponentielle Modell die reale Ausbreitung nicht mehr beschreiben, weil es mehr Fläche vorhersagt, als verfügbar ist.
55245110
Aus den ersten Messungen wurde das exponentielle Modell \(E(t)=100\cdot1{,}5^t\) abgeleitet. Die Abbildung zeigt zusätzlich die später gemessenen Werte. Für die Auswertung gilt: Weicht das Modell um mehr als \(20\,\%\) vom gemessenen Wert ab, wird es für diesen Zeitpunkt als nicht mehr geeignet betrachtet. a) Berechne die relative Abweichung des Modells bei \(t=4\) und \(t=5\) jeweils bezogen auf den Messwert. Runde auf eine Nachkommastelle. b) Ab welchem der beiden Zeitpunkte zeigt die Messreihe nach dem vorgegebenen Kriterium deutlich, dass das exponentielle Modell nicht mehr passt? c) Beschreibe, welches Muster du in der Abbildung für die späteren Messpunkte erkennst.
Abbildung zur Aufgabe 552451

Denkanstöße

- Lies zuerst die beiden Messwerte bei \(t=4\) und \(t=5\) aus der Abbildung ab. - Vergleiche jeden Messwert mit dem Wert der exponentiellen Modellkurve am selben Zeitpunkt. - Für die Entscheidung ist nicht nur die Richtung der Abweichung wichtig, sondern ihre Größe relativ zum Messwert. - Achte bei den späteren Punkten darauf, ob ihr Abstand zur exponentiellen Kurve größer oder kleiner wird.

Lösung

1. Aus der Abbildung liest man bei \(t=4\) den Messwert \(500\) ab. Das Modell liefert \(E(4)=100\cdot1{,}5^4=506{,}25\). Die relative Abweichung beträgt \(\frac{6{,}25}{500}\cdot100\,\%=1{,}25\,\%\approx1{,}3\,\%\). 2. Bei \(t=5\) beträgt der Messwert \(600\), während \(E(5)=100\cdot1{,}5^5=759{,}375\) gilt. Die relative Abweichung ist \(\frac{159{,}375}{600}\cdot100\,\%=26{,}5625\,\%\approx26{,}6\,\%\). 3. Bei \(t=4\) erfüllt das Modell das Kriterium noch, bei \(t=5\) nicht mehr. Die späteren Messpunkte steigen deutlich langsamer als die exponentielle Modellkurve und flachen zunehmend ab.

Antwort

a) Bei \(t=4\): etwa \(1{,}3\,\%\); bei \(t=5\): etwa \(26{,}6\,\%\) b) Ab \(t=5\) ist das Modell nach dem vorgegebenen Kriterium nicht mehr geeignet. c) Die späteren Messwerte wachsen langsamer als das exponentielle Modell und flachen zunehmend ab.
55245210
Während einer viertägigen Werbeaktion steigt die Zahl der täglichen Neuanmeldungen für eine Lernplattform ungefähr jeden Tag mit demselben Faktor. Ein exponentielles Modell beschreibt diese vier Tage gut. Nach dem vierten Tag endet die Werbeaktion. Schülerin Amira Yilmaz schlägt vor, dasselbe exponentielle Modell ohne weitere Prüfung für die nächsten \(30\) Tage zu verwenden. a) Nenne zwei Annahmen, die dafür ungefähr erfüllt bleiben müssten. b) Beurteile, warum eine Prognose für den unmittelbar folgenden Tag eher vertretbar sein kann als eine Prognose für weitere \(30\) Tage. c) Erkläre, welche neue Beobachtung besonders wichtig wäre, bevor man das Modell weiterverwendet.

Denkanstöße

- Frage dich, wodurch der bisherige Wachstumsfaktor überhaupt entstanden sein könnte. - Welche konkrete Bedingung ändert sich direkt nach dem Beobachtungszeitraum? - Je weiter du in die Zukunft extrapolierst, desto länger müssen die Modellannahmen unverändert gelten. - Welche Messung könnte zeigen, ob der bisherige Faktor nach der Änderung noch passt?

