Aimathic
Login | English | Deutsch

Kostenlose Arbeitsblätter

Stellen Sie aus rund 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Iteration

Klicken Sie auf Aufgaben, um sie zum Drucken auszuwählen.

55227711
Die Folge wird durch \(x_{n+1}=\frac{1}{2}\left(x_n+\frac{3}{x_n}\right)\) mit \(x_0=2\) festgelegt. a) Berechne \(x_1\) und \(x_2\) exakt und gib beide Werte zusätzlich auf vier Nachkommastellen gerundet an. b) Erkläre in einem Satz, was bei dieser Vorschrift mit „Iteration“ gemeint ist.

Denkanstöße

- Beginne direkt mit dem gegebenen Wert \(x_0\) und setze ihn in die Vorschrift ein. - Welcher Wert muss beim zweiten Durchgang an die Stelle von \(x_n\) gesetzt werden? - Beschreibe bei b) den Ablauf von einem Schritt zum nächsten, nicht das Ziel der Folge.

Lösung

1. Für den ersten Schritt wird \(x_0=2\) erneut in die Vorschrift eingesetzt: \(x_1=\frac{1}{2}\left(2+\frac{3}{2}\right)=\frac{7}{4}=1{,}75\). 2. Im nächsten Schritt wird der so erhaltene Wert verwendet: \(x_2=\frac{1}{2}\left(\frac{7}{4}+\frac{3}{7/4}\right)=\frac{1}{2}\left(\frac{7}{4}+\frac{12}{7}\right)=\frac{97}{56}\approx1{,}7321\). 3. Bei einer Iteration wird das Ergebnis eines Schritts wieder als Eingabewert für den nächsten Schritt verwendet.

Antwort

a) \(x_1=\frac{7}{4}=1{,}7500\) \(x_2=\frac{97}{56}\approx1{,}7321\) b) Das Ergebnis eines Iterationsschritts wird jeweils als Eingabe für den folgenden Schritt verwendet.
42885811
Ein Patient erhält regelmäßig alle \(6\) Stunden ein Medikament. Unmittelbar nach jeder Gabe erhöht sich die Wirkstoffkonzentration im Blut um \(80\,\text{mg/l}\). Während eines \(6\)-stündigen Intervalls baut der Körper \(40\,\%\) der jeweils vorhandenen Wirkstoffkonzentration ab. Zu Beginn der Behandlung (\(n=0\)) ist kein Wirkstoff im Blut vorhanden. a) Gib eine rekursive Formel für die Konzentration \(c_{n}\) unmittelbar nach der \(n\)-ten Medikamentengabe an. b) Bestimme den Grenzwert (Sättigungswert), dem sich die Konzentration im Blut langfristig unmittelbar nach einer Gabe nähert.

Denkanstöße

- Wie viel Prozent des Wirkstoffs bleiben nach dem Abbau übrig? - Stelle dir vor, was bei jeder neuen Medikamentengabe passiert: Ein Teil des alten Wirkstoffs ist noch da, und eine feste Menge kommt hinzu. - Ein Grenzwert ist erreicht, wenn sich die Konzentration von einer Gabe zur nächsten nicht mehr verändert.

Lösung

1. Zu Beginn der Behandlung ist \(c_0 = 0\). Nach der ersten Gabe (\(n=1\)) ist \(c_1 = 80\). 2. Vor der \((n+1)\)-ten Gabe sind noch \(60\,\%\) von \(c_n\) vorhanden (Abbau um \(40\,\%\)), also \(0{,}6c_n\). 3. Durch die neue Gabe erhöht sich dieser Wert um \(80\), woraus die Rekursion \(c_{n+1} = 0{,}6c_n + 80\) folgt. 4. Der Grenzwert \(L\) wird durch die Fixpunktgleichung \(L = 0{,}6L + 80\) bestimmt. 5. Umstellen der Gleichung: \(0{,}4L = 80\). 6. Auflösen nach \(L\): \(L = \frac{80}{0{,}4} = 200\).

Antwort

a) \(c_0 = 0\); \(c_{n+1} = 0{,}6c_n + 80\) (oder für \(n \geq 1\): \(c_n = 0{,}6c_{n-1} + 80\)) b) Der Grenzwert beträgt \(200\,\text{mg/l}\).
42887510
Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Aufrufe eines viralen Videos in den ersten drei Wochen nach der Veröffentlichung. <table> <tr> <td>Woche \(n\)</td> <td>0</td> <td>1</td> <td>2</td> <td>3</td> </tr> <tr> <td>Aufrufe \(A_n\)</td> <td>\(200\)</td> <td>\(300\)</td> <td>\(450\)</td> <td>\(675\)</td> </tr> </table> 1. Zeige durch Berechnung der Quotienten aufeinanderfolgender Werte, dass die Daten exakt durch ein rekursives Modell der Form \(A_{n+1} = a \cdot A_n\) beschrieben werden können, und gib den Wachstumsfaktor \(a\) an. 2. Ein alternatives Modell geht von einem linearen Wachstum aus: \(L_{n+1} = L_n + d\). Bestimme den Parameter \(d\) mithilfe der Werte von Woche 0 und Woche 1. 3. Berechne den Wert für Woche 3 nach dem linearen Modell und bestimme die prozentuale Abweichung dieses Modells vom tatsächlichen Wert in Woche 3.

Denkanstöße

- Wie verhalten sich die Werte zueinander, wenn man sie dividiert oder subtrahiert? - Was bedeutet es für die Änderung von Schritt zu Schritt, wenn ein Modell „linear“ genannt wird? - Welche Rechenoperation gehört zu einem Wachstumsfaktor? - Wie berechnet man den Unterschied zwischen zwei Werten im Verhältnis zum ursprünglichen Wert?

Lösung

1. Berechnung der Quotienten: \(\frac{300}{200} = 1{,}5\); \(\frac{450}{300} = 1{,}5\); \(\frac{675}{450} = 1{,}5\). Da alle Quotienten gleich sind, liegt ein exponentielles Modell mit dem Wachstumsfaktor \(a = 1{,}5\) vor. 2. Bestimmung von \(d\) aus Woche 0 und 1: \(d = A_1 - A_0 = 300 - 200 = 100\). Das lineare Modell lautet \(L_{n+1} = L_n + 100\). 3. Berechnung für Woche 3: \(L_3 = 200 + 3 \cdot 100 = 500\). Die absolute Abweichung beträgt \(675 - 500 = 175\). Die prozentuale Abweichung bezogen auf den realen Wert beträgt \(\frac{175}{675} \approx 25{,}9\,\%\).

