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Mathe-Arbeitsblätter Klasse 12

Stellen Sie aus mehr als 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Fehler 1. und 2. Art berechnen

Lernziele

  • Beschreibt Fehler erster Art im Kontext.
  • Beschreibt Fehler zweiter Art im Kontext.
  • Berechnet die tatsächliche Fehlerwahrscheinlichkeit erster Art.
  • Berechnet Fehler zweiter Art für konkrete Alternativwerte.
  • Unterscheidet Signifikanzniveau und tatsächliche Fehlerwahrscheinlichkeit.
  • Erklärt den Zielkonflikt zwischen beiden Fehlerarten.
  • Untersucht den Einfluss von Stichprobenumfang und Entscheidungsgrenze.
  • Veranschaulicht Fehlerwahrscheinlichkeiten in Verteilungsdiagrammen.

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55313512
Ein Test verwendet \(H_0:p\le0{,}05\) gegen \(H_1:p>0{,}05\). Ordne den beiden Situationen den Fehlertyp zu. a) Tatsächlich gilt \(p=0{,}04\), aber \(H_0\) wird verworfen. b) Tatsächlich gilt \(p=0{,}12\), aber \(H_0\) wird nicht verworfen.

Denkanstöße

- Prüfe zuerst für jede Situation, ob \(H_0\) in Wahrheit gilt. - Vergleiche danach den wahren Zustand mit der Testentscheidung. - Welcher Fehlertyp gehört zur fälschlichen Ablehnung einer wahren Nullhypothese?

Lösung

1. In a) ist \(H_0\) wahr, wird aber verworfen. Das ist ein Fehler 1. Art. 2. In b) ist \(H_0\) falsch, wird aber nicht verworfen. Das ist ein Fehler 2. Art.

Antwort

a) Fehler 1. Art. b) Fehler 2. Art.
55698512
Ein einseitiger Test besitzt den Ablehnungsbereich \(K\). Der Randwert der Nullhypothese sei \(p_0\), und \(p_1\) sei ein konkreter Alternativwert aus der Gegenhypothese. Ordne die beiden Wahrscheinlichkeiten den Fehlerwahrscheinlichkeiten \(\alpha\) und \(\beta\) zu und begründe jeweils mit Testentscheidung und wahrem Parameterwert: A: \(P_{p_0}(X\in K)\) B: \(P_{p_1}(X\notin K)\)

Denkanstöße

- Welche Testentscheidung gehört zum Ereignis \(X\in K\)? - Ist \(H_0\) am Randwert \(p_0\) wahr oder falsch? - Welche falsche Entscheidung wird beim konkreten Alternativwert \(p_1\) durch \(X\notin K\) getroffen?

Lösung

1. Bei \(p_0\) gilt die Nullhypothese. Das Ereignis \(X\in K\) führt zur Ablehnung von \(H_0\). Damit beschreibt A die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art: \(\alpha=P_{p_0}(X\in K)\). 2. Beim konkreten Alternativwert \(p_1\) ist \(H_0\) falsch. Das Ereignis \(X\notin K\) führt dazu, \(H_0\) nicht abzulehnen. Damit beschreibt B die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art: \(\beta=P_{p_1}(X\notin K)\).

Antwort

A beschreibt \(\alpha\). B beschreibt \(\beta\).
55830912
Die Lernplattform Lernfunk testet eine Abschlussquote mit dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). Für den gewählten Ablehnungsbereich beträgt die tatsächliche Fehlerwahrscheinlichkeit erster Art \(4{,}45\,\%\). Mia sagt: „Dann ist der Test falsch eingestellt. Bei einem \(5\,\%\)-Test müsste die Fehlerwahrscheinlichkeit genau \(5\,\%\) sein.“ Beurteile Mias Aussage in einem Satz.

Denkanstöße

- Welche der beiden Zahlen ist vorgegeben, und welche entsteht erst aus der gewählten Entscheidungsregel? - Welche Bedingung muss die tatsächliche Fehlerwahrscheinlichkeit erfüllen, damit der Test zum vorgegebenen Signifikanzniveau passt?

Lösung

1. Mias Aussage ist falsch. Das Signifikanzniveau \(5\,\%\) ist eine Obergrenze für die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 1. Art. 2. Eine tatsächliche Fehlerwahrscheinlichkeit von \(4{,}45\,\%\) liegt unter dieser Obergrenze und ist daher mit einem \(5\,\%\)-Test vereinbar.

Antwort

Mias Aussage ist falsch: \(5\,\%\) ist die vorgegebene Obergrenze; die tatsächliche Fehlerwahrscheinlichkeit erster Art darf darunter liegen, hier bei \(4{,}45\,\%\).
55831012
Eine Rösterei prüft, ob mehr als \(5\,\%\) ihrer Kaffeepackungen zu wenig Inhalt haben. Für zwei Tests wird derselbe konkrete Alternativwert betrachtet. Regel B hat einen kleineren Ablehnungsbereich als Regel A. Welche Aussage ist richtig? A: Bei Regel B sind beide Fehlerwahrscheinlichkeiten kleiner. B: Bei Regel B ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art kleiner, die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art aber größer. C: Bei Regel B ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art größer, die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art aber kleiner.

Denkanstöße

- Ordne Fehler 1. Art und Fehler 2. Art zuerst jeweils einer falschen Testentscheidung zu. - Vergleiche dann, wie ein kleinerer Ablehnungsbereich diese beiden falschen Entscheidungen beeinflusst.

Lösung

1. Ein kleinerer Ablehnungsbereich macht eine falsche Ablehnung von \(H_0\) seltener. Daher ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art bei Regel B kleiner. 2. Gleichzeitig wird der Nichtablehnungsbereich größer. Beim selben Alternativwert wird dadurch ein Fehler 2. Art wahrscheinlicher. 3. Deshalb ist Aussage B richtig.

Antwort

B ist richtig: Bei Regel B ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art kleiner, die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art aber größer.
43104412
Bei einer bestimmten Saatgutsorte lag die bisherige Keimrate bei \(75\,\%\). Für eine aktuell untersuchte Produktion wird geprüft, ob die Keimrate über diesem Referenzwert liegt. Ein Gärtner testet \(n=25\) Samen. Er verwirft \(H_0:p\leq0{,}75\), wenn mindestens \(22\) Samen keimen. Für die Berechnung des Fehlers 2. Art soll konkret \(p_1=0{,}90\) betrachtet werden. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art bei \(p_1=0{,}90\). b) Berechne die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art.

Denkanstöße

- Notiere zuerst Ablehnungs- und Nichtablehnungsbereich der vorgegebenen Regel. - Für Fehler 2. Art wird der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}90\) verwendet. - Für die maximale Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art ist der Randwert \(p_0=0{,}75\) entscheidend.

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\leq0{,}75\) gegen \(H_1:p>0{,}75\). Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{22,23,24,25\}\); bei \(X\leq21\) wird \(H_0\) nicht verworfen. 2. Bei \(p_1=0{,}90\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X\leq21\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}90}(X\leq21)=1-P_{0{,}90}(X\geq22)\approx0{,}2364\). 3. Für den Fehler 1. Art ist innerhalb von \(H_0\) der Randwert \(p_0=0{,}75\) maßgeblich. Daher ist \(\alpha=P_{0{,}75}(X\geq22)\approx0{,}0962\).

Antwort

a) \(\beta\approx23{,}64\,\%\). b) \(\alpha\approx9{,}62\,\%\).
43104712
Ein Hersteller hochwertiger Akkumulatoren behauptet, dass mindestens \(90\,\%\) seiner Produkte mehr als \(1000\) Ladezyklen erreichen. In einer Stichprobe von \(50\) Akkumulatoren wird \(H_0:p\ge0{,}9\) abgelehnt, wenn höchstens \(42\) die Marke erreichen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am Randwert \(p_0=0{,}9\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}8\).

Denkanstöße

- Welche Werte führen zur Ablehnung der Nullhypothese? - Welche Wahrscheinlichkeit dieses Bereichs ist am Randwert von \(H_0\) zu berechnen? - Welcher Bereich entspricht beim konkreten Alternativwert dem Fehler 2. Art?

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{0;1;\dots;42\}\). Daher ist \(\alpha=P_{0{,}9}(X\le42)\approx0{,}1221\). 2. Der Nichtablehnungsbereich ist \(X\ge43\). Für \(p_1=0{,}8\) ist \(\beta=P_{0{,}8}(X\ge43)\approx0{,}1904\).

Antwort

a) \(\alpha\approx12{,}21\,\%\) b) \(\beta\approx19{,}04\,\%\)
43105012
Bei einem Signifikanztest wird \(H_0:p\le0{,}4\) gegen die Gegenhypothese \(H_1:p>0{,}4\) bei \(n=100\) geprüft. \(H_0\) wird bei mindestens \(50\) Treffern abgelehnt. Für die Berechnung des Fehlers 2. Art wird der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}55\) betrachtet. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für Fehler 1. Art und Fehler 2. Art als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Notiere zuerst Ablehnungs- und Nichtablehnungsbereich. - Für welchen Randwert in \(H_0\) ist die rechtsseitige Ablehnungswahrscheinlichkeit maximal? - Welcher Bereich führt beim konkreten Alternativwert zum Fehler 2. Art?

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{50;51;\dots;100\}\), der Nichtablehnungsbereich \(\{0;1;\dots;49\}\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}4\) ist \(\alpha=P(X\ge50)\approx0{,}0271=2{,}71\,\%\). 3. Für \(p_1=0{,}55\) ist \(\beta=P(X\le49)\approx0{,}1346=13{,}46\,\%\).

Antwort

Fehler 1. Art: \(\alpha\approx2{,}71\,\%\) Fehler 2. Art: \(\beta\approx13{,}46\,\%\)
43105112
Ein Hersteller von Elektronikbauteilen behauptet, dass höchstens \(4\,\%\) seiner Produkte defekt sind. Ein Großabnehmer wählt zufällig \(80\) Bauteile aus einer großen Produktion aus; die Defektzustände werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Es gilt \(H_0:p\le0{,}04\); bei mehr als \(6\) defekten Bauteilen wird \(H_0\) abgelehnt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am Randwert \(p_0=0{,}04\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}10\).

Denkanstöße

- Welche Defektzahlen führen zur Ablehnung von \(H_0\)? - Welcher Parameterwert ist für Fehler 1. Art maßgeblich? - Welche Defektzahlen führen beim konkreten Alternativwert zu Fehler 2. Art?

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{7;8;\dots;80\}\). Am Randwert gilt \(\alpha=P_{0{,}04}(X\ge7)\approx0{,}0412\). 2. Der Nichtablehnungsbereich ist \(X\le6\). Für \(p_1=0{,}10\) gilt \(\beta=P_{0{,}10}(X\le6)\approx0{,}3005\).

Antwort

a) \(\alpha\approx4{,}12\,\%\) b) \(\beta\approx30{,}05\,\%\)
43105712
Der Rauchmelderhersteller RauchWacht behauptet, dass die Wahrscheinlichkeit eines Fehlalarms unter festgelegten Testbedingungen höchstens \(1\,\%\) beträgt. Ein Verbraucherschutzverein vermutet eine höhere Quote. Er wählt zufällig \(200\) Geräte aus einer großen Produktion aus und prüft sie unabhängig unter denselben Bedingungen. a) Formuliere Null- und Gegenhypothese. b) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. c) Erläutere mögliche praktische Folgen beider Fehlerarten für Hersteller und Verbraucher.

Denkanstöße

- Welche Aussage soll mit dem Test statistisch gestützt werden? - Formuliere Fehler 1. Art als falschen Schluss nach Ablehnung von \(H_0\). - Welche falsche Testentscheidung entsteht, wenn \(H_0\) falsch ist, aber nicht abgelehnt wird? - Überlege für jede Fehlentscheidung getrennt, was sie für RauchWacht und die Verbraucher bedeuten kann.

Lösung

1. Statistisch gestützt werden soll eine Fehlalarmquote über \(1\,\%\). Daher gilt \(H_1:p>0{,}01\) und \(H_0:p\leq0{,}01\). 2. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn auf eine Fehlalarmquote über \(1\,\%\) geschlossen wird, obwohl die Quote höchstens \(1\,\%\) beträgt. 3. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn \(H_0\) nicht verworfen wird, obwohl die Fehlalarmquote tatsächlich über \(1\,\%\) liegt. 4. Ein Fehler 1. Art kann zu ungerechtfertigten zusätzlichen Prüfungen, Rückrufen oder Kosten führen. Ein Fehler 2. Art kann dazu führen, dass eine tatsächlich erhöhte Fehlalarmquote unentdeckt bleibt und Verbraucher häufiger unnötige Fehlalarme erleben.

Antwort

a) \(H_0:p\leq0{,}01\); \(H_1:p>0{,}01\). b) Fehler 1. Art: Eine zulässige Fehlalarmquote wird fälschlicherweise beanstandet. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich zu hohe Fehlalarmquote wird nicht erkannt. c) Fehler 1. Art kann unnötige Prüfungen, Rückrufe oder Kosten verursachen; Fehler 2. Art kann dazu führen, dass eine erhöhte Fehlalarmquote unentdeckt bleibt und Verbraucher häufiger unnötige Fehlalarme erleben.
43124612
Ein Smartphonehersteller gibt an, dass mindestens \(90\,\%\) seiner Akkus nach \(500\) Ladezyklen noch mehr als \(80\,\%\) ihrer ursprünglichen Kapazität besitzen. Ein Technikmagazin wählt zufällig \(100\) Akkus aus der relevanten Produktion aus und testet sie unter einheitlichen Bedingungen; die Ergebnisse werden als unabhängig modelliert. Die Nullhypothese lautet \(H_0:p\geq0{,}90\). a) Beschreibe im Sachzusammenhang den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art. b) Das Magazin verwirft die Herstellerangabe, wenn höchstens \(84\) Akkus die versprochene Kapazität aufweisen. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am Randwert \(p=0{,}90\).

Denkanstöße

- Ein Fehler 1. Art bedeutet, dass eine wahre Nullhypothese verworfen wird. - Verwende für die maximale Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit den Randwert \(p=0{,}90\). - Ablehnung einer Hypothese bedeutet statistische Evidenz gegen sie, nicht einen logischen Beweis ihrer Falschheit.

Lösung

1. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Herstellerangabe verworfen wird, obwohl mindestens \(90\,\%\) der Akkus die Kapazitätsanforderung erfüllen. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Angabe nicht verworfen wird, obwohl der tatsächliche Anteil unter \(90\,\%\) liegt. 2. Die Zufallsgröße \(X\) zählt die Akkus, die die Kapazitätsanforderung erfüllen. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{0,1,\dots,84\}\). Innerhalb von \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am Randwert \(p=0{,}90\) am größten. 3. Daher ist \(\alpha=P_{0{,}90}(X\leq84)\approx0{,}0399\). Ein Ergebnis im Ablehnungsbereich liefert statistische Evidenz gegen die Herstellerangabe, widerlegt sie aber nicht logisch mit Sicherheit.

Antwort

a) Fehler 1. Art: Die Angabe wird verworfen, obwohl sie gilt. Fehler 2. Art: Die Angabe wird nicht verworfen, obwohl tatsächlich weniger als \(90\,\%\) die Anforderung erfüllen. b) \(\alpha\approx3{,}99\,\%\).
55313612
Ein rechtsseitiger Test lehnt \(H_0\) bei \(K=\{6;7;\dots;15\}\) ab. Für die Berechnung von Fehler 2. Art wird der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}40\) betrachtet; dann gilt \(X\sim B(15;0{,}40)\). Berechne \(\beta\) auf vier Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Welche Werte gehören nicht zum Ablehnungsbereich \(K\)? - Bei Fehler 2. Art gilt der konkrete Alternativwert, aber \(H_0\) wird nicht abgelehnt. - Formuliere dieses Ereignis zuerst als Ungleichung für \(X\).

Lösung

1. Fehler 2. Art tritt beim konkreten Alternativwert ein, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird. 2. Der Nichtablehnungsbereich ist \(\{0;1;\dots;5\}\). 3. Daher gilt \(\beta=P_{0{,}40}(X\le5)\approx0{,}4032\).

Antwort

\(\beta=P_{0{,}40}(X\le5)\approx0{,}4032\).
55313812
Bei einem Test beträgt für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}55\) die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art \(\beta=0{,}18\). Bestimme die Wahrscheinlichkeit, dass der Test \(H_0\) bei diesem Parameterwert korrekt ablehnt, und interpretiere sie.

Denkanstöße

- Welche zwei möglichen Testentscheidungen gibt es bei festem \(p_1\)? - \(\beta\) beschreibt beim konkreten Alternativwert die Wahrscheinlichkeit der falschen Entscheidung. - Nutze die Gegenwahrscheinlichkeit.

Lösung

1. Bei \(p_1\) ist \(H_0\) falsch. Die Ereignisse „\(H_0\) nicht ablehnen“ und „\(H_0\) ablehnen“ sind Gegenereignisse. 2. Daher beträgt die Wahrscheinlichkeit der korrekten Ablehnung \(1-\beta=1-0{,}18=0{,}82\). 3. Beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}55\) erkennt die Testregel die Abweichung also mit Wahrscheinlichkeit \(82\,\%\).

Antwort

\(1-\beta=0{,}82=82\,\%\). Bei \(p_1=0{,}55\) verwirft der Test die falsche Nullhypothese mit Wahrscheinlichkeit \(82\,\%\).
55698612
Für einen rechtsseitigen Test gilt \(H_0:p\le0{,}25\) gegen \(H_1:p>0{,}25\), \(n=40\) und \(K=\{16;17;\dots;40\}\). Für Fehler 2. Art wird der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}40\) betrachtet. Nutze eine geeignete Statistiksoftware, um Fehler 1. Art und Fehler 2. Art jeweils mit einer Binomialverteilung zu visualisieren. a) Dokumentiere für beide Darstellungen die eingegebenen Werte für \(n\) und \(p\) sowie den Zählwertbereich, den du markieren musst. b) Bestimme mit der Software \(\alpha\) und \(\beta\) und gib beide Werte als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an. c) Erkläre, warum für die beiden Darstellungen unterschiedliche Parameterwerte und komplementäre Entscheidungsbereiche verwendet werden.

Denkanstöße

- Notiere vor dem Öffnen der Software, welche Verteilung zur wahren Nullhypothese gehört. - Für Fehler 2. Art brauchst du nicht \(K\), sondern den Bereich, in dem \(H_0\) nicht abgelehnt wird. - Kontrolliere, dass jede Markierung genau zu der falschen Testentscheidung des betreffenden Fehlertyps gehört.

Lösung

1. Für Fehler 1. Art wird die Verteilung \(B(40;0{,}25)\) verwendet. Markiert wird der Ablehnungsbereich \(16\) bis \(40\). 2. Für Fehler 2. Art wird die Verteilung \(B(40;0{,}40)\) verwendet. Markiert wird der Nichtablehnungsbereich \(0\) bis \(15\). 3. Die Software liefert \(\alpha=P_{0{,}25}(X\ge16)\approx0{,}02624\approx2{,}62\,\%\) und \(\beta=P_{0{,}40}(X\le15)\approx0{,}44022\approx44{,}02\,\%\). 4. \(\alpha\) betrachtet eine falsche Ablehnung am Randwert von \(H_0\); \(\beta\) eine falsche Nichtablehnung beim konkreten Alternativwert. Daher unterscheiden sich sowohl \(p\) als auch der markierte Entscheidungsbereich.

Antwort

a) Für \(\alpha\): \(B(40;0{,}25)\), markiert \(16\) bis \(40\). Für \(\beta\): \(B(40;0{,}40)\), markiert \(0\) bis \(15\). b) \(\alpha\approx2{,}62\,\%\); \(\beta\approx44{,}02\,\%\). c) \(\alpha\) wird bei wahrer Nullhypothese im Ablehnungsbereich bestimmt, \(\beta\) beim konkreten Alternativwert im Nichtablehnungsbereich.
55698812
Es wird \(H_0:p\ge0{,}70\) gegen \(H_1:p<0{,}70\) mit \(n=12\) getestet. Die beiden Diagramme zeigen dieselbe Entscheidungsregel bei zwei verschiedenen Parameterwerten. In einem Diagramm ist ein Balkenbereich mit A, im anderen ein Balkenbereich mit B markiert. a) Lies für A und B jeweils den dargestellten Parameterwert und den markierten Zählwertbereich ab. b) Entscheide aus der Gegenhypothese, welcher markierte Bereich der Ablehnungsbereich sein muss, und gib \(K\) an. c) Ordne anschließend A und B den Fehlerwahrscheinlichkeiten \(\alpha\) und \(\beta\) zu und begründe die Zuordnung.
Abbildung zur Aufgabe 556988

Denkanstöße

- Lies zuerst die ausdrücklich dargestellten Parameterwerte und Bereichsgrenzen ab. - Welche Zählwerte sprechen bei \(H_1:p<0{,}70\) gegen \(H_0\)? - Ordne erst danach jedem markierten Bereich den wahren Parameterzustand und die Testentscheidung zu.

Lösung

1. A gehört zur Verteilung \(B(12;0{,}70)\) und umfasst die Zählwerte \(0\) bis \(5\). B gehört zu \(B(12;0{,}50)\) und umfasst die Zählwerte \(6\) bis \(12\). 2. Wegen \(H_1:p<0{,}70\) sprechen kleine Werte gegen \(H_0\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;5\}\), also der Bereich A. 3. A liegt am Randwert \(p_0=0{,}70\) im Ablehnungsbereich und beschreibt \(\alpha=P_{0{,}70}(X\le5)\). 4. B liegt beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}50\) im Nichtablehnungsbereich und beschreibt \(\beta=P_{0{,}50}(X\ge6)\).

Antwort

a) A: \(p=0{,}70\), Zählwerte \(0\) bis \(5\). B: \(p=0{,}50\), Zählwerte \(6\) bis \(12\). b) \(K=\{0;1;\dots;5\}\). c) A beschreibt \(\alpha\); B beschreibt \(\beta\).
55831112
Das Busunternehmen StadtFlitz gibt an, dass höchstens \(10\,\%\) seiner Busse mehr als fünf Minuten zu spät kommen. Getestet wird \(H_0:p\leq0{,}10\) gegen \(H_1:p>0{,}10\) mit \(n=50\). Dabei ist \(X\) die Zahl der verspäteten Busse in der Stichprobe. Für Fehler 2. Art wird der konkrete Wert \(p_1=0{,}20\) betrachtet. Drei mögliche Entscheidungsregeln wurden bereits untersucht: Regel A: Ablehnung ab \(9\) verspäteten Bussen; \(P_{0{,}10}(X\geq9)\approx5{,}79\,\%\); \(P_{0{,}20}(X\leq8)\approx30{,}73\,\%\). Regel B: Ablehnung ab \(10\) verspäteten Bussen; \(P_{0{,}10}(X\geq10)\approx2{,}45\,\%\); \(P_{0{,}20}(X\leq9)\approx44{,}37\,\%\). Regel C: Ablehnung ab \(11\) verspäteten Bussen; \(P_{0{,}10}(X\geq11)\approx0{,}94\,\%\); \(P_{0{,}20}(X\leq10)\approx58{,}36\,\%\). Für StadtFlitz gelten zwei Grenzen: - Die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art soll höchstens \(5\,\%\) betragen. - Die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art soll bei \(p_1=0{,}20\) höchstens \(50\,\%\) betragen. a) Erkläre, warum die erste Wahrscheinlichkeit bei jeder Regel zu Fehler 1. Art und die zweite zu Fehler 2. Art gehört. b) Welche Regel hält beide Grenzen ein? c) Erkläre, warum das Verschieben der Ablehnungsgrenze nach oben zwar Fehler 1. Art seltener, Fehler 2. Art aber häufiger macht.

Denkanstöße

- Ordne jeden der beiden Parameterwerte zuerst dem Bereich von \(H_0\) oder \(H_1\) zu. - Überlege dann, welche Testentscheidung beim jeweiligen Parameterwert falsch wäre. - Prüfe die beiden vorgegebenen Grenzen erst, nachdem du die Wahrscheinlichkeiten den Fehlerarten zugeordnet hast.

