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Stellen Sie aus rund 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Wahrscheinlichkeitsmodelle vergleichen

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55215512
Aus der abgebildeten Urne wird zweimal gezogen. Als Treffer gilt „rote Kugel“ (R). Verfahren A: Nach dem ersten Zug wird die Kugel zurückgelegt. Verfahren B: Nach dem ersten Zug wird die Kugel nicht zurückgelegt. Bei welchem Verfahren bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit beim zweiten Zug gleich groß wie beim ersten? Begründe kurz.
Abbildung zur Aufgabe 552155

Denkanstöße

- Überlege, ob sich die Zusammensetzung der Urne nach dem ersten Zug verändert. - Wovon hängt die Trefferwahrscheinlichkeit beim zweiten Zug ab?

Lösung

1. In der Urne liegen \(4\) rote und \(6\) blaue Kugeln. Beim ersten Zug ist die Trefferwahrscheinlichkeit \(\frac{4}{10}\). 2. Bei Verfahren A wird die gezogene Kugel zurückgelegt. Vor dem zweiten Zug liegt wieder dieselbe Zusammensetzung vor, also bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit \(\frac{4}{10}\). 3. Bei Verfahren B verändert der erste Zug die Zusammensetzung der Urne. Die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug hängt dann vom ersten Ergebnis ab. 4. Daher bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit nur bei Verfahren A gleich.

Antwort

Verfahren A (mit Zurücklegen).
55215612
In einer Schachtel liegen \(5\) Karten mit dem Buchstaben A und \(5\) Karten mit dem Buchstaben B. Es werden zwei Karten nacheinander ohne Zurücklegen gezogen. Als Treffer gilt „A“. Entscheide, ob die beiden Ziehungen bezüglich des Ereignisses „Treffer“ unabhängig sind.

Denkanstöße

- Prüfe, ob sich die Zusammensetzung der Schachtel nach dem ersten Zug verändert. - Vergleiche die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug nach zwei verschiedenen möglichen ersten Ergebnissen.

Lösung

1. Beim ersten Zug gilt \(P(A)=\frac{5}{10}=\frac12\). 2. Wurde zuerst A gezogen, ist die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug \(\frac49\). 3. Wurde zuerst B gezogen, ist die Trefferwahrscheinlichkeit im zweiten Zug \(\frac59\). 4. Die Wahrscheinlichkeit im zweiten Zug hängt also vom Ergebnis des ersten Zuges ab. Die Ziehungen sind nicht unabhängig.

Antwort

Nein, die Ziehungen sind bezüglich „A“ nicht unabhängig.
42715712
In der Wahrscheinlichkeitstheorie unterscheidet man verschiedene Herangehensweisen, um die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses zu bestimmen. Betrachte die folgenden drei Aussagen: Aussage A: „Da das Losrad 20 exakt gleich große Felder hat und nur eines den Hauptgewinn markiert, beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit \(\frac{1}{20}\).“ Aussage B: „Ich habe diesen Legostein 500-mal geworfen. In 142 Fällen blieb er auf der schmalen Seite liegen. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Ereignis schätze ich daher auf ca. \(28{,}4\,\%\).“ Aussage C: „Meiner Einschätzung nach wird die neue App mit einer Wahrscheinlichkeit von \(70\,\%\) ein Erfolg am Markt.“ Ordne jeder Aussage einen der folgenden Wahrscheinlichkeitsbegriffe zu und begründe deine Wahl kurz: - Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace-Wahrscheinlichkeit) - Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirische Wahrscheinlichkeit) - Subjektive Wahrscheinlichkeit

Denkanstöße

- Wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, bevor ein Experiment stattfindet, oder erst danach? - Spielen physikalische Symmetrien eine Rolle? - Handelt es sich um ein einmaliges Ereignis oder um einen wiederholbaren Vorgang? - Worauf stützt sich die Person bei ihrer Angabe: auf Abzählen, auf Messen oder auf eine Meinung?

Lösung

1. Aussage A wird der klassischen Wahrscheinlichkeit (Laplace) zugeordnet. Die Begründung liegt in der Annahme von Symmetrie und gleichwahrscheinlichen Elementarereignissen (gleich große Felder), wodurch die Wahrscheinlichkeit als Quotient aus günstigen und möglichen Ergebnissen berechnet wird: \(P = \frac{1}{20} = 0{,}05\). 2. Aussage B entspricht der statistischen Wahrscheinlichkeit (empirischer Begriff). Hier wird die relative Häufigkeit \(\frac{142}{500} = 0{,}284\) aus einer langen Versuchsreihe als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit verwendet (Gesetz der großen Zahlen). Da der Legostein keine physikalische Symmetrie wie ein idealer Würfel aufweist, ist ein theoretischer Ansatz vorab nicht möglich. 3. Aussage C ist eine subjektive Wahrscheinlichkeit. Sie basiert nicht auf Symmetrieüberlegungen oder exakten Versuchsreihen, sondern auf einer persönlichen Einschätzung, Intuition oder Erfahrungswerten in einer Situation, die nicht exakt reproduzierbar ist.

Antwort

A: Klassische Wahrscheinlichkeit (Laplace), da alle Felder gleich wahrscheinlich sind. B: Statistische Wahrscheinlichkeit (Empirisch), da die Wahrscheinlichkeit aus der relativen Häufigkeit einer Versuchsreihe abgeleitet wird. C: Subjektive Wahrscheinlichkeit, da es sich um eine persönliche Einschätzung eines Experten oder einer Einzelperson handelt.
42716912
Bestimme für die folgenden Beispiele, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff (Laplace-Begriff, empirischer oder axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff) jeweils verwendet wird, und begründe deine Entscheidung kurz. a) Die Wahrscheinlichkeit, mit einem fairen achtseitigen Würfel eine Primzahl zu würfeln, wird mit \(0{,}5\) angegeben. b) In einer Datenauswertung treten bei \(1{,}2\,\%\) der erfassten Geburten Mehrlingsgeburten auf. Dieser Anteil wird als Schätzwert für die entsprechende Wahrscheinlichkeit verwendet. c) In einem Wahrscheinlichkeitsmodell gilt für jedes Ereignis \(A\) die Bedingung \(0\le P(A)\le1\). d) Für eine Wetterlage wird aus langjährigen Beobachtungsdaten eine Regenwahrscheinlichkeit von \(30\,\%\) geschätzt.

Denkanstöße

- Wird die Wahrscheinlichkeit aus gleich wahrscheinlichen Fällen abgezählt? - Beruht der Wert auf beobachteten relativen Häufigkeiten? - Oder wird eine formale Eigenschaft beschrieben, die jedes Wahrscheinlichkeitsmaß erfüllen muss?

Lösung

1. a) Laplace-Begriff: Bei einem fairen Würfel sind die acht Seiten gleich wahrscheinlich. Die Primzahlen \(2,3,5,7\) liefern \(\frac{4}{8}=0{,}5\). 2. b) Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff: Der Wert wird aus beobachteten relativen Häufigkeiten gewonnen. 3. c) Axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff: Die Schranken für \(P(A)\) folgen aus den formalen Eigenschaften eines Wahrscheinlichkeitsmaßes. 4. d) Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff: Die Schätzung beruht auf Beobachtungsdaten aus der Vergangenheit.

Antwort

a) Laplace-Begriff. b) Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. c) Axiomatischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. d) Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff.
42717112
Ordne den folgenden Aussagen den jeweils passenden Wahrscheinlichkeitsbegriff (klassisch/Laplace, empirisch/statistisch oder subjektiv) zu und begründe deine Entscheidung kurz. a) In einer umfangreichen Datenauswertung sind \(51{,}4\,\%\) der erfassten Neugeborenen Jungen. Dieser Anteil wird als Schätzwert für die entsprechende Wahrscheinlichkeit verwendet. b) Beim Drehen eines Glücksrads mit \(10\) gleich großen, von \(1\) bis \(10\) nummerierten Feldern beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Primzahl \(0{,}4\). c) Ein Anlageberater vermutet, dass der Goldpreis im nächsten Quartal mit einer Wahrscheinlichkeit von \(80\,\%\) steigen wird. d) Aus einer Sammlung von Versicherungsdaten wird für eine bestimmte Strecke eine relative Häufigkeit von \(0{,}02\,\%\) für Wildunfälle pro Fahrt ermittelt und als Schätzwert verwendet.

Denkanstöße

- Wird ein Wert aus beobachteten relativen Häufigkeiten gewonnen? - Gibt es gleich wahrscheinliche Elementarereignisse, die abgezählt werden können? - Beruht die Angabe auf einer persönlichen Einschätzung statt auf Symmetrie oder Messdaten?

Lösung

1. a) Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff: Der Wert wird aus beobachteten Daten als relative Häufigkeit gewonnen. 2. b) Klassischer Wahrscheinlichkeitsbegriff: Bei gleich großen Sektoren sind die zehn Ergebnisse gleich wahrscheinlich. Für die Primzahlen \(2,3,5,7\) gilt \(P=\frac{4}{10}=0{,}4\). 3. c) Subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff: Die Angabe ist eine persönliche Einschätzung für ein zukünftiges Ereignis. 4. d) Empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff: Der Wert wird aus beobachteten Daten gewonnen und als Schätzwert verwendet.

Antwort

a) Empirisch/statistisch. b) Klassisch/Laplace. c) Subjektiv. d) Empirisch/statistisch.
42345212
In einer Spielshow müssen Kandidaten zwischen zwei Gewinnstrategien wählen, bei denen sie Antworten rein zufällig erraten: Strategie A: Bei \(5\) Multiple-Choice-Fragen mit jeweils \(4\) Antwortmöglichkeiten (davon ist genau eine richtig) müssen mindestens \(3\) Fragen richtig erraten werden. Strategie B: Bei \(10\) Ja/Nein-Fragen (Wahrscheinlichkeit für einen richtigen Tipp ist jeweils \(0{,}5\)) müssen genau \(5\) Fragen richtig erraten werden. Welche Strategie bietet die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit?

Denkanstöße

- Bestimme für beide Strategien die Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) pro Frage. - Wie viele Fragen müssen insgesamt beantwortet werden (\(n\))? - Denke daran, dass „mindestens 3“ bedeutet, dass 3, 4 oder 5 Antworten korrekt sein können. - Verwende die Bernoulli-Formel für die einzelnen Wahrscheinlichkeiten.

Lösung

1. Für Strategie A gilt \(X\sim B(5;0{,}25)\). Daher ist \(P(X\ge3)=P(X=3)+P(X=4)+P(X=5)=\frac{90+15+1}{1024}=\frac{106}{1024}\). 2. Für Strategie B gilt \(Y\sim B(10;0{,}5)\). Daher ist \(P(Y=5)=\binom{10}{5}0{,}5^{10}=\frac{252}{1024}\). 3. Da \(\frac{252}{1024}>\frac{106}{1024}\), bietet Strategie B die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit.