Antwort

1. \(a = 1{,}5\) 2. \(d = 100\) 3. \(L_3 = 500\); Abweichung ca. \(25{,}9\,\%\)
55090711
Die Abbildung zeigt die Geraden \(y=g(x)\) mit \(g(x)=0{,}5x+2\) und \(y=d(x)\) mit \(d(x)=x\). Die eingezeichneten senkrechten und waagrechten Strecken veranschaulichen die ersten Schritte der Iteration \(x_{n+1}=g(x_n)\) mit \(x_0=0\). a) Lies den Fixpunkt näherungsweise aus der Abbildung ab und bestimme ihn anschließend rechnerisch. b) Berechne \(x_1\), \(x_2\) und \(x_3\) und erkläre kurz, wie diese Werte in der Treppendarstellung erscheinen. c) Entscheide anhand der Werte und der Abbildung, ob die Folge konvergiert, und gib den Grenzwert an.
Abbildung zur Aufgabe 550907

Denkanstöße

- An welcher Stelle stimmen Eingabewert und Funktionswert überein? - Welche Bedeutung hat deshalb der Schnittpunkt der beiden Geraden? - Verfolge die Treppe abwechselnd senkrecht und waagrecht. - Vergleiche die aufeinanderfolgenden Werte mit der Lage des Schnittpunkts.

Lösung

1. Der Fixpunkt liegt am Schnittpunkt der Geraden \(y=g(x)\) und \(y=x\). Aus der Abbildung liest man ungefähr \(x=4\) ab. 2. Rechnerisch gilt am Fixpunkt \(x=0{,}5x+2\), also \(x=4\). 3. Die ersten Werte sind \(x_1=g(0)=2\), \(x_2=g(2)=3\) und \(x_3=g(3)=3{,}5\). 4. In der Treppendarstellung führt ein senkrechter Schritt zum Graphen von \(g\); der anschließende waagrechte Schritt überträgt diesen Funktionswert auf die Gerade \(y=x\) und damit auf den nächsten Eingabewert. 5. Die Werte \(2,3,3{,}5,\ldots\) nähern sich dem Fixpunkt. Die Folge konvergiert gegen \(4\).

Antwort

a) Fixpunkt \(x=4\) b) \(x_1=2\), \(x_2=3\), \(x_3=3{,}5\); die Treppenschritte wechseln zwischen dem Graphen von \(g\) und der Geraden \(y=x\). c) Die Folge konvergiert gegen \(4\).
55227811
Zur Näherung eines positiven Fixpunkts wird \(x_{n+1}=\sqrt{2+x_n}\) mit \(x_0=1\) verwendet. In einer Tabellenkalkulation steht \(x_0\) in Zelle B2. a) Gib eine Formel für B3 an, die beim Herunterkopieren die Iteration fortsetzt. b) Bestimme mit der Iteration \(x_1\), \(x_2\), \(x_3\) und \(x_4\) und runde jeweils auf vier Nachkommastellen. c) Welchen positiven Wert legen die Näherungen als Fixpunkt nahe?

Denkanstöße

- Die Formel in B3 soll ausschließlich den unmittelbar vorherigen Näherungswert aus B2 verwenden. - Kopiere dieselbe Rechenvorschrift schrittweise nach unten, statt jeden Wert unabhängig zu berechnen. - Vergleiche bei c) die letzten Näherungswerte und prüfe den vermuteten Wert anschließend in der Fixpunktgleichung.

Lösung

1. Eine passende Formel für B3 ist `=(2+B2)^(1/2)`. Beim Herunterkopieren wird der Zellbezug jeweils auf den vorherigen Näherungswert angepasst. 2. Aus \(x_0=1\) folgt \(x_1=\sqrt{3}\approx1{,}7321\). 3. Weiter erhält man \(x_2=\sqrt{2+x_1}\approx1{,}9319\), \(x_3=\sqrt{2+x_2}\approx1{,}9829\) und \(x_4=\sqrt{2+x_3}\approx1{,}9957\). 4. Die Werte nähern sich dem positiven Fixpunkt \(2\). Tatsächlich erfüllt \(2=\sqrt{2+2}\) die Fixpunktgleichung.

Antwort

a) `=(2+B2)^(1/2)` b) \(x_1\approx1{,}7321\) \(x_2\approx1{,}9319\) \(x_3\approx1{,}9829\) \(x_4\approx1{,}9957\) c) \(2\)
42886710
Ein heißer Kaffee mit einer Anfangstemperatur von \( 80^\circ\text{C} \) wird in einem Raum mit einer konstanten Umgebungstemperatur von \( 21^\circ\text{C} \) abgestellt. Jede Minute verringert sich die Differenz zwischen der Kaffeetemperatur und der Raumtemperatur um \( 12\,\% \). a) Gib eine rekursive Bildungsvorschrift für die Folge \( (T_n) \) an, wobei \( T_n \) die Temperatur des Kaffees nach \( n \) Minuten beschreibt. b) Bestimme eine explizite Formel für \( T_n \). c) Nach wie vielen Minuten ist der Kaffee zum ersten Mal kälter als \( 45^\circ\text{C} \)?

Denkanstöße

- Überlege dir, wie sich die Temperaturdifferenz von einer Minute zur nächsten verändert. - Welchen Wert strebt die Temperatur langfristig an? - Kannst du den Term für den Anteil bestimmen, der nach einer Minute von der Differenz übrig bleibt? - Berechne die Folgenglieder nacheinander, bis die Zieltemperatur erstmals unterschritten wird.

Lösung

1. Rekursive Vorschrift: \(T_{n+1} = T_n - 0{,}12(T_n - 21) = 0{,}88T_n + 2{,}52\) mit \(T_0 = 80\). 2. Explizite Formel: Die Differenz zur Umgebungstemperatur beträgt anfangs \(59\) und wird pro Minute mit \(0{,}88\) multipliziert. Daher gilt \(T_n = 21 + 59 \cdot 0{,}88^n\). 3. Für den ersten Zeitpunkt unter \(45^\circ\text{C}\) werden die Folgenglieder schrittweise berechnet: \(T_7 \approx 45{,}112^\circ\text{C}\) \(T_8 \approx 42{,}218^\circ\text{C}\) Somit ist der Kaffee nach \(8\) Minuten zum ersten Mal kälter als \(45^\circ\text{C}\).

Antwort

a) \( T_{n+1} = 0{,}88T_n + 2{,}52 \) mit \( T_0 = 80 \) b) \( T_n = 21 + 59 \cdot 0{,}88^n \) c) Nach \( 8 \) Minuten.
42886812
Ein Patient erhält alle \(8\) Stunden eine Medikamentendosis von \(100\,\text{mg}\). Zwischen zwei Gaben werden \(75\,\%\) der jeweils vorhandenen Wirkstoffmenge abgebaut, sodass unmittelbar vor der nächsten Gabe noch \(25\,\%\) verbleiben. Die Folge \((a_n)\) beschreibt die Wirkstoffmenge direkt nach der \(n\)-ten Gabe; es gilt \(a_1=100\,\text{mg}\). a) Stelle eine rekursive Vorschrift für \(a_n\) auf. b) Bestimme eine explizite Darstellung der Folge. c) Nach der wievielten Gabe überschreitet die Wirkstoffmenge erstmals \(133\,\text{mg}\)?