Lösung

1. Bei \(p_0=0{,}10\) ist \(H_0\) wahr. Eine Ablehnung ist dann ein Fehler 1. Art. Deshalb sind die Wahrscheinlichkeiten \(P_{0{,}10}(X\geq9)\), \(P_{0{,}10}(X\geq10)\) und \(P_{0{,}10}(X\geq11)\) die jeweiligen Fehlerwahrscheinlichkeiten erster Art. 2. Bei \(p_1=0{,}20\) ist \(H_0\) falsch. Eine Nichtablehnung ist dann ein Fehler 2. Art. Deshalb sind die Wahrscheinlichkeiten \(P_{0{,}20}(X\leq8)\), \(P_{0{,}20}(X\leq9)\) und \(P_{0{,}20}(X\leq10)\) die jeweiligen Fehlerwahrscheinlichkeiten zweiter Art. 3. Regel A überschreitet mit \(5{,}79\,\%\) die Grenze für Fehler 1. Art. Regel C überschreitet mit \(58{,}36\,\%\) die Grenze für Fehler 2. Art. Regel B erfüllt mit \(2{,}45\,\%\) und \(44{,}37\,\%\) beide Bedingungen. 4. Wird die Ablehnungsgrenze nach oben verschoben, wird der Ablehnungsbereich kleiner und der Nichtablehnungsbereich größer. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art, während die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art beim festen Alternativwert steigt.

Antwort

a) Bei \(p_0=0{,}10\) ist \(H_0\) wahr; Ablehnung bedeutet Fehler 1. Art. Bei \(p_1=0{,}20\) ist \(H_0\) falsch; Nichtablehnung bedeutet Fehler 2. Art. b) Regel B hält beide Grenzen ein. c) Eine höhere Ablehnungsgrenze verkleinert den Ablehnungsbereich und vergrößert den Nichtablehnungsbereich. Deshalb sinkt die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art, während die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art steigt.
55831212
Der Akkuhersteller VoltWerk gibt an, dass mindestens \(80\,\%\) seiner Akkus nach \(500\) Ladezyklen noch die geforderte Kapazität erreichen. Getestet wird \(H_0:p\geq0{,}80\) gegen \(H_1:p<0{,}80\). Dabei ist \(X\) die Zahl der Akkus in der Stichprobe, die die geforderte Kapazität erreichen. Für Fehler 2. Art wird \(p_1=0{,}70\) betrachtet. Zwei Testpläne liefern: <table> <tr><td>Stichprobenumfang</td><td>Ablehnungsbereich</td><td>\(P_{0{,}80}(H_0\text{ wird abgelehnt})\)</td><td>\(P_{0{,}70}(H_0\text{ wird nicht abgelehnt})\)</td></tr> <tr><td>\(n=50\)</td><td>\(X\leq34\)</td><td>\(3{,}08\,\%\)</td><td>\(56{,}92\,\%\)</td></tr> <tr><td>\(n=200\)</td><td>\(X\leq150\)</td><td>\(4{,}94\,\%\)</td><td>\(5{,}06\,\%\)</td></tr> </table> a) Welche Wahrscheinlichkeit in jeder Zeile gehört zu Fehler 1. Art, welche zu Fehler 2. Art? b) Prüfe, ob beide Tests die Vorgabe „Fehler 1. Art höchstens \(5\,\%\)“ einhalten. c) Was zeigt dieses Beispiel über den Einfluss des größeren Stichprobenumfangs auf Fehler 2. Art?

Denkanstöße

- Entscheide zuerst bei jedem der beiden Parameterwerte, ob \(H_0\) wahr oder falsch ist. - Ordne danach „ablehnen“ beziehungsweise „nicht ablehnen“ der passenden Fehlerart zu. - Vergleiche den Stichprobenumfang erst, nachdem du geprüft hast, dass beide Tests die gleiche \(5\,\%\)-Vorgabe für Fehler 1. Art einhalten.

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}80\) ist \(H_0\) wahr. Die Wahrscheinlichkeit \(P_{0{,}80}(H_0\text{ wird abgelehnt})\) ist daher die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art. 2. Bei \(p_1=0{,}70\) ist \(H_0\) falsch. \(H_0\) nicht abzulehnen ist dann Fehler 2. Art. Die letzte Spalte beschreibt also \(\beta\). 3. Beide Tests halten die Obergrenze von \(5\,\%\) für Fehler 1. Art ein: etwa \(3{,}08\,\%\) beziehungsweise \(4{,}94\,\%\). 4. Beim größeren Stichprobenumfang sinkt die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art in diesem Beispiel stark von etwa \(56{,}92\,\%\) auf etwa \(5{,}06\,\%\). Dabei liegt die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art bei beiden Tests unter \(5\,\%\).

Antwort

a) Die Spalte mit \(P_{0{,}80}(H_0\text{ wird abgelehnt})\) beschreibt Fehler 1. Art; die Spalte mit \(P_{0{,}70}(H_0\text{ wird nicht abgelehnt})\) beschreibt Fehler 2. Art. b) Ja. Beide Werte für Fehler 1. Art liegen unter \(5\,\%\). c) In diesem Beispiel ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art bei \(n=200\) deutlich kleiner als bei \(n=50\).
55831312
Beim Online-Shop LoopWear wird geprüft, ob der Anteil verspäteter Lieferungen über \(20\,\%\) liegt. Getestet wird \(H_0:p\leq0{,}20\) gegen \(H_1:p>0{,}20\). Die Ergebnisse gelten als unabhängig; für jede Lieferung gilt dieselbe Verspätungswahrscheinlichkeit \(p\). Dabei ist \(X\) die Zahl der verspäteten Lieferungen in der jeweiligen Stichprobe. Zwei Tests sind so gewählt, dass die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art höchstens \(5\,\%\) beträgt. Test A: \(n=40\), Ablehnung bei \(X\geq13\). Test B: \(n=160\), Ablehnung bei \(X\geq41\). Für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}30\): a) Berechne für beide Tests die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art. Runde auf zwei Dezimalstellen in Prozent. b) Vergleiche die beiden Werte. Was zeigt der Vergleich in diesem Beispiel über den Einfluss des Stichprobenumfangs?

Denkanstöße

- Bestimme für jeden Test zuerst den Nichtablehnungsbereich. - Bei welchem Parameterwert musst du für Fehler 2. Art rechnen? - Vergleiche die beiden Ergebnisse erst nach der Berechnung.

Lösung

1. Fehler 2. Art bedeutet hier, \(H_0\) nicht abzulehnen, obwohl \(p_1=0{,}30\) gilt. 2. Bei Test A ist der Nichtablehnungsbereich \(X\leq12\). Daher gilt \(\beta_A=P_{0{,}30}(X\leq12)\approx0{,}57718=57{,}72\,\%\). 3. Bei Test B ist der Nichtablehnungsbereich \(X\leq40\). Daher gilt \(\beta_B=P_{0{,}30}(X\leq40)\approx0{,}09634=9{,}63\,\%\). 4. Beim größeren Stichprobenumfang ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art bei demselben Alternativwert in diesem Beispiel deutlich kleiner, während beide Regeln die vorgegebene Grenze für Fehler 1. Art einhalten.

Antwort

a) Test A: \(\beta_A\approx57{,}72\,\%\); Test B: \(\beta_B\approx9{,}63\,\%\). b) Bei \(n=160\) ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art in diesem Beispiel deutlich kleiner.
55831412
Der Snackhersteller SnackSprint lässt vom Prüflabor MaßCheck untersuchen, ob der Anteil untergewichtiger Packungen über \(20\,\%\) liegt. Getestet wird \(H_0:p\leq0{,}20\) gegen \(H_1:p>0{,}20\) mit \(n=12\). Dabei ist \(X\) die Zahl der untergewichtigen Packungen. Zwei Entscheidungsregeln A und B werden verglichen. Die vier Diagramme zeigen die Binomialverteilung bei den beiden Parameterwerten und die jeweilige Aufteilung in \(K\) und \(N\). In Diagramm 1 und 2 gilt der Randwert \(p_0=0{,}20\), in Diagramm 3 und 4 der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}40\). Diagramm 1 und 3 gehören zu Regel A, Diagramm 2 und 4 zu Regel B. \(K\) bezeichnet den Ablehnungsbereich, \(N\) den Nichtablehnungsbereich. a) Lies aus den Diagrammen ab, ab welcher Trefferzahl \(K\) bei Regel A beziehungsweise Regel B beginnt. b) Vergleiche Diagramm 1 und 2. Bei welcher Regel ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art kleiner? c) Vergleiche Diagramm 3 und 4. Bei welcher Regel ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art kleiner? d) Erkläre mit den Diagrammen, warum das Verschieben der Grenze die beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten in entgegengesetzte Richtungen verändert.
Abbildung zur Aufgabe 558314

Denkanstöße

- Welche Information über die Entscheidungsregel kannst du direkt aus der Aufteilung in \(K\) und \(N\) ablesen? - Welche falsche Entscheidung wird am Randwert \(p_0=0{,}20\) durch den Bereich \(K\) dargestellt? - Welche falsche Entscheidung wird beim Alternativwert \(p_1=0{,}40\) durch den Bereich \(N\) dargestellt? - Vergleiche anschließend, wie sich die beiden markierten Bereiche von Regel A zu Regel B verändern.

Lösung

1. Bei Regel A beginnt \(K\) bei \(X=5\), bei Regel B bei \(X=6\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}20\) entspricht die Wahrscheinlichkeit im Bereich \(K\) dem Fehler 1. Art. Der Bereich \(K\) ist bei Regel B kleiner; daher ist auch die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art kleiner. 3. Beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}40\) entspricht die Wahrscheinlichkeit im Bereich \(N\) dem Fehler 2. Art. Der Bereich \(N\) ist bei Regel A kleiner; daher ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art bei A kleiner. 4. Wird die Grenze von \(5\) auf \(6\) verschoben, wird \(K\) kleiner und \(N\) größer. Dadurch sinkt hier die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art, während die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art steigt.

Antwort

a) Regel A: \(K\) beginnt bei \(5\); Regel B: \(K\) beginnt bei \(6\). b) Regel B hat die kleinere Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art. c) Regel A hat die kleinere Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art. d) Ein kleinerer Ablehnungsbereich senkt die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art, vergrößert aber den Nichtablehnungsbereich und damit beim festen Alternativwert die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art.
42715112
In einem Modell für ein Kundenservice-Center werden \(120\) Anrufe unabhängig voneinander betrachtet. Vor einer Änderung beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine verzögerte Annahme pro Anruf \(p_0=0{,}15\). Nach der Änderung beträgt sie tatsächlich \(p_1=0{,}08\). Die Änderung gilt als erfolgreich, wenn die Anzahl der verzögerten Anrufe in der Stichprobe um mehr als eine Standardabweichung unter dem ursprünglichen Erwartungswert liegt. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Änderung nach dieser Regel als nicht erfolgreich eingestuft wird, obwohl \(p_1=0{,}08\) gilt. Gib das Ergebnis als Prozentwert auf zwei Nachkommastellen an.

Denkanstöße

- Berechne die ursprünglichen Werte \(\mu_0\) und \(\sigma_0\). - Welche ganzzahligen Werte erfüllen die Bedingung „mehr als eine Standardabweichung unter dem Erwartungswert“? - Welche Binomialverteilung gilt für die abschließende Wahrscheinlichkeit unter der neuen Quote?

Lösung

1. Für den ursprünglichen Zustand ist \(\mu_0=120\cdot0{,}15=18\) und \(\sigma_0=\sqrt{120\cdot0{,}15\cdot0{,}85}\approx3{,}9115\). 2. Erfolg bedeutet \(X<\mu_0-\sigma_0=14{,}0885\). Da \(X\) ganzzahlig ist, gilt Erfolg bei \(X\le14\). 3. Unter dem tatsächlichen neuen Modell gilt \(X\sim B(120;0{,}08)\). „Nicht erfolgreich“ bedeutet daher \(X>14\). 4. Die kumulierte Binomialfunktion des Taschenrechners liefert \(P(X>14)=1-P(X\le14)\approx0{,}056350\).

Antwort

\(5{,}64\,\%\)
42723312
Ein Hersteller von Bio-Limonade möchte prüfen, ob mehr als \(30\,\%\) der Konsumenten eine neue Sorte gegenüber dem Marktführer bevorzugen. Dazu wird eine Blindverkostung mit \(80\) zufällig ausgewählten Personen durchgeführt. Vor Beginn wird festgelegt, \(H_0\) bei mindestens \(32\) Stimmen für die neue Sorte abzulehnen. a) Begründe, unter welchen Bedingungen die Anzahl der Stimmen binomialverteilt modelliert werden kann. b) Formuliere aus dem Untersuchungsziel Nullhypothese und Gegenhypothese und bestimme die Testrichtung. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art und interpretiere ihn im Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Welche Bedingungen braucht ein Binomialmodell für die Entscheidungen der Testpersonen? - Welche Aussage soll durch den Test statistisch gestützt werden? - Unter welchem Randwert aus \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit maximal?

Lösung

1. Ein Binomialmodell ist angemessen, wenn die Entscheidungen als unabhängig mit derselben Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) modelliert werden können. 2. Es gilt \(H_0:p\le0{,}30\) gegen \(H_1:p>0{,}30\); der Test ist rechtsseitig. 3. Die vorgegebene Regel entspricht \(K=\{32;33;\dots;80\}\). Am Randwert \(p_0=0{,}30\) gilt \(\alpha=P_{0{,}30}(X\ge32)\approx0{,}0360\). 4. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn der Test einen Anteil über \(30\,\%\) statistisch stützt, obwohl tatsächlich \(p\le0{,}30\) gilt.

Antwort

a) Unabhängige Entscheidungen mit konstanter Trefferwahrscheinlichkeit. b) \(H_0:p\le0{,}30\); \(H_1:p>0{,}30\); rechtsseitig. c) \(\alpha\approx3{,}60\,\%\); eine tatsächlich wahre Nullhypothese wird fälschlich abgelehnt.
42723412
Ein Spielehersteller wird verdächtigt, dass bei einem seiner Würfel die Augenzahl Sechs seltener als mit der Wahrscheinlichkeit \(\frac16\) auftritt. Um gezielt diese Wahrscheinlichkeit zu untersuchen, führt ein Prüfer einen Signifikanztest mit \(n=150\) Würfen durch. Geprüft wird \(H_0:p\geq\frac16\) gegen \(H_1:p<\frac16\); zur Bestimmung von \(\alpha\) wird am Randwert \(p_0=\frac16\) gerechnet. Der Ablehnungsbereich für die Anzahl der Sechsen wird auf \(K=\{0;1;\dots;16\}\) festgelegt. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Angenommen, die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für eine Sechs beträgt nur \(p=0{,}1\). Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art und erläutere seine Bedeutung. c) Wie müsste man den Ablehnungsbereich verändern, wenn das Signifikanzniveau auf \(1\,\%\) gesenkt werden soll?

Denkanstöße

- Der Fehler 1. Art wird immer unter der Annahme berechnet, dass die Nullhypothese \(H_0\) stimmt. - Der Fehler 2. Art wird unter einer spezifischen Annahme über die tatsächliche Wahrscheinlichkeit berechnet. - Was passiert mit der Wahrscheinlichkeit, eine Sechs zu erhalten, wenn der Würfel „gegen“ die Sechs manipuliert ist? - Wenn das Signifikanzniveau strenger (kleiner) wird, muss der Ablehnungsbereich kleiner oder größer werden?

Lösung

1. Der Fehler 1. Art ist \(\alpha=P_{p=1/6}(X\leq16)\approx0{,}0264\approx2{,}64\,\%\). 2. Für \(p=0{,}1\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X>16\) gilt. Daher ist \(\beta=P_{p=0{,}1}(X>16)=1-P_{p=0{,}1}(X\leq16)\approx1-0{,}6694=0{,}3306\). In etwa \(33{,}06\,\%\) der Fälle wird die verringerte Wahrscheinlichkeit für eine Sechs nicht erkannt. 3. Für \(\alpha\leq0{,}01\) wird der größte Wert \(k\) gesucht, für den \(P_{1/6}(X\leq k)\leq0{,}01\) gilt. Es ist \(P(X\leq14)\approx0{,}0075\), aber \(P(X\leq15)\approx0{,}0145\). Daher lautet der neue Ablehnungsbereich \(K_{\text{neu}}=\{0;1;\dots;14\}\).

Antwort

a) \(\alpha\approx2{,}64\,\%\). b) \(\beta\approx33{,}06\,\%\). Die verringerte Wahrscheinlichkeit für eine Sechs wird nicht erkannt. c) \(K=\{0;1;\dots;14\}\).
42723712
Ein Weinsommelier behauptet, er könne eine bestimmte Rebsorte blind aus zwei angebotenen Sorten, Sorte A und Sorte B, herausschmecken. In einer Testreihe mit \(n=20\) unabhängigen Durchgängen bekommt er jeweils zwei äußerlich gleiche, zufällig angeordnete Gläser serviert und muss das Glas mit Sorte A identifizieren. Die Position von Sorte A wird in jedem Durchgang unabhängig mit gleicher Wahrscheinlichkeit neu festgelegt. a) Begründe, warum es sich um einen rechtsseitigen Test handelt, wenn man \(H_0:p\leq0{,}5\) gegen \(H_1:p>0{,}5\) untersucht. b) Bestimme den Ablehnungsbereich auf dem Signifikanzniveau \(\alpha=5\,\%\). c) Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. d) Erläutere die Bedeutung des Fehlers 2. Art. e) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls der Sommelier tatsächlich eine Trefferquote von \(p=0{,}8\) hat?

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Werte der Testgröße für die Behauptung des Sommeliers sprechen würden. - Für den Ablehnungsbereich musst du die kumulierte Wahrscheinlichkeit der Binomialverteilung nutzen. - Was passiert, wenn man eine falsche Entscheidung trifft? Unterscheide zwischen den beiden möglichen Fehlentscheidungen. - Der Fehler 2. Art wird immer unter einer konkreten Annahme für die Gegenhypothese berechnet.

Lösung

1. Da der Sommelier behauptet, besser als durch bloßes Raten (\(p = 0{,}5\)) abzuschneiden, liegt die Gegenhypothese \(H_1: p > 0{,}5\) im Bereich größerer Werte. Daher handelt es sich um einen rechtsseitigen Test. 2. Gesucht ist der kleinste Wert \(k\), für den \(P(X \ge k) \le 0{,}05\) unter der Annahme \(p = 0{,}5\) gilt. Dies entspricht \(P(X \le k-1) \ge 0{,}95\). Aus der Binomialverteilung für \(n = 20\) und \(p = 0{,}5\) ergibt sich: \(P(X \le 13) \approx 0{,}9423\) und \(P(X \le 14) \approx 0{,}9793\). Somit ist \(k-1 = 14\), also \(k = 15\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{15, 16, \dots, 20\}\). 3. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art ist das tatsächliche Signifikanzniveau: \(P(X \ge 15) = 1 - P(X \le 14) \approx 1 - 0{,}9793 = 0{,}0207\). 4. Ein Fehler 2. Art bedeutet hier, dass man die Nullhypothese fälschlicherweise nicht verwirft. Im Sachkontext: Die Fähigkeit des Sommeliers wird nicht statistisch nachgewiesen, obwohl seine Trefferwahrscheinlichkeit tatsächlich über \(0{,}5\) liegt. 5. Der Fehler 2. Art tritt ein, wenn das Ergebnis nicht im Ablehnungsbereich liegt, also \(X \le 14\). Für \(p = 0{,}8\) ergibt sich: \(P_{20; 0{,}8}(X \le 14) \approx 0{,}1958\).

Antwort

a) Rechtsseitig, da \(H_1: p > 0{,}5\). b) \(K = \{15, 16, \dots, 20\}\). c) \(\alpha_{\text{tatsächlich}} \approx 2{,}07\,\%\). d) Die Fähigkeit des Sommeliers wird fälschlicherweise nicht statistisch nachgewiesen. e) \(\beta \approx 19{,}58\,\%\).
42723912
Ein Pharmaunternehmen prüft eine neue Charge von Schmerzmittel-Tabletten auf ihren Wirkstoffgehalt. Eine Tablette gilt als „mangelhaft“, wenn der Wirkstoffgehalt außerhalb der Toleranzgrenzen liegt. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \le 0{,}04\), wobei \(p\) die Wahrscheinlichkeit für eine mangelhafte Tablette beschreibt. Zur Prüfung wird eine Stichprobe von \(n = 100\) Tabletten entnommen. Die Charge wird abgelehnt, wenn mehr als 7 Tabletten mangelhaft sind. a) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. c) Die tatsächliche Fehlerquote der Charge liege bei \(p = 0{,}12\). Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art. d) Vergleiche die genannten Folgen beider Fehler. Begründe, welchen Fehler du aus Sicht des Pharmaunternehmens für schwerwiegender hältst; beide Bewertungen sind bei schlüssiger Begründung möglich.

Denkanstöße

- Beschreibe zuerst die Testentscheidung bei einem Fehler 1. Art und bei einem Fehler 2. Art. - Für \(\alpha\) wird am Randwert \(p_0=0{,}04\) gerechnet. - Für \(\beta\) gilt hier konkret \(p=0{,}12\), und relevant ist der Nichtablehnungsbereich. - Trenne bei der Bewertung die mathematischen Wahrscheinlichkeiten von der Gewichtung der praktischen Folgen.

Lösung

1. Fehler 1. Art: Die Charge wird abgelehnt (mehr als 7 mangelhafte Tabletten in der Stichprobe), obwohl die tatsächliche Fehlerquote höchstens \(4\,\%\) beträgt (\(H_0\) ist wahr). 2. Fehler 2. Art: Die Charge wird nach der vereinbarten Prüfregel freigegeben (höchstens \(7\) mangelhafte Tabletten), obwohl die tatsächliche Fehlerquote über \(4\,\%\) liegt; \(H_0\) wird also fälschlicherweise nicht verworfen. 3. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)): Unter der Annahme \(p = 0{,}04\) ist die Anzahl der mangelhaften Tabletten \(X\) binomialverteilt mit \(B_{100; 0{,}04}\). Gesucht ist \(P(X > 7) = 1 - P(X \le 7)\). Mit \(P(X \le 7) \approx 0{,}9525\) ergibt sich \(\alpha \approx 1 - 0{,}9525 = 0{,}0475\), also ca. \(4{,}75\,\%\). 4. Berechnung der Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art (\(\beta\)): Unter der Annahme \(p = 0{,}12\) ist \(X\) binomialverteilt mit \(B_{100; 0{,}12}\). Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Charge fälschlicherweise angenommen wird: \(P(X \le 7)\). Mit der Binomialverteilung ergibt sich \(\beta \approx 0{,}0761\), also ca. \(7{,}61\,\%\). 5. In Teil d ist keine eindeutige Rangfolge vorgegeben. Eine Bewertung muss die genannten wirtschaftlichen Folgen gegeneinander abwägen. Entscheidend ist eine schlüssige Begründung, nicht eine bestimmte Wahl.

Antwort

a) Fehler 1. Art: Die Charge wird nach der Prüfregel abgelehnt, obwohl \(p\leq0{,}04\) gilt. Fehler 2. Art: Die Charge wird nach der Prüfregel freigegeben, obwohl \(p>0{,}04\) gilt. b) \(\alpha=P_{100;0{,}04}(X\geq8)\approx0{,}0475\). c) \(\beta=P_{100;0{,}12}(X\leq7)\approx0{,}0761\). d) Die Bewertung ist argumentabhängig; beide Fehler können mit den genannten Folgen begründet als schwerwiegender eingestuft werden.
42724012
Ein Sensorhersteller behauptet, dass mindestens \(95\,\%\) seiner Sensoren in einem standardisierten Test, der einen Ernstfall nachbildet, korrekt auslösen. Ein Prüfinstitut wählt zufällig \(n=200\) Sensoren aus der Produktion aus und testet sie unabhängig unter diesen Bedingungen. Die Nullhypothese lautet \(H_0:p\geq0{,}95\). Sie wird verworfen, wenn höchstens \(184\) Sensoren korrekt funktionieren. a) Bestimme die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Zuverlässigkeit \(p_1=0{,}90\) beträgt. c) Beschreibe mögliche Folgen beider Fehlerarten für Nutzer und Hersteller. Gib berechnete Wahrscheinlichkeiten als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an.

Denkanstöße

- Welche falsche Testentscheidung beschreibt Fehler 1. Art? - Warum ist für Fehler 1. Art der Randwert von \(H_0\) besonders wichtig? - Welcher Bereich führt bei \(p_1=0{,}90\) dazu, dass die falsche Nullhypothese nicht abgelehnt wird? - Beschreibe die Folgen beider Fehlentscheidungen getrennt, ohne sie gegeneinander zu bewerten.

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{0;1;\dots;184\}\). 2. Die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art liegt am Randwert \(p_0=0{,}95\): \(\alpha_{\mathrm{tats}}=P_{0{,}95}(X\leq184)\approx0{,}0444=4{,}44\,\%\). 3. Bei \(p_1=0{,}90\) tritt Fehler 2. Art ein, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, also für \(X\geq185\). Es gilt \(\beta=P_{0{,}90}(X\geq185)\approx0{,}1431=14{,}31\,\%\). 4. Fehler 1. Art kann zu einer unbegründeten Beanstandung und wirtschaftlichen Folgen für den Hersteller führen. Fehler 2. Art kann dazu führen, dass Sensoren akzeptiert werden, die im nachgebildeten Ernstfall nicht zuverlässig auslösen; dadurch kann für Nutzer ein Sicherheitsrisiko entstehen.