Antwort

Strategie B bietet die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit, denn \(\frac{252}{1024}>\frac{106}{1024}\).
42695812
Aus einer Gruppe von 15 Auszubildenden, bestehend aus 6 Frauen und 9 Männern, sollen Personen für verschiedene Aufgaben ausgewählt werden. a) Wie viele Möglichkeiten gibt es insgesamt, eine Gruppe von 4 Personen für eine gemeinsame Fortbildung auszuwählen? b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer zufälligen Auswahl von 4 Personen für diese Fortbildung genau 2 Frauen und 2 Männer dabei sind. c) Für vier unterschiedliche Tagesaufgaben wird jeweils nacheinander eine Person ausgelost, wobei eine Person auch mehrfach ausgewählt werden kann (Auswahl mit Zurücklegen). Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass dabei genau 2-mal eine Frau ausgewählt wird.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob die Auswahl gleichzeitig (oder ohne Zurücklegen) erfolgt oder ob eine Person mehrfach gewählt werden kann. - Welches mathematische Werkzeug hilft dir, die Anzahl der Möglichkeiten zu zählen, eine Teilmenge aus einer größeren Gruppe zu bilden? - Bei Teilaufgabe c) handelt es sich um ein Zufallsexperiment, bei dem die Wahrscheinlichkeit für jeden der vier Schritte gleich bleibt.

Lösung

1. Berechnung der Gesamtmöglichkeiten für die Auswahl von 4 aus 15 Personen ohne Beachtung der Reihenfolge: \(\binom{15}{4} = \frac{15 \cdot 14 \cdot 13 \cdot 12}{4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1} = 1365\). 2. Berechnung der günstigen Fälle für genau 2 Frauen und 2 Männer: \(\binom{6}{2} \cdot \binom{9}{2} = 15 \cdot 36 = 540\). Die Wahrscheinlichkeit ergibt sich aus dem Quotienten: \(P = \frac{540}{1365} = \frac{36}{91} \approx 0{,}3956\). 3. Modellierung als Bernoulli-Kette mit \(n=4\), \(k=2\) und der Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Frau \(p = \frac{6}{15} = 0{,}4\): \(P(X=2) = \binom{4}{2} \cdot 0{,}4^2 \cdot 0{,}6^2 = 6 \cdot 0{,}16 \cdot 0{,}36 = 0{,}3456\).

Antwort

a) Es gibt \(1365\) Möglichkeiten. b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(39{,}56\,\%\) (\(\frac{36}{91}\)). c) Die Wahrscheinlichkeit beträgt \(34{,}56\,\%\).
42697612
Ein Elektronikfachmarkt erhält eine Lieferung von \(24\) Smartphones, von denen genau \(3\) Geräte einen Softwarefehler aufweisen. Zur Qualitätskontrolle werden \(4\) Geräte zufällig mit einem Griff entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter den entnommenen Smartphones kein Gerät mit einem Softwarefehler ist. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mindestens eines der entnommenen Geräte einen Softwarefehler besitzt. c) Wie groß wäre die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis aus Teilaufgabe a), wenn man die Geräte nacheinander prüfen und jedes Mal wieder in den Bestand zurücklegen würde? Vergleiche die Ergebnisse.

Denkanstöße

- Achte auf den Unterschied zwischen „mit einem Griff“ und „mit Zurücklegen“. - Wie hängen die Ereignisse „kein Fehler“ und „mindestens ein Fehler“ zusammen? - Was bedeutet es für die Wahrscheinlichkeit des nächsten Zugs, wenn ein bereits geprüftes Teil nicht mehr zur Verfügung steht?

Lösung

1. Ohne Zurücklegen gilt für kein fehlerhaftes Gerät \(P(X=0)=\frac{\binom{3}{0}\binom{21}{4}}{\binom{24}{4}}=\frac{285}{506}\). 2. Das Ereignis „mindestens ein Fehler“ ist das Gegenereignis. Daher ist \(P(X\ge1)=1-\frac{285}{506}=\frac{221}{506}\). 3. Mit Zurücklegen bleibt die Wahrscheinlichkeit für ein intaktes Gerät konstant \(\frac{21}{24}=\frac{7}{8}\). Damit ist die Wahrscheinlichkeit für vier intakte Geräte \(\left(\frac{7}{8}\right)^4=\frac{2401}{4096}\). 4. Es gilt \(\frac{2401}{4096}>\frac{285}{506}\). Die Wahrscheinlichkeit für vier intakte Geräte ist also beim Ziehen mit Zurücklegen größer.

Antwort

a) \(\frac{285}{506}\) b) \(\frac{221}{506}\) c) Mit Zurücklegen: \(\frac{2401}{4096}\); dieser Wert ist größer als \(\frac{285}{506}\).
42710612
Ein kleiner Behälter enthält \(50\) USB-Sticks. Laut Lieferant sind höchstens \(3\) davon defekt. Ein IT-Unternehmen entnimmt der Lieferung eine Stichprobe von \(3\) Sticks. Die Lieferung wird reklamiert, wenn mindestens ein defekter Stick gefunden wird. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für eine Reklamation unter der Annahme, dass sich genau \(3\) defekte Sticks im Behälter befinden, wenn a) die Stichprobe ohne Zurücklegen gezogen wird, b) die Ziehung vereinfacht als Bernoulli-Kette (mit Zurücklegen) modelliert wird. c) Berechne die absolute Differenz der beiden Wahrscheinlichkeiten. Gib a) und b) als Prozentwerte auf zwei Nachkommastellen und c) in Prozentpunkten auf zwei Nachkommastellen an.

Denkanstöße

- Wie berechnet man die Anzahl der Möglichkeiten, eine bestimmte Anzahl an Objekten aus einer Menge auszuwählen? - Was ist der Unterschied im Nenner bei der Wahrscheinlichkeitsberechnung zwischen Ziehen mit und ohne Zurücklegen? - Nutze das Gegenereignis „kein defekter Stick“, um die Rechnung zu vereinfachen. - Die absolute Differenz ist der Betrag der Abweichung zwischen beiden Modellen.

Lösung

1. Ohne Zurücklegen gilt \(P(\text{mindestens 1 defekt})=1-\frac{\binom{47}{3}}{\binom{50}{3}}=\frac{677}{3920}\approx0{,}172704\), also \(17{,}27\,\%\). 2. Im Bernoulli-Modell ist \(p=\frac{3}{50}=0{,}06\). Daher ist \(P(\text{mindestens 1 defekt})=1-0{,}94^3=0{,}169416\), also \(16{,}94\,\%\). 3. Die absolute Differenz beträgt \(\frac{677}{3920}-0{,}169416\approx0{,}00328808\). Das sind etwa \(0{,}33\) Prozentpunkte.

Antwort

a) \(17{,}27\,\%\) b) \(16{,}94\,\%\) c) \(0{,}33\) Prozentpunkte
42715312
Ein Agrarbiologe untersucht die Keimfähigkeit einer bestimmten Sorte von Pflanzensamen. Dazu werden \(150\) Proben mit jeweils \(5\) Samen unter kontrollierten Bedingungen beobachtet. Die Anzahl \(k\) der gekeimten Samen pro Probe wurde in der folgenden Häufigkeitstabelle festgehalten: <table> <tr><td>Anzahl gekeimter Samen \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td><td>4</td><td>5</td></tr> <tr><td>Häufigkeit \(n_k\)</td><td>4</td><td>21</td><td>50</td><td>48</td><td>22</td><td>5</td></tr> </table> 1. Bestimme das arithmetische Mittel \(\bar{k}\) der gekeimten Samen pro Probe. 2. Es wird angenommen, dass die Anzahl der gekeimten Samen pro Probe binomialverteilt nach \(B(5;p)\) ist. Schätze die Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\), indem du \(\bar{k}\) mit dem Erwartungswert der Binomialverteilung gleichsetzt. 3. Berechne auf Basis dieses Modells die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Probe genau \(2\) Samen keimen. Runde die theoretische und die empirische Wahrscheinlichkeit auf vier Nachkommastellen und vergleiche sie.

Denkanstöße

- Wie berechnet man den Durchschnittswert aus einer Häufigkeitstabelle? - Welche Formel verknüpft die Parameter einer Binomialverteilung mit ihrem Erwartungswert? - Wie lautet die Bernoulli-Formel für einen spezifischen Wert \(k\)? - Überlege, wie man die relative Häufigkeit eines Ereignisses aus der Anzahl der Beobachtungen bestimmt.

Lösung

1. \(\bar{k}=\frac{0\cdot4+1\cdot21+2\cdot50+3\cdot48+4\cdot22+5\cdot5}{150}=\frac{378}{150}=2{,}52\). 2. Für \(B(5;p)\) gilt \(E(X)=5p\). Daher folgt aus \(5p=2{,}52\) der Schätzwert \(p=0{,}504\). 3. \(P(X=2)=\binom{5}{2}0{,}504^2 0{,}496^3\approx0{,}309960\), also gerundet \(0{,}3100\). 4. Die empirische relative Häufigkeit beträgt \(\frac{50}{150}=\frac{1}{3}\approx0{,}333333\), also gerundet \(0{,}3333\). 5. Der empirische Wert liegt um etwa \(0{,}0234\), also \(2{,}34\) Prozentpunkte, über dem Modellwert.

Antwort

1. \(\bar{k}=2{,}52\) 2. \(p=0{,}504\) 3. Theoretisch: \(0{,}3100\); empirisch: \(0{,}3333\). Der empirische Wert ist größer.
42715412
In der Qualitätskontrolle eines Elektronikherstellers werden Bauteile in Dreiergruppen auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft. Bei einer Untersuchung von \(200\) solcher Gruppen ergab sich folgende Verteilung der defekten Bauteile \(k\) pro Gruppe: <table> <tr><td>Anzahl defekter Bauteile \(k\)</td><td>0</td><td>1</td><td>2</td><td>3</td></tr> <tr><td>Anzahl der Gruppen \(n_k\)</td><td>130</td><td>55</td><td>12</td><td>3</td></tr> </table> 1. Berechne den durchschnittlichen Anteil defekter Bauteile in der gesamten Stichprobe. Nutze diesen Wert als Schätzer für die Wahrscheinlichkeit \(p\), dass ein einzelnes Bauteil defekt ist. 2. Gehe davon aus, dass die Anzahl der defekten Bauteile pro Gruppe einer Binomialverteilung \(B(3;p)\) folgt. Berechne unter Verwendung des geschätzten Werts aus Teilaufgabe 1 die Wahrscheinlichkeit, dass in einer Gruppe mindestens ein Bauteil defekt ist. Gib das Ergebnis als Prozentwert auf zwei Nachkommastellen an. 3. Vergleiche das Ergebnis aus Teilaufgabe 2 mit der tatsächlichen relativen Häufigkeit von Gruppen mit mindestens einem Defekt in der Stichprobe.

