Eine Tasse heißer Kaffee wird in einem Raum mit einer konstanten Temperatur von \(20\,^\circ\text{C}\) abgestellt. Die Abkühlung des Kaffees lässt sich durch eine Funktion \(f\) mit dem Term \(f(t) = ae^{-kt} + c\) beschreiben. Dabei ist \(t \ge 0\) die Zeit in Minuten seit dem Eingießen und \(f(t)\) die Temperatur des Kaffees in \(^\circ\text{C}\).
Direkt nach dem Eingießen (\(t = 0\)) hat der Kaffee eine Temperatur von \(80\,^\circ\text{C}\). Zu diesem Zeitpunkt sinkt die Temperatur mit einer Momentangeschwindigkeit von \(6\,^\circ\text{C}\) pro Minute.
Der Verlauf der Temperatur ist in der untenstehenden Abbildung dargestellt.
a) Bestimme die Werte der Parameter \(a\), \(c\) und \(k\) für diese Funktion \(f\).
b) Berechne, welche Temperatur der Kaffee nach \(10\,\text{Minuten}\) hat.
c) Nach wie vielen Minuten hat sich der Kaffee auf eine angenehme Trinktemperatur von \(50\,^\circ\text{C}\) abgekühlt? Runde das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen.

Denkanstöße
- Versuche zunächst, die beschriebenen physikalischen Zustände (Anfangszustand, langfristiges Verhalten, momentane Änderung) in mathematische Gleichungen oder Grenzwerte zu übersetzen.
- Welcher Teil der Funktion bestimmt das Verhalten für sehr große Zeiten? Was bedeutet das für die Zimmertemperatur?
- Wie lässt sich die momentane Temperaturänderung zu Beginn mathematisch ausdrücken? Welche Rolle spielt dabei die Ableitung?
- Wenn du den vollständigen Funktionsterm aufgestellt hast, kannst du gesuchte Funktionswerte direkt durch Einsetzen berechnen.
- Um nach einer bestimmten Zeit zu suchen, bei der ein Temperaturwert erreicht wird, stelle eine Gleichung auf und löse sie schrittweise nach der Zeitvariable auf.
Lösung
1. Bestimmung von \(c\): Da sich der Kaffee langfristig der Raumtemperatur nähert, gilt der Grenzwert \(\lim_{t \to \infty} f(t) = 20\). Wegen \(\lim_{t \to \infty} e^{-kt} = 0\) (für \(k > 0\)) folgt direkt \(c = 20\).
2. Bestimmung von \(a\): Zum Zeitpunkt \(t = 0\) beträgt die Temperatur \(80\,^\circ\text{C}\). Einsetzen in den Funktionsterm liefert \(f(0) = a \cdot e^{0} + 20 = 80 \implies a + 20 = 80 \implies a = 60\).
3. Bestimmung von \(k\): Die momentane Änderungsrate zum Zeitpunkt \(t = 0\) beträgt \(-6\,^\circ\text{C}/\text{Min.}\) (negativ, da die Temperatur sinkt). Mit der Ableitungsfunktion \(f'(t) = -ake^{-kt} = -60ke^{-kt}\) ergibt sich \(f'(0) = -60k = -6 \implies k = 0{,}1\). Der gesuchte Funktionsterm lautet somit \(f(t) = 60e^{-0{,}1t} + 20\).
4. Berechnung der Temperatur nach \(10\,\text{Minuten}\): Einsetzen von \(t = 10\) liefert \(f(10) = 60 \cdot e^{-0{,}1 \cdot 10} + 20 = 60 \cdot e^{-1} + 20 \approx 42{,}07\,^\circ\text{C}\).
5. Berechnung der Zeit für \(50\,^\circ\text{C}\): Ansatz \(f(t) = 50 \implies 60 \cdot e^{-0{,}1t} + 20 = 50 \implies 60 \cdot e^{-0{,}1t} = 30 \implies e^{-0{,}1t} = 0{,}5 \implies -0{,}1t = \ln(0{,}5) \implies t = -10 \cdot \ln(0{,}5) \approx 6{,}93\,\text{Minuten}\).
Antwort
a) \(a = 60\), \(c = 20\), \(k = 0{,}1\) (Funktionsterm: \(f(t) = 60e^{-0{,}1t} + 20\))
b) Ca. \(42{,}07\,^\circ\text{C}\)
c) Nach ca. \(6{,}93\,\text{Minuten}\)