Denkanstöße

- Welche Wirkstoffmenge bleibt jeweils bis zur nächsten Gabe erhalten? - In welcher Reihenfolge wirken Abbau und neue Dosis auf ein Folgenglied? - Ein stabiler Wert kann helfen, die explizite Darstellung einer affinen Rekursion zu strukturieren. - Vergleiche aufeinanderfolgende Folgenglieder mit der vorgegebenen Grenze.

Lösung

1. Vor der nächsten Gabe bleiben \(25\,\%\) der bisherigen Menge übrig, anschließend kommen \(100\,\text{mg}\) hinzu. Daher gilt \(a_{n+1}=0{,}25a_n+100\) mit \(a_1=100\). 2. Der Grenzwert \(S\) erfüllt \(S=0{,}25S+100\), also \(S=\frac{400}{3}\). 3. Damit lautet die explizite Darstellung \(a_n=\frac{400}{3}-\frac{100}{3}\cdot0{,}25^{n-1}\). 4. Die Werte \(a_4=132{,}8125\,\text{mg}\) und \(a_5=133{,}203125\,\text{mg}\) liegen unmittelbar unter bzw. über \(133\,\text{mg}\). 5. Die Grenze wird daher erstmals nach der fünften Gabe überschritten.

Antwort

a) \(a_{n+1}=0{,}25a_n+100\) mit \(a_1=100\) b) \(a_n=\frac{400}{3}-\frac{100}{3}\cdot0{,}25^{n-1}\) c) Nach der \(5.\) Gabe.
42886912
Ein Startup-Unternehmen möchte für eine Erweiterung einen Kredit über \(150\,000\,\text{€}\) aufnehmen. Es liegen zwei Angebote vor: Angebot A: Ein Kredit über \(150\,000\,\text{€}\) zu einem Zinssatz von \(5{,}5\,\%\) pro Jahr bei einer jährlichen Rate von \(20\,000\,\text{€}\). Angebot B: Ein Kredit über \(165\,000\,\text{€}\) zu einem niedrigeren Zinssatz von \(3{,}0\,\%\) pro Jahr. Davon werden jedoch nur \(150\,000\,\text{€}\) ausgezahlt (Disagio). Die jährliche Rate beträgt ebenfalls \(20\,000\,\text{€}\). Untersuche mithilfe einer Iteration der Restschuld für die ersten fünf Jahre, welches Angebot nach diesem Zeitraum die geringere Restschuld aufweist. Empfiehl dem Unternehmen ein Angebot.

Denkanstöße

- Überlege dir, wie sich die Restschuld am Ende eines Jahres aus der Schuld des Vorjahres, den Zinsen und der Rückzahlung zusammensetzt. - Welchen Startwert musst du für die jeweilige Berechnung wählen? Beachte dabei den Unterschied zwischen dem ausgezahlten Betrag und der tatsächlichen Kreditsumme. - Berechne die Werte schrittweise Jahr für Jahr. - Vergleiche die Restbeträge nach dem fünften Jahr direkt miteinander.

Lösung

1. Aufstellen der Iterationsvorschrift für Angebot A: \(K_{n+1} = K_n \cdot 1{,}055 - 20\,000\) mit \(K_0 = 150\,000\). 2. Berechnung der Restschulden für Angebot A: \(K_1 = 150\,000 \cdot 1{,}055 - 20\,000 = 138\,250\,\text{€}\) \(K_2 \approx 125\,853{,}75\,\text{€}\) \(K_3 \approx 112\,775{,}71\,\text{€}\) \(K_4 \approx 98\,978{,}37\,\text{€}\) \(K_5 \approx 84\,422{,}18\,\text{€}\) 3. Aufstellen der Iterationsvorschrift für Angebot B: \(K_{n+1} = K_n \cdot 1{,}03 - 20\,000\) mit \(K_0 = 165\,000\). 4. Berechnung der Restschulden für Angebot B: \(K_1 = 165\,000 \cdot 1{,}03 - 20\,000 = 149\,950\,\text{€}\) \(K_2 = 134\,448{,}50\,\text{€}\) \(K_3 \approx 118\,481{,}96\,\text{€}\) \(K_4 \approx 102\,036{,}41\,\text{€}\) \(K_5 \approx 85\,097{,}51\,\text{€}\) 5. Vergleich der Ergebnisse nach 5 Jahren: Angebot A hat eine Restschuld von ca. \(84\,422{,}18\,\text{€}\), Angebot B ca. \(85\,097{,}51\,\text{€}\). Angebot A ist nach 5 Jahren günstiger.

Antwort

Nach 5 Jahren beträgt die Restschuld bei Angebot A ca. \(84\,422{,}18\,\text{€}\) und bei Angebot B ca. \(85\,097{,}51\,\text{€}\). Damit ist Angebot A vorteilhafter, da die Restschuld trotz des höheren Zinssatzes schneller sinkt, weil die anfängliche Kreditsumme niedriger ist.
42887012
Ein Sparer legt ein Kapital von \(50\,000\,\text{€}\) an. Er möchte jährlich \(4000\,\text{€}\) entnehmen (jeweils am Jahresende nach der Verzinsung). Er vergleicht zwei Anlagemodelle: Modell 1: Das Kapital wird mit jährlich \(3{,}5\,\%\) verzinst. Modell 2: Das Kapital wird im ersten Jahr mit \(2\,\%\) verzinst, danach steigt der Zinssatz jährlich um \(0{,}5\) Prozentpunkte (im 2. Jahr \(2{,}5\,\%\), im 3. Jahr \(3\,\%\) usw.). Bestimme durch Iteration der Kapitalentwicklung für die ersten vier Jahre, bei welchem Modell nach diesem Zeitraum mehr Kapital übrig ist.

Denkanstöße

- Erstelle für beide Modelle eine Tabelle oder eine Liste der jährlichen Berechnungen. - Beachte bei Modell 2, dass sich der Wachstumsfaktor in jedem Schritt ändert. - Denk daran, dass die Entnahme erst erfolgt, nachdem die Zinsen zum Kapital addiert wurden.