Denkanstöße

- Achte darauf, ob du die Wahrscheinlichkeit für ein einzelnes Bauteil oder die durchschnittliche Anzahl pro Gruppe berechnest. - Was ist das Gegenereignis zu „mindestens ein Defekt“? - Wie bestimmt man die relative Häufigkeit einer kombinierten Merkmalsausprägung, etwa \(k\ge1\)?

Lösung

1. Insgesamt wurden \(88\) defekte Bauteile unter \(600\) Bauteilen beobachtet. Daher ist \(p=\frac{88}{600}=\frac{11}{75}\). 2. \(P(X\ge1)=1-P(X=0)=1-\left(\frac{64}{75}\right)^3=\frac{159731}{421875}\approx0{,}378622\), also \(37{,}86\,\%\). 3. Die empirische relative Häufigkeit beträgt \(\frac{55+12+3}{200}=\frac{70}{200}=0{,}35=35\,\%\). Der Modellwert liegt damit um etwa \(2{,}86\) Prozentpunkte höher.

Antwort

1. \(p=\frac{11}{75}\) 2. \(37{,}86\,\%\) 3. Theoretisch: \(37{,}86\,\%\); empirisch: \(35\,\%\). Der Modellwert ist höher.
42716512
In einer Fertigungsanlage werden \(500\) Bauteile untersucht. Dabei werden \(15\) defekte Bauteile festgestellt. 1. Bestimme die relative Häufigkeit der defekten Bauteile und benenne den Wahrscheinlichkeitsbegriff, der verwendet wird, wenn diese Häufigkeit als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit dient. 2. Für eine Modellrechnung wird für \(20\) unabhängige Bauteile eine konstante Defektwahrscheinlichkeit von \(p=0{,}02\) festgelegt. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau ein Bauteil defekt ist. Runde auf vier Dezimalstellen. 3. Erkläre, warum aus der bloßen Festlegung des Modellparameters \(p=0{,}02\) nicht hervorgeht, wie dieser Wert ursprünglich begründet wurde. Welche Rolle spielen die Wahrscheinlichkeitsaxiome dennoch für das Modell?

Denkanstöße

- Welche Größe erhältst du, wenn du die beobachteten Defekte durch die Zahl der untersuchten Bauteile teilst? - Welche Angaben rechtfertigen in Teil 2 eine Binomialverteilung? - Unterscheide zwischen der Herkunft eines Wahrscheinlichkeitswerts und den formalen Regeln, die jedes Wahrscheinlichkeitsmodell erfüllen muss.

Lösung

1. Die relative Häufigkeit beträgt \(\frac{15}{500}=0{,}03\). Wird sie als Schätzwert für eine Wahrscheinlichkeit verwendet, liegt der empirische Wahrscheinlichkeitsbegriff zugrunde. 2. Für die Defektzahl \(X\) gilt \(X\sim B(20;0{,}02)\). Daher ist \(P(X=1)=\binom{20}{1}0{,}02\cdot0{,}98^{19}\approx0{,}2725\). 3. Ein festgelegter Zahlenwert für \(p\) sagt nicht, ob er etwa aus Daten, Symmetrieüberlegungen oder einer Modellannahme stammt. Unabhängig von seiner Herkunft muss das daraus gebildete Wahrscheinlichkeitsmodell die Axiome erfüllen, insbesondere Nichtnegativität, Normierung und Additivität für disjunkte Ereignisse.

Antwort

1. \(0{,}03=3\,\%\); empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff. 2. \(P(X=1)\approx0{,}2725\). 3. Aus dem festen Wert \(p=0{,}02\) lässt sich seine Begründungsart nicht bestimmen. Das Modell selbst muss jedoch die Wahrscheinlichkeitsaxiome erfüllen.
42717012
Emilia untersucht die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Reißzwecke beim Werfen auf dem runden Kopf (Ergebnis \(K\)) oder auf der Seite (Ergebnis \(S\)) liegen bleibt. a) Erkläre, warum der Laplace-Wahrscheinlichkeitsbegriff in diesem Fall nicht geeignet ist, um einen exakten Wert für \(P(K)\) vorherzusagen. b) Emilia führt eine Versuchsreihe mit \(500\) Würfen durch und stellt fest, dass die Reißzwecke \(185\)-mal auf dem Kopf liegen bleibt. Bestimme die relative Häufigkeit von \(K\) und gib sie als empirischen Schätzwert für \(P(K)\) an. c) Erläutere, welche Bedingungen die Wahrscheinlichkeiten \(P(K)\) und \(P(S)\) nach dem axiomatischen Wahrscheinlichkeitsbegriff erfüllen müssen, damit sie ein zulässiges mathematisches Modell bilden.

Denkanstöße

- Was ist die Grundvoraussetzung dafür, dass man die Formel „Anzahl der günstigen durch Anzahl der möglichen Fälle“ anwenden darf? - Wie hängen die relative Häufigkeit und die empirische Wahrscheinlichkeit zusammen? - Welche formalen Regeln müssen für die Summe aller möglichen Ergebnisse in einem Zufallsexperiment immer gelten?

Lösung

1. Zu a): Der Laplace-Begriff setzt voraus, dass alle Elementarereignisse gleich wahrscheinlich sind (Symmetrie-Prinzip). Da eine Reißzwecke physikalisch nicht symmetrisch gebaut ist, gibt es keinen theoretischen Grund anzunehmen, dass Kopf und Seite gleich oft auftreten. 2. Zu b): Die relative Häufigkeit ist \(h_{500}(K)=\frac{185}{500}=0{,}37\). Damit liefert die Versuchsreihe den empirischen Schätzwert \(P(K)\approx0{,}37\). 3. Zu c): Nach den Axiomen von Kolmogorow müssen die Wahrscheinlichkeiten nicht-negativ sein (\(P(K)\ge0\) und \(P(S)\ge0\)) und ihre Summe muss genau \(1\) ergeben (\(P(K)+P(S)=1\)), da es sich um ein vollständiges System von Ereignissen handelt.

Antwort

a) Ungeeignet, da keine physikalische Symmetrie vorliegt (keine Gleichwahrscheinlichkeit). b) \(h_{500}(K)=0{,}37\); als empirischer Schätzwert gilt \(P(K)\approx0{,}37\). c) \(P(K),P(S)\ge0\) und \(P(K)+P(S)=1\).
42717212
In einer Urne befinden sich \(4\) rote und \(6\) blaue Kugeln, die sich nur in ihrer Farbe unterscheiden. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ziehen einer roten Kugel unter der Annahme eines Laplace-Experiments. b) Eine Person behauptet vor dem Ziehen: „Ich habe ein starkes Gefühl, dass heute eher Blau gezogen wird. Die Wahrscheinlichkeit für Rot liegt für mich heute nur bei \(20\,\%\).“ Welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff wird hier verwendet? c) Bei \(50\) tatsächlichen Durchführungen (Ziehen mit Zurücklegen) wurde \(18\)-mal eine rote Kugel gezogen. Bestimme die relative Häufigkeit und gib an, welcher Wahrscheinlichkeitsbegriff hiermit verknüpft ist. d) Erläutere kurz, warum sich der berechnete Wert aus Aufgabenteil a) von dem Ergebnis aus Teil c) unterscheiden kann.

Denkanstöße

- Was bedeutet „Laplace“, wenn alle Kugeln die gleiche Chance haben, gezogen zu werden? - Unterscheide zwischen einer theoretischen Überlegung und einem tatsächlich durchgeführten Experiment. - Wie nennt man eine Wahrscheinlichkeit, die nur auf einer persönlichen Meinung beruht? - Denk an den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Versuche und der Stabilität von Ergebnissen.

Lösung

1. Teilaufgabe a): Anwendung der Laplace-Formel \(P(A) = \frac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl der möglichen Ergebnisse}}\). Mit \(4\) roten und insgesamt \(10\) Kugeln ergibt sich \(P(\text{rot}) = \frac{4}{10} = 0{,}4\) bzw. \(40\,\%\). 2. Teilaufgabe b): Es handelt sich um den subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriff, da die Angabe auf einem persönlichen Gefühl bzw. einer individuellen Einschätzung basiert und der objektiven Symmetrie widerspricht. 3. Teilaufgabe c): Die relative Häufigkeit berechnet sich als \(h_n(A) = \frac{\text{Anzahl der Treffer}}{\text{Gesamtzahl der Versuche}}\), also \(\frac{18}{50} = 0{,}36\) bzw. \(36\,\%\). Dies ist dem empirischen Wahrscheinlichkeitsbegriff zuzuordnen. 4. Teilaufgabe d): Der Laplace-Wert ist ein theoretischer Idealwert. Die relative Häufigkeit ist das Ergebnis eines Zufallsexperiments und unterliegt Zufallsschwankungen. Gemäß dem Gesetz der großen Zahlen nähert sich die relative Häufigkeit dem theoretischen Wert erst bei einer sehr hohen Anzahl von Versuchen an.

Antwort

a) \(P(\text{rot}) = 0{,}4\) b) Subjektiver Wahrscheinlichkeitsbegriff c) \(h_{50}(\text{rot}) = 0{,}36\), empirischer Wahrscheinlichkeitsbegriff d) Der Unterschied liegt in den Zufallsschwankungen bei begrenzter Versuchsanzahl (Gesetz der großen Zahlen).
42719912
In einem Behälter befinden sich \(6\) schwarze und \(4\) weiße Kugeln. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln entnommen. Ein Spieler gewinnt, wenn er mindestens zwei schwarze Kugeln erhält. Untersuche rechnerisch, ob es für den Spieler vorteilhafter ist, wenn die Kugeln mit oder ohne Zurücklegen gezogen werden.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, welches Wahrscheinlichkeitsmodell beim Ziehen mit Zurücklegen und welches beim Ziehen ohne Zurücklegen passt. - Welche Anzahlen schwarzer Kugeln führen bei drei Ziehungen zum Gewinn? - Vergleiche die beiden Wahrscheinlichkeiten erst, nachdem du sie für beide Modelle bestimmt hast.

Lösung

1. Mit Zurücklegen gilt für die Zahl \(X\) der schwarzen Kugeln \(X\sim B(3;0{,}6)\). Damit ist \(P(X\ge2)=\binom{3}{2}0{,}6^2\cdot0{,}4+0{,}6^3=0{,}648\). 2. Ohne Zurücklegen gibt es \(\binom{10}{3}=120\) gleich wahrscheinliche Dreierauswahlen. Für mindestens zwei schwarze Kugeln sind \(\binom{6}{2}\binom{4}{1}+\binom{6}{3}=80\) günstig. Daher ist \(P(Y\ge2)=\frac{80}{120}=\frac{2}{3}\). 3. Wegen \(\frac{2}{3}>0{,}648\) ist das Ziehen ohne Zurücklegen für den Spieler günstiger.

