Ein Spiel nutzt ausschließlich die 8 Pik-Karten eines Skatspiels (7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass). Es besteht der Verdacht, dass die Karten aufgrund von Abnutzung nicht mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gezogen werden.
a) Die Wahrscheinlichkeiten für die Karten ohne Bild (7, 8, 9, 10) seien jeweils \(p\). Die Wahrscheinlichkeiten für die übrigen Karten (Bube, Dame, König, Ass) seien jeweils \(1{,}5 \cdot p\). Bestimme den Wert von \(p\) unter Verwendung der Axiome von Kolmogorow.
b) Berechne unter der in a) genannten Annahme die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis \(E\): „Es wird eine Bildkarte (Bube, Dame oder König) gezogen“.
c) Vergleiche die berechnete Wahrscheinlichkeit für \(E\) mit der Wahrscheinlichkeit, die sich in einem klassischen Laplace-Modell für diesen Stapel ergeben würde.
Denkanstöße
- Was muss für die Summe aller Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Einzelergebnisse in einem Zufallsexperiment immer gelten?
- Stelle eine Gleichung auf, in der du alle Karten und ihre jeweiligen Wahrscheinlichkeiten berücksichtigst.
- Welche Karten gehören genau zur Menge der „Bildkarten“?
- Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses im Laplace-Fall?
Lösung
1. Anwendung der Normierungsbedingung (Axiom von Kolmogorow): Die Summe aller Wahrscheinlichkeiten im Ergebnisraum muss 1 ergeben. Es gilt \(4 \cdot p + 4 \cdot (1{,}5 \cdot p) = 1\). Dies vereinfacht sich zu \(4 \cdot p + 6 \cdot p = 10 \cdot p = 1\), woraus \(p = 0{,}1\) folgt.
2. Berechnung der Wahrscheinlichkeit von \(E\): Das Ereignis \(E\) umfasst die Karten Bube, Dame und König. Jede dieser Karten hat nach der Gewichtung die Wahrscheinlichkeit \(1{,}5 \cdot 0{,}1 = 0{,}15\). Somit ist \(P(E) = 3 \cdot 0{,}15 = 0{,}45\).
3. Vergleich mit Laplace: Im Laplace-Modell hat jede der 8 Karten die Wahrscheinlichkeit \(\frac{1}{8} = 0{,}125\). Die Wahrscheinlichkeit für die drei Bildkarten beträgt dort \(P_L(E) = \frac{3}{8} = 0{,}375\). Das gewichtete Modell liefert eine um \(0{,}075\) höhere Wahrscheinlichkeit für Bildkarten.
Antwort
a) \(p = 0{,}1\)
b) \(P(E) = 0{,}45\)
c) Im Laplace-Modell ist \(P_L(E) = 0{,}375\). Die Wahrscheinlichkeit im gewichteten Modell ist somit höher (\(45\,\%\) gegenüber \(37{,}5\,\%\)).