Lösung

1. Das Modell setzt unter anderem voraus, dass die Bedingungen, die den bisherigen konstanten relativen Zuwachs erzeugt haben, ungefähr gleich bleiben und dass keine Begrenzung wie ein ausgeschöpfter Interessentenkreis wirksam wird. 2. Für den unmittelbar folgenden Tag ist die Extrapolation nur kurz und die Rahmenbedingungen könnten sich noch ähnlich verhalten. Für \(30\) weitere Tage ist das deutlich unsicherer, insbesondere weil die Werbeaktion endet und damit ein wichtiger Einflussfaktor wegfällt. 3. Entscheidend wäre mindestens ein neuer Messwert nach Ende der Werbeaktion. Er zeigt, ob der bisherige Wachstumsfaktor unter den neuen Bedingungen weiterhin ungefähr gilt.

Antwort

a) Zum Beispiel: ungefähr gleichbleibende Rahmenbedingungen und weiterhin ein annähernd konstanter relativer Zuwachs ohne wirksame Sättigung. b) Eine sehr kurze Extrapolation verlangt weniger stabile Annahmen als eine Prognose über \(30\) weitere Tage; außerdem endet nach Tag \(4\) die Werbeaktion. c) Ein neuer Messwert nach Ende der Werbeaktion sollte mit der Modellprognose verglichen werden.
42846010
Ein tiefgekühltes Kühlelement wird mit einer Temperatur von \(-12\,^\circ\text{C}\) in einen Raum mit einer Temperatur von \(22\,^\circ\text{C}\) gelegt. Die Temperaturdifferenz zwischen dem Kühlelement und der Umgebung verringert sich jede Minute um \(15\,\%\). a) Erstelle eine Wertetabelle für die Temperatur des Kühlelements für die ersten \(3\) Minuten mit \(n\in\{0;1;2;3\}\). Runde auf zwei Nachkommastellen. b) Nach wie vielen vollen Minuten hat das Kühlelement erstmals eine Temperatur von mehr als \(15\,^\circ\text{C}\) erreicht? Löse durch systematisches Berechnen benachbarter Minutenwerte. c) In der Praxis sagt man nach einiger Zeit oft, das Kühlelement habe die Zimmertemperatur erreicht. Erkläre zwei Grenzen des mathematischen Modells, die bei dieser Aussage wichtig sind.

Denkanstöße

- Betrachte zunächst die Temperaturdifferenz zur Umgebung und nicht direkt die absolute Temperatur. - Nutze die Monotonie des Modells: Wenn ein Wert erstmals über \(15\,^\circ\text{C}\) liegt, prüfe auch den vorherigen Minutenwert. - Suche in Teil c) nach Stellen, an denen die Modellbeschreibung die Wirklichkeit vereinfacht. - Vergleiche außerdem die mathematische Aussage des Modells mit dem, was man in einem Versuch tatsächlich beobachten kann.

Lösung

1. Die Anfangsdifferenz beträgt \(D_0=22-(-12)=34\,\text{K}\). Pro Minute bleibt davon der Faktor \(0{,}85\). Daher gilt \(T_n=22-34\cdot0{,}85^n\). 2. Damit ist \(T_0=-12{,}00\,^\circ\text{C}\), \(T_1=-6{,}90\,^\circ\text{C}\), \(T_2=-2{,}565\,^\circ\text{C}\approx-2{,}57\,^\circ\text{C}\) und \(T_3=1{,}11975\,^\circ\text{C}\approx1{,}12\,^\circ\text{C}\). 3. In der Nähe des Schwellenwerts gilt \(T_9\approx14{,}13\,^\circ\text{C}\) und \(T_{10}\approx15{,}31\,^\circ\text{C}\). Daher ist die Temperatur nach \(10\) vollen Minuten erstmals größer als \(15\,^\circ\text{C}\). 4. Das Modell setzt eine konstante Umgebungstemperatur und einen über die gesamte Zeit konstanten relativen Abnahmefaktor der Temperaturdifferenz voraus. Beides gilt in der Realität nur näherungsweise. 5. Außerdem erreicht das Modell \(22\,^\circ\text{C}\) mathematisch nie exakt. Bei Messungen ist eine sehr kleine Temperaturdifferenz jedoch irgendwann nicht mehr feststellbar, sodass man praktisch von gleicher Temperatur spricht.