Lösung

1. Iteration für Modell 1 (\(K_{n+1} = K_n \cdot 1{,}035 - 4000\)): \(K_0 = 50\,000\,\text{€}\) \(K_1 = 50\,000 \cdot 1{,}035 - 4000 = 47\,750\,\text{€}\) \(K_2 = 47\,750 \cdot 1{,}035 - 4000 = 45\,421{,}25\,\text{€}\) \(K_3 \approx 43\,010{,}99\,\text{€}\) \(K_4 \approx 40\,516{,}38\,\text{€}\) 2. Iteration für Modell 2 (\(K_{n+1} = K_n \cdot q_n - 4000\)): \(K_0 = 50\,000\,\text{€}\) \(K_1 = 50\,000 \cdot 1{,}02 - 4000 = 47\,000\,\text{€}\) \(K_2 = 47\,000 \cdot 1{,}025 - 4000 = 44\,175\,\text{€}\) \(K_3 = 44\,175 \cdot 1{,}03 - 4000 = 41\,500{,}25\,\text{€}\) \(K_4 = 41\,500{,}25 \cdot 1{,}035 - 4000 \approx 38\,952{,}76\,\text{€}\) 3. Vergleich: Modell 1 führt nach 4 Jahren zu einem höheren Kapitalstand.

Antwort

Nach 4 Jahren beträgt das Restkapital bei Modell 1 ca. \(40\,516{,}38\,\text{€}\) und bei Modell 2 ca. \(38\,952{,}76\,\text{€}\). Somit ist Modell 1 nach vier Jahren das rentablere Modell.
42887112
In einem Fischteich werden zu Beginn eines jeden Monats \( 500 \) Jungfische ausgesetzt. Durch natürliche Faktoren (Abwanderung, Fressfeinde) überleben jeweils nur \( 80\,\% \) des gesamten Fischbestands den Folgemonat. Die Anzahl der Fische unmittelbar nach dem Einsetzen im \( n \)-ten Monat wird mit \( a_n \) bezeichnet. Im ersten Monat werden zum Start \( 500 \) Fische eingesetzt (\( a_1 = 500 \)). a) Stelle eine Rekursionsgleichung der Form \( a_{n+1} = qa_n + c \) für den Fischbestand auf. b) Berechne mithilfe der expliziten Vorschrift \( a_n = q^{n-1} \cdot a_1 + c \cdot \frac{q^{n-1} - 1}{q - 1} \) die Anzahl der Fische im 5. Monat. c) Welchem Wert nähert sich der Fischbestand langfristig an? Begründe deine Antwort durch Betrachtung der Rekursionsgleichung für einen stabilen Zustand.

Denkanstöße

- Überlege, welcher Anteil der Fische von einem Monat zum nächsten erhalten bleibt und wie viele neu hinzukommen. - Setze die Werte für \( q \), \( c \) und \( a_1 \) sorgfältig in die vorgegebene Formel ein. - Was bedeutet es für die Folgenglieder \( a_n \) und \( a_{n+1} \), wenn sich der Bestand nicht mehr ändert?

Lösung

1. Aufstellen der Rekursionsgleichung: Da \( 80\,\% \) verbleiben und \( 500 \) hinzukommen, gilt \( a_{n+1} = 0{,}8a_n + 500 \) mit \( q = 0{,}8 \) und \( c = 500 \). 2. Anwendung der expliziten Vorschrift für \( n = 5 \): \( a_5 = 0{,}8^{5-1} \cdot 500 + 500 \cdot \frac{0{,}8^{4} - 1}{0{,}8 - 1} \). 3. Berechnung von \( a_5 \): \( a_5 = 0{,}8^4 \cdot 500 + 500 \cdot \frac{0{,}4096 - 1}{-0{,}2} = 0{,}4096 \cdot 500 + 500 \cdot 2{,}952 = 204{,}8 + 1476 = 1680{,}8 \). Im 5. Monat sind es ca. \( 1681 \) Fische. 4. Bestimmung des Grenzwerts \( L \): Im stabilen Zustand gilt \( L = 0{,}8L + 500 \). Dies führt zu \( 0{,}2L = 500 \), woraus \( L = 2500 \) folgt. Der Bestand nähert sich langfristig \( 2500 \) Fischen an.

Antwort

a) \( a_{n+1} = 0{,}8a_n + 500 \) mit \( a_1 = 500 \) b) \( a_5 = 1680{,}8 \) (ca. \( 1681 \) Fische) c) Der Bestand nähert sich dem Wert \( 2500 \) an.
42887312
Ein Patient nimmt täglich eine Tablette mit \(12\,\text{mg}\) eines Wirkstoffs ein. Der Körper baut über Nacht jeweils \(20\,\%\) der aktuell im Blut vorhandenen Wirkstoffmenge ab. Zu Beginn der Behandlung befindet sich noch kein Wirkstoff im Körper. a) Berechne die Wirkstoffmenge im Blut für die ersten fünf Tage jeweils direkt nach der Einnahme. b) Bestimme die langfristige Wirkstoffmenge im Blut (Sättigungswert), falls die Behandlung dauerhaft fortgesetzt wird. c) Die Wirkstoffmenge darf aus medizinischen Gründen \(50\,\text{mg}\) nicht überschreiten. Beurteile, ob dieser Grenzwert bei der vorliegenden Dosierung eingehalten wird. d) Wie würde sich der Sättigungswert verändern, wenn der Patient täglich die doppelte Dosis (\(24\,\text{mg}\)) einnehmen würde?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welcher Anteil des Wirkstoffs nach einem Tag noch im Körper vorhanden ist. - Wie kannst du den Zustand an einem Tag aus dem Zustand des Vortags berechnen? - Was bedeutet es mathematisch für die Werte der Folge, wenn sich langfristig ein stabiler Zustand einstellt? - Untersuche, ob die Werte der Folge immer größer werden oder sich einem bestimmten Wert nähern.

Lösung

1. Iterationsvorschrift: \(a_{n+1} = 0{,}8a_n + 12\) mit \(a_0 = 0\). 2. Erste fünf Tage: \(a_1 = 12\,\text{mg}\) \(a_2 = 21{,}6\,\text{mg}\) \(a_3 = 29{,}28\,\text{mg}\) \(a_4 = 35{,}424\,\text{mg}\) \(a_5 = 40{,}3392\,\text{mg}\) 3. Sättigungswert: \(x = 0{,}8x + 12\), also \(x = 60\,\text{mg}\). 4. Da die Folge streng monoton gegen \(60\,\text{mg}\) wächst, wird der Grenzwert von \(50\,\text{mg}\) überschritten. 5. Bei \(24\,\text{mg}\) täglicher Zufuhr gilt \(x = 0{,}8x + 24\), also \(x = 120\,\text{mg}\).