Antwort

Ohne Zurücklegen ist es günstiger: \(\frac{2}{3}>0{,}648\).
42720012
Eine Kiste enthält \(50\) Batterien, von denen \(5\) entladen sind. Für den Betrieb einer Taschenlampe werden der Kiste zufällig \(4\) Batterien entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle entnommenen Batterien voll funktionsfähig sind, unter der Annahme, dass das Ziehen als Bernoulli-Kette mit Zurücklegen modelliert wird. b) Berechne die exakte Wahrscheinlichkeit für dasselbe Ereignis, wenn die Batterien ohne Zurücklegen entnommen werden. c) Berechne die absolute Abweichung der beiden Wahrscheinlichkeiten in Prozentpunkten und runde sie auf zwei Dezimalstellen. Beurteile die Binomialverteilung für dieses Ereignis als brauchbare Näherung, wenn die Abweichung höchstens \(1\) Prozentpunkt beträgt.

Denkanstöße

- Welche Trefferwahrscheinlichkeit gilt beim Ziehen mit Zurücklegen? - Wie kannst du beim Ziehen ohne Zurücklegen günstige und mögliche Viererauswahlen zählen? - Vergleiche die beiden Wahrscheinlichkeiten als absolute Differenz und anschließend mit dem vorgegebenen Grenzwert.

Lösung

1. Mit Zurücklegen ist die Wahrscheinlichkeit für eine funktionsfähige Batterie \(p=\frac{45}{50}=0{,}9\). Daher gilt \(P(X=4)=0{,}9^4=0{,}6561\). 2. Ohne Zurücklegen gilt \(P(Y=4)=\frac{\binom{45}{4}}{\binom{50}{4}}=\frac{4257}{6580}\). 3. Die absolute Abweichung beträgt \(\left|0{,}6561-\frac{4257}{6580}\right|\cdot100\approx0{,}91\) Prozentpunkte. 4. Da \(0{,}91<1\) gilt, ist die Binomialverteilung nach dem vorgegebenen Kriterium für dieses Ereignis eine brauchbare Näherung.

Antwort

a) \(0{,}6561\) b) \(\frac{4257}{6580}\) c) Die Abweichung beträgt ungefähr \(0{,}91\) Prozentpunkte. Nach dem vorgegebenen Kriterium ist die Binomialverteilung hier eine brauchbare Näherung.
43081912
Ein Glücksrad hat vier gleich große Sektoren: einen roten Gewinnsektor und drei blaue Nieten. Die Drehungen werden als unabhängig voneinander betrachtet, also gilt bei jeder Drehung \(P(R)=0{,}25\). Beurteile die folgenden Interpretationen: (1) Wenn man das Rad viermal dreht, bleibt der Zeiger sicher genau einmal auf Rot stehen. (2) Falls bei zehn Drehungen kein Rot erschien, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Rot beim elften Versuch. (3) Bei sehr vielen Drehungen, etwa \(10000\), wird die relative Häufigkeit von Rot voraussichtlich nahe bei \(0{,}25\) liegen. (4) Bei \(40\) Drehungen ist genau zehnmal Rot wahrscheinlicher als genau elfmal Rot.

Denkanstöße

- Eine Wahrscheinlichkeit beschreibt keine garantierte Trefferzahl in einer kurzen Serie. - Was bedeutet Unabhängigkeit für den nächsten Versuch nach einer ungewöhnlichen Vorgeschichte? - Für (4) kannst du zwei benachbarte Binomial-Punktwahrscheinlichkeiten vergleichen.

Lösung

1. (1) ist falsch. \(P(X=1)=\binom{4}{1}\cdot 0{,}25\cdot 0{,}75^3=0{,}421875\), nicht \(1\). 2. (2) ist falsch. Wegen der Unabhängigkeit bleibt die Wahrscheinlichkeit für Rot bei der elften Drehung \(0{,}25\). 3. (3) ist richtig. Bei wachsender Versuchszahl stabilisiert sich die relative Häufigkeit typischerweise in der Nähe der zugrunde gelegten Wahrscheinlichkeit. 4. (4) ist richtig. Für \(X\sim B(40;0{,}25)\) gilt \(\frac{P(X=11)}{P(X=10)}=\frac{10}{11}<1\), also \(P(X=10)>P(X=11)\).

Antwort

(1) Falsch (2) Falsch (3) Richtig (4) Richtig
43082012
Für ein mathematisches Qualitätskontrollmodell wird angenommen, dass jeder Mikrochip unabhängig von den anderen mit Wahrscheinlichkeit \(5\,\%\) defekt ist. Beurteile die folgenden Aussagen: (1) In einer Gruppe von \(100\) Chips beträgt der Erwartungswert der Zahl defekter Chips \(5\). (2) Die Wahrscheinlichkeit, dass unter \(20\) Chips keiner defekt ist, lautet \(0{,}95^{20}\). (3) Wenn unter \(20\) Chips drei defekt sind, beweist dies mathematisch, dass das Modell mit \(p=0{,}05\) falsch sein muss. (4) Jemand setzt \(1\,\text{€}\) auf „defekt“. Für eine faire Wette mit Nettogewinn \(x\) im Trefferfall und Verlust von \(1\,\text{€}\) sonst muss \(x=19\,\text{€}\) gelten.

Denkanstöße

- Nutze für (1) die Formel \(np\). - Unabhängigkeit erlaubt bei (2) das Multiplizieren gleicher Einzelwahrscheinlichkeiten. - Ein Ereignis mit positiver Wahrscheinlichkeit ist kein logischer Widerspruch zum Modell. - Eine faire Wette hat Erwartungswert null.

Lösung

1. (1) ist richtig: \(E(X)=100\cdot0{,}05=5\). 2. (2) ist richtig: Wegen der Unabhängigkeit ist die Wahrscheinlichkeit für \(20\) intakte Chips \(0{,}95^{20}\). 3. (3) ist falsch. Unter dem Modell ist \(P(X=3)=\binom{20}{3}0{,}05^3 0{,}95^{17}\approx0{,}0596\); das Ereignis ist möglich und daher kein logischer Widerspruch zum Modell. 4. (4) ist richtig: Für Erwartungswert null gilt \(0{,}05x-0{,}95\cdot1=0\), also \(x=19\).

Antwort

(1) Richtig (2) Richtig (3) Falsch (4) Richtig
43083012
Ein Glücksrad mit 10 gleich großen, von 1 bis 10 beschrifteten Sektoren wird für ein Gewinnspiel genutzt. 1. Berechne die Laplace-Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Die gedrehte Zahl ist eine Quadratzahl“. 2. In einer Testreihe mit \(500\) Drehungen blieb das Rad \(65\)-mal bei der Zahl 10 stehen. Bestimme die relative Häufigkeit für dieses Ergebnis und vergleiche sie mit der theoretischen Laplace-Wahrscheinlichkeit. 3. Angenommen, das Rad ist so beschaffen, dass die Zahlen 1 bis 9 jeweils mit der gleichen Wahrscheinlichkeit \(q\) auftreten, die Zahl 10 jedoch mit der Wahrscheinlichkeit \(P(10) = 0{,}2\). Berechne den Wert von \(q\) unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow und bestimme damit die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „Die Zahl ist ungerade“.

Denkanstöße

- Welche Zahlen zwischen 1 und 10 lassen sich als \(n \cdot n\) schreiben? - Die relative Häufigkeit berechnet man aus der Anzahl der Treffer geteilt durch die Gesamtzahl der Versuche. - Was besagt das Normierungsaxiom über die Summe der Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Ergebnisse? - Wenn mehrere Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, kannst du ihre Wahrscheinlichkeiten hier einfach addieren.

Lösung

1. Mögliche Ergebnisse \(\Omega = \{1; 2; \dots; 10\}\), also \(|\Omega| = 10\). Günstige Ergebnisse für \(E\): \(\{1; 4; 9\}\). \(P(E) = \frac{3}{10} = 0{,}3\). 2. Relative Häufigkeit \(h_{500}(10) = \frac{65}{500} = \frac{13}{100} = 0{,}13\). Die Laplace-Wahrscheinlichkeit beträgt \(P(10) = \frac{1}{10} = 0{,}1\). Vergleich: Die relative Häufigkeit (\(0{,}13\)) liegt über der theoretischen Wahrscheinlichkeit (\(0{,}1\)). 3. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(9 \cdot q + 0{,}2 = 1 \Rightarrow 9q = 0{,}8 \Rightarrow q = \frac{0{,}8}{9} = \frac{8}{90} = \frac{4}{45} \approx 0{,}089\). Ungerade Zahlen sind \(\{1; 3; 5; 7; 9\}\) (5 Stück). Da jede dieser Zahlen die Wahrscheinlichkeit \(q\) besitzt: \(P(\text{ungerade}) = 5 \cdot q = 5 \cdot \frac{4}{45} = \frac{4}{9} \approx 0{,}444\).

Antwort

1. \(P(E) = 0{,}3\) 2. \(h = 0{,}13\); dieser Wert ist höher als die Laplace-Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\). 3. \(q = \frac{4}{45}\); \(P(\text{ungerade}) = \frac{4}{9}\)
43083212
Betrachte ein Zufallsexperiment mit dem Ergebnisraum \(\Omega = \{1, 2, 3, 4, 5, 6\}\). 1. Ein Wahrscheinlichkeitsmodell ordnet den ungeraden Zahlen jeweils die Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\) zu, also \(P(1) = P(3) = P(5) = 0{,}1\). Die geraden Zahlen haben alle die gleiche Wahrscheinlichkeit \(P(2) = P(4) = P(6) = x\). Bestimme den Wert für \(x\) so, dass die Axiome von Kolmogorow erfüllt sind. 2. Berechne für das Ereignis \(E\): „Die Zahl ist größer als 3“ die Wahrscheinlichkeit sowohl nach dem Modell aus Teilaufgabe 1 als auch nach dem klassischen Laplace-Modell. 3. In einer Versuchsreihe mit 600 Durchgängen wurde das Ergebnis „6“ insgesamt 140-mal beobachtet. Beurteile durch Vergleich der relativen Häufigkeit mit den Einzelwahrscheinlichkeiten \(P(6)\), welches der beiden Modelle hinsichtlich dieses Ergebnisses besser zur Beobachtung passt.

Denkanstöße

- Welche Eigenschaft müssen alle Wahrscheinlichkeiten eines Ergebnisraums in der Summe erfüllen? - Wie unterscheidet sich die Wahrscheinlichkeitsverteilung bei einem Laplace-Experiment von einer allgemeineren Verteilung? - Vergleiche die beobachtete Häufigkeit eines einzelnen Ergebnisses mit den theoretischen Werten der Modelle.