Antwort

a) \(T_0=-12{,}00\,^\circ\text{C}\), \(T_1=-6{,}90\,^\circ\text{C}\), \(T_2\approx-2{,}57\,^\circ\text{C}\), \(T_3\approx1{,}12\,^\circ\text{C}\) b) Nach \(10\) vollen Minuten c) Das Modell nimmt eine konstante Umgebungstemperatur und einen konstanten relativen Faktor an. Außerdem nähert es sich \(22\,^\circ\text{C}\) nur an, während Messungen kleine Unterschiede irgendwann nicht mehr auflösen.
55245310
Für die Ausbreitung einer Pflanzenart in einer abgegrenzten Fläche werden zwei Modelle vorgeschlagen. Die insgesamt verfügbare Fläche beträgt höchstens \(300\,\text{m}^2\). Die Abbildung zeigt beide Modelle sowie später gemessene Flächenwerte. Unbegrenztes exponentielles Modell: \(E(t)=50\cdot1{,}5^t\) Begrenztes Modell: \(B(t)=300-250\cdot0{,}9^t\) a) Zeige rechnerisch, dass beide Modelle bei \(t=0\) mit \(50\,\text{m}^2\) starten und bei \(t=1\) denselben Wert liefern. b) Lies die in der Abbildung beschrifteten Messwerte bei \(t=2\) und \(t=4\) ab. Berechne die Werte beider Modelle zu diesen Zeitpunkten und vergleiche ihre absoluten Abweichungen von den Messwerten. Runde Modellwerte auf zwei Nachkommastellen. c) Vergleiche das langfristige Verhalten der beiden Modelle mit der verfügbaren Fläche von höchstens \(300\,\text{m}^2\). d) Entscheide auf Grundlage der späteren Messungen und der Kapazitätsgrenze, welches Modell weiterverwendet werden sollte. Erkläre, warum die Übereinstimmung im ersten Zeitintervall allein für diese Entscheidung nicht genügt.
Abbildung zur Aufgabe 552453

Denkanstöße

- Prüfe zuerst Anfangswert und ersten Schritt beider Modelle; dort können unterschiedliche Modelle noch gleich aussehen. - Entnimm für b) die beiden beschrifteten Messwerte direkt der Abbildung und vergleiche sie mit beiden Modellwerten am selben Zeitpunkt. - Untersuche für das langfristige Verhalten, was mit \(1{,}5^t\) und mit \(0{,}9^t\) für große \(t\) geschieht. - Eine Modellentscheidung sollte sowohl die beobachteten Daten als auch eine bekannte sachliche Grenze berücksichtigen.