Antwort

a) Tag 1: \(12\,\text{mg}\); Tag 2: \(21{,}6\,\text{mg}\); Tag 3: \(29{,}28\,\text{mg}\); Tag 4: \(35{,}424\,\text{mg}\); Tag 5: \(40{,}3392\,\text{mg}\). b) Der Sättigungswert liegt bei \(60\,\text{mg}\). c) Der Grenzwert von \(50\,\text{mg}\) wird überschritten, da der Sättigungswert darüber liegt. d) Der Sättigungswert würde sich auf \(120\,\text{mg}\) verdoppeln.
42887412
In einem abgelegenen Bergsee befinden sich zu Beginn einer Untersuchung \(1500\,\text{kg}\) eines bestimmten Salzes. Am Ende jedes Jahres fließen zunächst \(10\,\%\) der vorhandenen Salzmenge ab; anschließend kommen durch natürliche Zuflüsse \(200\,\text{kg}\) Salz hinzu. a) Beschreibe die Entwicklung der Salzmenge durch eine rekursive Folge und berechne die Salzmenge nach zwei und nach vier Jahren. b) Ermittle rechnerisch, auf welchen Wert sich die Salzmenge langfristig einpendelt. c) Untersuche, wie sich dieser langfristige Wert verändert, wenn der jährliche Zufluss auf \(150\,\text{kg}\) gesenkt wird. d) Angenommen, der Zufluss würde komplett gestoppt. Beschreibe den Verlauf der Salzmenge in diesem Fall.

Denkanstöße

- Stelle eine Gleichung auf, die die Salzmenge eines Jahres mit der des Vorjahres verknüpft. - Achte darauf, ob der Startwert über oder unter dem berechneten Sättigungswert liegt. - Was passiert mit der Gleichung für den Sättigungswert, wenn du einen der Parameter änderst? - Wie verhält sich eine Größe, die jedes Jahr um einen festen Prozentsatz abnimmt, ohne dass etwas hinzugefügt wird?

Lösung

1. Aufstellen der Iterationsvorschrift: Mit einem Abfluss von \(10\,\%\) bleiben \(90\,\%\) der Salzmenge erhalten. Die Zufuhr beträgt \(200\,\text{kg}\). Es gilt \(s_{n+1} = 0{,}9s_n + 200\) mit \(s_0 = 1500\,\text{kg}\). 2. Berechnung der Werte für Teilaufgabe a): \(s_1 = 0{,}9 \cdot 1500 + 200 = 1550\,\text{kg}\); \(s_2 = 0{,}9 \cdot 1550 + 200 = 1595\,\text{kg}\). Weiterführend: \(s_3 = 0{,}9 \cdot 1595 + 200 = 1635{,}5\,\text{kg}\); \(s_4 = 0{,}9 \cdot 1635{,}5 + 200 = 1671{,}95\,\text{kg}\). 3. Bestimmung des Grenzwerts für Teilaufgabe b): \(x = 0{,}9x + 200 \implies 0{,}1x = 200 \implies x = 2000\,\text{kg}\). 4. Änderung des Grenzwerts für Teilaufgabe c): Mit neuem Zufluss gilt \(x = 0{,}9x + 150 \implies 0{,}1x = 150 \implies x = 1500\,\text{kg}\). Die Salzmenge bleibt dann in jedem Jahr konstant bei \(1500\,\text{kg}\). 5. Analyse für Teilaufgabe d): Ohne Zufluss gilt \(s_{n+1} = 0{,}9s_n\). Dies ist eine geometrische Folge mit dem Abnahmefaktor \(0{,}9\). Die Salzmenge würde exponentiell abnehmen und gegen \(0\,\text{kg}\) konvergieren.

Antwort

a) \(s_{n+1} = 0{,}9s_n + 200\). Nach 2 Jahren: \(1595\,\text{kg}\); nach 4 Jahren: \(1671{,}95\,\text{kg}\). b) Die Salzmenge pendelt sich langfristig bei \(2000\,\text{kg}\) ein. c) Der Sättigungswert sinkt auf \(1500\,\text{kg}\). d) Die Salzmenge nimmt exponentiell ab und nähert sich langfristig dem Wert \(0\,\text{kg}\) an.
42887612
Ein Fischbestand in einem künstlich angelegten See mit einer Kapazitätsgrenze von \(G = 2000\) Fischen wird untersucht. Die Entwicklung des Bestands wird durch das diskrete logistische Wachstumsmodell \(B_{n+1} = B_n + kB_n(G - B_n)\) beschrieben, wobei \(n\) die Zeit in Wochen angibt. Zu Beginn (\(n=0\)) befinden sich \(400\) Fische im See. Nach einer Woche (\(n=1\)) wurde ein Bestand von \(528\) Fischen ermittelt. 1. Bestimme den Wert der Wachstumskonstante \(k\) auf Basis der gegebenen Daten. 2. Berechne unter Verwendung des Modells die Bestandszahlen für die Wochen 2 und 3 (jeweils auf ganze Fische gerundet). 3. Erläutere ohne weitere Rechnung, wie sich der wöchentliche Zuwachs \(B_{n+1} - B_n\) entwickelt, wenn der Bestand \(B_n\) sehr nahe an die Kapazitätsgrenze \(G\) heranreicht.

Denkanstöße

- Setze die bekannten Werte für \(B_0, B_1\) und \(G\) in die Formel ein, um die Unbekannte zu finden. - Achte darauf, für die Berechnung der nächsten Woche immer den ungerundeten Wert der Vorwoche zu nutzen, um Rundungsfehler zu vermeiden. - Schau dir die Struktur der Formel an: Was passiert mathematisch in der Klammer, wenn die beiden Zahlen darin fast gleich groß sind?

Lösung

1. Einsetzen der Werte: \(528 = 400 + k \cdot 400 \cdot (2000 - 400)\) \(128 = 640\,000k\) \(k = 0{,}0002\). 2. Woche 2: \(B_2 = 528 + 0{,}0002 \cdot 528 \cdot (2000 - 528) = 683{,}4432 \approx 683\). Woche 3: \(B_3 = 683{,}4432 + 0{,}0002 \cdot 683{,}4432 \cdot (2000 - 683{,}4432) \approx 683{,}4432 + 179{,}9584 = 863{,}4016 \approx 863\). 3. Für \(B_n \to G\) gilt \(G-B_n \to 0\). Daher nähert sich auch der Zuwachs \(B_{n+1}-B_n = kB_n(G-B_n)\) dem Wert \(0\).

Antwort

1. \(k = 0{,}0002\) 2. \(B_2 \approx 683\); \(B_3 \approx 863\) 3. Der Zuwachs nähert sich Null an, da der Faktor \((G - B_n)\) gegen Null strebt.
42887911
Gegeben ist die Gleichung \(x^3 + 3x - 5 = 0\). 1. Zeige durch das Einsetzen geeigneter Werte, dass im Intervall \([1; 2]\) eine Lösung der Gleichung liegen muss. 2. Forme die Gleichung in die Fixpunktform \(x = \frac{5}{x^2 + 3}\) um. 3. Bestimme ausgehend vom Startwert \(x_0 = 1\) die ersten drei Näherungswerte \(x_1\), \(x_2\) und \(x_3\) mithilfe der Iterationsvorschrift \(x_{n+1} = \frac{5}{x_n^2 + 3}\). Runde deine Ergebnisse auf vier Nachkommastellen.