Lösung

1. Nach den Axiomen von Kolmogorow muss die Summe aller Wahrscheinlichkeiten 1 ergeben: \(P(1) + P(2) + P(3) + P(4) + P(5) + P(6) = 1\). Einsetzen ergibt \(3 \cdot 0{,}1 + 3 \cdot x = 1\), woraus \(0{,}3 + 3x = 1\) folgt. Somit ist \(3x = 0{,}7\) und \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). 2. Ereignis \(E = \{4, 5, 6\}\). Im Modell 1: \(P_1(E) = P(4) + P(5) + P(6) = \frac{7}{30} + 0{,}1 + \frac{7}{30} = \frac{14}{30} + \frac{3}{30} = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\). Im Laplace-Modell: \(P_L(E) = \frac{3}{6} = 0{,}5\). 3. Die relative Häufigkeit für das Ergebnis „6“ beträgt \(h(6) = \frac{140}{600} = \frac{14}{60} = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\). Im Modell 1 ist \(P(6) = \frac{7}{30}\), im Laplace-Modell ist \(P(6) = \frac{1}{6} \approx 0{,}167\). Damit passt Modell 1 hinsichtlich des Ergebnisses „6“ besser zu dieser Beobachtung. Aus nur einer Einzelhäufigkeit folgt jedoch noch keine vollständige Bestätigung des gesamten Modells.

Antwort

1. \(x = \frac{7}{30} \approx 0{,}233\) 2. Modell 1: \(P_1(E) = \frac{17}{30} \approx 0{,}567\); Laplace: \(P_L(E) = 0{,}5\) 3. Hinsichtlich des Ergebnisses „6“ passt Modell 1 besser zur Beobachtung, da \(P(6) = \frac{7}{30}\) der relativen Häufigkeit \(h(6) = \frac{140}{600}\) entspricht. Dies allein bestätigt noch nicht das vollständige Modell.
43087712
Ein elektronisches Zahlenschloss wird durch eine vierstellige Kombination (Ziffern \(0\) bis \(9\)) gesichert. Es werden zwei verschiedene Verfahren zur zufälligen Generierung eines neuen Sicherheitscodes verglichen: Verfahren A: Jede der vier Stellen wird nacheinander durch einen Zufallsgenerator bestimmt, wobei jede Ziffer von \(0\) bis \(9\) bei jedem Schritt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit ausgewählt werden kann. Verfahren B: In einer Urne befinden sich \(40\) Kugeln, wobei jede der Ziffern \(0\) bis \(9\) genau viermal vorkommt. Es werden nacheinander vier Kugeln ohne Zurücklegen gezogen, um den Code zu bilden. 1. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit, dass die Kombination „\(7777\)“ generiert wird. 2. Berechne für beide Verfahren die Wahrscheinlichkeit für die Kombination „\(1234\)“. 3. Begründe unter Verwendung der Begriffe „stochastische Unabhängigkeit“ und „Ziehen mit/ohne Zurücklegen“, warum Verfahren B kein exaktes Modell für die Funktionsweise von Verfahren A ist.

Denkanstöße

- Überlege, ob sich die Wahrscheinlichkeit einer Ziffer nach jeder erzeugten Stelle verändert. - Vergleiche eine Kombination mit vier gleichen Ziffern mit einer Kombination aus vier verschiedenen Ziffern. - Woran erkennst du stochastische Unabhängigkeit in einem mehrstufigen Experiment?

Lösung

1. Bei Verfahren A gilt \(P_A(7777)=\left(\frac{1}{10}\right)^4=0{,}0001\). Bei Verfahren B ist \(P_B(7777)=\frac{4}{40}\cdot\frac{3}{39}\cdot\frac{2}{38}\cdot\frac{1}{37}=\frac{1}{91390}\). 2. Bei Verfahren A gilt wieder \(P_A(1234)=0{,}0001\). Bei Verfahren B ist \(P_B(1234)=\frac{4}{40}\cdot\frac{4}{39}\cdot\frac{4}{38}\cdot\frac{4}{37}=\frac{16}{137085}\). 3. Verfahren A hat unabhängige Stufen: Eine erzeugte Ziffer verändert die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Stellen nicht. Bei Verfahren B wird ohne Zurücklegen gezogen; dadurch ändern sich die verfügbaren Kugeln und damit die Wahrscheinlichkeiten. Die Stufen sind stochastisch abhängig.

Antwort

1. \(P_A(7777)=0{,}0001\), \(P_B(7777)=\frac{1}{91390}\) 2. \(P_A(1234)=0{,}0001\), \(P_B(1234)=\frac{16}{137085}\) 3. Verfahren A hat unabhängige Stufen; Verfahren B nicht, weil ohne Zurücklegen gezogen wird.
43087812
In einem Lager befinden sich \(500\) elektronische Bauteile, von denen \(10\) defekt sind. Ein Techniker entnimmt für eine Prüfung nacheinander zwei Bauteile. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, wenn das erste Teil nach der Prüfung wieder zurückgelegt wird (Modell 1). 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass beide entnommenen Teile defekt sind, wenn das erste Teil nicht zurückgelegt wird (Modell 2). 3. Untersuche die stochastische Unabhängigkeit der Ereignisse \(E_1\): „Das erste Teil ist defekt“ und \(E_2\): „Das zweite Teil ist defekt“ für Modell 2. 4. Berechne die absolute und die relative Abweichung der Wahrscheinlichkeit aus Modell 1 von der exakten Wahrscheinlichkeit aus Modell 2. Gib die relative Abweichung in Prozent auf zwei Dezimalstellen an. Erläutere, warum die Aussage „Modell 1 ist eine brauchbare Näherung“ ohne ein vorgegebenes Gütekriterium nicht eindeutig entschieden werden kann.

Denkanstöße

- Vergleiche beim zweiten Zug die Situation mit und ohne Zurücklegen. - Welche Gleichung kennzeichnet stochastische Unabhängigkeit? - Beziehe die relative Abweichung auf die als exakt bezeichnete Wahrscheinlichkeit. - Welche zusätzliche Festlegung brauchst du für ein eindeutiges Qualitätsurteil?

Lösung

1. Mit Zurücklegen gilt \(P_1=\frac{10}{500}\cdot\frac{10}{500}=0{,}0004\). 2. Ohne Zurücklegen gilt \(P_2=\frac{10}{500}\cdot\frac{9}{499}=\frac{9}{24950}\). 3. Es ist \(P(E_1)=P(E_2)=0{,}02\), aber \(P(E_1\cap E_2)=\frac{9}{24950}\ne0{,}02\cdot0{,}02\). Daher sind \(E_1\) und \(E_2\) in Modell 2 abhängig. 4. Die absolute Abweichung beträgt \(\left|0{,}0004-\frac{9}{24950}\right|=\frac{49}{1247500}\). Bezogen auf den exakten Wert \(P_2\) ist die relative Abweichung \(\frac{49}{450}\approx10{,}89\,\%\). Ob dies als „brauchbar“ gilt, hängt von einem festgelegten Fehlermaß oder Grenzwert ab.

Antwort

1. \(P_1=0{,}0004\) 2. \(P_2=\frac{9}{24950}\) 3. Die Ereignisse sind in Modell 2 stochastisch abhängig. 4. Absolute Abweichung: \(\frac{49}{1247500}\); relative Abweichung: ungefähr \(10{,}89\,\%\). Ohne Gütekriterium ist „brauchbare Näherung“ nicht eindeutig zu beurteilen.
43088412
Ein Kartenspiel besteht aus \(32\) Karten, darunter befinden sich genau \(4\) Asse. Die Karten werden gut gemischt und nacheinander aufgedeckt. a) Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist das Herz-Ass genau die fünfte aufgedeckte Karte? b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass unter den ersten fünf aufgedeckten Karten genau zwei Asse sind. c) Angenommen, jede gezogene Karte würde sofort wieder in den Stapel zurückgelegt und neu gemischt. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Fall unter fünf Zügen genau zwei Asse erscheinen.

Denkanstöße

- Unterscheide zwischen einer ganz spezifischen Karte und einer Gruppe von Karten (wie allen Assen). - Überlege für Aufgabenteil b), welche Verteilung vorliegt, wenn nicht zurückgelegt wird. - Erinnere dich für c) an die Formel für Bernoulli-Ketten, wenn die Wahrscheinlichkeit bei jedem Zug gleich bleibt.

Lösung

1. Da jede der \(32\) Karten mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an der fünften Position liegen kann, beträgt die Wahrscheinlichkeit für das spezifische Herz-Ass \(P = \frac{1}{32} = 0{,}03125\). 2. Ziehen ohne Zurücklegen (hypergeometrische Verteilung): Die Anzahl der Möglichkeiten, \(2\) aus \(4\) Assen und \(3\) aus \(28\) Nicht-Assen zu ziehen, wird durch die Gesamtzahl der Möglichkeiten, \(5\) aus \(32\) Karten zu ziehen, geteilt: \(P(X=2) = \frac{\binom{4}{2} \cdot \binom{28}{3}}{\binom{32}{5}} = \frac{6 \cdot 3276}{201376} = \frac{19656}{201376} \approx 0{,}0976\). 3. Ziehen mit Zurücklegen (Binomialverteilung/Bernoulli-Kette): Die Trefferwahrscheinlichkeit ist \(p = \frac{4}{32} = \frac{1}{8}\). Bei \(n=5\) Versuchen ist die Wahrscheinlichkeit für \(k=2\) Treffer: \(P(X=2) = \binom{5}{2} \cdot \left(\frac{1}{8}\right)^2 \cdot \left(\frac{7}{8}\right)^3 = 10 \cdot \frac{1}{64} \cdot \frac{343}{512} = \frac{3430}{32768} \approx 0{,}1047\).

Antwort

a) \(P = \frac{1}{32} = 0{,}03125\) b) \(P = \frac{\binom{4}{2} \cdot \binom{28}{3}}{\binom{32}{5}} \approx 0{,}0976\) c) \(P = \binom{5}{2} \cdot (0{,}125)^2 \cdot (0{,}875)^3 \approx 0{,}1047\)
43095412
Eine Urne enthält \(10\) weiße und \(10\) schwarze Kugeln. Es werden nacheinander \(3\) Kugeln entnommen. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(2\) weiße Kugeln gezogen werden, wenn die Entnahme ohne Zurücklegen erfolgt. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für genau \(2\) weiße Kugeln unter der Annahme, dass jede Kugel nach dem Ziehen wieder zurückgelegt wird. 3. Vergleiche die beiden Ergebnisse und begründe den Unterschied unter Bezugnahme auf die zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeitsmodelle.

Denkanstöße

- Welche Auswahlmöglichkeiten sind beim Ziehen ohne Zurücklegen gleich wahrscheinlich? - Welches Modell passt beim Ziehen mit Zurücklegen? - Vergleiche die beiden exakten Wahrscheinlichkeiten und überlege, welche Annahme zur Unabhängigkeit sich zwischen den Modellen ändert.