Lösung

1. Es gilt \(E(0)=50\,\text{m}^2\) und \(B(0)=300-250=50\,\text{m}^2\). Außerdem ist \(E(1)=75\,\text{m}^2\) und \(B(1)=300-250\cdot0{,}9=75\,\text{m}^2\). Anfangswert und erster Schritt unterscheiden die Modelle daher noch nicht. 2. Aus der Abbildung liest man bei \(t=2\) den Messwert \(98\,\text{m}^2\) ab. Es gilt \(E(2)=112{,}50\,\text{m}^2\) und \(B(2)=300-250\cdot0{,}9^2=97{,}50\,\text{m}^2\). Die absoluten Abweichungen betragen \(14{,}50\,\text{m}^2\) beziehungsweise \(0{,}50\,\text{m}^2\). 3. Bei \(t=4\) liest man \(136\,\text{m}^2\) ab. Es gilt \(E(4)=253{,}125\,\text{m}^2\approx253{,}13\,\text{m}^2\) und \(B(4)=300-250\cdot0{,}9^4=135{,}975\,\text{m}^2\approx135{,}98\,\text{m}^2\). Mit den ungerundeten Modellwerten betragen die absoluten Abweichungen \(117{,}125\,\text{m}^2\) beziehungsweise \(0{,}025\,\text{m}^2\). 4. Das Modell \(E\) wächst unbegrenzt und überschreitet schließlich die verfügbare Fläche. Beim Modell \(B\) wird \(0{,}9^t\) immer kleiner, sodass sich \(B(t)\) der Grenze \(300\,\text{m}^2\) von unten nähert. 5. Die späteren Messpunkte liegen deutlich näher an \(B\), und nur \(B\) berücksichtigt die Kapazitätsgrenze. Deshalb sollte \(B\) weiterverwendet werden. Dass beide Modelle bei \(t=0\) und \(t=1\) dieselben Modellwerte liefern, reicht nicht aus, weil sie danach stark unterschiedliche Entwicklungen vorhersagen und bereits der Messwert bei \(t=1\) mit \(76\,\text{m}^2\) von ihrem gemeinsamen Modellwert \(75\,\text{m}^2\) abweicht.

Antwort

a) Beide Modelle liefern \(50\,\text{m}^2\) bei \(t=0\) und \(75\,\text{m}^2\) bei \(t=1\). b) Aus der Abbildung: \(98\,\text{m}^2\) bei \(t=2\), \(136\,\text{m}^2\) bei \(t=4\). Bei \(t=2\): \(E=112{,}50\,\text{m}^2\), \(B=97{,}50\,\text{m}^2\); Abweichungen \(14{,}50\,\text{m}^2\) und \(0{,}50\,\text{m}^2\). Bei \(t=4\): \(E\approx253{,}13\,\text{m}^2\), \(B\approx135{,}98\,\text{m}^2\); mit den ungerundeten Modellwerten betragen die Abweichungen \(117{,}125\,\text{m}^2\) und \(0{,}025\,\text{m}^2\). c) \(E\) wächst unbegrenzt; \(B\) nähert sich \(300\,\text{m}^2\). d) Modell \(B\) sollte weiterverwendet werden, weil es sowohl die späteren Messungen als auch die Kapazitätsgrenze wesentlich besser berücksichtigt. Dass \(E\) und \(B\) bei \(t=0\) und \(t=1\) dieselben Modellwerte liefern, genügt nicht zur Modellwahl.
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Bei einem Modellversuch zur Ausbreitung in einer begrenzten Fläche wurden folgende Werte gemessen. Die sachliche Kapazitätsgrenze liegt bei \(220\) Einheiten. <table> <tr><td>Zeit \(t\)</td><td>\(0\)</td><td>\(1\)</td><td>\(2\)</td><td>\(3\)</td><td>\(4\)</td><td>\(5\)</td><td>\(6\)</td></tr> <tr><td>Messwert</td><td>\(60\)</td><td>\(78\)</td><td>\(102\)</td><td>\(132\)</td><td>\(160\)</td><td>\(184\)</td><td>\(201\)</td></tr> </table> Entwickle eine begründete Modellierungsstrategie. a) Entscheide selbst, welcher frühe Teil der Messreihe näherungsweise exponentiell modelliert werden kann, und bestimme dafür ein exponentielles Modell. b) Prüfe dein Modell an späteren Messwerten, die du nicht zur Modellbildung verwendet hast. Verwende geeignete quantitative Abweichungen und runde relative Abweichungen auf zwei Nachkommastellen. c) Lege begründet fest, für welchen Zeitraum du dein exponentielles Modell noch verwenden würdest. d) Entscheide, ob eine Prognose mit demselben exponentiellen Modell für \(t=7\) sachlich vertretbar ist. Falls nicht, beschreibe, welche Eigenschaft ein überarbeitetes Modell berücksichtigen müsste. Mehrere begründete Modellierungswege sind möglich. Modellbildung, Prüfung und sachliche Bewertung müssen klar voneinander getrennt sein.