Denkanstöße

- Überlege, was ein Vorzeichenwechsel der Funktionswerte für die Existenz einer Nullstelle bedeutet. - Isoliere bei der Umformung das \(x\) auf einer Seite, indem du zunächst \(x\) ausklammerst. - Setze den jeweils berechneten Wert wieder in die Formel ein, um den nächsten Wert zu erhalten. - Achte darauf, bei jedem Zwischenschritt die Rundungsvorgaben einzuhalten.

Lösung

1. Sei \(f(x) = x^3 + 3x - 5\). Es gilt \(f(1) = 1^3 + 3 \cdot 1 - 5 = -1\) und \(f(2) = 2^3 + 3 \cdot 2 - 5 = 9\). Da \(f\) stetig ist und ein Vorzeichenwechsel vorliegt, existiert nach dem Zwischenwertsatz mindestens eine Lösung im Intervall \([1; 2]\). 2. Umformung: \(x^3 + 3x = 5 \iff x \cdot (x^2 + 3) = 5 \iff x = \frac{5}{x^2 + 3}\). 3. Berechnung der Iterationsschritte: \(x_1 = \frac{5}{1^2 + 3} = 1{,}2500\) \(x_2 = \frac{5}{1{,}25^2 + 3} = \frac{5}{4{,}5625} \approx 1{,}0959\) \(x_3 = \frac{5}{1{,}0959^2 + 3} \approx \frac{5}{4{,}2010} \approx 1{,}1902\)

Antwort

1. \(f(1) = -1 < 0\) und \(f(2) = 9 > 0\), daher liegt eine Lösung in \([1; 2]\). 2. \(x \cdot (x^2 + 3) = 5 \implies x = \frac{5}{x^2 + 3}\). 3. \(x_1 = 1{,}2500\); \(x_2 \approx 1{,}0959\); \(x_3 \approx 1{,}1902\).
42888011
Gegeben ist die Gleichung \(2x - \cos(x) - 1 = 0\). Eine Lösung dieser Gleichung soll durch ein Iterationsverfahren näherungsweise bestimmt werden. 1. Stelle die Gleichung so um, dass sie die Form \(x = g(x)\) mit \(g(x) = \frac{1}{2}(\cos(x) + 1)\) annimmt. 2. Berechne ausgehend vom Startwert \(x_0 = 0{,}8\) die nächsten drei Iterationswerte \(x_1\), \(x_2\) und \(x_3\). Nutze dazu das Bogenmaß und runde die Ergebnisse auf vier Nachkommastellen.

Denkanstöße

- Bringe alle Terme außer dem \(x\)-Glied auf die rechte Seite und dividiere dann durch den Koeffizienten von \(x\). - Vergewissere dich, dass dein Taschenrechner auf „RAD“ (Bogenmaß) eingestellt ist, bevor du mit den trigonometrischen Funktionen rechnest. - Wende die Iterationsvorschrift \(x_{n+1} = g(x_n)\) wiederholt an.

Lösung

1. Umformung der Gleichung: \(2x - \cos(x) - 1 = 0 \iff 2x = \cos(x) + 1 \iff x = \frac{1}{2}(\cos(x) + 1)\). 2. Iterationsschritte (im Bogenmaß): \(x_1 = \frac{1}{2}(\cos(0{,}8) + 1) \approx \frac{1}{2}(0{,}6967 + 1) = 0{,}8484\) \(x_2 = \frac{1}{2}(\cos(0{,}8484) + 1) \approx \frac{1}{2}(0{,}6612 + 1) = 0{,}8306\) \(x_3 = \frac{1}{2}(\cos(0{,}8306) + 1) \approx \frac{1}{2}(0{,}6743 + 1) = 0{,}8372\)

Antwort

1. \(2x = \cos(x) + 1 \implies x = \frac{1}{2}(\cos(x) + 1)\). 2. \(x_1 \approx 0{,}8484\); \(x_2 \approx 0{,}8306\); \(x_3 \approx 0{,}8372\).
42888112
Ein Regenrückhaltebecken hat ein Fassungsvermögen von \(2000\,\text{m}^3\). Zu Beginn eines Unwetters befinden sich \(400\,\text{m}^3\) Wasser im Becken. Jede Stunde fließen durch die Kanalisation \(350\,\text{m}^3\) Wasser zu. Sobald der Wasserstand zu Beginn einer Stunde \(1200\,\text{m}^3\) oder mehr beträgt, wird zusätzlich eine Pumpe aktiviert, die pro Stunde \(120\,\text{m}^3\) aus dem Becken abführt. Übersteigt der rechnerische Wasserstand das Fassungsvermögen, läuft der Überschuss über; im Becken verbleiben höchstens \(2000\,\text{m}^3\). a) Stelle die rekursive Zuordnungsvorschrift \(V_{n+1} = f(V_n)\) für das Volumen nach \(n+1\) Stunden in Abhängigkeit vom Volumen \(V_n\) nach \(n\) Stunden auf. Berücksichtige dabei beide Fälle (mit und ohne Pumpe). b) Berechne die Wasserstände \(V_1\) bis \(V_4\). c) Nach wie vielen vollen Stunden ist das Becken erstmals zu mehr als \(75\,\%\) gefüllt?

Denkanstöße

- Überlege dir, wie sich das Volumen von einer Stunde zur nächsten verändert. - Unterscheide bei der Formel, ob der Schwellenwert für die Pumpe bereits erreicht ist oder nicht. - Was bedeutet „\(75\,\%\) des Fassungsvermögens“ konkret als Zahlenwert? - Berechne die Werte Schritt für Schritt nacheinander und beachte, dass das Becken höchstens \(2000\,\text{m}^3\) enthalten kann.

Lösung

1. Aufstellen der rekursiven Formel unter Berücksichtigung des Fassungsvermögens: Ohne Pumpe (\(V_n < 1200\)) gilt \(V_{n+1} = \min\{2000, V_n + 350\}\). Mit Pumpe (\(V_n \ge 1200\)) gilt \(V_{n+1} = \min\{2000, V_n + 350 - 120\} = \min\{2000, V_n + 230\}\). 2. Berechnung der Iterationsschritte: \(V_0 = 400\) \(V_1 = 400 + 350 = 750\) \(V_2 = 750 + 350 = 1100\) \(V_3 = 1100 + 350 = 1450\) \(V_4 = 1450 + 230 = 1680\) (da \(V_3 = 1450 \ge 1200\)) 3. Bestimmung des Zeitpunkts für die \(75\,\%\)-Füllung: Das Zielvolumen ist \(0{,}75 \cdot 2000\,\text{m}^3 = 1500\,\text{m}^3\). Da \(V_3 = 1450\) und \(V_4 = 1680\), wird dieser Wert nach \(4\) Stunden erstmals überschritten.