Lösung

1. Ohne Zurücklegen gibt es \(\binom{20}{3}=1140\) gleich wahrscheinliche Dreierauswahlen. Günstig sind \(\binom{10}{2}\binom{10}{1}=450\). Damit ist \(P_{\text{ohne}}=\frac{450}{1140}=\frac{15}{38}\). 2. Mit Zurücklegen gilt \(X\sim B(3;0{,}5)\). Daher ist \(P_{\text{mit}}(X=2)=\binom{3}{2}0{,}5^3=\frac{3}{8}\). 3. Es gilt \(\frac{15}{38}>\frac{3}{8}\). Beim Ziehen ohne Zurücklegen sind die Züge abhängig; nach jeder Entnahme ändert sich die Zusammensetzung. Beim Ziehen mit Zurücklegen bleiben die Züge unabhängig und die Trefferwahrscheinlichkeit konstant.

Antwort

1. \(\frac{15}{38}\) 2. \(\frac{3}{8}\) 3. Ohne Zurücklegen ist die Wahrscheinlichkeit etwas größer; die Züge sind dort abhängig, mit Zurücklegen unabhängig.
43098712
Zwei Zufallsexperimente zur Augensumme \(S\) werden verglichen. Die jeweils verwendeten Würfel werden unabhängig voneinander geworfen. Experiment 1: zwei faire sechsseitige Würfel. Experiment 2: ein fairer dreiseitiger Würfel mit \(1,2,3\) und ein fairer neunseitiger Würfel mit \(1\) bis \(9\). a) Zeige, dass der Erwartungswert der Augensumme in beiden Experimenten gleich ist. b) Vergleiche \(P(S=7)\). c) Vergleiche \(P(S\le4)\).

Denkanstöße

- Der Erwartungswert einer Summe ist die Summe der Einzel-Erwartungswerte. - Zähle bei b) die geordneten Paare mit Summe \(7\). - Vergleiche bei c) die Zahl günstiger Paare mit der jeweils unterschiedlichen Gesamtzahl.

Lösung

1. In Experiment 1 ist \(E(S)=3{,}5+3{,}5=7\). In Experiment 2 ist \(E(S)=2+5=7\). 2. Experiment 1 besitzt \(36\) gleich wahrscheinliche Paare; sechs ergeben die Summe \(7\). Daher ist \(P(S=7)=\frac16\). 3. Experiment 2 besitzt \(27\) gleich wahrscheinliche Paare; drei ergeben die Summe \(7\). Daher ist \(P(S=7)=\frac19\). 4. Für \(S\le4\) gibt es in Experiment 1 sechs günstige von \(36\) Paaren, also \(\frac16\). In Experiment 2 gibt es sechs günstige von \(27\) Paaren, also \(\frac29\).

Antwort

a) Beide Erwartungswerte sind \(7\). b) Experiment 1: \(\frac16\); Experiment 2: \(\frac19\). Experiment 1 ist größer. c) Experiment 1: \(\frac16\); Experiment 2: \(\frac29\). Experiment 2 ist größer.
43117112
In einer Grundgesamtheit von \(25\,000\) Haushalten besitzen \(3750\) ein bestimmtes Abonnement. Für eine Studie werden \(50\) Haushalte zufällig ohne Zurücklegen ausgewählt. Für diese Aufgabe darf die Binomialverteilung als Näherung verwendet werden, wenn der Stichprobenanteil höchstens \(5\,\%\) der Grundgesamtheit beträgt. a) Prüfe diese Bedingung und begründe damit, warum die Trefferwahrscheinlichkeit näherungsweise als konstant angesehen werden kann. b) Berechne mit der Binomialnäherung die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(8\) der \(50\) ausgewählten Haushalte das Abonnement besitzen. Runde auf vier Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Bestimme zuerst den Anteil der Abonnements in der Grundgesamtheit. - Vergleiche \(n/N\) mit der in der Aufgabe vorgegebenen Grenze. - Verwende anschließend diesen Anteil als \(p\) im Binomialmodell.

Lösung

1. Der Anteil der Merkmalsträger ist \(p=\frac{3750}{25000}=0{,}15\). 2. Der Stichprobenanteil beträgt \(\frac{50}{25000}=0{,}002=0{,}2\,\%\) und liegt unter der vorgegebenen \(5\,\%\)-Grenze. Die Änderung des Anteils durch einzelne Ziehungen ist daher in diesem Näherungsmodell gering. 3. Mit \(X\sim B(50;0{,}15)\) gilt \(P(X=8)=\binom{50}{8}0{,}15^8\cdot0{,}85^{42}\approx0{,}1493\).

Antwort

a) \(0{,}2\,\%\le5\,\%\); die vorgegebene Näherungsbedingung ist erfüllt. b) \(P(X=8)\approx0{,}1493\)
43117212
Eine Lieferung enthält \(1200\) Speicherchips, davon sind \(36\) defekt. Es wird eine Stichprobe ohne Zurücklegen entnommen. Für diese Aufgabe darf die Binomialverteilung als Näherung verwendet werden, wenn \(n/N\le0{,}05\) gilt. a) Bestimme den maximalen Stichprobenumfang \(n\), bis zu dem diese Bedingung erfüllt ist. b) Berechne für \(n=30\) näherungsweise die Wahrscheinlichkeit, dass höchstens ein Chip defekt ist. Runde auf vier Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Setze \(N=1200\) in die vorgegebene Näherungsbedingung ein. - Berechne den Defektanteil aus den absoluten Stückzahlen. - „Höchstens ein“ umfasst die Trefferzahlen \(0\) und \(1\).

Lösung

1. Die vorgegebene Bedingung ergibt \(n\le0{,}05\cdot1200=60\). Der maximale Stichprobenumfang ist \(60\). 2. Der Defektanteil ist \(p=\frac{36}{1200}=0{,}03\). 3. Für die Näherung gilt \(X\sim B(30;0{,}03)\). 4. \(P(X\le1)=0{,}97^{30}+30\cdot0{,}03\cdot0{,}97^{29}\approx0{,}7731\).

Antwort

a) \(n_{\max}=60\) b) \(P(X\le1)\approx0{,}7731\)
43118912
Zwei Auswahlmodelle für Setzlinge werden verglichen. Gib die Wahrscheinlichkeiten in a) und b) in Prozent auf zwei Dezimalstellen an. a) In einem Modell werden \(12\) Setzlinge unabhängig voneinander betrachtet. Jeder Setzling hat mit konstanter Wahrscheinlichkeit \(p=0{,}85\) eine Blütezeit von mehr als drei Monaten. Mit welcher Wahrscheinlichkeit haben mehr als \(10\) der \(12\) Setzlinge eine lange Blütezeit? b) In einem Verkaufsregal stehen \(20\) Setzlinge, von denen genau \(17\) eine lange Blütezeit haben. Ein Kunde wählt zufällig \(5\) Setzlinge ohne Zurücklegen aus. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass alle \(5\) ausgewählten Setzlinge eine lange Blütezeit haben. c) Erläutere den wesentlichen Unterschied der beiden Modelle und begründe, warum in a) eine Binomialverteilung verwendet werden kann, in b) jedoch nicht.

Denkanstöße

- Welche Angaben in a) erfüllen die Bedingungen einer Bernoulli-Kette? - Wie kannst du „mehr als 10“ bei \(12\) Versuchen in einzelne Trefferzahlen zerlegen? - Welche Modelländerung entsteht in b), wenn ein ausgewählter Setzling nicht zurückgelegt wird?

Lösung

1. In a) gilt für die Zahl \(X\) der Setzlinge mit langer Blütezeit \(X\sim B(12;0{,}85)\). Gesucht ist \(P(X>10)=P(X=11)+P(X=12)\approx0{,}4435\), also ungefähr \(44{,}35\,\%\). 2. In b) wird ohne Zurücklegen aus einer endlichen Menge gewählt. Daher gilt \(P=\frac{\binom{17}{5}}{\binom{20}{5}}\approx0{,}3991\), also ungefähr \(39{,}91\,\%\). 3. In a) sind unabhängige Versuche mit konstanter Trefferwahrscheinlichkeit Teil des Modells. In b) ändern sich beim Ziehen ohne Zurücklegen die Wahrscheinlichkeiten von Zug zu Zug, sodass keine Bernoulli-Kette vorliegt.

Antwort

a) ungefähr \(44{,}35\,\%\) b) ungefähr \(39{,}91\,\%\) c) In a) gelten Unabhängigkeit und konstantes \(p\); in b) ändern sich die Wahrscheinlichkeiten durch das Ziehen ohne Zurücklegen.
43745212
Zwei unabhängige Keimungsmodelle für jeweils \(20\) Samen werden verglichen: Modell A: Jeder Samen keimt mit Wahrscheinlichkeit \(p_A=0{,}95\). Modell B: Jeder Samen keimt mit Wahrscheinlichkeit \(p_B=0{,}80\). Beobachtet werden genau \(17\) keimende Samen. a) Berechne für beide Modelle die Wahrscheinlichkeit für genau \(17\) keimende Samen. Runde jeweils auf vier Dezimalstellen. b) Unter welchem der beiden vorgegebenen Modelle ist genau dieses Beobachtungsergebnis wahrscheinlicher? Begründe nur durch den Vergleich der beiden Punktwahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Beide Modelle haben dieselbe Versuchszahl, aber unterschiedliche Trefferwahrscheinlichkeiten. - Berechne für jedes Modell dieselbe Punktwahrscheinlichkeit \(P(X=17)\). - Vergleiche nur diese beiden Werte; eine allgemeine Testentscheidung ist nicht gefragt.

Lösung

1. Für Modell A gilt \(X_A\sim B(20;0{,}95)\). Daher ist \(P(X_A=17)=\binom{20}{17}0{,}95^{17}0{,}05^3\approx0{,}0596\). 2. Für Modell B gilt \(X_B\sim B(20;0{,}80)\). Daher ist \(P(X_B=17)=\binom{20}{17}0{,}80^{17}0{,}20^3\approx0{,}2054\). 3. Da \(0{,}2054>0{,}0596\), ist das konkrete Ergebnis \(17\) unter Modell B wahrscheinlicher. Diese Aussage vergleicht nur die beiden vorgegebenen Punktwahrscheinlichkeiten und ist kein Signifikanztest.

Antwort

a) Modell A: \(0{,}0596\); Modell B: \(0{,}2054\) b) Genau \(17\) Keimungen sind unter Modell B wahrscheinlicher.
42688412
In einem Leistungskurs mit 20 Schülerinnen und Schülern besitzen 12 ein eigenes Tablet, die restlichen 8 nicht. a) Für eine Evaluation werden 5 Personen aus dem Kurs zufällig ausgewählt. Berechne mithilfe von Binomialkoeffizienten die Anzahl der Möglichkeiten, diese Gruppe zusammenzustellen. Bestimme anschließend die Wahrscheinlichkeit dafür, dass in dieser Gruppe genau 3 Personen ein Tablet besitzen. b) In einer anderen Untersuchung wird 10-mal nacheinander eine Person zufällig aus dem Kurs ausgewählt und nach der Befragung wieder „zurückgelegt“, sodass sie erneut gewählt werden kann. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass dabei genau 4-mal eine Person mit Tablet ausgewählt wird.