Antwort

a) \(\alpha_{\mathrm{tats}}\approx4{,}44\,\%\). b) \(\beta\approx14{,}31\,\%\). c) Fehler 1. Art kann den Hersteller unnötig belasten; Fehler 2. Art kann dazu führen, dass Sensoren akzeptiert werden, die im nachgebildeten Ernstfall nicht zuverlässig auslösen.
42724312
Bei einer Nebenwirkungsrate wird \(H_0:p\ge0{,}15\) gegen die Gegenhypothese \(H_1:p<0{,}15\) mit \(n=100\) geprüft. a) Begründe die Testrichtung. b) Berechne für \(K_1=\{0;\dots;8\}\) und \(K_2=\{0;\dots;11\}\) jeweils die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Bestimme für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}08\) jeweils die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art. d) Erläutere den Zusammenhang zwischen der Größe des Ablehnungsbereichs und beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Welche Seite der Verteilung entspricht der Gegenhypothese? - Welche Wahrscheinlichkeit gehört zum Ablehnungsbereich, wenn \(H_0\) gilt? - Welche Wahrscheinlichkeit gehört zum Nichtablehnungsbereich beim festen Alternativwert?

Lösung

1. Wegen \(H_1:p<0{,}15\) ist der Test linksseitig. 2. Am Randwert \(p_0=0{,}15\) gilt für \(K_1\): \(\alpha_1=P(X\le8)\approx0{,}0275\); für \(K_2\): \(\alpha_2=P(X\le11)\approx0{,}1635\). 3. Für \(p_1=0{,}08\) gilt \(\beta_1=P(X>8)\approx0{,}4073\) und \(\beta_2=P(X>11)\approx0{,}1028\). 4. Ein größerer linksseitiger Ablehnungsbereich erhöht hier \(\alpha\) und senkt für den festen Alternativwert \(\beta\).

Antwort

a) Linksseitig. b) \(\alpha_1\approx0{,}0275\); \(\alpha_2\approx0{,}1635\) c) \(\beta_1\approx0{,}4073\); \(\beta_2\approx0{,}1028\) d) Größerer Ablehnungsbereich: \(\alpha\) steigt, \(\beta\) sinkt.
42724412
Ein Energieversorger behauptet, dass höchstens \(40\,\%\) der Haushalte Ökostrom beziehen. Geprüft wird \(H_0:p\le0{,}4\) gegen \(H_1:p>0{,}4\) bei \(n=80\). \(H_0\) wird abgelehnt, wenn \(X\ge g\). a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art für \(g=38\) und \(g=42\). b) Für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}55\): Berechne jeweils die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art. c) Welche Regel ist geeignet, wenn die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art höchstens \(5\,\%\) betragen darf?

Denkanstöße

- Welcher Bereich wird bei jedem kritischen Wert abgelehnt? - Welche der beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten wird am Randwert der Nullhypothese berechnet? - Vergleiche erst nach beiden Rechnungen mit der Vorgabe von \(5\,\%\).

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}4\) gilt für \(g=38\): \(\alpha_1=P(X\ge38)\approx0{,}1053\); für \(g=42\): \(\alpha_2=P(X\ge42)\approx0{,}0158\). 2. Für \(p_1=0{,}55\) gilt \(\beta_1=P(X\le37)\approx0{,}0724\) und \(\beta_2=P(X\le41)\approx0{,}2864\). 3. Nur \(g=42\) erfüllt \(\alpha\le0{,}05\).

Antwort

a) \(g=38:\ \alpha\approx0{,}1053\); \(g=42:\ \alpha\approx0{,}0158\) b) \(g=38:\ \beta\approx0{,}0724\); \(g=42:\ \beta\approx0{,}2864\) c) \(g=42\)
42724512
Ein Hersteller von Solarmodulen behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Module kleine Kratzer aufweisen. Für \(n=80\) gilt \(H_0:p\le0{,}05\); der rechtsseitige Ablehnungsbereich ist \(K=\{8;9;\dots;80\}\). a) Beschreibe einen Fehler 1. Art im Sachzusammenhang. b) Berechne seine Wahrscheinlichkeit. c) Für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}15\): Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Welche Entscheidung wird bei \(X\in K\) getroffen? - Welcher Randwert aus \(H_0\) maximiert die Ablehnungswahrscheinlichkeit? - Welche Werte gehören beim festen Alternativwert zum Nichtablehnungsbereich?

Lösung

1. Fehler 1. Art: Die Lieferung wird wegen einer vermeintlich zu hohen Kratzerquote beanstandet, obwohl tatsächlich \(p\le0{,}05\) gilt. 2. Am Randwert \(p_0=0{,}05\) ist \(\alpha=P(X\ge8)\approx0{,}0466\). 3. Für \(p_1=0{,}15\) liegt der Fehler 2. Art im Nichtablehnungsbereich \(X\le7\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}15}(X\le7)\approx0{,}0727\).

Antwort

a) Die Lieferung wird beanstandet, obwohl die tatsächliche Kratzerquote höchstens \(5\,\%\) beträgt. b) \(\alpha\approx0{,}0466\) c) \(\beta\approx0{,}0727\)
42724612
Für eine bestimmte Patientengruppe beträgt die dokumentierte Heilungsrate unter einer bisherigen Standardbehandlung \(60\,\%\). In einer zufällig ausgewählten Gruppe von \(40\) geeigneten Patienten wird bei einem neuen Medikament geprüft, ob die Heilungsrate den Referenzwert \(0{,}6\) übersteigt. Ohne randomisierte Kontrollgruppe lässt sich daraus keine kausale Überlegenheit gegenüber der Standardbehandlung ableiten. Es gilt \(H_0:p\le0{,}6\) gegen \(H_1:p>0{,}6\); \(H_0\) wird bei mindestens \(30\) Heilungen abgelehnt. a) Erläutere einen Fehler 2. Art. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art als Prozentwert auf zwei Dezimalstellen. c) Berechne für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}8\) die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art als Prozentwert auf zwei Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Vergleiche für Fehler 2. Art den wahren Zustand mit der Entscheidung, \(H_0\) nicht abzulehnen. - Für Fehler 1. Art wird die Wahrscheinlichkeit des Ablehnungsbereichs am Randwert der Nullhypothese betrachtet. - Für \(\beta\) ist der Nichtablehnungsbereich unter dem konkreten Alternativwert maßgeblich.

Lösung

1. Fehler 2. Art bedeutet: \(H_0\) wird nicht abgelehnt, obwohl tatsächlich \(p>0{,}6\) gilt. 2. Am Randwert \(p_0=0{,}6\) ist \(\alpha=P(X\ge30)\approx0{,}0352=3{,}52\,\%\). 3. Für \(p_1=0{,}8\) ist der Nichtablehnungsbereich \(X\le29\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}8}(X\le29)\approx0{,}1608=16{,}08\,\%\).

Antwort

a) Eine tatsächlich über \(60\,\%\) liegende Heilungsrate wird nicht statistisch erkannt. b) \(3{,}52\,\%\) c) \(16{,}08\,\%\)
42724712
Ein Saatgutproduzent behauptet, dass höchstens \(70\,\%\) der Samen einer Sorte unter schwierigen Bedingungen keimen. Ein Forscher vermutet eine höhere Keimrate. Bei \(n=80\) wird \(H_0\) abgelehnt, wenn mindestens \(63\) Samen keimen. a) Definiere die Testgröße, Nullhypothese, Gegenhypothese und den Ablehnungsbereich. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Beschreibe einen Fehler 2. Art und berechne seine Wahrscheinlichkeit für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}85\).

Denkanstöße

- Welche höhere Keimrate soll statistisch gestützt werden? - Welche Wahrscheinlichkeit gehört am Randwert \(p_0\) zum Ablehnungsbereich? - Welche Werte gehören für den konkreten Alternativwert zum Nichtablehnungsbereich?

Lösung

1. \(X\) zählt die keimenden Samen. Es gilt \(H_0:p\le0{,}7\) gegen \(H_1:p>0{,}7\) und \(K=\{63;64;\dots;80\}\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}7\) ist \(\alpha=P(X\ge63)\approx0{,}0531\). 3. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird nicht abgelehnt, obwohl die Keimrate tatsächlich höher ist. Für \(p_1=0{,}85\) ist \(\beta=P(X\le62)\approx0{,}0480\).

Antwort

a) \(X\) zählt die keimenden Samen; \(H_0:p\le0{,}7\); \(H_1:p>0{,}7\); \(K=\{63;64;\dots;80\}\). b) \(\alpha\approx5{,}31\,\%\) c) Fehler 2. Art: \(H_0\) wird nicht abgelehnt, obwohl die Keimrate tatsächlich über \(70\,\%\) liegt. Für \(p_1=0{,}85\) gilt \(\beta\approx4{,}80\,\%\).
42724812
Bei einer bestimmten Patientengruppe treten bei \(40\,\%\) Nebenwirkungen auf. Das Pharmaunternehmen VitaPharm untersucht eine neue Medikamentenzusammensetzung an \(n=100\) Patienten. Die Ergebnisse gelten als unabhängig; für jeden Patienten gilt dieselbe Nebenwirkungswahrscheinlichkeit \(p\). Getestet wird \(H_0:p\geq0{,}4\) gegen \(H_1:p<0{,}4\). \(H_0\) wird abgelehnt, wenn höchstens \(32\) Patienten Nebenwirkungen zeigen. a) Berechne die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Beschreibe den Fehler 1. Art in diesem Zusammenhang und nenne eine mögliche Folge. c) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn die tatsächliche Nebenwirkungsrate \(25\,\%\) beträgt? Gib berechnete Wahrscheinlichkeiten als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an.

Denkanstöße

- Welche Testentscheidung wäre ein Fehler 1. Art? - An welchem Randwert der Nullhypothese ist dieses Risiko am größten? - Für Fehler 2. Art gilt der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}25\). Welcher Zählwertbereich führt dann zur Nichtablehnung von \(H_0\)?

Lösung

1. Sei \(X\) die Zahl der Patienten mit Nebenwirkungen. Am Randwert \(p_0=0{,}4\) gilt \(\alpha_{\mathrm{tats}}=P_{0{,}4}(X\leq32)\approx0{,}0615=6{,}15\,\%\). 2. Beim Fehler 1. Art wird auf eine Nebenwirkungsrate unter \(40\,\%\) geschlossen, obwohl die wahre Rate mindestens \(40\,\%\) beträgt. Die Nebenwirkungsrate würde dadurch zu günstig eingeschätzt. 3. Für \(p_1=0{,}25\) wird \(H_0\) nicht abgelehnt, wenn \(X>32\). Daher gilt \(\beta=P_{0{,}25}(X>32)\approx0{,}0446=4{,}46\,\%\).

Antwort

a) Maximal etwa \(6{,}15\,\%\). b) Man schließt fälschlich auf eine Nebenwirkungsrate unter \(40\,\%\), obwohl sie tatsächlich mindestens \(40\,\%\) beträgt; dadurch wird die Nebenwirkungsrate zu günstig eingeschätzt. c) \(\beta\approx4{,}46\,\%\).
42724912
Ein Pharmaunternehmen untersucht, ob eine neue Salbe bei mehr als \(20\,\%\) der Patienten Hautrötungen verursacht. Dazu werden \(150\) Testpersonen beobachtet. Es gilt \(H_0:p\le0{,}2\); \(H_0\) wird bei mindestens \(40\) Hautrötungen abgelehnt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art als Prozentwert auf zwei Dezimalstellen. b) Erläutere einen Fehler 2. Art und berechne seine Wahrscheinlichkeit für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}30\), ebenfalls auf zwei Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Welche Ergebnisse gehören zum Ablehnungsbereich? - Für Fehler 1. Art wird dieser Bereich am Randwert der Nullhypothese betrachtet. - Für Fehler 2. Art wird beim konkreten Alternativwert der Nichtablehnungsbereich betrachtet.

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{40;41;\dots;150\}\). Am Randwert \(p_0=0{,}2\) ist \(\alpha=P(X\ge40)\approx0{,}0293=2{,}93\,\%\). 2. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird nicht abgelehnt, obwohl die Hautrötungsrate tatsächlich über \(20\,\%\) liegt. Für \(p_1=0{,}30\) entspricht das \(X\le39\). 3. Daher ist \(\beta=P_{0{,}30}(X\le39)\approx0{,}1636=16{,}36\,\%\).

Antwort

a) \(2{,}93\,\%\) b) Eine tatsächlich erhöhte Hautrötungsrate wird nicht erkannt; für \(p_1=0{,}30\) gilt \(\beta\approx16{,}36\,\%\).
42725112
Ein Statistiker diskutiert einen Signifikanztest mit Nullhypothese \(H_0\) und Gegenhypothese \(H_1\). Ein Kollege behauptet: „Wenn der Ablehnungsbereich \(K\) alle möglichen Stichprobenergebnisse umfasst, kann kein Fehler 2. Art mehr auftreten. Gleichzeitig wird dadurch auch das Risiko für einen Fehler 1. Art minimiert.“ 1. Beurteile die Aussage zum Fehler 2. Art. 2. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art, wenn \(K\) die gesamte Ergebnismenge umfasst. 3. Erläutere, warum ein sinnvoller Test die beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten gegeneinander abwägen muss.

Denkanstöße

- Welche Entscheidung wird getroffen, wenn jedes mögliche Ergebnis in \(K\) liegt? - Was muss für Fehler 1. Art beziehungsweise Fehler 2. Art jeweils wahr sein? - Prüfe als Gegenextrem auch \(K=\emptyset\).

Lösung

1. Wenn \(K\) die gesamte Ergebnismenge umfasst, wird \(H_0\) bei jedem möglichen Ergebnis abgelehnt. Daher kann \(H_0\) bei wahrer Gegenhypothese nicht fälschlich nicht abgelehnt werden; \(\beta=0\). 2. Ist \(H_0\) wahr, wird sie dennoch bei jedem Ergebnis abgelehnt. Daher ist die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art \(\alpha=1\). 3. Der extreme Ablehnungsbereich beseitigt Fehler 2. Art nur um den Preis eines sicheren Fehlers 1. Art. Umgekehrt hätte \(K=\emptyset\) zwar \(\alpha=0\), aber \(\beta=1\). Ein brauchbarer Test benötigt daher einen nichttrivialen Kompromiss.

Antwort

1. Die Aussage zu Fehler 2. Art ist richtig: \(\beta=0\). 2. \(\alpha=1\). 3. Ein Extremwert von \(K\) setzt einen Fehlertyp auf \(0\), macht den anderen aber maximal; deshalb ist ein Kompromiss nötig.
42725312
Ein Saatgutproduzent behauptet, dass mindestens \(90\,\%\) seiner Samenkörner keimen. Ein Großhändler möchte diese Behauptung prüfen und führt einen Signifikanztest mit einer Stichprobe von \(n = 50\) Körnern durch. Die Nullhypothese lautet \(H_0: p \ge 0{,}9\). Er entscheidet sich für folgende Entscheidungsregel: Wenn höchstens \(41\) Körner keimen, wird die Sendung reklamiert (Ablehnung von \(H_0\)). a) Erläutere im Sachzusammenhang, was man unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art für den Fall \(p = 0{,}9\). c) Angenommen, die tatsächliche Keimrate beträgt nur \(80\,\%\). Berechne für diesen Fall die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, welche Entscheidung getroffen wird und welcher reale Zustand dazu im Widerspruch steht. - Welche Werte der Zufallsgröße führen zur Ablehnung der Nullhypothese? - Verwende für die Berechnung die kumulierte Binomialverteilung. - Beachte beim Fehler 2. Art, dass die Gegenhypothese mit einem konkreten Wert für \(p\) betrachtet werden muss.

Lösung

1. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Sendung fälschlicherweise reklamiert wird, obwohl die Keimrate tatsächlich mindestens \(90\,\%\) beträgt. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Sendung angenommen wird, obwohl die tatsächliche Keimrate unter \(90\,\%\) liegt. 2. Die Zufallsgröße \(X\) (Anzahl keimender Körner) ist unter der Annahme \(p = 0{,}9\) binomialverteilt mit \(n = 50\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{0, 1, \dots, 41\}\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art ist \(P_{0{,}9}(X \le 41) = \sum_{k=0}^{41} \binom{50}{k} \cdot 0{,}9^k \cdot 0{,}1^{50-k} \approx 0{,}0579\). 3. Ein Fehler 2. Art tritt ein, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl \(p = 0{,}8\) gilt. Dies geschieht, wenn \(X \in \{42, 43, \dots, 50\}\). Die Wahrscheinlichkeit ist \(P_{0{,}8}(X \ge 42) = 1 - P_{0{,}8}(X \le 41) = 1 - \sum_{k=0}^{41} \binom{50}{k} \cdot 0{,}8^k \cdot 0{,}2^{50-k} \approx 0{,}3073\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: Irrtümliche Reklamation bei guter Qualität; Fehler 2. Art: Irrtümliche Annahme bei schlechter Qualität. b) \(\alpha \approx 5{,}79\,\%\) c) \(\beta \approx 30{,}73\,\%\)
42725412
Beurteile die folgenden Aussagen im Kontext der statistischen Testtheorie (Signifikanztests) auf ihre Richtigkeit und begründe deine Entscheidung kurz. 1. „Das Signifikanzniveau \(\alpha\) gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der die Nullhypothese wahr ist, wenn sie durch den Test abgelehnt wurde.“ 2. „Bei einem festen Stichprobenumfang \(n\) führt eine Verkleinerung des Ablehnungsbereichs stets dazu, dass die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art sinkt, während die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art steigt.“ 3. „Durch eine Erhöhung des Stichprobenumfangs \(n\) ist es theoretisch möglich, sowohl die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art als auch die für den Fehler 2. Art gleichzeitig zu verringern.“

Denkanstöße

- Erinnere dich an die Definition des Signifikanzniveaus: Welche Bedingung wird vorausgesetzt? - Stell dir die Verteilungen unter der Null- und Gegenhypothese vor. Was passiert mit den Flächeninhalten unter den Kurven, wenn man die Grenze verschiebt? - Welchen Einfluss hat die Stichprobengröße auf die Genauigkeit einer Schätzung? - Unterscheide klar zwischen der Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis und der „Wahrscheinlichkeit“, dass eine feste Behauptung stimmt.

Lösung

1. Die Aussage ist falsch. Das Signifikanzniveau \(\alpha\) beschreibt eine bedingte Fehlerwahrscheinlichkeit des Testverfahrens und keine Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Hypothese wahr ist. 2. Die Aussage ist wahr. Ein kleinerer Ablehnungsbereich bedeutet, dass \(H_0\) seltener abgelehnt wird. Dadurch sinkt das Risiko, eine wahre Nullhypothese fälschlich abzulehnen. Für einen festen konkreten Alternativwert steigt gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, im Nichtablehnungsbereich zu landen, obwohl \(H_0\) falsch ist; damit steigt \(\beta\). 3. Die Aussage ist wahr. Ein größerer Stichprobenumfang führt zu stärker konzentrierten Verteilungen der relativen Häufigkeit. Dadurch können die Verteilungen am Randwert \(p_0\) und bei einem festen konkreten Alternativwert besser getrennt werden, sodass geeignete Testregeln beide Fehlerwahrscheinlichkeiten gegenüber einem kleineren Stichprobenumfang verringern können.

Antwort

1. Falsch; \(\alpha\) ist die Wahrscheinlichkeit für die Ablehnung unter der Bedingung, dass \(H_0\) wahr ist. 2. Wahr; es besteht ein direkter Zielkonflikt zwischen beiden Fehlern bei konstantem \(n\). 3. Wahr; mehr Information (größeres \(n\)) erlaubt eine präzisere Trennung der Hypothesen.
42725512
Ein Hersteller von Blumensamen gibt an, dass die Keimrate höchstens \(75\,\%\) beträgt; ein Gärtner vermutet eine höhere Rate. Es gilt \(H_0:p\le0{,}75\). Bei \(n=100\) wird \(H_0\) abgelehnt, wenn mindestens \(83\) Samen keimen. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}85\). c) Erläutere, warum die Entnahme aller Samen aus derselben Tüte die Aussagekraft einschränken kann.

Denkanstöße

- Welcher Randwert aus \(H_0\) ist für Fehler 1. Art maßgeblich? - Welcher Bereich entspricht beim konkreten Alternativwert dem Fehler 2. Art? - Welche gemeinsame Einflussgröße könnten Samen aus nur einer Tüte teilen?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}75\) gilt \(\alpha=P(X\ge83)\approx0{,}0376\). 2. Für \(p_1=0{,}85\) tritt Fehler 2. Art bei \(X\le82\) ein. Daher ist \(\beta\approx0{,}2367\). 3. Eine einzige Tüte kann besondere Lagerungs- oder Produktionsbedingungen teilen; dadurch können Unabhängigkeit oder Repräsentativität des Modells beeinträchtigt sein.

Antwort

a) \(\alpha\approx3{,}76\,\%\) b) \(\beta\approx23{,}67\,\%\) c) Die Stichprobe kann wegen gemeinsamer Bedingungen der einen Tüte untypisch bzw. nicht hinreichend unabhängig sein.
42725612
In einer Fabrik für Präzisionsschrauben betrug der Defektanteil bisher mindestens \(4\,\%\). Nach einer Modernisierung soll geprüft werden, ob er gesunken ist. Bei \(n=400\) gilt \(H_0:p\ge0{,}04\). a) Bestimme einen möglichst großen Ablehnungsbereich, sodass die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art höchstens \(5\,\%\) beträgt. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}02\).

Denkanstöße

- Welche Ergebnisse sprechen für einen gesunkenen Defektanteil? - Welche Wahrscheinlichkeit des Ablehnungsbereichs darf am Randwert höchstens \(5\,\%\) betragen? - Welcher Bereich bleibt beim konkreten Alternativwert für Fehler 2. Art übrig?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}04\) gilt \(X\sim B(400;0{,}04)\). Es ist \(P(X\le9)\approx0{,}0403\) und \(P(X\le10)\approx0{,}0733\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;9\}\). 2. Für \(p_1=0{,}02\) liegt Fehler 2. Art im Nichtablehnungsbereich \(X\ge10\). Damit ist \(\beta=P(X\ge10)\approx0{,}2821\).

Antwort

a) \(K=\{0;1;\dots;9\}\) b) \(\beta\approx28{,}21\,\%\)
42725712
Ein Hersteller von Bauteilen behauptet, dass der Anteil fehlerhafter Stücke in seiner Produktion höchstens \(5\,\%\) beträgt. Ein Kunde möchte dies überprüfen und führt einen Signifikanztest mit einer zufälligen Stichprobe von \(n = 50\) Bauteilen durch; die Defektzustände werden als unabhängig mit konstanter Quote modelliert. Die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}05\) soll abgelehnt werden, wenn in der Stichprobe mehr als \(5\) Bauteile defekt sind. 1. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. 2. Erläutere die Bedeutung des Fehlers 2. Art in diesem Sachzusammenhang. 3. Wie verändert sich die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art, wenn man die Entscheidungsregel so anpasst, dass die Nullhypothese erst bei mehr als \(6\) defekten Bauteilen abgelehnt wird? Begründe deine Antwort ohne erneute Rechnung.

Denkanstöße

- Was bedeutet es mathematisch, wenn eine Nullhypothese „irrtümlich“ abgelehnt wird? - Welche Verteilung beschreibt die Anzahl der defekten Teile in einer Stichprobe? - Stelle dir vor, die Ware ist schlechter als behauptet, aber der Test bemerkt es nicht – welcher Fehler ist das? - Überlege dir, wie sich die Größe des Ablehnungsbereichs auf die Trefferwahrscheinlichkeit in diesem Bereich auswirkt.

Lösung

1. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn \(H_0\) wahr ist, aber verworfen wird. Für die maximale Fehlerwahrscheinlichkeit innerhalb von \(H_0:p\leq0{,}05\) wird am Randwert \(p=0{,}05\) gerechnet. Die Zufallsgröße \(X\) ist binomialverteilt mit \(n=50\) und \(p=0{,}05\). Die Ablehnung erfolgt für \(X \geq 6\). Die Wahrscheinlichkeit berechnet sich als \(P(X \geq 6) = 1 - P(X \leq 5)\). Unter Verwendung der kumulierten Binomialverteilung ergibt sich \(P(X \leq 5) \approx 0{,}9622\). Damit ist \(\alpha = 1 - 0{,}9622 = 0{,}0378\), also ca. \(3{,}78\,\%\). 2. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese nicht verworfen wird, obwohl sie in Wirklichkeit falsch ist. Im Sachzusammenhang bedeutet dies: Der Test erkennt einen tatsächlichen Defektanteil über \(5\,\%\) nicht als statistisch auffällig. 3. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art verkleinert sich. Da der Ablehnungsbereich \(K = \{k+1, \dots, n\}\) durch die Erhöhung des kritischen Wertes verkleinert wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ergebnis in diesen Bereich fällt, wenn \(H_0\) wahr ist.