Denkanstöße

- Suche zuerst nach einem Abschnitt, in dem die relativen Änderungen ungefähr stabil wirken, statt sofort alle Messwerte mit einem Modell erzwingen zu wollen. - Halte bewusst Messwerte zurück, damit du dein Modell an Daten prüfen kannst, die es nicht schon durch die Konstruktion trifft. - Betrachte neben numerischen Abweichungen auch die sachliche Kapazitätsgrenze. - Eine gute Modellentscheidung umfasst nicht nur einen Term, sondern auch eine Aussage darüber, wo der Term nicht mehr vertrauenswürdig ist.

Lösung

1. Eine mögliche Wahl ist der frühe Bereich \(t=0\) bis \(t=3\). Mit den Randpunkten \((0;60)\) und \((3;132)\) gilt \(b=60\) und \(132=60a^3\). Daher ist \(a=\sqrt[3]{2{,}2}\approx1{,}301\) und \(M(t)=60(\sqrt[3]{2{,}2})^t\). 2. Im gewählten frühen Bereich liefert das Modell \(M(1)\approx78{,}04\) und \(M(2)\approx101{,}49\); das liegt nahe bei den Messwerten \(78\) und \(102\). 3. Für spätere, nicht zur Modellbildung verwendete Werte ergibt sich \(M(4)\approx171{,}68\), also etwa \(7{,}30\,\%\) relative Abweichung von \(160\). Für \(t=5\) gilt \(M(5)\approx223{,}28\), also etwa \(21{,}35\,\%\) Abweichung von \(184\). Bei \(t=6\) liefert das Modell \(M(6)=290{,}40\), obwohl die Kapazitätsgrenze nur \(220\) beträgt. 4. Das exponentielle Modell beschreibt die frühe Phase gut, verliert aber mit zunehmender Zeit deutlich an Plausibilität. Spätestens vor \(t=6\) muss es verworfen oder überarbeitet werden; schon die wachsenden Abweichungen bei \(t=4\) und \(t=5\) zeigen die beginnende Modellgrenze. 5. Eine Prognose für \(t=7\) mit demselben Modell ist nicht vertretbar, weil das Modell bereits vorher die sachliche Kapazitätsgrenze verletzt. Ein überarbeitetes Modell müsste eine obere Begrenzung beziehungsweise eine mit wachsender Auslastung abnehmende Zunahme berücksichtigen.

Antwort

a) Beispielstrategie: früher Bereich \(t=0\) bis \(t=3\), bestimmt mit \((0;60)\) und \((3;132)\). Dann ist \(M(t)=60(\sqrt[3]{2{,}2})^t\) mit \(a\approx1{,}301\). b) Zum Beispiel bei \(t=4\): etwa \(7{,}30\,\%\), bei \(t=5\): etwa \(21{,}35\,\%\) relative Abweichung; bei \(t=6\) sagt das Modell \(290{,}40\) voraus und überschreitet damit die Kapazitätsgrenze \(220\). c) Das Modell eignet sich nur für die frühe Phase; spätestens vor \(t=6\) muss es verworfen oder überarbeitet werden. d) Eine Prognose für \(t=7\) ist mit demselben Modell nicht vertretbar. Ein überarbeitetes Modell muss die obere Begrenzung beziehungsweise eine mit zunehmender Auslastung abnehmende Zunahme berücksichtigen. Andere begründete Modellierungsstrategien sind zulässig.

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