Denkanstöße

- Überlege, ob die Auswahl gleichzeitig (ohne Zurücklegen) oder nacheinander mit Zurücklegen erfolgt. - Welche Formel hilft dir, die Anzahl der Möglichkeiten zu bestimmen, eine Teilmenge aus einer Gesamtmenge auszuwählen? - Wie berechnest du die Wahrscheinlichkeit, wenn du die Anzahl der günstigen und der möglichen Kombinationen kennst? - Woran erkennst du, dass für den zweiten Teil der Aufgabe die Binomialverteilung anzuwenden ist?

Lösung

1. Anzahl der Möglichkeiten: Die Auswahl von 5 aus 20 Personen ohne Beachtung der Reihenfolge wird durch den Binomialkoeffizienten \(\binom{20}{5} = 15\,504\) berechnet. 2. Günstige Fälle für genau 3 Personen mit Tablet: Man wählt 3 aus den 12 Personen mit Tablet und 2 aus den 8 Personen ohne Tablet. Anzahl: \(\binom{12}{3} \cdot \binom{8}{2} = 220 \cdot 28 = 6160\). 3. Wahrscheinlichkeit (hypergeometrisch): \(P = \frac{6160}{15504} = \frac{385}{969} \approx 0{,}3973\). 4. Wahrscheinlichkeit bei Ziehen mit Zurücklegen (binomialverteilt): Hier liegt eine Bernoulli-Kette mit \(n = 10\) und \(p = \frac{12}{20} = 0{,}6\) vor. 5. Berechnung für \(k = 4\): \(P(X = 4) = \binom{10}{4} \cdot 0{,}6^4 \cdot 0{,}4^6 = 210 \cdot 0{,}1296 \cdot 0{,}004096 \approx 0{,}1115\).

Antwort

a) Es gibt \(15\,504\) Möglichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(39{,}73\,\%\) (\(\frac{385}{969}\)). b) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(11{,}15\,\%\) (exakt \(0{,}111476736\)).
42691412
Ein Bauteilhersteller liefert Kisten mit jeweils \(150\) Einheiten aus. Eine Kiste enthält genau \(30\) defekte Teile. Für eine Qualitätskontrolle werden der Kiste nacheinander \(10\) Teile entnommen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass genau \(2\) Teile defekt sind, wenn die Entnahme mit Zurücklegen erfolgt. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Teil defekt ist, wenn die Entnahme mit Zurücklegen erfolgt. Gib die Ergebnisse in a) und b) als Prozentwerte auf zwei Nachkommastellen an. c) Tatsächlich erfolgt die Stichprobe ohne Zurücklegen. Diskutiere qualitativ, ob die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ bei einer Entnahme ohne Zurücklegen größer oder kleiner ist als bei einer Entnahme mit Zurücklegen.

Denkanstöße

- Identifiziere die Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) für ein einzelnes Teil. - Erinnere dich an die Formel für die Punktwahrscheinlichkeit der Binomialverteilung. - Welches Ereignis ist das Gegenereignis zu „mindestens ein Defekt“? - Überlege dir für Teil c), wie sich die Wahrscheinlichkeit für ein intaktes Teil im zweiten Zug ändert, wenn im ersten Zug bereits ein intaktes Teil entnommen wurde.

Lösung

1. Beim Ziehen mit Zurücklegen gilt für die Defektzahl \(X\sim B(10;0{,}2)\). 2. \(P(X=2)=\binom{10}{2}0{,}2^2 0{,}8^8\approx0{,}301990\), also \(30{,}20\,\%\). 3. \(P(X\ge1)=1-P(X=0)=1-0{,}8^{10}\approx0{,}892626\), also \(89{,}26\,\%\). 4. Ohne Zurücklegen ist die Wahrscheinlichkeit für zehn intakte Teile \(\frac{120}{150}\cdot\frac{119}{149}\cdots\frac{111}{141}\). Nach jedem gezogenen intakten Teil sinkt der Anteil intakter Teile, daher ist dieses Produkt kleiner als \(0{,}8^{10}\). Somit ist die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ ohne Zurücklegen kleiner.

Antwort

a) \(30{,}20\,\%\) b) \(89{,}26\,\%\) c) Die Wahrscheinlichkeit für „kein defektes Teil“ ist ohne Zurücklegen kleiner als mit Zurücklegen.
42697512
In einem Behälter befinden sich \(15\) Lose, davon sind \(5\) Gewinnlose und \(10\) Nieten. a) Es werden \(6\) Lose nacheinander mit Zurücklegen gezogen. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass genau \(2\) Gewinnlose gezogen werden. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Entnahme von \(6\) Losen mit einem Griff genau \(2\) Gewinnlose dabei sind. c) Wie oft müsste man ein Los mit Zurücklegen mindestens ziehen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als \(95\,\%\) mindestens ein Gewinnlos zu erhalten?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, ob die Ziehungen unabhängig voneinander sind oder ob sich die Zusammensetzung des Inhalts ändert. - Welches Modell (Bernoulli-Kette oder Ziehen ohne Zurücklegen) passt zu welcher Teilaufgabe? - Bei der Frage nach der Mindestanzahl hilft oft der Blick auf das Gegenereignis. - Denk daran, dass sich bei Ungleichungen das Zeichen umkehrt, wenn du durch eine negative Zahl dividierst.

Lösung

1. Für Teilaufgabe a) liegt eine Bernoulli-Kette mit \(n = 6\), \(k = 2\) und der Erfolgswahrscheinlichkeit \(p = \frac{5}{15} = \frac{1}{3}\) vor. Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich nach der Formel von Bernoulli: \(P(X = 2) = \binom{6}{2} \cdot \left(\frac{1}{3}\right)^2 \cdot \left(\frac{2}{3}\right)^4 = 15 \cdot \frac{1}{9} \cdot \frac{16}{81} = \frac{80}{243} \approx 0{,}3292\). 2. Für Teilaufgabe b) wird ohne Zurücklegen gezogen (Lotto-Modell). Die Wahrscheinlichkeit ergibt sich über den Binomialkoeffizienten (hypergeometrische Verteilung): \(P(Y = 2) = \frac{\binom{5}{2} \cdot \binom{10}{4}}{\binom{15}{6}} = \frac{10 \cdot 210}{5005} = \frac{2100}{5005} = \frac{420}{1001} \approx 0{,}4196\). 3. Für Teilaufgabe c) wird der Ansatz über das Gegenereignis „kein Gewinnlos“ bei \(n\) Ziehungen gewählt: \(1 - P(\text{kein Gewinn}) > 0{,}95\). Dies führt zur Ungleichung \(1 - \left(\frac{2}{3}\right)^n > 0{,}95\), woraus \(\left(\frac{2}{3}\right)^n < 0{,}05\) folgt. Durch Logarithmieren erhält man \(n \cdot \ln\left(\frac{2}{3}\right) < \ln(0{,}05)\). Da \(\ln\left(\frac{2}{3}\right)\) negativ ist, dreht sich das Relationszeichen um: \(n > \frac{\ln(0{,}05)}{\ln\left(\frac{2}{3}\right)} \approx 7{,}39\). Somit muss man mindestens \(8\)-mal ziehen.

Antwort

a) \(P(X = 2) = \frac{80}{243} \approx 32{,}92\,\%\) b) \(P(Y = 2) = \frac{420}{1001} \approx 41{,}96\,\%\) c) Man muss mindestens \(8\)-mal ziehen.
42705712
In einer Urne \(A\) befinden sich \(12\) Kugeln, davon sind \(8\) rot und \(4\) blau. In einer Urne \(B\) befinden sich \(120\) Kugeln, wobei das Verhältnis der Farben identisch ist (\(80\) rote und \(40\) blaue Kugeln). Aus jeder Urne wird eine Stichprobe von \(n = 3\) Kugeln entnommen. a) Berechne für beide Urnen die Wahrscheinlichkeit, dass genau zwei rote Kugeln in der Stichprobe sind, wenn die Kugeln nach jeder Entnahme wieder zurückgelegt werden. b) Berechne für beide Urnen die Wahrscheinlichkeit für genau zwei rote Kugeln, wenn die Entnahme ohne Zurücklegen erfolgt. c) Bestimme für beide Urnen die relative Abweichung der Wahrscheinlichkeit aus Teilaufgabe b) von der Wahrscheinlichkeit aus Teilaufgabe a). d) Erläutere das Ergebnis der relativen Abweichungen im Hinblick auf die Gesamtzahl der Kugeln in den Urnen.

Denkanstöße

- Überlege, welches Verteilungsmodell bei gleichbleibender Trefferwahrscheinlichkeit (mit Zurücklegen) anzuwenden ist. - Welches Modell nutzt man, wenn sich die Wahrscheinlichkeiten durch die Entnahme ändern? - Erinnere dich an die Formel für die hypergeometrische Verteilung: „Anzahl der Möglichkeiten für rote Kugeln mal Anzahl der Möglichkeiten für blaue Kugeln geteilt durch Gesamtmöglichkeiten“. - Die relative Abweichung berechnest du, indem du die Differenz der Werte durch den Bezugswert (hier das Ergebnis aus a) teilst. - Wie verändert sich der Anteil einer Farbe in einer Urne nach einer Entnahme, wenn die Urne sehr viele oder nur sehr wenige Kugeln enthält?

Lösung

1. Berechnung für Ziehen mit Zurücklegen (Binomialverteilung): Da das Verhältnis der Kugeln in beiden Urnen gleich ist (\(p = \frac{8}{12} = \frac{80}{120} = \frac{2}{3}\)), ist die Wahrscheinlichkeit für beide Urnen identisch: \(P(X=2) = \binom{3}{2} \cdot \left(\frac{2}{3}\right)^2 \cdot \left(\frac{1}{3}\right)^1 = 3 \cdot \frac{4}{9} \cdot \frac{1}{3} = \frac{4}{9} \approx 0{,}4444\). 2. Berechnung für Ziehen ohne Zurücklegen (Hypergeometrische Verteilung): Urne \(A\): \(P(Y_A=2) = \frac{\binom{8}{2} \cdot \binom{4}{1}}{\binom{12}{3}} = \frac{28 \cdot 4}{220} = \frac{112}{220} = \frac{28}{55} \approx 0{,}5091\). Urne \(B\): \(P(Y_B=2) = \frac{\binom{80}{2} \cdot \binom{40}{1}}{\binom{120}{3}} = \frac{3160 \cdot 40}{280840} = \frac{126400}{280840} = \frac{3160}{7021} \approx 0{,}4501\). 3. Relative Abweichung \(\frac{|P_{\text{ohne}} - P_{\text{mit}}|}{P_{\text{mit}}}\): Urne \(A\): \(\frac{28/55 - 4/9}{4/9} = \frac{32/495}{4/9} = \frac{8}{55} \approx 14{,}55\,\%\). Urne \(B\): \(\frac{3160/7021 - 4/9}{4/9} = \frac{356/63189}{4/9} = \frac{89}{7021} \approx 1{,}27\,\%\). 4. Interpretation: Bei einer größeren Grundgesamtheit (Urne \(B\)) wirkt sich die Entnahme einer Kugel weniger stark auf die verbleibenden Anteile aus. Daher nähert sich die hypergeometrische Verteilung der Binomialverteilung an, und die relative Abweichung wird kleiner.