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt ca. \(3{,}78\,\%\). 2. Der Fehler 2. Art bedeutet hier, dass \(H_0\) nicht verworfen wird, obwohl der tatsächliche Defektanteil über \(5\,\%\) liegt. 3. Die Wahrscheinlichkeit sinkt, da der Ablehnungsbereich kleiner wird.
42725812
Ein Sommelier behauptet, eine bestimmte Rebsorte blind von einer anderen unterscheiden zu können. Um dies statistisch zu untermauern, werden ihm in \(15\) Durchgängen jeweils zwei Weinproben vorgesetzt, bei denen er jeweils die gesuchte Sorte identifizieren muss. Als Nullhypothese wird angenommen, dass er lediglich rät (\(H_0: p \le 0{,}5\)). Die Gegenhypothese lautet, dass er über tatsächliche Kenntnisse verfügt (\(H_1: p > 0{,}5\)). Die Nullhypothese wird verworfen, wenn er mindestens \(12\) richtige Zuordnungen trifft. 1. Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art dieses Tests. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art unter der Annahme, dass der Sommelier die Sorte tatsächlich mit einer Wahrscheinlichkeit von \(p = 0{,}8\) erkennt. 3. Beurteile, ob dieser Test gut geeignet ist, einen Sommelier mit einer tatsächlichen Erfolgsquote von \(80\,\%\) zuverlässig als Experten zu erkennen.

Denkanstöße

- Welche Werte für \(X\) führen dazu, dass wir dem Sommelier glauben? - Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit für genau \(k\) Treffer bei einer festen Grundwahrscheinlichkeit? - Bedenke, dass der Fehler 2. Art immer eine spezifische Wahrscheinlichkeit aus der Gegenhypothese benötigt. - Was sagt eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art über die Zuverlässigkeit aus, einen Experten auch wirklich zu erkennen?

Lösung

1. Fehler 1. Art: \(H_0\) wird abgelehnt, obwohl \(p=0{,}5\). Ablehnungsbereich \(X \in \{12, 13, 14, 15\}\). Berechnung über die Binomialverteilung \(B_{15; 0{,}5}\): \(P(X \geq 12) = \binom{15}{12} \cdot 0{,}5^{15} + \binom{15}{13} \cdot 0{,}5^{15} + \binom{15}{14} \cdot 0{,}5^{15} + \binom{15}{15} \cdot 0{,}5^{15} = (455 + 105 + 15 + 1) \cdot 0{,}5^{15} = 576 \cdot \frac{1}{32768} \approx 0{,}0176\). Das Signifikanzniveau beträgt ca. \(1{,}76\,\%\). 2. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird nicht verworfen, obwohl \(p=0{,}8\). Nichtablehnungsbereich \(X \in \{0, \dots, 11\}\). Berechnung über \(B_{15; 0{,}8}\): \(\beta = P(X \leq 11) = 1 - P(X \geq 12)\). \(P(X=12) \approx 0{,}2501\), \(P(X=13) \approx 0{,}2309\), \(P(X=14) \approx 0{,}1319\), \(P(X=15) \approx 0{,}0352\). Summe \(P(X \geq 12) \approx 0{,}6482\). Somit \(\beta = 1 - 0{,}6482 = 0{,}3518\), also ca. \(35{,}2\,\%\). 3. Der Test hat ein strenges Signifikanzniveau (wenig „falsches Lob“), aber ein Fehler 2. Art von ca. \(35\,\%\) ist relativ hoch. Das bedeutet, dass mehr als jeder dritte echte Experte durch den Test fallen würde. Für eine sichere Bestätigung ist die Stichprobe eher zu klein oder die Hürde zu hoch.

Antwort

1. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(1{,}76\,\%\). 2. Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt ca. \(35{,}2\,\%\). 3. Der Test ist nur bedingt geeignet, da die Gefahr groß ist (\(35{,}2\,\%\)), einen tatsächlichen Experten nicht als solchen zu erkennen.
42726112
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Produktion fehlerhaft sind. Ein Qualitätsprüfer entnimmt eine Stichprobe von \(60\) Stück. Er legt folgende Entscheidungsregel fest: Wenn mehr als \(6\) Leuchtmittel defekt sind, wird die Behauptung des Herstellers abgelehnt. a) Gib die Testgröße an und formuliere die Nullhypothese \(H_0\), die Gegenhypothese \(H_1\) sowie den Ablehnungsbereich \(K\) und den Nichtablehnungsbereich \(\bar{K}\) mathematisch. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. Bestimme zudem die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art unter der Annahme, dass in Wahrheit \(15\,\%\) der Produktion fehlerhaft sind. c) Der Ablehnungsbereich wird nun so geändert, dass er bereits bei mehr als \(5\) defekten Leuchtmitteln beginnt. Bestimme für diesen Fall erneut die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art (unter der Annahme einer tatsächlichen Fehlerquote von \(15\,\%\)). Beschreibe allgemein, wie sich die Vergrößerung des Ablehnungsbereichs auf die beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten auswirkt.

Denkanstöße

- Welche Größe wird hier gezählt und wie ist sie verteilt? - Was bedeutet es für die Entscheidung, wenn die Grenze des Ablehnungsbereichs verschoben wird? - Achte darauf, ob der Test links- oder rechtsseitig durchgeführt wird. - Wie hängen die Ereignisse für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art mit dem Ablehnungsbereich zusammen?

Lösung

1. Testgröße \(X\): Anzahl der defekten Leuchtmittel in der Stichprobe. Für einen festen Wert von \(p\) gilt \(X \sim B(60; p)\); zur Berechnung des maximalen Fehlers 1. Art wird der Randwert \(p = 0{,}05\) verwendet. 2. Hypothesen: \(H_0: p \le 0{,}05\); \(H_1: p > 0{,}05\). 3. Bereiche: Ablehnungsbereich \(K = \{7, 8, \dots, 60\}\); Nichtablehnungsbereich \(\bar{K} = \{0, 1, \dots, 6\}\). 4. Fehler 1. Art (\(\alpha\)): \(P(X \ge 7) = 1 - P(X \le 6; p=0{,}05) \approx 1 - 0{,}9703 = 0{,}0297\). 5. Fehler 2. Art (\(\beta\)): \(P(X \le 6; p=0{,}15) \approx 0{,}1848\). 6. Neuer Ablehnungsbereich \(K_{neu} = \{6, 7, \dots, 60\}\). 7. Neuer Fehler 1. Art: \(P(X \ge 6) = 1 - P(X \le 5; p=0{,}05) \approx 1 - 0{,}9213 = 0{,}0787\). 8. Neuer Fehler 2. Art: \(P(X \le 5; p=0{,}15) \approx 0{,}0968\). 9. Allgemeiner Zusammenhang: Durch die Vergrößerung des Ablehnungsbereichs steigt die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)), während die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art (\(\beta\)) sinkt.

Antwort

a) \(X\): Anzahl defekter Leuchtmittel; \(H_0: p \le 0{,}05\); \(H_1: p > 0{,}05\); \(K = \{7, \dots, 60\}\); \(\bar{K} = \{0, \dots, 6\}\). b) Fehler 1. Art: \(\alpha \approx 2{,}97\,\%\); Fehler 2. Art: \(\beta \approx 18{,}48\,\%\). c) Neuer Fehler 1. Art: \(\alpha_{neu} \approx 7{,}87\,\%\); Neuer Fehler 2. Art: \(\beta_{neu} \approx 9{,}68\,\%\). Vergrößerung des Ablehnungsbereichs führt zu größerem \(\alpha\) und kleinerem \(\beta\).
42726312
Ein Pharmahersteller behauptet, dass sein neues Mittel gegen Kopfschmerzen in \(50\,\%\) der Fälle eine Linderung innerhalb von 15 Minuten bewirkt. Ein Forscherteam vermutet, dass die Erfolgsquote sogar höher liegt. Um dies zu prüfen, wird ein rechtsseitiger Hypothesentest mit der Nullhypothese \(H_0: p \le 0{,}5\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\) durchgeführt. a) In einer Studie mit \(n = 40\) Probanden wird die Anzahl der Personen gezählt, bei denen eine schnelle Linderung eintritt. Ermittle den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese. b) Berechne die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. c) Angenommen, das Medikament hat in Wahrheit eine Erfolgsquote von \(p = 75\,\%\). Bestimme die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Überlege zuerst, ab welcher Anzahl an Erfolgen die Vermutung des Forscherteams statistisch gestützt wird. - Das Signifikanzniveau begrenzt die Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit; wegen der diskreten Verteilung kann der tatsächliche Wert kleiner sein. - Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn die Nullhypothese bei der betrachteten höheren Erfolgswahrscheinlichkeit nicht verworfen wird. - Nutze die kumulierte Binomialverteilung für die Randwahrscheinlichkeiten.

Lösung

1. Gesucht ist beim rechtsseitigen Test das kleinste \(k\), für das am Randwert \(p_0=0{,}5\) gilt: \(P(X\geq k)\leq0{,}05\). Da \(P(X\leq25)\approx0{,}9597\), ist \(k=26\). Somit ist \(K=\{26,27,\dots,40\}\). 2. Die tatsächliche Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit ist \(\alpha_{\text{tatsächlich}}=P_{0{,}5}(X\geq26)=1-P_{0{,}5}(X\leq25)\approx0{,}0403\). 3. Bei \(p=0{,}75\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(H_0\) nicht verworfen wird, also bei \(X\leq25\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}75}(X\leq25)\approx0{,}0544\).

Antwort

a) \(K=\{26,27,\dots,40\}\). b) \(\alpha_{\text{tatsächlich}}\approx4{,}03\,\%\). c) \(\beta\approx5{,}44\,\%\).
42727812
Bei einer bisherigen Behandlung treten bei \(15\,\%\) der Patienten Nebenwirkungen auf. Das Pharmaunternehmen Novaris testet ein teureres neues Medikament und möchte prüfen, ob seine Nebenwirkungsrate unter \(15\,\%\) liegt. Gewählt wird \(H_0:p\geq0{,}15\). Welcher Fehler wird durch ein kleines Signifikanzniveau \(\alpha\) besonders begrenzt? Beschreibe diesen Fehler im Zusammenhang und erkläre, warum ein kleines \(\alpha\) bei einem teureren Medikament sinnvoll sein kann.

Denkanstöße

- Was würde nach einer Ablehnung von \(H_0\) behauptet? - Welcher Fehler entsteht, wenn diese Ablehnung falsch ist? - Warum kann bei einem teureren Medikament eine vorsichtige Entscheidung sinnvoll sein?

Lösung

1. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn \(H_0\) verworfen wird, obwohl \(p\geq0{,}15\) gilt. Dann wird fälschlich auf eine Nebenwirkungsrate unter \(15\,\%\) geschlossen. 2. Das Signifikanzniveau \(\alpha\) begrenzt die Wahrscheinlichkeit dieses Fehlers. Ein kleines \(\alpha\) verlangt deutlichere Hinweise in den Daten, bevor eine niedrigere Nebenwirkungsrate angenommen wird. 3. Weil das neue Medikament teurer ist, kann diese vorsichtige Regel verhindern, dass wegen einer zufälligen Stichprobenschwankung auf das teurere Medikament umgestellt wird.

Antwort

Begrenzt wird Fehler 1. Art: der falsche Schluss, dass die Nebenwirkungsrate unter \(15\,\%\) liegt. Ein kleines \(\alpha\) verlangt deutlichere Hinweise in den Daten, bevor wegen einer vermeintlichen Verbesserung auf das teurere Medikament umgestellt wird.
42728012
Der Mineralwasserabfüller Quellklar gibt an, dass mindestens \(98\,\%\) seiner Flaschen die angegebene Füllmenge einhalten. Die Prüfstelle KlarCheck vermutet eine geringere Quote. 1. Formuliere die Hypothesen und gib an, ob der Test links- oder rechtsseitig ist. 2. Beschreibe Fehler 1. Art und Fehler 2. Art in diesem Zusammenhang. 3. Erkläre: Warum hat Quellklar ein Interesse an einem kleinen \(\alpha\)? Was passiert bei gleichem Stichprobenumfang für einen festen Alternativwert mit der Wahrscheinlichkeit \(\beta\), wenn durch die kleinere Wahl von \(\alpha\) der Ablehnungsbereich kleiner wird?

Denkanstöße

- Welche der beiden Hypothesen enthält die Aussage, die KlarCheck statistisch stützen möchte? - Formuliere bei jeder Fehlerart zuerst, ob \(H_0\) in Wahrheit gilt oder nicht. - Wenn der Ablehnungsbereich kleiner wird: Was geschieht gleichzeitig mit dem Nichtablehnungsbereich?

Lösung

1. KlarCheck möchte statistisch stützen, dass \(p<0{,}98\) gilt. Daher ist \(H_0:p\geq0{,}98\) und \(H_1:p<0{,}98\); der Test ist linksseitig. 2. Fehler 1. Art: KlarCheck schließt auf eine Quote unter \(98\,\%\), obwohl tatsächlich mindestens \(98\,\%\) der Flaschen korrekt befüllt sind. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird nicht abgelehnt, obwohl tatsächlich weniger als \(98\,\%\) korrekt befüllt sind. 3. Ein kleines \(\alpha\) senkt das Risiko, Quellklar aufgrund einer Zufallsschwankung zu Unrecht zu beanstanden. Wird der Ablehnungsbereich bei gleichem Stichprobenumfang kleiner, wird der Nichtablehnungsbereich größer. Für einen festen Alternativwert steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit \(\beta\) für Fehler 2. Art.

Antwort

1. \(H_0:p\geq0{,}98\); \(H_1:p<0{,}98\); linksseitiger Test. 2. Fehler 1. Art: Eine tatsächlich eingehaltene Mindestquote wird fälschlich beanstandet. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich zu niedrige Quote wird nicht erkannt. 3. Ein kleines \(\alpha\) senkt das Risiko einer falschen Beanstandung. Wird bei gleichem \(n\) der Ablehnungsbereich kleiner, steigt für einen festen Alternativwert \(\beta\).
42728112
Ein Pharmaunternehmen behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) der Patienten Nebenwirkungen bei einem neuen Medikament zeigen. Ein Forscherteam testet diese Behauptung mit einer Stichprobe von \(n = 80\) Patienten auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha = 5\,\%\). a) Bestimme den Ablehnungsbereich für die Nullhypothese \(H_0: p \leq 0{,}1\). b) Ein Mitglied des Teams stellt fest, dass die Wahrscheinlichkeit für genau \(12\) Patienten mit Nebenwirkungen unter der Annahme \(p = 0{,}1\) nur etwa \(4{,}7\,\%\) beträgt. Da dies kleiner als \(\alpha = 5\,\%\) ist, schlägt es vor, die Nullhypothese bei einem Ergebnis von \(12\) Treffern abzulehnen. Beurteile diesen Vorschlag. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (tatsächliches Signifikanzniveau) sowie die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art für den Fall, dass der wahre Anteil der Patienten mit Nebenwirkungen in Wirklichkeit \(p = 0{,}2\) beträgt.

Denkanstöße

- Überlege dir zuerst, ob es sich um einen linksseitigen, rechtsseitigen oder beidseitigen Test handelt. - Welche Werte für die Anzahl der Treffer sprechen gegen die Nullhypothese? - Bei der Entscheidung über die Ablehnung zählt nicht das Eintreffen eines exakten Wertes, sondern wie extrem das Gesamtergebnis im Vergleich zur Erwartung ist. - Was bedeutet es für die Fehlerwahrscheinlichkeit, wenn man die Grenze des Ablehnungsbereichs verschiebt? - Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn man die Nullhypothese nicht verwirft, obwohl sie eigentlich falsch ist.

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs (\(H_0: p \leq 0{,}1\), rechtsseitiger Test): Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{0{,}1}^{80}(X \geq k) \leq 0{,}05\) gilt. Dies ist gleichbedeutend mit \(P_{0{,}1}^{80}(X \leq k-1) \geq 0{,}95\). Aus der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung folgt für \(n=80, p=0{,}1\): \(P(X \leq 12) \approx 0{,}9462\) und \(P(X \leq 13) \approx 0{,}9733\). Somit ist \(k-1 = 13\), also \(k = 14\). Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{14, 15, \dots, 80\}\). 2. Beurteilung des Vorschlags: Die Argumentation ist falsch, da bei einem Signifikanztest nicht die Einzelwahrscheinlichkeit \(P(X=k)\), sondern die Wahrscheinlichkeit des gesamten rechten Randes (die Überschreitungswahrscheinlichkeit \(P(X \geq k)\)) betrachtet werden muss. Würde man bereits bei \(12\) Treffern ablehnen, müsste man konsequenterweise auch bei allen Werten größer als \(12\) ablehnen. Die Irrtumswahrscheinlichkeit wäre dann \(P(X \geq 12) = P(X \geq 13) + P(X=12) \approx 0{,}0538 + 0{,}0466 = 0{,}1004\), also rund \(10\,\%\), was das Signifikanzniveau von \(5\,\%\) deutlich überschreitet. 3. Fehler 1. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(X\) im Ablehnungsbereich liegt, obwohl \(p=0{,}1\) gilt: \(P_{0{,}1}^{80}(X \geq 14) = 1 - P_{0{,}1}^{80}(X \leq 13) \approx 1 - 0{,}9733 = 0{,}0267\). 4. Fehler 2. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, dass \(X\) im Nichtablehnungsbereich \(\bar{K} = \{0, \dots, 13\}\) liegt, obwohl \(p=0{,}2\) gilt: \(P_{0{,}2}^{80}(X \leq 13) \approx 0{,}2470\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{14, 15, \dots, 80\}\). b) Der Vorschlag ist falsch, da für die Testentscheidung die kumulierte Wahrscheinlichkeit \(P(X \geq 12)\) maßgeblich ist. Diese liegt mit ca. \(10{,}04\,\%\) über dem Signifikanzniveau von \(5\,\%\). c) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art beträgt ca. \(2{,}67\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art bei \(p = 0{,}2\) beträgt ca. \(24{,}70\,\%\).
42728212
Eine Online-Plattform gibt an, dass mindestens \(80\,\%\) der Nutzer mit dem neuen Design zufrieden sind. Um dies zu überprüfen, werden \(n = 60\) zufällig ausgewählte Nutzer befragt. Es wird ein Signifikanztest für die Nullhypothese \(H_0: p \geq 0{,}8\) auf dem Signifikanzniveau \(\alpha = 10\,\%\) durchgeführt. a) Ermittle den Ablehnungsbereich des Tests. b) Erläutere im Sachzusammenhang, was man unter einem Fehler 1. Art und einem Fehler 2. Art versteht. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art unter der Annahme, dass in Wahrheit nur \(65\,\%\) der Nutzer zufrieden sind.

Denkanstöße

- Welche Stichprobenergebnisse (viele oder wenige zufriedene Nutzer) würden dich dazu bringen, an der Behauptung „mindestens \(80\,\%\)“ zu zweifeln? - Achte darauf, dass bei einem linksseitigen Test der Ablehnungsbereich bei den kleinen Werten liegt. - Formuliere die Fehlerarten immer nach dem Schema: „Die Nullhypothese ist eigentlich wahr/falsch, aber man entscheidet sich für...“ - Für den Fehler 2. Art musst du die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Ergebnis im Nichtablehnungsbereich landet, obwohl der neue Wert \(p = 0{,}65\) gilt.

Lösung

1. Bestimmung des Ablehnungsbereichs (\(H_0: p \geq 0{,}8\), linksseitiger Test): Gesucht ist die größte Zahl \(g\), für die \(P_{0{,}8}^{60}(X \leq g) \leq 0{,}10\) gilt. Aus der Tabelle der kumulierten Binomialverteilung für \(n=60, p=0{,}8\) ergibt sich: \(P(X \leq 42) \approx 0{,}0427\), \(P(X \leq 43) \approx 0{,}0772\) sowie \(P(X \leq 44) \approx 0{,}1306\). Die größte Zahl, die die Bedingung erfüllt, ist \(g = 43\). Der Ablehnungsbereich ist somit \(K = \{0, 1, \dots, 43\}\). 2. Fehler 1. Art: Man lehnt die Behauptung der Plattform ab (weniger als \(80\,\%\) zufrieden), obwohl in Wirklichkeit mindestens \(80\,\%\) der Nutzer zufrieden sind. 3. Fehler 2. Art: Man lehnt die Behauptung der Plattform nicht ab, obwohl in Wirklichkeit weniger als \(80\,\%\) der Nutzer zufrieden sind (hier konkret am Beispiel \(p=0{,}65\)). 4. Berechnung des Fehlers 2. Art für \(p = 0{,}65\): Der Fehler tritt auf, wenn das Ergebnis im Nichtablehnungsbereich \(\bar{K} = \{44, 45, \dots, 60\}\) liegt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist \(P_{0{,}65}^{60}(X \geq 44) = 1 - P_{0{,}65}^{60}(X \leq 43)\). Mit \(P_{0{,}65}^{60}(X \leq 43) \approx 0{,}8899\) ergibt sich \(1 - 0{,}8899 = 0{,}1101\).

Antwort

a) Der Ablehnungsbereich ist \(K = \{0, 1, \dots, 43\}\). b) Fehler 1. Art: Die Plattform hat recht (\(p \geq 0{,}8\)), aber man weist ihre Behauptung fälschlicherweise zurück. Fehler 2. Art: Die Plattform hat nicht recht (\(p < 0{,}8\)), aber man erkennt dies nicht und verwirft die Nullhypothese nicht. c) Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art bei \(p = 0{,}65\) beträgt ca. \(11{,}01\,\%\).
42729512
Ein Pharmaunternehmen behauptet, dass höchstens \(20\,\%\) der Anwender eines Medikaments Nebenwirkungen verspüren. Ein Forschungsinstitut vermutet eine höhere Quote. Es gilt \(H_0:p\le0{,}2\), \(n=50\) und das Signifikanzniveau \(5\,\%\). a) Bestimme den Ablehnungsbereich und berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}35\).

Denkanstöße

- Welche Seite der Verteilung ist bei einer vermuteten höheren Quote relevant? - Welche Wahrscheinlichkeit des Ablehnungsbereichs wird am Randwert von \(H_0\) betrachtet? - Welcher Bereich führt beim konkreten Alternativwert zum Fehler 2. Art?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}2\) gilt \(X\sim B(50;0{,}2)\). Es ist \(P(X\le14)\approx0{,}9393\) und \(P(X\le15)\approx0{,}9692\). Daher ist \(K=\{16;17;\dots;50\}\). 2. Die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art ist \(\alpha=P_{0{,}2}(X\ge16)\approx0{,}0308\). 3. Für \(p_1=0{,}35\) ist der Nichtablehnungsbereich \(X\le15\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}35}(X\le15)\approx0{,}2801\).

Antwort

a) \(K=\{16;17;\dots;50\}\); \(\alpha\approx3{,}08\,\%\) b) \(\beta\approx28{,}01\,\%\)
42730812
Ein Gärtner untersucht \(40\) Pflanzen unter Bedingungen mit einem neuen Düngemittel. Als Referenzwert für die Blührate gelten \(25\,\%\). Geprüft werden soll, ob die Blührate über diesem Referenzwert liegt. a) Bestimme auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) den Ablehnungsbereich. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für die konkreten Alternativwerte \(p_1=0{,}40\) und \(p_1=0{,}50\).

Denkanstöße

- Welche hohen Trefferzahlen sprechen für eine Blührate über dem Referenzwert? - Für Fehler 2. Art bleibt der Ablehnungsbereich fest, während der konkrete Alternativwert wechselt. - Wie verändert sich \(\beta\), wenn der Alternativwert weiter vom Randwert der Nullhypothese entfernt liegt?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\le0{,}25\) gegen \(H_1:p>0{,}25\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}25\) ist \(P(X\ge15)\approx0{,}0544\) und \(P(X\ge16)\approx0{,}0262\). Daher ist \(K=\{16;17;\dots;40\}\). 3. Der Nichtablehnungsbereich ist \(X\le15\). Für \(p_1=0{,}40\) gilt \(\beta\approx0{,}4402\); für \(p_1=0{,}50\) gilt \(\beta\approx0{,}0769\).