Antwort

a) \(V_{n+1} = \begin{cases} \min\{2000, V_n + 350\} & \text{für } V_n < 1200 \\ \min\{2000, V_n + 230\} & \text{für } V_n \ge 1200 \end{cases}\) b) \(V_1 = 750\,\text{m}^3\); \(V_2 = 1100\,\text{m}^3\); \(V_3 = 1450\,\text{m}^3\); \(V_4 = 1680\,\text{m}^3\) c) Nach \(4\) Stunden.
42888312
Ein Patient nimmt regelmäßig ein Medikament ein. Jeden Tag werden \(25\,\%\) der im Körper vorhandenen Wirkstoffmenge abgebaut. Es werden zwei verschiedene Modelle untersucht, um die Wirkstoffmenge \(W_n\) im Körper am Tag \(n\) zu beschreiben. Dabei bezeichnet \(W_n\) die Wirkstoffmenge zu Beginn des Tages \(n\), noch vor den an diesem Tag modellierten Vorgängen. In beiden Fällen wird täglich eine Dosis von \(40\,\text{mg}\) zugeführt, und es wird mit \(W_1 = 0\,\text{mg}\) gestartet. Die erste Einnahme wirkt sich somit auf \(W_2\) aus. Modell A: \(W_n = 0{,}75W_{n-1} + 40\) für \(n \ge 2\) Modell B: \(W_n = 0{,}75(W_{n-1} + 40)\) für \(n \ge 2\) a) Erläutere den Unterschied zwischen den beiden Modellen im Hinblick auf den zeitlichen Ablauf von Einnahme und Abbau des Wirkstoffs. b) Bestimme für beide Modelle die langfristige Sättigungsmenge (den Grenzwert). c) Ab welchem Tag \(n\) sind in Modell A mindestens \(90\,\%\) der Sättigungsmenge erreicht?

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Operation in der Formel zuerst ausgeführt wird: die Multiplikation oder die Addition? - Was passiert mit der Wirkstoffmenge, wenn sie sich nach langer Zeit kaum noch verändert? Setze in diesem Fall \(W_n = W_{n-1}\). - Du kannst die Werte für die ersten Tage schrittweise berechnen oder eine allgemeine Formel für die Glieder der Folge aufstellen. - Denk daran, dass \(W_1\) den Zustand zu Beginn des ersten Tages vor der ersten Einnahme beschreibt.

Lösung

1. Modellvergleich: In Modell A wird zuerst der vorhandene Wirkstoff abgebaut und danach die neue Dosis addiert. In Modell B wird zuerst die Dosis addiert; anschließend werden \(25\,\%\) der Gesamtmenge abgebaut. 2. Grenzwerte: Modell A: \(L = 0{,}75L + 40\), also \(L_A = 160\,\text{mg}\). Modell B: \(L = 0{,}75(L+40)\), also \(L_B = 120\,\text{mg}\). 3. In Modell A sind \(90\,\%\) des Grenzwerts \(144\,\text{mg}\). Durch schrittweise Anwendung der Rekursion erhält man \(W_9 \approx 143{,}982\,\text{mg} < 144\,\text{mg}\) und \(W_{10} \approx 147{,}986\,\text{mg} > 144\,\text{mg}\). Daher werden mindestens \(90\,\%\) der Sättigungsmenge erstmals zu Beginn des Tages \(n=10\) erreicht. Das entspricht dem Zustand nach neun täglichen Einnahmen.

Antwort

a) Modell A: Erst Abbau, dann Einnahme. Modell B: Erst Einnahme, dann Abbau. b) Modell A: \(160\,\text{mg}\); Modell B: \(120\,\text{mg}\). c) Zu Beginn von Tag \(n = 10\), also nach neun Einnahmen.
42888412
In einem Teich befinden sich zu Beginn eines Beobachtungszeitraums \(10\,\text{kg}\) Algen. Durch natürliches Wachstum kommen täglich \(3\,\text{kg}\) Algen hinzu. Gleichzeitig entfernt eine Filteranlage jeden Tag \(15\,\%\) der im Teich vorhandenen Algenmasse. a) Stelle eine rekursive Vorschrift für die Algenmasse \(A_n\) nach \(n\) Tagen auf. Gehe davon aus, dass die Filterung auf die gesamte Tagesmenge (Bestand plus Zuwachs) wirkt. b) Berechne den Bestand an Algen, der sich langfristig einstellt. c) Nach wie vielen Tagen weicht die Algenmasse um weniger als \(1\,\%\) von diesem langfristigen Wert ab?

Denkanstöße

- Stelle dir den Ablauf eines Tages vor: Was passiert zuerst, was danach? - Ein stabiler Zustand bedeutet, dass nach einem Tag genau so viel Algenmasse verschwindet, wie neu hinzukommt. - \(1\,\%\) des Grenzwerts liefert die maximal erlaubte absolute Abweichung. - Berechne die Folgenglieder so lange weiter, bis diese Abweichung erstmals unterschritten wird.

Lösung

1. Rekursive Vorschrift: \(A_n = 0{,}85(A_{n-1}+3) = 0{,}85A_{n-1}+2{,}55\) mit \(A_0=10\). 2. Langfristiger Bestand: \(L = 0{,}85L+2{,}55\), also \(L=17\,\text{kg}\). 3. Eine Abweichung von weniger als \(1\,\%\) bedeutet \(|A_n-17|<0{,}17\). Durch schrittweise Anwendung der Rekursion erhält man \(A_{22} \approx 16{,}804\,\text{kg}\), also eine Abweichung von etwa \(0{,}196\,\text{kg}\), und \(A_{23} \approx 16{,}8334\,\text{kg}\), also eine Abweichung von etwa \(0{,}1666\,\text{kg}\). Damit ist die Abweichung erstmals nach \(23\) Tagen kleiner als \(1\,\%\).