Antwort

a) Urne \(A\) und \(B\): \(P \approx 0{,}4444\) (bzw. \(\frac{4}{9}\)). b) Urne \(A\): \(P \approx 0{,}5091\) (bzw. \(\frac{28}{55}\)); Urne \(B\): \(P \approx 0{,}4501\) (bzw. \(\frac{3160}{7021}\)). c) Urne \(A\): \(\approx 14{,}55\,\%\); Urne \(B\): \(\approx 1{,}27\,\%\). d) Je größer die Grundgesamtheit bei gleichbleibendem Stichprobenumfang ist, desto geringer ist der Unterschied zwischen Ziehen mit und ohne Zurücklegen.
42705812
Ein Elektronikhändler erhält zwei Lieferungen von Akkus. Lieferung 1: \(50\) Akkus, davon \(5\) defekt. Lieferung 2: \(500\) Akkus, davon \(50\) defekt. Aus einer Lieferung werden zufällig \(4\) Akkus geprüft. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für genau einen defekten Akku in einem Vergleichsmodell mit vier unabhängigen Ziehungen mit Zurücklegen. b) Berechne die exakten Wahrscheinlichkeiten für genau einen defekten Akku bei Ziehen ohne Zurücklegen für beide Lieferungen. c) Verwende für diese Aufgabe die Faustregel: Eine Binomialverteilung gilt als gute Näherung der hypergeometrischen Verteilung, wenn \(n\le0{,}05N\). Prüfe die Bedingung für beide Lieferungen und vergleiche sie mit den numerischen Abweichungen aus a) und b).

Denkanstöße

- Vergleiche zuerst den Defektanteil beider Lieferungen. - Beim Ziehen ohne Zurücklegen zählen Kombinationen mit genau einem Defekt. - Setze in der vorgegebenen Faustregel jeweils \(n=4\) und die passende Grundgesamtheit \(N\) ein.

Lösung

1. In beiden Lieferungen beträgt der Defektanteil \(p=0{,}1\). Im Vergleichsmodell gilt daher \(P(X=1)=\binom{4}{1}0{,}1\cdot0{,}9^3=\frac{729}{2500}=0{,}2916\). 2. Für Lieferung 1 ist die exakte Wahrscheinlichkeit \(P(Y_1=1)=\frac{\binom{5}{1}\binom{45}{3}}{\binom{50}{4}}=\frac{1419}{4606}\). 3. Für Lieferung 2 ist die exakte Wahrscheinlichkeit \(P(Y_2=1)=\frac{\binom{50}{1}\binom{450}{3}}{\binom{500}{4}}=\frac{862080}{2940607}\). 4. Für Lieferung 1 ist \(4\le0{,}05\cdot50=2{,}5\) falsch; für Lieferung 2 ist \(4\le0{,}05\cdot500=25\) wahr. 5. Numerisch gilt \(\frac{1419}{4606}\approx0{,}3081\) und \(\frac{862080}{2940607}\approx0{,}2932\). Damit liegt die Wahrscheinlichkeit der großen Lieferung deutlich näher am Binomialwert \(0{,}2916\), passend zur Faustregel.

Antwort

a) \(\frac{729}{2500}=0{,}2916\) b) Lieferung 1: \(\frac{1419}{4606}\); Lieferung 2: \(\frac{862080}{2940607}\) c) Die Faustregel ist nur für Lieferung 2 erfüllt; dort liegt die exakte Wahrscheinlichkeit auch deutlich näher am Binomialwert.
43098812
Zwei Sets aus jeweils zwei unabhängig geworfenen sechsseitigen Würfeln werden verglichen. Set A: zwei faire Würfel. Set B: ein fairer Würfel und ein gezinkter Würfel. Beim gezinkten Würfel fallen \(1\) bis \(5\) jeweils mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}1\), die \(6\) mit Wahrscheinlichkeit \(0{,}5\). a) Berechne für beide Sets \(P(S=12)\). b) Zeige, dass \(P(S=7)\) in beiden Sets gleich ist. c) Bestimme den Erwartungswert der Augensumme für Set B und vergleiche ihn mit Set A.

Denkanstöße

- Für die Summe \(12\) gibt es nur das Paar \((6;6)\). - Bei der Summe \(7\) kannst du die konstante Wahrscheinlichkeit des fairen Würfels ausklammern. - Berechne den Erwartungswert des gezinkten Würfels aus seinen sechs möglichen Werten.

Lösung

1. Set A: \(P(S=12)=\frac16\cdot\frac16=\frac1{36}\). Set B: \(P(S=12)=\frac16\cdot0{,}5=\frac1{12}\). 2. Für Set B gilt \(P(S=7)=\sum_{i=1}^{6}\frac16 P(Y=7-i)=\frac16\sum_{j=1}^{6}P(Y=j)=\frac16\). Dies entspricht Set A. 3. Für den gezinkten Würfel ist \(E(Y)=0{,}1(1+2+3+4+5)+0{,}5\cdot6=4{,}5\). 4. Daher ist \(E(S_B)=3{,}5+4{,}5=8\). Für Set A ist \(E(S_A)=7\); Set B liegt um \(1\) höher.

Antwort

a) Set A: \(\frac1{36}\); Set B: \(\frac1{12}\) b) In beiden Sets \(P(S=7)=\frac16\). c) \(E(S_B)=8\), also um \(1\) größer als bei Set A.
55227312
Eine Basketballspielerin trainiert Freiwürfe. Für ihre Trefferwahrscheinlichkeit stehen zwei Modelle zur Diskussion: Modell A: \(p=0{,}7\), Modell B: \(p=0{,}8\). In \(50\) vergleichbaren Testwürfen trifft sie \(38\)-mal. Für die nächsten \(10\) Würfe bezeichnet \(X\) die Zahl der Treffer. a) Erkläre, unter welchen Annahmen \(X\) in jedem der beiden Modelle binomialverteilt ist, und nenne eine realistische Einschränkung dieser Annahmen. b) Berechne unter beiden Modellen die Wahrscheinlichkeit, in \(50\) Würfen genau \(38\) Treffer zu erzielen. Runde auf vier Dezimalstellen und entscheide anhand dieser Punktwahrscheinlichkeiten, welches der beiden vorgegebenen Modelle dieses Beobachtungsergebnis stärker stützt. c) Berechne für beide Modelle \(P(X\ge8)\) und runde auf vier Dezimalstellen. d) Bestimme für beide Modelle Erwartungswert und Standardabweichung; runde die Standardabweichungen auf zwei Dezimalstellen. e) Erkläre, worin sich die beiden Modelle für die Planung der nächsten \(10\) Würfe praktisch unterscheiden.

Denkanstöße

- Trenne die Frage „Ist ein Binomialmodell plausibel?“ von der Frage „Welches der beiden vorgegebenen Modelle macht die beobachteten Daten wahrscheinlicher?“. - Vergleiche in b) dieselbe Punktwahrscheinlichkeit \(P(X=38)\) unter beiden Werten von \(p\). - Vergleiche die Modelle für die nächsten zehn Würfe nicht nur über den Erwartungswert, sondern auch über die Schwellenwahrscheinlichkeit und die Streuung. - Eine größere Punktwahrscheinlichkeit für genau diese Beobachtung beweist nicht, dass das betreffende Modell wahr ist.

Lösung

1. Für ein Binomialmodell müssen die zehn Würfe als gleichartige Versuche mit den Ausgängen Treffer/Nichttreffer betrachtet werden; die Trefferwahrscheinlichkeit muss während der Serie konstant sein, und die Würfe müssen näherungsweise unabhängig sein. Müdigkeit, Lernfortschritt oder Drucksituationen können diese Annahmen verletzen. 2. Für die Testserie gilt unter Modell A \(P_A(X=38)=\binom{50}{38}0{,}7^{38}0{,}3^{12}\approx0{,}0838\). Unter Modell B gilt \(P_B(X=38)=\binom{50}{38}0{,}8^{38}0{,}2^{12}\approx0{,}1033\). 3. Da \(0{,}1033>0{,}0838\), macht Modell B genau dieses Beobachtungsergebnis wahrscheinlicher. Das ist ein Vergleich der beiden vorgegebenen Modelle, kein Beweis für den wahren Parameter und kein vollständiger Signifikanztest. 4. Für Modell A gilt \(P(X\ge8)=\sum_{k=8}^{10}\binom{10}{k}0{,}7^k0{,}3^{10-k}\approx0{,}3828\). 5. Für Modell B gilt \(P(X\ge8)=\sum_{k=8}^{10}\binom{10}{k}0{,}8^k0{,}2^{10-k}\approx0{,}6778\). 6. Modell A hat \(E(X)=7\) und \(\sigma=\sqrt{2{,}1}\approx1{,}45\); Modell B hat \(E(X)=8\) und \(\sigma=\sqrt{1{,}6}\approx1{,}26\). 7. Modell B sagt im Mittel einen Treffer mehr voraus und bewertet mindestens acht Treffer deutlich wahrscheinlicher. Gleichzeitig ist die Streuung etwas kleiner. Für eine Planung, bei der acht Treffer eine wichtige Schwelle sind, führen die Modelle daher zu deutlich verschiedenen Erwartungen.

Antwort

a) Konstante Trefferwahrscheinlichkeit und näherungsweise unabhängige, gleichartige Würfe; z. B. Müdigkeit kann das Modell einschränken. b) Modell A: \(P(X=38)\approx0{,}0838\); Modell B: \(P(X=38)\approx0{,}1033\). Das konkrete Beobachtungsergebnis ist unter Modell B wahrscheinlicher. c) Modell A: \(0{,}3828\); Modell B: \(0{,}6778\) d) Modell A: \(E(X)=7\), \(\sigma\approx1{,}45\); Modell B: \(E(X)=8\), \(\sigma\approx1{,}26\) e) Modell B prognostiziert mehr Treffer und eine deutlich größere Chance auf mindestens acht Treffer bei etwas kleinerer Streuung.

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