Antwort

a) \(K=\{16;17;\dots;40\}\) b) Für \(p_1=0{,}40\): \(\beta\approx44{,}02\,\%\); für \(p_1=0{,}50\): \(\beta\approx7{,}69\,\%\).
42731212
Ein Leuchtmittelhersteller gibt an, dass die Fehlerquote seiner Produktion höchstens \(5\,\%\) beträgt. Ein Großabnehmer vermutet eine höhere Fehlerquote und prüft \(200\) Leuchtmittel. Die Prüfergebnisse gelten als unabhängig; für jedes Leuchtmittel gilt dieselbe Fehlerwahrscheinlichkeit \(p\). Er führt einen rechtsseitigen Signifikanztest auf dem Signifikanzniveau \(\alpha=5\,\%\) durch. a) Gib die Hypothesen an und bestimme den Ablehnungsbereich. b) Bestimme die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am Randwert und vergleiche sie mit dem vorgegebenen Signifikanzniveau. c) Die tatsächliche Fehlerquote betrage \(10\,\%\). Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art. d) Erläutere, welchen Vorteil ein kleineres Signifikanzniveau aus Sicht des Herstellers hätte. Gib berechnete Wahrscheinlichkeiten als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an.

Denkanstöße

- Welche Aussage soll der Abnehmer statistisch stützen? - An welchem Randwert der Nullhypothese wird der Ablehnungsbereich bestimmt? - Für Fehler 2. Art bleibt die Entscheidungsregel gleich, aber mit welchem Parameterwert wird gerechnet? - Was ändert ein kleineres Signifikanzniveau am Risiko einer falschen Ablehnung von \(H_0\)?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\leq0{,}05\) gegen \(H_1:p>0{,}05\). 2. Sei \(X\) die Zahl der fehlerhaften Leuchtmittel. Am Randwert \(p_0=0{,}05\) gilt \(X\sim B(200;0{,}05)\). Es ist \(P(X\leq14)\approx0{,}9219\) und \(P(X\leq15)\approx0{,}9556\). Daher ist \(K=\{16;17;\dots;200\}\). 3. Am Randwert beträgt die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art \(P_{0{,}05}(X\geq16)\approx0{,}0444=4{,}44\,\%\). Sie liegt unter dem vorgegebenen Signifikanzniveau von \(5\,\%\). 4. Bei \(p_1=0{,}10\) tritt Fehler 2. Art für \(X\leq15\) auf. Daher ist \(\beta=P_{0{,}10}(X\leq15)\approx0{,}1431=14{,}31\,\%\). 5. Ein kleineres Signifikanzniveau senkt das Risiko, eine den Vorgaben entsprechende Produktion aufgrund des Stichprobenzufalls fälschlich zu beanstanden. Bei festem Stichprobenumfang kann dadurch allerdings die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art steigen.

Antwort

a) \(H_0:p\leq0{,}05\); \(H_1:p>0{,}05\); \(K=\{16;17;\dots;200\}\). b) Am Randwert \(p_0=0{,}05\) gilt \(\alpha_{\mathrm{tats}}\approx4{,}44\,\%<5\,\%\). c) \(\beta\approx14{,}31\,\%\). d) Ein kleineres \(\alpha\) verringert das Risiko einer ungerechtfertigten Beanstandung.
42731512
Eine Verbraucherschutzorganisation möchte die Angabe eines Müsliherstellers prüfen, wonach mindestens \( 95\,\% \) der Packungen das angegebene Mindestgewicht von \( 500\,\text{g} \) erreichen. Dazu werden \( 250 \) Packungen zufällig ausgewählt und gewogen. a) Stelle die Nullhypothese und die Gegenhypothese auf, um die Behauptung des Herstellers zu prüfen. Begründe, warum es sich hierbei um einen linksseitigen Test handelt. b) Bestimme den Ablehnungsbereich der Nullhypothese für ein Signifikanzniveau von \( \alpha = 5\,\% \). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art. d) Ermittle die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art, falls in Wahrheit nur \( 90\,\% \) der Packungen das Mindestgewicht erreichen.

Denkanstöße

- Welche Abweichung von „mindestens \(95\,\%\)“ würde gegen die Herstellerangabe sprechen? - Formuliere die Herstellerangabe als Nullhypothese und die niedrigere Quote als Gegenhypothese. - Der Ablehnungsbereich wird so gewählt, dass seine Wahrscheinlichkeit am Randwert der Nullhypothese das Signifikanzniveau nicht überschreitet. - Für Fehler 2. Art verwendest du den Nichtablehnungsbereich beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}90\).

Lösung

1. Aufstellen der Hypothesen: Da die Behauptung „mindestens \( 95\,\% \)“ geprüft werden soll, lautet die Nullhypothese \( H_0: p \ge 0{,}95 \) und die Gegenhypothese \( H_1: p < 0{,}95 \). Da Abweichungen nach unten (kleine Werte von \( X \)) zur Ablehnung von \( H_0 \) führen, handelt es sich um einen linksseitigen Test. 2. Bestimmung des Ablehnungsbereichs: Unter der Annahme der Trefferwahrscheinlichkeit \( p = 0{,}95 \) wird ein \( k \) gesucht, für das \( P(X \le k) \le 0{,}05 \) gilt. Mit \( n = 250 \) ergibt sich \( P(X \le 231) \approx 0{,}0474 \) und \( P(X \le 232) \approx 0{,}0788 \). Der Ablehnungsbereich ist somit \( K = \{0, 1, \dots, 231\} \). 3. Fehler 1. Art: Die Wahrscheinlichkeit, \( H_0 \) abzulehnen, obwohl \( p = 0{,}95 \) gilt, entspricht dem tatsächlichen Signifikanzniveau: \( P(X \le 231) \approx 4{,}74\,\% \). 4. Fehler 2. Art: Dies ist die Wahrscheinlichkeit, \( H_0 \) nicht abzulehnen, obwohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit \( p = 0{,}90 \) beträgt. Gesucht ist \( P(X > 231) \) für \( p = 0{,}90 \). Es gilt \( P(X > 231) = 1 - P(X \le 231) \approx 1 - 0{,}9192 = 0{,}0808 \). Die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art beträgt etwa \( 8{,}08\,\% \).

Antwort

a) \( H_0: p \ge 0{,}95 \); \( H_1: p < 0{,}95 \). Linksseitig, da nur signifikant kleine Werte gegen \( H_0 \) sprechen. b) \( K = \{0, 1, \dots, 231\} \) c) \( P(\text{Fehler 1. Art}) \approx 4{,}74\,\% \) d) \( P(\text{Fehler 2. Art}) \approx 8{,}08\,\% \)
42731612
Ein Samenhändler behauptet, dass der Anteil nicht keimender Samen nach einer Behandlung höchstens \(2\,\%\) beträgt. Ein Gärtner untersucht \(400\) Samen. a) Nenne eine Voraussetzung für ein Binomialmodell. b) Stelle Nullhypothese und Gegenhypothese für einen rechtsseitigen Test auf dem Signifikanzniveau \(10\,\%\) auf und bestimme den Ablehnungsbereich. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art als Prozentwert auf zwei Dezimalstellen. d) Berechne für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}05\) die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art auf zwei Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Welche Bedingungen braucht eine Folge von Ja-Nein-Versuchen für ein Binomialmodell? - Welche Seite der Verteilung ist bei einer vermuteten höheren Nicht-Keimungsrate relevant? - Für Fehler 2. Art wird der Nichtablehnungsbereich beim konkreten Alternativwert betrachtet.

Lösung

1. Die Keimvorgänge müssen als unabhängig mit konstanter Nicht-Keimungswahrscheinlichkeit modelliert werden können. 2. Es gilt \(H_0:p\le0{,}02\) gegen \(H_1:p>0{,}02\). Am Randwert \(p_0=0{,}02\) ist \(P(X\le11)\approx0{,}8903\) und \(P(X\le12)\approx0{,}9381\). Daher ist \(K=\{13;14;\dots;400\}\). 3. \(\alpha=P_{0{,}02}(X\ge13)\approx0{,}0619=6{,}19\,\%\). 4. Für \(p_1=0{,}05\) gilt \(\beta=P(X\le12)\approx0{,}0355=3{,}55\,\%\).

Antwort

a) Zum Beispiel: unabhängige Versuche mit konstanter Trefferwahrscheinlichkeit. b) \(H_0:p\le0{,}02\); \(H_1:p>0{,}02\); \(K=\{13;14;\dots;400\}\) c) \(6{,}19\,\%\) d) \(3{,}55\,\%\)
42731812
Bei korrekt eingestellter Produktionsanlage beträgt der Defektanteil \(4\,\%\); bei einer Fehljustierung beträgt er \(12\,\%\). Es werden \(100\) Bauteile geprüft. a) Bestimme für \(H_0:p\le0{,}04\) gegen die Gegenhypothese \(H_1:p>0{,}04\) auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) den Ablehnungsbereich. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}12\). c) Beschreibe, wie sich \(\beta\) typischerweise verändert, wenn bei gleichem Signifikanzniveau der Stichprobenumfang auf \(200\) erhöht wird.

Denkanstöße

- Welche Ergebnisse sprechen für eine Fehljustierung? - Für Fehler 2. Art wird der Nichtablehnungsbereich beim festen Alternativwert betrachtet. - Wie verändert ein größeres \(n\) die Streuung relativer Häufigkeiten?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}04\) ist \(P(X\le7)\approx0{,}9525\). Daher ist \(K=\{8;9;\dots;100\}\). 2. Für \(p_1=0{,}12\) gilt \(\beta=P(X\le7)\approx0{,}0761\). 3. Bei größerem Stichprobenumfang überlappen sich die Verteilungen der relativen Häufigkeit für \(p_0\) und den festen Alternativwert weniger stark; bei weiterhin begrenztem Fehler 1. Art sinkt \(\beta\) typischerweise.

Antwort

a) \(K=\{8;9;\dots;100\}\) b) \(\beta\approx7{,}61\,\%\) c) \(\beta\) sinkt typischerweise.
42731912
Ein Hersteller behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) seiner Produkte fehlerhaft sind. Ein Großabnehmer prüft \(50\) Produkte auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) mit \(H_0:p\le0{,}1\). a) Bestimme den rechtsseitigen Ablehnungsbereich. b) Berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art und vergleiche sie mit dem vorgegebenen Signifikanzniveau. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}2\).

Denkanstöße

- Welche obere Randwahrscheinlichkeit darf höchstens dem Signifikanzniveau entsprechen? - Warum kann die tatsächlich erreichte Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit kleiner als die nominale Vorgabe sein? - Welcher Bereich entspricht beim konkreten Alternativwert dem Fehler 2. Art?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}1\) ist \(P(X\le8)\approx0{,}9421\) und \(P(X\le9)\approx0{,}9755\). Daher ist \(K=\{10;11;\dots;50\}\). 2. \(\alpha=P_{0{,}1}(X\ge10)\approx0{,}0245=2{,}45\,\%\). Dieser Wert ist wegen der diskreten Grenzwahl kleiner als das nominale Signifikanzniveau \(5\,\%\). 3. Für \(p_1=0{,}2\) ist \(\beta=P(X\le9)\approx0{,}4437\).

Antwort

a) \(K=\{10;11;\dots;50\}\) b) \(\alpha\approx2{,}45\,\%<5\,\%\) c) \(\beta\approx44{,}37\,\%\)
43104312
Bei einem Hersteller von Computerchips lag die Ausschussquote bisher bei \(10\,\%\). Nach einer Überarbeitung des Produktionsverfahrens soll geprüft werden, ob die aktuelle Ausschussquote unter \(10\,\%\) liegt. Dazu wird eine Stichprobe von \(n = 40\) Chips untersucht. Für die Berechnung des Fehlers 2. Art wird zusätzlich der konkrete Alternativwert \(p=0{,}02\) betrachtet. Es wird folgende Entscheidungsregel für den Hypothesentest festgelegt: Wenn höchstens ein Chip defekt ist (\(X \le 1\)), wird \(H_0\) verworfen; die Daten sprechen dann auf dem gewählten Niveau für \(H_1:p<0{,}10\). Andernfalls wird \(H_0:p\ge0{,}10\) nicht verworfen. a) Bestimme die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. Beschreibe kurz, was dieser Fehler in diesem Sachzusammenhang bedeutet. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Welche Hypothese beschreibt Ausschussquoten ab dem Referenzwert und welche Ausschussquoten darunter? - Überlege dir, bei welchem Ergebnis der Stichprobe welche Hypothese fälschlicherweise abgelehnt wird. - Erinnere dich an die Formel für die kumulierte Binomialverteilung. - Was passiert, wenn du ein Ergebnis erhältst, das im Ablehnungsbereich von \(H_0\) liegt, obwohl \(H_0\) in Wirklichkeit zutrifft?

Lösung

1. Fehler 1. Art: \(H_0\) wird abgelehnt, obwohl \(H_0\) wahr ist. Für \(n=40\) und den Randwert \(p_0=0{,}10\) gilt \(\alpha=P_{0{,}10}(X\le1)\approx0{,}0805\). Inhaltlich sprechen die Daten dann fälschlich für eine Ausschussquote unter \(10\,\%\). 2. Fehler 2. Art: Beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}02\) wird \(H_0\) nicht abgelehnt. Der Nichtablehnungsbereich ist \(X\ge2\). 3. Daher gilt \(\beta=P_{0{,}02}(X\ge2)=1-P_{0{,}02}(X\le1)\). 4. Mit \(P_{0{,}02}(X\le1)\approx0{,}8095\) folgt \(\beta\approx0{,}1905\).

Antwort

a) \(\alpha \approx 8{,}05\,\%\). Der Fehler 1. Art bedeutet, dass die Daten fälschlicherweise für eine Ausschussquote unter \(10\,\%\) sprechen, obwohl \(H_0\) wahr ist. b) \(\beta \approx 19{,}05\,\%\).
43104812
Das Pharmaunternehmen CuraNova gibt an, dass sein neues Medikament bei mindestens \(70\,\%\) der Patienten wirkt. Die Ergebnisse gelten als unabhängig; für jeden Patienten gilt dieselbe Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\). Getestet wird \(H_0:p\geq0{,}7\). Für eine Studie mit \(n=100\) werden zwei Entscheidungsregeln verglichen: Regel 1: Lehne \(H_0\) nicht ab, wenn mindestens \(65\) Patienten geheilt werden. Regel 2: Lehne \(H_0\) nicht ab, wenn mindestens \(62\) Patienten geheilt werden. a) Berechne für beide Regeln die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. b) Angenommen, das Medikament wirkt in Wahrheit nur bei \(60\,\%\) der Patienten. Berechne für beide Regeln die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art. c) Beschreibe, wie sich die Änderung von Regel 1 zu Regel 2 auf die beiden Fehlerwahrscheinlichkeiten auswirkt. Gib berechnete Wahrscheinlichkeiten als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an.

Denkanstöße

- Welche Ergebnisse führen bei jeder Regel zur Ablehnung von \(H_0\)? - An welchem Randwert der Nullhypothese ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am größten? - Wie verändert sich der Nichtablehnungsbereich, wenn die Grenze von \(65\) auf \(62\) sinkt?

Lösung

1. Sei \(X\) die Zahl der geheilten Patienten. Für die maximale Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 1. Art ist der Randwert \(p_0=0{,}7\) maßgeblich. Dort gilt \(X\sim B(100;0{,}7)\). 2. Regel 1: \(\alpha_1=P_{0{,}7}(X\leq64)\approx0{,}1161\). 3. Regel 2: \(\alpha_2=P_{0{,}7}(X\leq61)\approx0{,}0340\). 4. Für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}6\) gilt bei Regel 1 \(\beta_1=P_{0{,}6}(X\geq65)\approx0{,}1794\) und bei Regel 2 \(\beta_2=P_{0{,}6}(X\geq62)\approx0{,}3822\). 5. Durch die Senkung der Grenze von \(65\) auf \(62\) wird der Ablehnungsbereich kleiner. Dadurch sinkt \(\alpha\), während \(\beta\) steigt.

Antwort

a) Regel 1: \(\alpha_1\approx11{,}61\,\%\); Regel 2: \(\alpha_2\approx3{,}40\,\%\). b) Regel 1: \(\beta_1\approx17{,}94\,\%\); Regel 2: \(\beta_2\approx38{,}22\,\%\). c) Von Regel 1 zu Regel 2 sinkt die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art, während die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art steigt.
43105512
Ein Hersteller von LED-Modulen behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Produkte defekt sind. Ein Großabnehmer prüft \(100\) zufällig ausgewählte Module aus einer großen Lieferung; die Defektzustände werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Es gilt \(H_0:p\le0{,}05\); bei mindestens \(10\) defekten Modulen wird \(H_0\) abgelehnt. a) Erläutere Fehler 1. Art und Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}12\).

Denkanstöße

- Welche Testentscheidung gehört zu \(X\ge10\)? - Welcher wahre Zustand beschreibt Fehler 1. Art? - Welcher Bereich entspricht beim konkreten Alternativwert Fehler 2. Art?

Lösung

1. Fehler 1. Art: Die Lieferung wird beanstandet, obwohl tatsächlich \(p\le0{,}05\) gilt. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich erhöhte Defektquote wird nicht erkannt. 2. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{10;11;\dots;100\}\). Am Randwert \(p_0=0{,}05\) ist \(\alpha=P(X\ge10)\approx0{,}0282\). 3. Für \(p_1=0{,}12\) ist der Nichtablehnungsbereich \(X\le9\). Daher ist \(\beta\approx0{,}2257\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: falsche Beanstandung trotz höchstens \(5\,\%\) Defektquote. Fehler 2. Art: eine tatsächlich erhöhte Quote wird nicht erkannt. b) \(\alpha\approx2{,}82\,\%\) c) \(\beta\approx22{,}57\,\%\)
43105612
Für eine bisherige Behandlung liegt ein Referenzwert von \(60\,\%\) für den Behandlungserfolg vor. Das Pharmaunternehmen Medora prüft für eine neue Zusammensetzung, ob ihre Erfolgswahrscheinlichkeit über diesem Referenzwert liegt (\(H_1:p>0{,}6\)). In einer Studie mit \(n=80\) Teilnehmenden gelten die Ergebnisse als unabhängig; für jede Person gilt dieselbe Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\). Getestet wird die Nullhypothese \(H_0:p\leq0{,}6\) auf einem Signifikanzniveau von \(\alpha=5\,\%\). a) Bestimme den kritischen Wert und den daraus resultierenden Ablehnungsbereich für diesen rechtsseitigen Test. b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Heilungschance der neuen Zusammensetzung bei \(75\,\%\) liegt. Gib berechnete Wahrscheinlichkeiten als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an.

Denkanstöße

- Sprechen wenige oder viele erfolgreiche Behandlungen für \(H_1:p>0{,}6\)? - Welcher Randwert der Nullhypothese ist für die Festlegung des Ablehnungsbereichs maßgeblich? - Welche Anzahlen erfolgreicher Behandlungen führen bei \(p_1=0{,}75\) dazu, dass \(H_0\) nicht abgelehnt wird?

Lösung

1. Sei \(X\) die Zahl der erfolgreichen Behandlungen. Für die Kalibrierung des rechtsseitigen Tests ist der Randwert \(p_0=0{,}6\) der Nullhypothese maßgeblich. Dort gilt \(X\sim B(80;0{,}6)\). 2. Gesucht ist das kleinste \(k\) mit \(P_{0{,}6}(X\geq k)\leq0{,}05\), also \(P_{0{,}6}(X\leq k-1)\geq0{,}95\). 3. Es gilt \(P(X\leq54)\approx0{,}9325\) und \(P(X\leq55)\approx0{,}9583\). Daher ist \(k=56\) und \(K=\{56;57;\dots;80\}\). 4. Für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}75\) ist ein Fehler 2. Art das Ergebnis \(X\leq55\). Somit gilt \(\beta=P_{0{,}75}(X\leq55)\approx0{,}1239\).

Antwort

a) Kritischer Wert: \(k=56\); Ablehnungsbereich: \(K=\{56;57;\dots;80\}\). b) \(\beta\approx12{,}39\,\%\).
43106212
Als Referenz wird angenommen, dass höchstens \(40\,\%\) der Bevölkerung ein neues Produkt kennen. Das Unternehmen vermutet einen höheren Bekanntheitsgrad; für die Berechnung des Fehlers 2. Art wird der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}50\) betrachtet. Unter \(100\) Befragten wird \(H_0:p\le0{,}40\) bei mehr als \(45\) bekannten Personen abgelehnt. Berechne \(\alpha\) und \(\beta\) als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen.

Denkanstöße

- Übersetze „mehr als \(45\)“ in einen Ablehnungsbereich. - Welcher Randwert von \(H_0\) ist für \(\alpha\) maßgeblich? - Welcher Bereich wird beim konkreten Alternativwert für \(\beta\) benötigt?

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{46;47;\dots;100\}\), der Nichtablehnungsbereich \(X\le45\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}40\) ist \(\alpha=P(X\ge46)\approx0{,}1311=13{,}11\,\%\). 3. Für \(p_1=0{,}50\) ist \(\beta=P(X\le45)\approx0{,}1841=18{,}41\,\%\).

Antwort

\(\alpha\approx13{,}11\,\%\) \(\beta\approx18{,}41\,\%\)
43106312
Ein Hersteller von Bio-Saatgut behauptet eine Keimfähigkeit von mindestens \(90\,\%\). Für \(40\) Samen gilt \(H_0:p\ge0{,}9\); als konkreter Alternativwert wird \(p_1=0{,}75\) betrachtet. a) Beschreibe Fehler 1. Art und Fehler 2. Art. b) Für den Ablehnungsbereich \(K_1=\{0;1;\dots;32\}\): Berechne \(\alpha\) und \(\beta\). c) Für den kleineren Ablehnungsbereich \(K_2=\{0;1;\dots;30\}\): Berechne die neuen Werte und beschreibe die Veränderung.

Denkanstöße

- Welche Testentscheidung tritt bei jedem Fehlertyp auf? - Welcher Bereich wird für \(\alpha\) am Randwert der Nullhypothese betrachtet? - Was verändert sich am Nichtablehnungsbereich, wenn \(K\) kleiner wird?

Lösung

1. Fehler 1. Art: \(H_0\) wird abgelehnt, obwohl tatsächlich \(p\ge0{,}9\) gilt. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}75\) nicht abgelehnt. 2. Für \(K_1\) gilt \(\alpha=P_{0{,}9}(X\le32)\approx0{,}0419\) und \(\beta=P_{0{,}75}(X\ge33)\approx0{,}1820\). 3. Für \(K_2\) gilt \(\alpha\approx0{,}0051\) und \(\beta=P_{0{,}75}(X\ge31)\approx0{,}4395\). Der kleinere Ablehnungsbereich senkt \(\alpha\) und erhöht \(\beta\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: falsche Ablehnung einer wahren Nullhypothese. Fehler 2. Art: Nichtablehnung beim konkreten Alternativwert. b) \(\alpha\approx4{,}19\,\%\); \(\beta\approx18{,}20\,\%\) c) \(\alpha\approx0{,}51\,\%\); \(\beta\approx43{,}95\,\%\)
43106412
Bei einer Qualitätskontrolle wird \(H_0:p\le0{,}05\) gegen die Gegenhypothese \(H_1:p>0{,}05\) mit \(n=50\) geprüft. Für Fehler 2. Art wird der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}15\) betrachtet. a) Erläutere Fehler 1. Art und Fehler 2. Art. b) Bei \(X>5\) wird \(H_0\) abgelehnt. Berechne \(\alpha\) und \(\beta\). c) Berechne beide Werte erneut, wenn erst bei \(X>7\) abgelehnt wird.

Denkanstöße

- Übersetze beide Entscheidungsregeln jeweils in einen Ablehnungsbereich. - Welche Bereiche brauchst du für Fehler 1. Art und Fehler 2. Art? - Vergleiche anschließend, wie das Verschieben der Grenze beide Fehlerwahrscheinlichkeiten verändert.

Lösung

1. Fehler 1. Art: Eine zulässige Quote wird fälschlich beanstandet. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich erhöhte Quote wird beim konkreten Alternativwert nicht erkannt. 2. Für \(K=\{6;7;\dots;50\}\) gilt \(\alpha=P_{0{,}05}(X\ge6)\approx0{,}0378\) und \(\beta=P_{0{,}15}(X\le5)\approx0{,}2194\). 3. Für \(K=\{8;9;\dots;50\}\) gilt \(\alpha\approx0{,}0032\) und \(\beta\approx0{,}5188\).

Antwort

a) Fehler 1. Art: falsche Ablehnung einer wahren Nullhypothese. Fehler 2. Art: Nichtablehnung beim konkreten Alternativwert. b) \(\alpha\approx3{,}78\,\%\); \(\beta\approx21{,}94\,\%\) c) \(\alpha\approx0{,}32\,\%\); \(\beta\approx51{,}88\,\%\)
43106912
Ein Saatguthersteller behauptet, dass mindestens \(85\,\%\) seiner Samen keimen. Ein Gärtner vermutet eine niedrigere Keimrate. Er wählt zufällig \(100\) Samen aus einer großen Lieferung aus und lässt sie unter gleichen Bedingungen keimen; die Keimergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. a) Bestimme den Ablehnungsbereich für \(H_0:p\geq0{,}85\) gegen \(H_1:p<0{,}85\) auf einem Signifikanzniveau von \(5\,\%\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls die tatsächliche Keimrate \(75\,\%\) beträgt.