Antwort

a) \(A_n = 0{,}85(A_{n-1} + 3)\) mit \(A_0 = 10\). b) \(17\,\text{kg}\). c) Nach \(23\) Tagen.
42887712
In einem See wird eine Fischpopulation beobachtet. Zu Beginn werden \(B_0 = 800\) Fische gezählt. Die Kapazität des Sees beträgt \(K = 5000\) Fische. Nach einem Jahr ohne Befischung ist der Bestand auf \(B_1 = 912\) Tiere angewachsen. Das Wachstum wird durch \(B_{n+1} = B_n + r \cdot B_n \cdot \frac{K-B_n}{K}\) beschrieben. 1. Bestimme den schrittspezifischen Wachstumsfaktor \(r\). 2. Bei einer jährlichen Fangquote \(q\) mit \(0 \leq q \leq 1\) gilt \(B_{n+1} = B_n + r \cdot B_n \cdot \frac{K-B_n}{K} - q \cdot B_n\). Bestimme, ab welcher Fangquote die Population für jeden Anfangsbestand \(0 < B_0 \leq K\) langfristig schrumpft und gegen \(0\) geht.

Denkanstöße

- Stelle zuerst die Gleichung für den Zuwachs im ersten Jahr auf, um die Unbekannte zu finden. - Was bedeutet es für die Entwicklung der Population, wenn der Abzug durch Fischen größer ist als der maximale natürliche Zuwachs? - Betrachte die Wachstumsfunktion für sehr kleine Bestände, um die kritische Grenze zu finden.

Lösung

1. Einsetzen von \(B_0 = 800\), \(B_1 = 912\) und \(K = 5000\): \(112 = r \cdot 800 \cdot \frac{4200}{5000} = 672r\). Daher ist \(r = \frac{1}{6} \approx 0{,}1667\). 2. Die Bestandsänderung lautet \(B_{n+1}-B_n = B_n\left(r\frac{K-B_n}{K}-q\right)\). Für \(0 < B_n \leq K\) gilt \(0 \leq \frac{K-B_n}{K} < 1\). Ist \(q \geq r\), so ist der Klammerausdruck für jeden positiven Bestand negativ; die Folge nimmt also streng ab. 3. Wegen \(0 \leq q \leq 1\) bleibt zugleich \(B_{n+1}=B_n\left(1+r\frac{K-B_n}{K}-q\right)\geq0\). Die Folge ist damit nach unten beschränkt und besitzt einen Grenzwert \(L\geq0\). 4. Für einen Grenzwert gilt \(0=L\left(r\frac{K-L}{K}-q\right)\). Bei \(q\geq r\) kann der zweite Faktor für \(L>0\) nicht null sein, weil \(r\frac{K-L}{K}<r\leq q\). Daher muss \(L=0\) gelten. 5. Für \(q<r\) ist die Bestandsänderung bei hinreichend kleinen positiven Beständen dagegen positiv. Somit liegt die kritische Fangquote bei \(q=r=\frac{1}{6}\), also bei etwa \(16{,}67\,\%\). Im zulässigen Bereich gilt daher \(\frac{1}{6}\leq q\leq1\).

Antwort

1. \(r = \frac{1}{6} \approx 0{,}1667\) 2. Für \(\frac{1}{6} \leq q \leq 1\), also ab etwa \(16{,}67\,\%\) bis höchstens \(100\,\%\), schrumpft jeder Anfangsbestand \(0 < B_0 \leq K\) langfristig gegen \(0\).
42888511
Die Gleichung \(x^3-5x+1=0\) soll mithilfe von Fixpunktiterationen gelöst werden. Drei äquivalente Umformungen sind vorgeschlagen: (1) \(x=\frac{x^3+1}{5}\) (2) \(x=\sqrt[3]{5x-1}\) (3) \(x=\frac{1}{5-x^2}\) a) Zeige rechnerisch, dass alle drei Umformungen zur ursprünglichen Gleichung äquivalent sind. b) Untersuche für jede Vorschrift die Iteration \(x_{n+1}=g(x_n)\) mit \(x_0=0\). Gib die ersten vier Iterierten an und entscheide, ob die Folge zur Lösung im Intervall \([0;1]\) führt. c) Prüfe für \(x_0=2\), welche Vorschrift zur Lösung im Intervall \([2;3]\) führt.

Denkanstöße

- Prüfe jede vorgeschlagene Fixpunktgleichung durch algebraisches Rückumformen. - Bei einer Iteration ist nicht nur wichtig, ob eine Gleichung äquivalent ist, sondern wohin ihre wiederholte Anwendung führt. - Vergleiche mehrere aufeinanderfolgende Werte und beobachte, ob sie sich stabilisieren oder in einen anderen Lösungsbereich wandern. - Untersuche die drei Vorschriften für die beiden Startwerte getrennt.

Lösung

1. Aus \(x^3-5x+1=0\) folgt durch Umstellen jeweils \(x=\frac{x^3+1}{5}\), \(x=\sqrt[3]{5x-1}\) und \(x=\frac{1}{5-x^2}\); alle drei Gleichungen sind daher äquivalent zur Ausgangsgleichung. 2. Für \(x_0=0\) liefert (1) die Werte \(0{,}2\), \(0{,}2016\), \(0{,}20164\), \(0{,}20164\); die Folge nähert sich der Lösung im Intervall \([0;1]\). 3. Für \(x_0=0\) liefert (2) ungefähr \(-1\), \(-1{,}8171\), \(-2{,}1606\), \(-2{,}2768\); diese Iteration führt nicht zur Lösung in \([0;1]\), sondern in Richtung der negativen Lösung. 4. Für \(x_0=0\) liefert (3) ungefähr \(0{,}2\), \(0{,}20161\), \(0{,}20164\), \(0{,}20164\); auch diese Folge nähert sich der Lösung in \([0;1]\). 5. Für \(x_0=2\) führt (1) über \(1{,}8\), \(1{,}3664\), \(0{,}7102\) zur kleinen positiven Lösung; (3) führt über \(1\), \(0{,}25\), \(0{,}2025\) ebenfalls dorthin. 6. Vorschrift (2) liefert für \(x_0=2\) ungefähr \(2{,}0801\), \(2{,}1105\), \(2{,}1218\), \(2{,}1260\) und führt damit zur Lösung im Intervall \([2;3]\), die ungefähr \(2{,}1284\) beträgt.

Antwort

a) Alle drei Umformungen sind äquivalent zur Ausgangsgleichung. b) (1) \(0{,}2;0{,}2016;0{,}20164;0{,}20164\): Konvergenz zur Lösung in \([0;1]\). (2) \(-1;-1{,}8171;-2{,}1606;-2{,}2768\): keine Konvergenz zur Lösung in \([0;1]\). (3) \(0{,}2;0{,}20161;0{,}20164;0{,}20164\): Konvergenz zur Lösung in \([0;1]\). c) Nur (2) führt von \(x_0=2\) zur Lösung in \([2;3]\), ungefähr \(2{,}1284\).

Alle Aufgaben dürfen für Schule und Nachhilfe (auch im Rahmen bezahlter Nachhilfe) kostenlos genutzt, kopiert und ausgedruckt werden. Nicht gestattet sind kommerzielle Bearbeitungen sowie die Veröffentlichung oder Weiterverbreitung im Internet.