Ein Kartenspiel besteht aus 32 Karten (4 Farben: Kreuz, Pik, Herz, Karo; jeweils 8 Werte: 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass). Es wird eine Karte zufällig aus dem gut gemischten Deck gezogen.
a) Gib die Ergebnismenge \(S_1\) an, wenn nur die Farbe der Karte betrachtet wird, und bestimme die zugehörigen Wahrscheinlichkeiten der Ergebnisse.
b) Bestimme die Ergebnismenge \(S_2\), wenn nur der Wert der Karte betrachtet wird. Berechne auch hier die Wahrscheinlichkeiten.
c) Begründe, warum sowohl \(S_1\) als auch \(S_2\) Modelle für einen Laplace-Versuch darstellen.
d) Ein Beobachter betrachtet nur, ob ein „Bild“ (Bube, Dame, König) oder „kein Bild“ (7, 8, 9, 10, Ass) gezogen wird. Erstellt man hierfür die Ergebnismenge \(S_3 = \{\text{Bild}, \text{kein Bild}\}\), handelt es sich dann noch um einen Laplace-Versuch? Begründe deine Entscheidung durch Berechnung der Wahrscheinlichkeiten.
Denkanstöße
- Überlege dir zuerst, wie viele Karten insgesamt im Spiel sind.
- Wie viele Karten gehören jeweils zu einer Farbe oder zu einem bestimmten Wert?
- Was ist die Grundvoraussetzung, damit man ein Zufallsexperiment als Laplace-Experiment bezeichnen darf?
- Unterscheide zwischen der Anzahl der möglichen Ergebnisse in deiner Menge und der Anzahl der günstigen Karten für dieses Ergebnis im echten Kartendeck.
Lösung
1. Identifikation der Ergebnismenge \(S_1 = \{\text{Kreuz}, \text{Pik}, \text{Herz}, \text{Karo}\}\). Da jede der 4 Farben 8-mal vorkommt, ergibt sich für jedes Ergebnis \(P = \frac{8}{32} = \frac{1}{4} = 0{,}25\).
2. Identifikation der Ergebnismenge \(S_2 = \{7, 8, 9, 10, \text{Bube}, \text{Dame}, \text{König}, \text{Ass}\}\). Da jeder der 8 Werte 4-mal vorkommt (einmal pro Farbe), ist die Wahrscheinlichkeit für jedes Ergebnis \(P = \frac{4}{32} = \frac{1}{8} = 0{,}125\).
3. Begründung für Laplace: In \(S_1\) haben alle 4 Ergebnisse dieselbe Wahrscheinlichkeit (\(0{,}25\)). In \(S_2\) haben alle 8 Ergebnisse dieselbe Wahrscheinlichkeit (\(0{,}125\)). Da innerhalb des jeweiligen Modells alle Elementarereignisse gleichwahrscheinlich sind, liegt ein Laplace-Versuch vor.
4. Berechnung für \(S_3\): Es gibt \(3 \cdot 4 = 12\) Bildkarten und \(32 - 12 = 20\) Karten, die keine Bilder sind. Daraus folgen \(P(\text{Bild}) = \frac{12}{32} = 0{,}375\) und \(P(\text{kein Bild}) = \frac{20}{32} = 0{,}625\). Da \(0{,}375 \neq 0{,}625\), sind die Ergebnisse nicht gleichwahrscheinlich; es ist kein Laplace-Versuch.
Antwort
a) \(S_1 = \{\text{Kreuz}, \text{Pik}, \text{Herz}, \text{Karo}\}\); alle \(P = 0{,}25\).
b) \(S_2 = \{7, 8, 9, 10, \text{Bube}, \text{Dame}, \text{König}, \text{Ass}\}\); alle \(P = 0{,}125\).
c) Laplace-Versuche, da innerhalb von \(S_1\) bzw. \(S_2\) alle Ergebnisse die gleiche Wahrscheinlichkeit besitzen.
d) Kein Laplace-Versuch, da \(P(\text{Bild}) = 0{,}375\) und \(P(\text{kein Bild}) = 0{,}625\) verschieden sind.