Denkanstöße

- Überlege, welche Richtung der vermuteten Abweichung die kritischen Stichprobenergebnisse vorgibt. - Vergleiche die Wahrscheinlichkeit des kritischen Bereichs am Rand von \(H_0\) mit dem vorgegebenen Signifikanzniveau. - Welche Ergebnisse führen bei der angegebenen tatsächlichen Keimrate dazu, dass \(H_0\) nicht abgelehnt wird?

Lösung

1. Für den linksseitigen Test ist die Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit innerhalb von \(H_0\) am Randwert \(p=0{,}85\) am größten. Gesucht ist der größte Wert \(k\), für den \(P_{0{,}85}(X\leq k)\leq0{,}05\) gilt. 2. Für \(X\sim B(100;0{,}85)\) gilt \(P(X\leq78)\approx0{,}0393\) und \(P(X\leq79)\approx0{,}0663\). Daher ist der Ablehnungsbereich \(K=\{0,1,\dots,78\}\). 3. Bei \(p=0{,}75\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(H_0\) nicht verworfen wird, also wenn \(X\geq79\) gilt. Daher ist \(\beta=P_{0{,}75}(X\geq79)=1-P_{0{,}75}(X\leq78)\approx0{,}2114\).

Antwort

a) \(K=\{0,1,\dots,78\}\). b) \(\beta\approx21{,}14\,\%\).
43107012
Ein Hersteller von Bauteilen gibt an, dass höchstens \(6\,\%\) seiner Produkte Mängel aufweisen. Ein Qualitätsprüfer vermutet eine höhere Fehlerquote. Er wählt zufällig \(200\) Bauteile aus einer großen Produktion aus; die Defektzustände werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. a) Ermittle die Entscheidungsregel für \(H_0:p\le0{,}06\) gegen \(H_1:p>0{,}06\) auf dem Signifikanzniveau \(10\,\%\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}10\).

Denkanstöße

- Welche hohen Defektzahlen sprechen gegen \(H_0\)? - Welche obere Randwahrscheinlichkeit darf am Randwert höchstens \(10\,\%\) betragen? - Welcher Bereich entspricht beim konkreten Alternativwert dem Fehler 2. Art?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}06\) gilt \(X\sim B(200;0{,}06)\). Es ist \(P(X\le15)\approx0{,}8512\) und \(P(X\le16)\approx0{,}9054\). Daher ist \(K=\{17;18;\dots;200\}\). 2. Für \(p_1=0{,}10\) tritt Fehler 2. Art bei \(X\le16\) ein. Daher ist \(\beta=P_{0{,}10}(X\le16)\approx0{,}2075\).

Antwort

a) \(K=\{17;18;\dots;200\}\) b) \(\beta\approx20{,}75\,\%\)
43107412
Bei einem bisherigen Standardverfahren keimen erfahrungsgemäß \(60\,\%\) der Samen. Nach Anwendung eines neuen Verfahrens werden \(50\) zufällig ausgewählte Samen unter gleichen Bedingungen geprüft; die Keimergebnisse werden als unabhängig modelliert. Mit einem Ein-Stichproben-Test wird \(H_0:p\leq0{,}6\) gegen \(H_1:p>0{,}6\) geprüft. Für den Fehler 2. Art wird konkret \(p_1=0{,}8\) betrachtet. Dieser Vergleich mit einem festen Referenzwert allein soll keine kausale Wirkung des neuen Verfahrens nachweisen. Bestimme die Wahrscheinlichkeiten für den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art für folgende kritische Werte: a) \(k=35\): \(H_0\) wird bei \(X\geq35\) verworfen. b) \(k=37\): \(H_0\) wird bei \(X\geq37\) verworfen. Vergleiche die Ergebnisse und erläutere die Auswirkung des höheren kritischen Wertes.

Denkanstöße

- Schreibe für jeden kritischen Wert zuerst den Ablehnungs- und den Nichtablehnungsbereich auf. - Berechne \(\alpha\) unter \(p=0{,}6\) und \(\beta\) unter \(p=0{,}8\). - Überlege, wie ein höherer kritischer Wert die Größe des Ablehnungsbereichs verändert. - Unterscheide einen Vergleich mit einem historischen Referenzwert von einem randomisierten Kontrollgruppenvergleich.

Lösung

1. Für \(k=35\) ist der Ablehnungsbereich \(X\ge35\). Daher ist \(\alpha=P_{0{,}6}(X\ge35)\approx0{,}0955\). Beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}8\) ist \(\beta=P_{0{,}8}(X\le34)\approx0{,}0308\). 2. Für \(k=37\) ist der Ablehnungsbereich \(X\ge37\). Daher ist \(\alpha=P_{0{,}6}(X\ge37)\approx0{,}0280\). Beim selben Alternativwert gilt \(\beta=P_{0{,}8}(X\le36)\approx0{,}1106\). 3. Durch die Erhöhung von \(k\) wird der Ablehnungsbereich kleiner. Dadurch sinkt \(\alpha\), während \(\beta\) beim betrachteten Alternativwert steigt. 4. Der Test vergleicht die behandelten Samen nur mit dem festen bisherigen Referenzwert. Ohne gleichzeitig untersuchte, zufällig zugewiesene Kontrollgruppe weist er keine kausale Steigerung durch das neue Verfahren nach.

Antwort

a) \(\alpha\approx9{,}55\,\%\); \(\beta\approx3{,}08\,\%\). b) \(\alpha\approx2{,}80\,\%\); \(\beta\approx11{,}06\,\%\). Der höhere kritische Wert senkt \(\alpha\) und erhöht hier \(\beta\). Der Ein-Stichproben-Vergleich belegt keine kausale Wirkung des Verfahrens.
43107912
Ein Hersteller liefert Mikrochips in zwei Qualitätsstufen. Bei Stufe A arbeitet ein Chip mit Wahrscheinlichkeit \(92\,\%\) fehlerfrei, bei Stufe B mit Wahrscheinlichkeit \(80\,\%\). Ein Techniker wählt zufällig \(100\) Chips aus einer großen Lieferung aus; die Ergebnisse werden als unabhängig modelliert. a) Bestimme den Ablehnungsbereich für \(H_0:p\geq0{,}92\) gegen \(H_1:p<0{,}92\) bei \(\alpha=5\,\%\). b) Bestimme für diese Regel die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}80\) gilt. c) Bestimme den Ablehnungsbereich für \(H_0:p\leq0{,}80\) gegen \(H_1:p>0{,}80\) bei \(\alpha=5\,\%\).

Denkanstöße

- Entscheide zuerst, ob der jeweilige Test links- oder rechtsseitig ist. - Verwende für Teil a) die kumulierte Wahrscheinlichkeit unter \(p=0{,}92\). - Fehler 2. Art in Teil b) liegt im Nichtablehnungsbereich aus Teil a), wird aber unter \(p=0{,}80\) berechnet. - Die Nichtablehnung einer Hypothese ist nicht dasselbe wie der sichere Nachweis einer Qualitätsstufe.

Lösung

1. In Teil a) wird linksseitig getestet. Für \(X\sim B(100;0{,}92)\) gilt \(P(X\leq86)\approx0{,}0282\) und \(P(X\leq87)\approx0{,}0559\). Daher ist der Ablehnungsbereich \(K=\{0,1,\dots,86\}\). Bei höchstens \(86\) fehlerfrei arbeitenden Chips wird \(H_0\) verworfen; ab \(87\) wird \(H_0\) nicht verworfen. 2. Bei \(p=0{,}80\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X\geq87\) gilt. Daher ist \(\beta=P_{0{,}80}(X\geq87)=1-P_{0{,}80}(X\leq86)\approx0{,}0469\). 3. In Teil c) wird rechtsseitig getestet. Für \(X\sim B(100;0{,}80)\) gilt \(P(X\geq87)\approx0{,}0469\), während \(P(X\geq86)\approx0{,}0804\). Daher ist der Ablehnungsbereich \(K=\{87,88,\dots,100\}\). Ab \(87\) fehlerfrei arbeitenden Chips wird \(H_0\) verworfen; bei höchstens \(86\) wird \(H_0\) nicht verworfen.

Antwort

a) \(K=\{0,1,\dots,86\}\). b) \(\beta\approx4{,}69\,\%\). c) \(K=\{87,88,\dots,100\}\).
43117412
Ein Lieferant behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) seiner Bauteile defekt sind. Ein Prüfer vermutet eine deutlich höhere Fehlerquote und betrachtet \(p_1=0{,}30\) als konkreten Alternativwert. Er wählt zufällig \(50\) Bauteile aus einer großen Lieferung aus; die Defektzustände werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. a) Bestimme den kleinsten kritischen Wert \(k\), ab dem \(H_0:p\le0{,}10\) abgelehnt wird, sodass die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art höchstens \(5\,\%\) beträgt. b) Berechne für diesen Ablehnungsbereich die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art bei \(p_1=0{,}30\).

Denkanstöße

- Welche hohen Defektzahlen sprechen gegen \(H_0\)? - Prüfe zwei benachbarte Grenzwerte am Randwert \(p_0\). - Welcher Bereich gehört beim konkreten Alternativwert zum Fehler 2. Art?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}10\) ist \(P(X\le8)\approx0{,}9421\) und \(P(X\le9)\approx0{,}9755\). Daher ist \(K=\{10;11;\dots;50\}\). 2. Für \(p_1=0{,}30\) tritt Fehler 2. Art bei \(X\le9\) ein. Somit ist \(\beta\approx0{,}0402\).

Antwort

a) \(k=10\); \(K=\{10;11;\dots;50\}\) b) \(\beta\approx4{,}02\,\%\)
43118712
Ein Hersteller gibt für seine Blumensamen eine Keimrate von mindestens \(90\,\%\) an; ein Konkurrent hält dagegen eine Keimrate von nur \(75\,\%\) für möglich. Es werden zufällig \(80\) Samen aus einer großen Lieferung ausgewählt und unter gleichen Bedingungen gepflanzt; die Keimergebnisse werden als unabhängig modelliert. Geprüft wird \(H_0:p\geq0{,}9\) gegen \(H_1:p<0{,}9\). \(H_0\) wird verworfen, wenn höchstens \(66\) Samen keimen. Für den Fehler 2. Art soll konkret \(p_1=0{,}75\) betrachtet werden. 1. Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. 2. Berechne beide Fehlerwahrscheinlichkeiten.

Denkanstöße

- Formuliere Ablehnungs- und Nichtablehnungsbereich aus der Grenze \(66\). - Verwende für den Fehler 1. Art \(p=0{,}9\). - Verwende für den Fehler 2. Art \(p=0{,}75\) und den Nichtablehnungsbereich. - „Nicht verworfen“ bedeutet nicht, dass eine Behauptung sicher bewiesen ist.

Lösung

1. Fehler 1. Art tritt ein, wenn \(H_0\) abgelehnt wird, obwohl tatsächlich \(p\ge0{,}9\) gilt. Fehler 2. Art liegt beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}75\) vor, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird. 2. Die maximale Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art innerhalb von \(H_0\) liegt am Randwert \(p_0=0{,}9\): \(\alpha=P_{0{,}9}(X\le66)\approx0{,}0267\). 3. Der Nichtablehnungsbereich ist \(X\ge67\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}75}(X\ge67)\approx0{,}0421\).

Antwort

1. Fehler 1. Art: \(H_0\) wird verworfen, obwohl \(p\geq0{,}9\) gilt. Fehler 2. Art bei \(p_1=0{,}75\): \(H_0\) wird nicht verworfen. 2. \(\alpha\approx2{,}67\,\%\); \(\beta\approx4{,}21\,\%\).
43118812
Ein Softwareunternehmen behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) der Nutzerinnen und Nutzer in einer festgelegten Zielgruppe mit der neuen Benutzeroberfläche unzufrieden sind. Ein Marktforschungsinstitut vermutet einen höheren Anteil und betrachtet \(p_1=0{,}12\) als konkreten Alternativwert. Es wählt zufällig \(120\) Personen aus der Zielgruppe aus und stellt allen dieselbe Frage; die Antworten werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. 1. Bestimme eine Entscheidungsregel für \(H_0:p\le0{,}05\) gegen \(H_1:p>0{,}05\) auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}12\).

Denkanstöße

- Eine vermutete höhere Unzufriedenheitsquote führt zu einem rechtsseitigen Test. - Bestimme den kleinsten kritischen Wert, dessen obere Randwahrscheinlichkeit unter \(p=0{,}05\) höchstens \(5\,\%\) beträgt. - Berechne den Fehler 2. Art im Nichtablehnungsbereich unter \(p=0{,}12\).

Lösung

1. Es handelt sich um einen rechtsseitigen Test. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{0{,}05}(X\geq k)\leq0{,}05\) gilt. Gleichwertig ist \(P_{0{,}05}(X\leq k-1)\geq0{,}95\). 2. Für \(X\sim B(120;0{,}05)\) gilt \(P(X\leq9)\approx0{,}9214\) und \(P(X\leq10)\approx0{,}9616\). Daher ist \(k=11\). Bei mindestens \(11\) unzufriedenen Befragten wird \(H_0\) verworfen. 3. Bei \(p=0{,}12\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X\leq10\) gilt. Somit ist \(\beta=P_{0{,}12}(X\leq10)\approx0{,}1344\).

Antwort

1. \(H_0\) wird bei mindestens \(11\) unzufriedenen Befragten verworfen. 2. \(\beta\approx13{,}44\,\%\).
43124712
Ein Hersteller von Solarzellen behauptet, dass mindestens \(90\,\%\) seiner produzierten Zellen die volle Leistung erbringen. Ein Prüfingenieur wählt zufällig \(100\) Zellen aus einer großen Produktion aus; die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. a) Stelle Nullhypothese und Gegenhypothese auf. b) Bestimme auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) den Ablehnungsbereich. c) Erläutere Fehler 1. Art und Fehler 2. Art im Sachzusammenhang.

Denkanstöße

- Welche Abweichung von „mindestens \(90\,\%\)“ soll statistisch gestützt werden? - Welche Seite der Verteilung ist relevant? - Vergleiche bei den Fehlerarten jeweils Wahrheit und Testentscheidung.

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\ge0{,}9\) gegen \(H_1:p<0{,}9\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}9\) ist \(P(X\le84)\approx0{,}0399\) und \(P(X\le85)\approx0{,}0726\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;84\}\). 3. Fehler 1. Art: Die Produktionsqualität wird beanstandet, obwohl tatsächlich \(p\ge0{,}9\) gilt. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich niedrigere Erfolgsquote wird nicht erkannt.

Antwort

a) \(H_0:p\ge0{,}9\); \(H_1:p<0{,}9\) b) \(K=\{0;1;\dots;84\}\) c) Fehler 1. Art: falsche Beanstandung einer ausreichenden Erfolgsquote. Fehler 2. Art: eine tatsächlich zu niedrige Erfolgsquote wird nicht erkannt.
43124812
Ein neues Verfahren zur Wasseraufbereitung soll bei mehr als \(60\,\%\) der Anwendungen die Schadstoffbelastung unter einen festgelegten kritischen Grenzwert senken. Dazu werden \(50\) Wasserproben zufällig aus einer definierten Grundgesamtheit ausgewählt und jeweils getrennt unter gleichen Bedingungen behandelt. Die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\) modelliert; Erfolg bedeutet, dass die Belastung nach der Behandlung unter dem Grenzwert liegt. a) Formuliere die Hypothesen für einen rechtsseitigen Signifikanztest auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). b) Bestimme die Entscheidungsregel für die Anzahl \(X\) der erfolgreichen Behandlungen. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}8\) gilt.

Denkanstöße

- Definiere zuerst genau, was als erfolgreiche Behandlung zählt. - Eine vermutete Erfolgsquote über dem Referenzwert führt zu einem rechtsseitigen Test. - Verwende für den kritischen Wert den Randwert \(p=0{,}6\). - Berechne den Fehler 2. Art im Nichtablehnungsbereich unter \(p=0{,}8\).

Lösung

1. Um eine Erfolgsquote über \(60\,\%\) nachzuweisen, wird \(H_0:p\leq0{,}6\) gegen \(H_1:p>0{,}6\) getestet. 2. Innerhalb von \(H_0\) ist die Wahrscheinlichkeit großer Werte von \(X\) am Randwert \(p=0{,}6\) am größten. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{0{,}6}(X\geq k)\leq0{,}05\) gilt. Gleichwertig ist \(P_{0{,}6}(X\leq k-1)\geq0{,}95\). 3. Für \(X\sim B(50;0{,}6)\) gilt \(P(X\leq35)\approx0{,}9460\) und \(P(X\leq36)\approx0{,}9720\). Daher ist \(k=37\), und \(H_0\) wird bei \(X\geq37\) verworfen. 4. Bei \(p=0{,}8\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X\leq36\) gilt. Somit ist \(\beta=P_{0{,}8}(X\leq36)\approx0{,}1106\).

Antwort

a) \(H_0:p\leq0{,}6\); \(H_1:p>0{,}6\). b) \(H_0\) wird bei mindestens \(37\) erfolgreichen Behandlungen verworfen; \(K=\{37,38,\dots,50\}\). c) \(\beta\approx11{,}06\,\%\).
43125612
Ein Abfüllbetrieb behauptet, dass bei einer bestimmten Anlage höchstens \(8\,\%\) der Flaschen unterfüllt sind. Zur Qualitätsprüfung werden zufällig \(150\) Flaschen aus einer großen Produktion ausgewählt; die Unterfüllungen werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Es wird ein Signifikanztest auf dem Niveau \(10\,\%\) durchgeführt. a) Ermittle die Entscheidungsregel für \(H_0:p\leq0{,}08\) gegen \(H_1:p>0{,}08\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}15\) gilt.

Denkanstöße

- Welche Ergebnisse würden die Herstellerangabe besonders infrage stellen? - Wie musst du den Rand von \(H_0\) berücksichtigen, damit die vorgegebene Irrtumswahrscheinlichkeit nicht überschritten wird? - Welche Testausgänge führen bei der angegebenen tatsächlichen Quote dazu, dass \(H_0\) nicht abgelehnt wird?

Lösung

1. Es handelt sich um einen rechtsseitigen Test. Innerhalb von \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am Randwert \(p=0{,}08\) am größten. 2. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{0{,}08}(X\geq k)\leq0{,}10\) gilt. Gleichwertig ist \(P_{0{,}08}(X\leq k-1)\geq0{,}90\). 3. Für \(X\sim B(150;0{,}08)\) gilt \(P(X\leq15)\approx0{,}8536\) und \(P(X\leq16)\approx0{,}9078\). Daher ist \(k=17\), und der Ablehnungsbereich ist \(K=\{17,18,\dots,150\}\). 4. Bei \(p=0{,}15\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X\leq16\) gilt. Somit ist \(\beta=P_{0{,}15}(X\leq16)\approx0{,}0807\).

Antwort

a) \(H_0\) wird bei mindestens \(17\) unterfüllten Flaschen verworfen. b) \(\beta\approx8{,}07\,\%\).
43125712
Ein Hersteller von Gemüsesamen gibt an, dass die Keimrate seiner Tomatensamen mindestens \(80\,\%\) beträgt. Ein Hobbygärtner prüft \(100\) zufällig ausgewählte Samen mit \(H_0:p\ge0{,}80\) auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). a) Bestimme die Entscheidungsregel. b) Berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}70\).

Denkanstöße

- Welche Seite des Tests passt zur vermuteten Unterschreitung? - Warum ist die tatsächlich erreichte Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit nicht zwingend genau \(5\,\%\)? - Welcher Bereich führt beim konkreten Alternativwert zu Fehler 2. Art?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}80\) ist \(P(X\le72)\approx0{,}0342\) und \(P(X\le73)\approx0{,}0558\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;72\}\). 2. Die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt \(\alpha\approx0{,}0342=3{,}42\,\%\). 3. Für \(p_1=0{,}70\) ist der Nichtablehnungsbereich \(X\ge73\). Daher ist \(\beta\approx0{,}2964\).

Antwort

a) \(K=\{0;1;\dots;72\}\) b) \(\alpha\approx3{,}42\,\%\) c) \(\beta\approx29{,}64\,\%\)
43125812
Ein Schokoladenhersteller behauptet, dass höchstens \(10\,\%\) seiner Riegel weniger als das Sollgewicht haben. Eine Verbraucherschutzorganisation wählt zufällig \(80\) Riegel aus einer großen Produktion aus; die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Untergewichtswahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Getestet wird \(H_0:p\leq0{,}10\) gegen \(H_1:p>0{,}10\) auf dem Signifikanzniveau \(10\,\%\). a) Ermittle den Ablehnungsbereich. b) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}15\) gilt.

Denkanstöße

- Welche Ergebnisse sprechen gegen die Behauptung „höchstens \(10\,\%\)“? - Wie hängt der zulässige Ablehnungsbereich mit dem Signifikanzniveau und dem Rand von \(H_0\) zusammen? - Welche Ergebnisse lassen die Herstellerangabe bestehen, obwohl die angegebene alternative Quote gilt? - Formuliere beide Fehlerarten jeweils als falsche Testentscheidung im Sachzusammenhang.

Lösung

1. Die Zufallsgröße \(X\) zählt die untergewichtigen Riegel. Für den rechtsseitigen Test ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit innerhalb von \(H_0\) am Randwert \(p=0{,}10\) am größten. 2. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{0{,}10}(X\geq k)\leq0{,}10\) gilt. Für \(X\sim B(80;0{,}10)\) gilt \(P(X\leq11)\approx0{,}8996\) und \(P(X\leq12)\approx0{,}9462\). Daher ist \(k=13\), und \(K=\{13,14,\dots,80\}\). 3. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn die Herstellerangabe verworfen wird, obwohl höchstens \(10\,\%\) der Riegel untergewichtig sind. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn sie nicht verworfen wird, obwohl die tatsächliche Quote über \(10\,\%\) liegt. 4. Bei \(p=0{,}15\) ist der Nichtablehnungsbereich \(X\leq12\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}15}(X\leq12)\approx0{,}5762\).

Antwort

a) \(K=\{13,14,\dots,80\}\). b) Fehler 1. Art: Eine zulässige Quote wird fälschlicherweise beanstandet. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich zu hohe Quote wird nicht erkannt. c) \(\beta\approx57{,}62\,\%\).
43127812
Ein Automobilhersteller behauptet, dass mindestens \(80\,\%\) der Kunden mit dem Service zufrieden sind. Ein Verbraucherschutzverein vermutet eine geringere Zufriedenheit. Es werden \(80\) Kunden zufällig befragt. a) Bestimme den Ablehnungsbereich auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). b) Berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Wie verändert sich der Ablehnungsbereich qualitativ, wenn das Signifikanzniveau auf \(1\,\%\) sinkt?

Denkanstöße

- Welche Werte sprechen gegen „mindestens \(80\,\%\)“? - Warum kann die tatsächlich erreichte Fehlerwahrscheinlichkeit kleiner als das vorgegebene Signifikanzniveau sein? - Was bedeutet ein kleineres Signifikanzniveau für die Menge der ablehnenden Ergebnisse?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\ge0{,}8\) gegen \(H_1:p<0{,}8\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}8\) gilt \(X\sim B(80;0{,}8)\). Es ist \(P(X\le57)\approx0{,}0388\) und \(P(X\le58)\approx0{,}0660\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;57\}\). 3. Die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt etwa \(3{,}88\,\%\). 4. Bei kleinerem Signifikanzniveau muss der linksseitige Ablehnungsbereich kleiner werden; seine obere Grenze sinkt.

Antwort

a) \(K=\{0;1;\dots;57\}\) b) Etwa \(3{,}88\,\%\) c) Der Ablehnungsbereich wird kleiner; die obere Grenze sinkt.
43129512
Ein Hersteller von LED-Leuchtmitteln gibt an, dass höchstens \(2\,\%\) seiner Produkte defekt sind. Ein Großabnehmer vermutet für eine neue große Lieferung eine höhere Fehlerquote. Er wählt zufällig \(500\) LEDs aus; die Defektzustände werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. 1. Formuliere Nullhypothese und Gegenhypothese für einen Test auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). 2. Bestimme den Ablehnungsbereich. 3. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}05\). 4. Erläutere mögliche Folgen eines Fehlers 1. Art für Hersteller und Großabnehmer.

Denkanstöße

- Welche höhere Defektquote soll statistisch gestützt werden? - Welche Grenzwahrscheinlichkeiten bestimmen den ersten Wert in \(K\)? - Was bedeutet Fehler 1. Art für eine tatsächlich zulässige Lieferung?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\le0{,}02\) gegen \(H_1:p>0{,}02\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}02\) ist \(P(X\le14)\approx0{,}9186\) und \(P(X\le15)\approx0{,}9530\). Daher ist \(K=\{16;17;\dots;500\}\). 3. Für \(p_1=0{,}05\) ist \(\beta=P(X\le15)\approx0{,}0199\). 4. Bei Fehler 1. Art wird eine Lieferung beanstandet, obwohl tatsächlich \(p\le0{,}02\) gilt; unnötige Reklamations-, Rücksende- oder Prüfkosten können folgen.

Antwort

1. \(H_0:p\le0{,}02\); \(H_1:p>0{,}02\) 2. \(K=\{16;17;\dots;500\}\) 3. \(\beta\approx1{,}99\,\%\) 4. Eine zulässige Lieferung wird fälschlich beanstandet; unnötige Kosten können entstehen.
43129612
Ein Pharmaunternehmen gibt an, dass eine bestimmte Nebenwirkung innerhalb eines festgelegten Beobachtungszeitraums bei \(10\,\%\) der Anwenderinnen und Anwender eines neuen Medikaments auftritt. Eine Verbraucherschutzorganisation vermutet eine höhere Quote. Sie untersucht eine zufällige Stichprobe von \(200\) geeigneten Medikamentennutzenden; die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Geprüft wird \(H_0:p\leq0{,}10\) gegen \(H_1:p>0{,}10\); \(H_0\) wird verworfen, wenn bei mindestens \(28\) Personen die Nebenwirkung auftritt. 1. Bestimme die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}18\) gilt. 3. Wie muss der kritische Wert \(k=28\) verändert werden, um den Fehler 2. Art zu verringern? Beschreibe ohne Rechnung die Auswirkung auf den Fehler 1. Art.

Denkanstöße

- Schreibe Ablehnungs- und Nichtablehnungsbereich aus dem kritischen Wert \(28\) auf. - Berechne \(\alpha\) unter \(p=0{,}10\) und \(\beta\) unter \(p=0{,}18\). - Überlege, wie sich beide Bereiche verändern, wenn der kritische Wert kleiner wird.

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(X\geq28\). Unter \(p=0{,}10\) ist die Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit \(\alpha=P_{0{,}10}(X\geq28)=1-P_{0{,}10}(X\leq27)\approx0{,}0434\). 2. Bei \(p=0{,}18\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X\leq27\) gilt. Daher ist \(\beta=P_{0{,}18}(X\leq27)\approx0{,}0551\). 3. Um \(\beta\) zu verringern, muss der kritische Wert gesenkt werden. Dann wird der Ablehnungsbereich größer und der Nichtablehnungsbereich kleiner. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art.

Antwort

1. \(\alpha\approx4{,}34\,\%\). 2. \(\beta\approx5{,}51\,\%\). 3. Der kritische Wert muss gesenkt werden; dadurch steigt \(\alpha\).
43130012
Ein Saatguthersteller gibt an, dass mindestens \(90\,\%\) seiner Tomatensamen keimen. Ein Gärtner vermutet eine niedrigere Keimrate. Er wählt zufällig \(200\) Samen aus einer großen Lieferung aus und sät sie unter gleichen Bedingungen aus; die Keimergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Getestet wird \(H_0:p\geq0{,}90\) gegen \(H_1:p<0{,}90\) auf dem Signifikanzniveau \(10\,\%\). 1. Ermittle den Ablehnungsbereich. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}85\) gilt. 3. Beschreibe ohne weitere Rechnung, wie sich das Risiko für einen Fehler 2. Art verändert, wenn das Signifikanzniveau verkleinert wird.

Denkanstöße

- Welche Ergebnisse sprechen gegen die Behauptung „mindestens \(90\,\%\)“? - Wie muss der kritische Bereich gewählt werden, damit die Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit im Bereich von \(H_0\) die Vorgabe nicht überschreitet? - Welche Ergebnisse führen bei der angegebenen tatsächlichen Keimrate dazu, dass \(H_0\) nicht abgelehnt wird? - Überlege, was mit dem Nichtablehnungsbereich geschieht, wenn man seltener ablehnen möchte.

Lösung

1. Es handelt sich um einen linksseitigen Test. Innerhalb von \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am Randwert \(p_0=0{,}90\) am größten. Gesucht ist der größte Wert \(k\), für den \(P_{0{,}90}(X\le k)\le0{,}10\) gilt. 2. Für \(X\sim B(200;0{,}90)\) gilt \(P(X\le173)\approx0{,}0672\) und \(P(X\le174)\approx0{,}1005\). Daher ist der Ablehnungsbereich \(K=\{0;1;\dots;173\}\). 3. Beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}85\) tritt Fehler 2. Art ein, wenn \(X\ge174\) gilt. Somit ist \(\beta=P_{0{,}85}(X\ge174)\approx0{,}2480\). 4. Wird das Signifikanzniveau verkleinert, muss der Ablehnungsbereich kleiner werden. Dadurch wird \(H_0\) seltener abgelehnt, sodass die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art bei einem festen konkreten Alternativwert typischerweise steigt.

Antwort

1. \(K=\{0;1;\dots;173\}\). 2. \(\beta\approx24{,}80\,\%\). 3. Bei kleinerem Signifikanzniveau steigt hier das Risiko für einen Fehler 2. Art.
43130112
In einem großen Krankenhaus werden in einem festgelegten Jahr etwa \(4000\) Geburten erfasst. Der bisherige Anteil an Zwillingsgeburten beträgt \(0{,}5\,\%\). Ein Biologe vermutet, dass der aktuelle Anteil höher ist. Die Geburten werden für das Modell als unabhängige Beobachtungen mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) behandelt. a) Formuliere Null- und Gegenhypothese. b) Bestimme den Ablehnungsbereich auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). c) Beschreibe den Fehler 1. Art und den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. d) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}008\) gilt. Erläutere, warum der Test allein keine Ursache für eine mögliche Erhöhung nachweist.

Denkanstöße

- Welche Richtung der vermuteten Abweichung bestimmt, welche Stichprobenergebnisse gegen die bisherige Quote sprechen? - Wie muss der kritische Bereich am Rand von \(H_0\) gewählt werden, damit das Signifikanzniveau eingehalten wird? - Welche Testausgänge führen bei der angegebenen tatsächlichen Quote dazu, dass \(H_0\) nicht abgelehnt wird? - Unterscheide den statistischen Nachweis einer Veränderung von einer Erklärung ihrer Ursache.

Lösung

1. Da eine Erhöhung vermutet wird, gilt \(H_0:p\leq0{,}005\) und \(H_1:p>0{,}005\). 2. Innerhalb von \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am Randwert \(p=0{,}005\) am größten. Gesucht ist das kleinste \(k\), für das \(P_{0{,}005}(X\geq k)\leq0{,}05\) gilt. 3. Für \(X\sim B(4000;0{,}005)\) gilt \(P(X\leq27)\approx0{,}9480\) und \(P(X\leq28)\approx0{,}9660\). Daher ist \(k=29\), und der Ablehnungsbereich ist \(K=\{29,30,\dots,4000\}\). 4. Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn auf einen erhöhten Anteil geschlossen wird, obwohl \(p\leq0{,}005\) gilt. Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn eine tatsächliche Erhöhung nicht erkannt wird. 5. Bei \(p=0{,}008\) ist der Nichtablehnungsbereich \(X\leq28\). Daher ist \(\beta=P_{0{,}008}(X\leq28)\approx0{,}2732\). 6. Selbst ein statistisch nachgewiesener höherer Anteil zeigt nur eine Veränderung des Anteils. Ohne zusätzliche Studiendaten kann daraus keine bestimmte Ursache, etwa ein Umweltfaktor, abgeleitet werden.

Antwort

a) \(H_0:p\leq0{,}005\); \(H_1:p>0{,}005\). b) \(K=\{29,30,\dots,4000\}\). c) Fehler 1. Art: Eine Erhöhung wird festgestellt, obwohl keine vorliegt. Fehler 2. Art: Eine tatsächliche Erhöhung wird nicht erkannt. d) \(\beta\approx27{,}32\,\%\). Der Test weist keine Ursache für eine mögliche Erhöhung nach.
43130412
In einer Gemeinde heizten bisher \(20\,\%\) der Haushalte mit Holz. Die Gemeinde vermutet, dass dieser Anteil gesunken ist. Sie wählt zufällig \(100\) Haushalte aus der Gemeinde aus; die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Getestet wird \(H_0:p\geq0{,}20\) gegen \(H_1:p<0{,}20\) auf dem Signifikanzniveau \(10\,\%\). 1. Ermittle die Entscheidungsregel. 2. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}12\) gilt.

Denkanstöße

- Eine vermutete Abnahme führt zu einem linksseitigen Test. - Verwende für den Ablehnungsbereich den Randwert \(p=0{,}20\). - Berechne den Fehler 2. Art im Nichtablehnungsbereich unter \(p=0{,}12\).

Lösung

1. Es handelt sich um einen linksseitigen Test. Innerhalb von \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am Randwert \(p=0{,}20\) am größten. Gesucht ist der größte Wert \(k\), für den \(P_{0{,}20}(X\leq k)\leq0{,}10\) gilt. 2. Für \(X\sim B(100;0{,}20)\) gilt \(P(X\leq14)\approx0{,}0804\) und \(P(X\leq15)\approx0{,}1285\). Daher wird \(H_0\) bei \(X\leq14\) verworfen; der Nichtablehnungsbereich ist \(X\geq15\). 3. Bei \(p=0{,}12\) tritt ein Fehler 2. Art ein, wenn \(X\geq15\) gilt. Somit ist \(\beta=P_{0{,}12}(X\geq15)=1-P_{0{,}12}(X\leq14)\approx0{,}2160\).

Antwort

1. \(H_0\) wird verworfen, wenn höchstens \(14\) der befragten Haushalte mit Holz heizen. 2. \(\beta\approx21{,}60\,\%\).
43130612
Ein Hersteller von Solarmodulen gibt an, dass mindestens \(95\,\%\) seiner ausgelieferten Module die volle Nennleistung erbringen. Ein Prüfinstitut vermutet eine niedrigere Quote. Es wählt zufällig \(100\) Module aus einer großen Lieferung aus; die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Erfolgswahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. 1. Lege Nullhypothese und Gegenhypothese fest und bestimme auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) die Entscheidungsregel. 2. Berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am Randwert. 3. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}90\).

Denkanstöße

- Welche geringere Erfolgsquote soll statistisch gestützt werden? - Welche Seite der Verteilung ist für \(K\) relevant? - Welcher Nichtablehnungsbereich führt beim konkreten Alternativwert zu Fehler 2. Art?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\ge0{,}95\) gegen \(H_1:p<0{,}95\). Am Randwert ist \(P(X\le90)\approx0{,}0282\) und \(P(X\le91)\approx0{,}0631\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;90\}\). 2. \(\alpha=P_{0{,}95}(X\le90)\approx0{,}0282=2{,}82\,\%\). 3. Für \(p_1=0{,}90\) gilt \(\beta=P(X\ge91)\approx0{,}4513\).

Antwort

1. \(H_0:p\ge0{,}95\); \(H_1:p<0{,}95\); \(K=\{0;1;\dots;90\}\) 2. \(\alpha\approx2{,}82\,\%\) 3. \(\beta\approx45{,}13\,\%\)
43130712
Ein Hersteller von Bio-Limonade behauptet, dass mindestens \(60\,\%\) der Konsumenten eine neue Sorte bevorzugen. Ein Marktforschungsinstitut vermutet eine geringere Beliebtheit und befragt \(100\) zufällig ausgewählte Personen. 1. Formuliere Nullhypothese und Gegenhypothese und bestimme die Entscheidungsregel auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). 2. Berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. 3. Erläutere diesen Fehler im Sachkontext.

Denkanstöße

- Welche geringere Quote soll statistisch gestützt werden? - Warum ist die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art nicht zwingend genau \(5\,\%\)? - Formuliere für Teil 3 den wahren Zustand und die falsche Entscheidung gemeinsam.

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\ge0{,}6\) gegen \(H_1:p<0{,}6\). Am Randwert \(p_0=0{,}6\) gilt \(X\sim B(100;0{,}6)\). Es ist \(P(X\le51)\approx0{,}0423\) und \(P(X\le52)\approx0{,}0638\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;51\}\). 2. Die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art beträgt \(P_{0{,}6}(X\le51)\approx0{,}0423\), also \(4{,}23\,\%\). 3. Der Fehler tritt ein, wenn die Herstellerangabe abgelehnt wird, obwohl tatsächlich mindestens \(60\,\%\) die neue Sorte bevorzugen.

Antwort

1. \(H_0:p\ge0{,}6\); \(H_1:p<0{,}6\); \(K=\{0;1;\dots;51\}\) 2. Etwa \(4{,}23\,\%\) 3. Eine zutreffende Herstellerangabe wird fälschlich abgelehnt.
43130912
Ein Hersteller von LED-Modulen behauptet, dass höchstens \(5\,\%\) seiner Module defekt sind. Ein Großabnehmer vermutet eine höhere Fehlerquote. Er wählt zufällig \(80\) Module aus einer großen Lieferung aus; die Defektzustände werden als unabhängig mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. a) Bestimme für \(H_0:p\le0{,}05\) gegen \(H_1:p>0{,}05\) auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) den Ablehnungsbereich. b) Erläutere Fehler 1. Art und Fehler 2. Art. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}12\).

Denkanstöße

- Welche hohen Defektzahlen sprechen gegen \(H_0\)? - Vergleiche bei den Fehlerarten jeweils wahren Zustand und Testentscheidung. - Welcher Bereich ist beim konkreten Alternativwert für \(\beta\) relevant?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}05\) ist \(P(X\le6)\approx0{,}8947\) und \(P(X\le7)\approx0{,}9534\). Daher ist \(K=\{8;9;\dots;80\}\). 2. Fehler 1. Art: Die Lieferung wird fälschlich beanstandet, obwohl \(p\le0{,}05\) gilt. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich erhöhte Defektquote wird nicht erkannt. 3. Für \(p_1=0{,}12\) ist \(\beta=P(X\le7)\approx0{,}2416\).

Antwort

a) \(K=\{8;9;\dots;80\}\) b) Fehler 1. Art: falsche Beanstandung einer zulässigen Quote. Fehler 2. Art: eine erhöhte Quote wird nicht erkannt. c) \(\beta\approx24{,}16\,\%\)
43131012
Ein Pharmaunternehmen gibt an, dass ein neues Medikament innerhalb eines festgelegten Beobachtungszeitraums bei mindestens \(80\,\%\) der geeigneten Patientinnen und Patienten wirkt. Es wird eine zufällige Stichprobe von \(60\) Personen aus der Zielpopulation untersucht; die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Wirksamkeitswahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. Die Nullhypothese \(H_0:p\geq0{,}8\) wird verworfen, wenn das Medikament bei höchstens \(42\) Personen wirkt. a) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art am Randwert \(p=0{,}8\). b) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, falls tatsächlich \(p=0{,}65\) gilt. c) Wie muss der kritische Wert verändert werden, um den Fehler 1. Art zu verringern? Beschreibe die Auswirkung auf den Fehler 2. Art.

Denkanstöße

- Schreibe Ablehnungs- und Nichtablehnungsbereich aus der Grenze \(42\) auf. - Berechne \(\alpha\) unter \(p=0{,}8\) und \(\beta\) unter \(p=0{,}65\). - Ein kleinerer Ablehnungsbereich senkt den Fehler 1. Art, vergrößert aber den Nichtablehnungsbereich.

Lösung

1. Der Ablehnungsbereich ist \(X\le42\). Innerhalb von \(H_0\) ist die Ablehnungswahrscheinlichkeit am Randwert \(p_0=0{,}8\) am größten. Daher ist \(\alpha=P_{0{,}8}(X\le42)\approx0{,}0427\). 2. Beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}65\) tritt Fehler 2. Art ein, wenn \(H_0\) nicht abgelehnt wird, also wenn \(X\ge43\) gilt. Somit ist \(\beta=P_{0{,}65}(X\ge43)\approx0{,}1721\). 3. Um \(\alpha\) zu verringern, muss der kritische Wert gesenkt werden, sodass der Ablehnungsbereich kleiner wird. Dadurch vergrößert sich der Nichtablehnungsbereich und \(\beta\) steigt beim betrachteten Alternativwert.

Antwort

a) \(\alpha\approx4{,}27\,\%\). b) \(\beta\approx17{,}21\,\%\). c) Der kritische Wert muss gesenkt werden; dadurch steigt \(\beta\).
43131312
Ein Hersteller von Mehrwegflaschen behauptet, dass höchstens \(4\,\%\) seiner Flaschen Mängel am Verschluss aufweisen. Ein Abfüllbetrieb vermutet eine höhere Fehlerquote. Er wählt zufällig \(200\) Flaschen aus einer großen Produktion aus; die Ergebnisse werden als unabhängig mit einer konstanten Mängelwahrscheinlichkeit \(p\) modelliert. 1. Formuliere Nullhypothese und Gegenhypothese und bestimme auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) den Ablehnungsbereich. 2. Berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. 3. Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}10\).

Denkanstöße

- Welche Abweichung von der angegebenen Mängelquote soll statistisch gestützt werden? - Warum kann die tatsächlich erreichte Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit kleiner als die nominale Obergrenze sein? - Welcher Bereich gehört beim konkreten Alternativwert zu Fehler 2. Art?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\le0{,}04\) gegen \(H_1:p>0{,}04\). Am Randwert ist \(P(X\le12)\approx0{,}9401\) und \(P(X\le13)\approx0{,}9688\). Daher ist \(K=\{14;15;\dots;200\}\). 2. \(\alpha=P_{0{,}04}(X\ge14)\approx0{,}0312=3{,}12\,\%\). 3. Für \(p_1=0{,}10\) gilt \(\beta=P(X\le13)\approx0{,}0566\).

Antwort

1. \(H_0:p\le0{,}04\); \(H_1:p>0{,}04\); \(K=\{14;15;\dots;200\}\) 2. \(\alpha\approx3{,}12\,\%\) 3. \(\beta\approx5{,}66\,\%\)
43131412
Ein Verkehrsunternehmen gibt an, dass mindestens \(75\,\%\) der Fahrgäste mit der Pünktlichkeit der Busse zufrieden sind. Ein Fahrgastverband bezweifelt dies und befragt \(100\) zufällig ausgewählte Personen. Es gilt \(H_0:p\ge0{,}75\) auf dem Signifikanzniveau \(10\,\%\). 1. Ermittle die Entscheidungsregel. 2. Erläutere Fehler 2. Art im Sachzusammenhang. 3. Berechne die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}60\).

Denkanstöße

- Welche Abweichung von der Angabe des Verkehrsunternehmens würde gegen \(H_0\) sprechen? - Welche Ergebnisse führen dazu, dass \(H_0\) nicht abgelehnt wird? - Für welchen wahren Zustand soll in Teil 3 die Wahrscheinlichkeit einer solchen Nichtablehnung bestimmt werden?

Lösung

1. Am Randwert \(p_0=0{,}75\) ist \(P(X\le68)\approx0{,}0693\) und \(P(X\le69)\approx0{,}1038\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;68\}\). 2. Fehler 2. Art bedeutet, dass \(H_0\) nicht abgelehnt wird, obwohl die tatsächliche Zufriedenheitsquote unter \(75\,\%\) liegt. 3. Für \(p_1=0{,}60\) gilt \(\beta=P(X\ge69)\approx0{,}0398\).

Antwort

1. \(K=\{0;1;\dots;68\}\) 2. Eine tatsächlich niedrigere Zufriedenheitsquote wird nicht erkannt. 3. \(\beta\approx3{,}98\,\%\)
43131512
Ein Streaming-Dienst behauptet, dass mindestens \(35\,\%\) seiner Abonnenten wöchentlich eine Dokumentation ansehen. Ein Marktforschungsinstitut vermutet einen geringeren Anteil und befragt \(150\) zufällig ausgewählte Abonnenten. a) Stelle Nullhypothese und Gegenhypothese auf. b) Bestimme auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\) den Ablehnungsbereich. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. d) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}25\).

Denkanstöße

- Welche geringere Quote soll statistisch gestützt werden? - Welcher Randwert ist für den Ablehnungsbereich maßgeblich? - Welcher Bereich führt beim konkreten Alternativwert zu Fehler 2. Art?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\ge0{,}35\) gegen \(H_1:p<0{,}35\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}35\) ist \(P(X\le42)\approx0{,}0417\) und \(P(X\le43)\approx0{,}0601\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;42\}\). 3. \(\alpha\approx0{,}0417=4{,}17\,\%\). 4. Für \(p_1=0{,}25\) ist \(\beta=P(X\ge43)\approx0{,}1724\).

Antwort

a) \(H_0:p\ge0{,}35\); \(H_1:p<0{,}35\) b) \(K=\{0;1;\dots;42\}\) c) \(\alpha\approx4{,}17\,\%\) d) \(\beta\approx17{,}24\,\%\)
43131612
Ein Hersteller von Akkumulatoren behauptet, dass höchstens \(12\,\%\) seiner Produkte nach einem Jahr intensiver Nutzung deutlich an Kapazität verlieren. Ein Testlabor vermutet eine höhere Quote und prüft \(250\) zufällig ausgewählte Akkus. a) Formuliere Nullhypothese und Gegenhypothese. b) Ermittle die Entscheidungsregel auf dem Signifikanzniveau \(5\,\%\). c) Berechne die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. d) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}18\).

Denkanstöße

- Welche höhere Quote soll statistisch gestützt werden? - Welche obere Randwahrscheinlichkeit bestimmt den Ablehnungsbereich? - Welcher Bereich entspricht beim konkreten Alternativwert dem Fehler 2. Art?

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\le0{,}12\) gegen \(H_1:p>0{,}12\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}12\) ist \(P(X\le38)\approx0{,}9471\) und \(P(X\le39)\approx0{,}9639\). Daher ist \(K=\{40;41;\dots;250\}\). 3. \(\alpha=P_{0{,}12}(X\ge40)\approx0{,}0361=3{,}61\,\%\). 4. Für \(p_1=0{,}18\) ist \(\beta=P(X\le39)\approx0{,}1834\).

Antwort

a) \(H_0:p\le0{,}12\); \(H_1:p>0{,}12\) b) \(K=\{40;41;\dots;250\}\) c) \(\alpha\approx3{,}61\,\%\) d) \(\beta\approx18{,}34\,\%\)
55313712
Ein rechtsseitiger Test verwendet \(H_0:p\le0{,}30\) gegen \(H_1:p>0{,}30\) und den Ablehnungsbereich \(K=\{10;11;\dots;20\}\). Die beiden Diagramme zeigen dieselbe Entscheidungsregel bei zwei verschiedenen Parameterwerten. In einem Diagramm ist ein Bereich mit A, im anderen ein Bereich mit B markiert. a) Lies aus jedem Diagramm den dargestellten Parameterwert und den markierten Zählwertbereich ab. b) Ordne A und B den Fehlerwahrscheinlichkeiten \(\alpha\) und \(\beta\) zu. Begründe jeweils mit wahrem Parameterwert und Testentscheidung.
Abbildung zur Aufgabe 553137

Denkanstöße

- Lies zuerst die ausdrücklich dargestellten Parameterwerte und die markierten Zählwertbereiche ab. - Vergleiche jeden markierten Bereich mit \(K\) beziehungsweise dem Nichtablehnungsbereich. - Entscheidend für die Fehlerart ist die Kombination aus wahrem Parameterwert und Testentscheidung.

Lösung

1. Im Diagramm mit \(p=0{,}30\) umfasst A die Zählwerte \(10\) bis \(20\), also den Ablehnungsbereich \(K\). 2. Im Diagramm mit \(p=0{,}50\) umfasst B die Zählwerte \(0\) bis \(9\), also den Nichtablehnungsbereich. 3. Bei \(p_0=0{,}30\) beschreibt A die Ablehnung einer wahren Nullhypothese und damit \(\alpha\). 4. Beim konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}50\) beschreibt B die Nichtablehnung einer falschen Nullhypothese und damit \(\beta\).

Antwort

a) A: \(p=0{,}30\), Zählwerte \(10\) bis \(20\). B: \(p=0{,}50\), Zählwerte \(0\) bis \(9\). b) A beschreibt \(\alpha\); B beschreibt \(\beta\).
55698712
Für einen rechtsseitigen Test gilt \(H_0:p\le0{,}30\), \(n=30\) und \(K=\{14;15;\dots;30\}\). Für Fehler 2. Art soll \(p_1=0{,}45\) betrachtet werden. Eine Schülerin hat mit einer Statistiksoftware zwei Diagramme erzeugt. Das erste soll Fehler 1. Art visualisieren, das zweite Fehler 2. Art. In beiden Diagrammen ist der von ihr markierte Bereich mit M gekennzeichnet. a) Finde in jedem Diagramm genau einen sachlichen Einstellungsfehler. b) Gib für jedes Diagramm die korrekte Verteilung und den korrekt zu markierenden Zählwertbereich an. c) Erkläre kurz, warum die beiden Korrekturen verschieden sind.
Abbildung zur Aufgabe 556987

Denkanstöße

- Prüfe im ersten Diagramm getrennt den dargestellten Parameterwert und den markierten Bereich. - Prüfe im zweiten Diagramm, welche Testentscheidung der markierte Bereich auslöst. - Ordne jedem Fehlertyp zuerst „wahrer Parameterzustand“ und „falsche Entscheidung“ zu.

Lösung

1. Im ersten Diagramm ist der markierte Bereich \(14\) bis \(30\) für Fehler 1. Art richtig, aber der Parameterwert ist falsch: Statt \(p=0{,}35\) muss am Randwert der Nullhypothese \(p_0=0{,}30\) verwendet werden. 2. Im zweiten Diagramm ist \(p=0{,}45\) für den konkreten Alternativwert richtig, aber der markierte Bereich ist falsch: Für Fehler 2. Art muss der Nichtablehnungsbereich \(0\) bis \(13\) markiert werden, nicht \(K\). 3. Die erste Korrektur betrifft den wahren Parameterwert bei Fehler 1. Art; die zweite die falsche Testentscheidung bei Fehler 2. Art.

Antwort

a) Erstes Diagramm: falscher Parameterwert. Zweites Diagramm: falscher markierter Bereich. b) Fehler 1. Art: \(B(30;0{,}30)\), markiert \(14\) bis \(30\). Fehler 2. Art: \(B(30;0{,}45)\), markiert \(0\) bis \(13\). c) \(\alpha\) betrachtet Ablehnung am Randwert von \(H_0\); \(\beta\) betrachtet Nichtablehnung beim konkreten Alternativwert.
42715212
In einem Modell für die Herstellung von Mikrochips werden \(250\) Chips unabhängig voneinander betrachtet. Vor einem neuen Fertigungsverfahren beträgt die Defektwahrscheinlichkeit pro Chip \(p_0=0{,}08\); nach der Umstellung beträgt sie tatsächlich \(p_1=0{,}04\). Das Verfahren wird als deutliche Verbesserung anerkannt, wenn die Anzahl der defekten Chips mindestens das \(1{,}5\)-fache der ursprünglichen Standardabweichung unter dem ursprünglichen Erwartungswert liegt. Berechne die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Verbesserung nach dieser Regel nicht erkannt wird, obwohl \(p_1=0{,}04\) gilt. Gib das Ergebnis als Prozentwert auf zwei Nachkommastellen an.

Denkanstöße

- Berechne zuerst \(\mu_0\) und \(\sigma_0\) für die ursprüngliche Quote. - Welche ganzzahligen Defektzahlen erfüllen die vorgegebene Verbesserungsregel? - Welche Binomialverteilung gilt für die abschließende Wahrscheinlichkeit unter \(p_1\)?

Lösung

1. Für den ursprünglichen Zustand ist \(\mu_0=250\cdot0{,}08=20\) und \(\sigma_0=\sqrt{250\cdot0{,}08\cdot0{,}92}\approx4{,}2895\). 2. Die Erfolgsgrenze ist \(X\le\mu_0-1{,}5\sigma_0=13{,}5657\). Da \(X\) ganzzahlig ist, wird die Verbesserung bei \(X\le13\) erkannt. 3. Unter dem neuen Modell gilt \(X\sim B(250;0{,}04)\). „Nicht erkannt“ bedeutet \(X>13\). 4. Die kumulierte Binomialfunktion des Taschenrechners liefert \(P(X>13)=1-P(X\le13)\approx0{,}131050\).

Antwort

\(13{,}10\,\%\)
42723812
Der Solarmodulhersteller Solara gibt an, dass höchstens \(10\,\%\) der produzierten Zellen optische Mängel aufweisen. Ein Großabnehmer möchte dies prüfen und führt einen Signifikanztest an einer Stichprobe von \(n=100\) Zellen durch. Er lehnt die Angabe des Herstellers ab, wenn mehr als \(15\) Zellen Mängel aufweisen. a) Stelle die Nullhypothese und die Gegenhypothese auf und benenne die Testgröße. b) Berechne die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art. c) Beschreibe für beide Fehlerarten, wer dadurch einen Nachteil haben kann. d) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art unter der Annahme, dass in Wirklichkeit \(20\,\%\) der Zellen Mängel aufweisen. e) Nenne zwei Gründe, warum die Annahme einer Binomialverteilung hier problematisch sein könnte. Gib berechnete Wahrscheinlichkeiten als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an.

Denkanstöße

- Welche Aussage soll mit dem Test statistisch gestützt werden? - An welchem Randwert von \(H_0\) musst du die maximale Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art bestimmen? - Welche falsche Entscheidung gehört zu jedem Fehlertyp? - Welche zwei Voraussetzungen einer Bernoulli-Kette könnten in der Produktion verletzt sein?

Lösung

1. Die Testgröße \(X\) beschreibt die Anzahl der mangelhaften Zellen. Statistisch gestützt werden soll eine Mängelquote über \(10\,\%\). Daher gilt \(H_0:p\leq0{,}10\) gegen \(H_1:p>0{,}10\). 2. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{16;17;\dots;100\}\). Die maximale Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art liegt am Randwert \(p_0=0{,}10\): \(P_{0{,}10}(X\geq16)\approx0{,}0399=3{,}99\,\%\). 3. Fehler 1. Art: Eine Lieferung wird beanstandet, obwohl die Mängelquote höchstens \(10\,\%\) beträgt; das benachteiligt den Hersteller. Fehler 2. Art: Eine tatsächlich zu hohe Mängelquote wird nicht erkannt; das benachteiligt den Abnehmer. 4. Bei \(p_1=0{,}20\) tritt Fehler 2. Art für \(X\leq15\) auf. Es gilt \(\beta=P_{0{,}20}(X\leq15)\approx0{,}1285=12{,}85\,\%\). 5. Problematisch wäre die Binomialannahme zum Beispiel bei schwankender Mängelwahrscheinlichkeit oder bei Abhängigkeiten zwischen den untersuchten Zellen.

Antwort

a) \(H_0:p\leq0{,}10\); \(H_1:p>0{,}10\); \(X\): Anzahl mangelhafter Zellen. b) Maximal \(3{,}99\,\%\) am Randwert \(p_0=0{,}10\). c) Fehler 1. Art kann den Hersteller, Fehler 2. Art den Abnehmer benachteiligen. d) \(\beta\approx12{,}85\,\%\). e) Zum Beispiel Abhängigkeiten zwischen Mängeln oder eine nicht konstante Mängelwahrscheinlichkeit.
42725212
Bei einem Glücksrad mit \(10\) gleich großen Feldern wird geprüft, ob ein bestimmtes Feld häufiger als mit \(p_0=0{,}1\) getroffen wird. Es gilt \(H_0:p\le0{,}1\) gegen die Gegenhypothese \(H_1:p>0{,}1\). Für die Berechnung eines Fehlers 2. Art wird der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}3\) betrachtet. Bei \(n=20\) zählt \(X\) die Treffer. 1. Berechne \(\alpha\) und \(\beta\) für \(K=\{5;6;\dots;20\}\). 2. Bestimme \(\alpha\) und \(\beta\) für \(K=\emptyset\) und interpretiere \(\beta\). 3. Wie muss \(K\) gewählt werden, damit \(\beta=0\) gilt? Gib dann auch \(\alpha\) an.

Denkanstöße

- Was bedeutet ein leerer Ablehnungsbereich für jede mögliche Testentscheidung? - Welcher Bereich muss leer sein, damit ein Fehler 2. Art unmöglich wird? - Prüfe in den Extremfällen, was dann mit der jeweils anderen Fehlerwahrscheinlichkeit geschieht.

Lösung

1. \(\alpha=P_{0{,}1}(X\ge5)\approx0{,}0432\); \(\beta=P_{0{,}3}(X\le4)\approx0{,}2375\). 2. Bei \(K=\emptyset\) wird \(H_0\) nie abgelehnt. Daher ist \(\alpha=0\) und \(\beta=1\). 3. Für \(\beta=0\) muss der Nichtablehnungsbereich leer sein. Daher ist \(K=\{0;1;\dots;20\}\) und \(\alpha=1\).

Antwort

1. \(\alpha\approx4{,}32\,\%\); \(\beta\approx23{,}75\,\%\) 2. \(\alpha=0\); \(\beta=1\). Beim Alternativwert \(p_1=0{,}3\) tritt der Fehler 2. Art sicher ein, weil \(H_0\) nie abgelehnt wird. 3. \(K=\{0;1;\dots;20\}\); \(\alpha=1\)
42726212
Ein Pharmaunternehmen gibt an, dass die Heilungsquote eines neuen Medikaments mindestens \(75\,\%\) beträgt. Es werden \(120\) Patientinnen und Patienten untersucht. a) Stelle Nullhypothese und Gegenhypothese für einen linksseitigen Test auf. b) Bestimme den größtmöglichen Ablehnungsbereich auf dem Signifikanzniveau \(1\,\%\). c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}60\) als Prozentwert auf zwei Dezimalstellen. d) Der Stichprobenumfang wird erhöht, das vorgegebene Signifikanzniveau bleibt \(1\,\%\) und \(p_1=0{,}60\). Erläutere, was typischerweise mit \(\beta\) geschieht und warum die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art dabei nicht numerisch gleich bleiben muss.

Denkanstöße

- Welche geringere Heilungsquote soll statistisch gestützt werden? - Für Fehler 2. Art ist der Nichtablehnungsbereich beim konkreten Alternativwert maßgeblich. - Unterscheide in Teil d) das vorgegebene Signifikanzniveau von der tatsächlich erreichten Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit.

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\ge0{,}75\) gegen \(H_1:p<0{,}75\). 2. Am Randwert \(p_0=0{,}75\) ist \(P(X\le78)\approx0{,}0093\) und \(P(X\le79)\approx0{,}0155\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;78\}\). 3. Für \(p_1=0{,}60\) ist \(\beta=P(X\ge79)\approx0{,}1123=11{,}23\,\%\). 4. Bei größerem \(n\) lassen sich die Verteilungen für \(p_0\) und \(p_1\) besser trennen; \(\beta\) sinkt typischerweise. Das nominale Signifikanzniveau bleibt \(1\,\%\), doch die ganzzahlige kritische Grenze wird neu gewählt, sodass die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 1. Art einen anderen Wert unterhalb der Vorgabe annehmen kann.

Antwort

a) \(H_0:p\ge0{,}75\); \(H_1:p<0{,}75\) b) \(K=\{0;1;\dots;78\}\) c) \(\beta\approx11{,}23\,\%\) d) \(\beta\) sinkt typischerweise; die tatsächlich erreichte Fehler-1.-Art-Wahrscheinlichkeit kann sich wegen der diskreten Grenzwahl ändern.
42731712
Ein Gärtner besitzt zwei Sorten von Tomatensamen. Es ist bekannt, dass Sorte A eine Keimwahrscheinlichkeit von \(70\,\%\) hat, während Sorte B eine Keimwahrscheinlichkeit von \(30\,\%\) aufweist. Die Beschriftung der Samentüten ist verloren gegangen. Um die Sorte zu bestimmen, sät der Gärtner \(40\) Samen einer Tüte aus. Gehe davon aus, dass die Keimung der einzelnen Samen voneinander unabhängig ist. a) Berechne für beide Sorten jeweils die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mehr als die Hälfte bzw. weniger als die Hälfte der ausgesäten Samen keimen. b) Der Gärtner legt eine Entscheidungsregel fest: Er entscheidet sich für Sorte A, wenn mindestens \(k\) Samen keimen. Bestimme den kleinstmöglichen Wert für \(k\) so, dass die Wahrscheinlichkeit, Sorte B fälschlicherweise für Sorte A zu halten, höchstens \(5\,\%\) beträgt. c) Wie groß ist bei der in Teilaufgabe b) ermittelten Regel die Wahrscheinlichkeit, dass Sorte A fälschlicherweise als Sorte B eingestuft wird? d) Erläutere, warum es in dieser Situation (Wahl zwischen zwei gleichwertigen Alternativen) problematisch sein kann, eine der beiden Sorten als Nullhypothese zu bevorzugen.

Denkanstöße

- Überlege dir, welche Verteilung hier vorliegt und welche Parameter \(n\) und \(p\) jeweils gegeben sind. - Was bedeutet „mehr als die Hälfte“ bei 40 Samen mathematisch für die Zufallsgröße? - Denke bei der Entscheidungsregel daran, welche Sorte fälschlicherweise angenommen wird und welche Wahrscheinlichkeit daher für die Berechnung von \(k\) relevant ist. - Was passiert mit der Irrtumswahrscheinlichkeit, wenn du die Grenze \(k\) verschiebst? - Erinnere dich an den Unterschied zwischen einem Signifikanztest und einer einfachen Wahl zwischen zwei Hypothesen.

Lösung

1. Berechnung für Teilaufgabe a): Sei \(X\) die Anzahl der keimenden Samen. Es gilt \(n = 40\). Für Sorte A (\(p = 0{,}7\)): \(P(X > 20) = 1 - P(X \le 20) \approx 1 - 0{,}0063 = 0{,}9937\) \(P(X < 20) = P(X \le 19) \approx 0{,}0024\) Für Sorte B (\(p = 0{,}3\)): \(P(X > 20) = 1 - P(X \le 20) \approx 1 - 0{,}9976 = 0{,}0024\) \(P(X < 20) = P(X \le 19) \approx 0{,}9937\) 2. Bestimmung von \(k\) für Teilaufgabe b): Gesucht ist das kleinste \(k\), sodass unter der Annahme von Sorte B (\(p = 0{,}3\)) gilt: \(P(X \ge k) \le 0{,}05\). Dies ist äquivalent zu \(1 - P(X \le k-1) \le 0{,}05\) bzw. \(P(X \le k-1) \ge 0{,}95\). Laut Tabelle der Binomialverteilung für \(n = 40, p = 0{,}3\) ist \(P(X \le 16) \approx 0{,}9367\) und \(P(X \le 17) \approx 0{,}9680\). Somit muss \(k-1 = 17\) gelten, woraus \(k = 18\) folgt. 3. Berechnung für Teilaufgabe c): Ein Fehler unter Sorte A tritt auf, wenn \(X < 18\). \(P(X \le 17)\) für \(p = 0{,}7\): \(P(X \le 17) \approx 0{,}000275\). 4. Begründung für Teilaufgabe d): Die Wahl einer Nullhypothese bewirkt im statistischen Test eine Asymmetrie, da die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 1. Art (\(\alpha\)) kontrolliert und klein gehalten wird, während der Fehler 2. Art (\(\beta\)) meist nicht direkt kontrolliert wird. Da hier beide Sorten „gleichberechtigt“ nebeneinanderstehen und keine Sorte als Standard oder gesicherte Annahme (Status Quo) fungiert, ist die einseitige Festlegung einer Nullhypothese willkürlich und benachteiligt eine der beiden Fehlentscheidungen.

Antwort

a) Sorte A: \(P(X > 20) \approx 99{,}37\,\%\), \(P(X < 20) \approx 0{,}24\,\%\). Sorte B: \(P(X > 20) \approx 0{,}24\,\%\), \(P(X < 20) \approx 99{,}37\,\%\). b) Der kleinstmögliche Wert ist \(k = 18\). c) Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. \(0{,}0275\,\%\). d) Ein Signifikanztest schützt die Nullhypothese einseitig. Da hier beide Fälle symmetrisch sind, ist die Priorisierung einer Sorte als \(H_0\) ohne sachlichen Grund willkürlich.
42732012
Beurteile die folgenden Aussagen im Kontext von Hypothesentests auf ihre Korrektheit und begründe deine Entscheidung kurz. a) „Wählt man für einen Test ein kleineres Signifikanzniveau \(\alpha\), so verringert sich bei gleichbleibendem Stichprobenumfang stets auch die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art.“ b) „Die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art entspricht bei diskreten Verteilungen wie der Binomialverteilung in der Regel nicht exakt dem vorgegebenen Signifikanzniveau \(\alpha\).“ c) „Durch eine Vergrößerung des Stichprobenumfangs \(n\) lassen sich bei konstantem Signifikanzniveau die Wahrscheinlichkeiten für Fehler 1. Art und Fehler 2. Art gleichzeitig minimieren.“

Denkanstöße

- Wie verändert ein strengeres nominales Signifikanzniveau den Ablehnungsbereich? - Kann eine diskrete Verteilung jede beliebige vorgegebene Randwahrscheinlichkeit exakt treffen? - Unterscheide das vorgegebene Signifikanzniveau von der tatsächlich erreichten Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art. - Überlege für einen festen konkreten Alternativwert, wie mehr Beobachtungen die Trennbarkeit der beiden Parameterwerte beeinflussen.

Lösung

1. Aussage a) ist falsch. Ein kleineres nominales Signifikanzniveau führt bei gleichem \(n\) zu einem strengeren Ablehnungsbereich. Für einen festen konkreten Alternativwert wird \(H_0\) dadurch schwerer abgelehnt; bei den üblichen geschachtelten einseitigen Tests steigt daher die Wahrscheinlichkeit \(\beta\) für Fehler 2. Art. 2. Aussage b) ist wahr. Wegen der diskreten Binomialverteilung kann der Rand des Ablehnungsbereichs nur ganzzahlig verschoben werden. Die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art liegt deshalb in der Regel unter dem vorgegebenen Signifikanzniveau und ist nicht exakt gleich groß. 3. Aussage c) ist in dieser pauschalen Form falsch. Bei fest vorgegebenem Signifikanzniveau wird die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art begrenzt; ein größeres \(n\) senkt sie nicht automatisch. Für einen festen konkreten Alternativwert kann ein größeres \(n\) die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art deutlich senken. Wegen der diskreten Wahl des Ablehnungsbereichs kann sich die tatsächlich erreichte Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art ebenfalls verändern, eine automatische gleichzeitige Minimierung beider Fehlerwahrscheinlichkeiten folgt daraus aber nicht.

Antwort

a) Falsch. Bei gleichem \(n\) vergrößert ein strengeres Signifikanzniveau für einen festen konkreten Alternativwert im Allgemeinen die Wahrscheinlichkeit \(\beta\) für Fehler 2. Art. b) Wahr. Wegen der diskreten Binomialverteilung wird das vorgegebene Signifikanzniveau mit dem tatsächlich erreichten Fehler-1.-Art-Risiko meist unterschritten statt exakt getroffen. c) Falsch in dieser pauschalen Form. Ein größeres \(n\) kann bei festem nominalem Signifikanzniveau die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art senken, minimiert aber nicht automatisch beide Fehlerwahrscheinlichkeiten zugleich.
42733212
Ein Lieferdienst wirbt damit, dass mindestens \(80\,\%\) aller Sendungen pünktlich zugestellt werden. Eine Verbraucherschutzorganisation vermutet eine niedrigere Quote und untersucht zunächst \(n=250\) Sendungen auf dem Signifikanzniveau \(\alpha=1\,\%\). Die Ergebnisse gelten als unabhängig; für jede Sendung gilt dieselbe Pünktlichkeitswahrscheinlichkeit \(p\). Dabei ist \(X\) die Zahl der pünktlich zugestellten Sendungen. a) Bestimme die Entscheidungsregel. b) Erläutere im Sachzusammenhang, worin der Fehler 2. Art besteht. c) Berechne die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art, wenn die tatsächliche Pünktlichkeitsrate \(75\,\%\) beträgt. d) Untersuche rechnerisch, wie sich diese Wahrscheinlichkeit verändert, wenn der Stichprobenumfang auf \(n=500\) erhöht wird und das Signifikanzniveau \(1\,\%\) bleibt. Gib berechnete Wahrscheinlichkeiten als Prozentwerte auf zwei Dezimalstellen an.

Denkanstöße

- Welche kleinen Werte von \(X\) sprechen für \(H_1:p<0{,}80\)? - Welcher Randwert der Nullhypothese ist für die Bestimmung des Ablehnungsbereichs jeweils maßgeblich? - Für Fehler 2. Art gilt der konkrete Alternativwert \(p_1=0{,}75\) und der jeweilige Nichtablehnungsbereich. - Vergleiche am Ende die beiden \(\beta\)-Werte, nicht nur die Grenzen der Ablehnungsbereiche.

Lösung

1. Es gilt \(H_0:p\geq0{,}80\) gegen \(H_1:p<0{,}80\). Für \(n=250\) wird am Randwert \(p_0=0{,}80\) gerechnet. Es ist \(P(X\leq184)\approx0{,}0086\) und \(P(X\leq185)\approx0{,}0127\). Daher ist \(K=\{0;1;\dots;184\}\). 2. Fehler 2. Art: \(H_0\) wird nicht abgelehnt, obwohl die tatsächliche Pünktlichkeitsrate unter \(80\,\%\) liegt. 3. Für \(p_1=0{,}75\) gilt bei \(n=250\): \(\beta=P(X\geq185)\approx0{,}6729=67{,}29\,\%\). 4. Für \(n=500\) wird wieder am Randwert \(p_0=0{,}80\) kalibriert. Es ist \(P(X\leq378)\approx0{,}0092\) und \(P(X\leq379)\approx0{,}0123\). Somit ist \(K=\{0;1;\dots;378\}\). 5. Für \(p_1=0{,}75\) gilt nun \(\beta=P(X\geq379)\approx0{,}3617=36{,}17\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art ist bei dem größeren Stichprobenumfang deutlich kleiner.

Antwort

a) Für \(n=250\): Bei höchstens \(184\) pünktlichen Sendungen wird \(H_0\) abgelehnt; \(K=\{0;1;\dots;184\}\). b) Eine tatsächlich zu niedrige Pünktlichkeitsrate wird nicht erkannt. c) \(\beta\approx67{,}29\,\%\). d) Für \(n=500\) gilt \(K=\{0;1;\dots;378\}\) und \(\beta\approx36{,}17\,\%\). Die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art sinkt damit von etwa \(67{,}29\,\%\) auf etwa \(36{,}17\,\%\).
55699212
Für einen rechtsseitigen Test gilt \(H_0:p\le0{,}30\) gegen \(H_1:p>0{,}30\) bei \(n=80\). Der Ablehnungsbereich soll die Form \(K_k=\{k;k+1;\dots;80\}\) haben. Ein Auftraggeber verlangt gleichzeitig: - Die Wahrscheinlichkeit für Fehler 1. Art darf höchstens \(5\,\%\) betragen. - Für den konkreten Alternativwert \(p_1=0{,}45\) darf die Wahrscheinlichkeit für Fehler 2. Art höchstens \(20\,\%\) betragen. Bestimme alle ganzzahligen kritischen Werte \(k\), die beide Anforderungen erfüllen. Begründe vollständig, warum es keine weiteren zulässigen Werte gibt.

Denkanstöße

- Übersetze jede Risikoanforderung zuerst in eine eigene Ungleichung für \(k\). - Wie verändert sich \(\alpha\), wenn die Untergrenze \(k\) des rechtsseitigen Ablehnungsbereichs steigt? - Wie verändert sich beim festen Alternativwert der Nichtablehnungsbereich und damit \(\beta\), wenn \(k\) steigt? - Es genügt, die beiden benachbarten Grenzwerte zu prüfen, an denen die jeweilige Anforderung gerade kippt.

Lösung

1. Für Fehler 1. Art ist am Randwert \(p_0=0{,}30\) die Bedingung \(P(X\ge k)\le0{,}05\) maßgeblich. Es gilt \(P(X\ge31)\approx0{,}05875>0{,}05\) und \(P(X\ge32)\approx0{,}03604\le0{,}05\). Daher verlangt die erste Bedingung \(k\ge32\). 2. Für Fehler 2. Art bei \(p_1=0{,}45\) gilt \(\beta=P(X\le k-1)\). Es ist für \(k=32\): \(P(X\le31)\approx0{,}15591\le0{,}20\). Für \(k=33\) gilt bereits \(P(X\le32)\approx0{,}21629>0{,}20\). Da \(\beta\) mit wachsendem \(k\) weiter zunimmt, verlangt die zweite Bedingung \(k\le32\). 3. Beide Bedingungen sind deshalb genau für \(k=32\) erfüllt. Der Ablehnungsbereich ist \(K=\{32;33;\dots;80\}\).

Antwort

Nur \(k=32\) erfüllt beide Anforderungen. Dann ist \(K=\{32;33;\dots;80\}\), \(\alpha\approx3{,}60\,\%\) und \(\beta\approx15{,}59\,\%\).

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