Aimathic
Login | English | Deutsch

Kostenlose Arbeitsblätter

Stellen Sie aus rund 25.000 Matheaufgaben von der 3. bis zur 13. Klasse Ihre eigenen Arbeitsblätter zusammen. Alle Aufgaben enthalten Lösungsschritte.

Modellgrenzen und Annahmen beurteilen

Klicken Sie auf Aufgaben, um sie zum Drucken auszuwählen.

55173413
Für die Zahl der Aufrufe einer neuen Internetseite wird versuchsweise das Modell \(N(t)=500e^{0{,}08t}\) verwendet. Dabei ist \(t\ge0\) die Zeit in Tagen. Welche **zwei** der folgenden Aussagen sind Annahmen über die reale Entwicklung, die für eine längerfristige Verwendung des Modells wesentlich sind? A) Die relative Wachstumsrate bleibt im betrachteten Zeitraum näherungsweise konstant. B) Äußere Bedingungen, die die Aufrufzahlen beeinflussen, ändern sich nicht so stark, dass das Wachstumsverhalten grundsätzlich wechselt. C) Es gilt \(N(0)=500\). D) Es gilt \(e^0=1\).

Denkanstöße

- Unterscheide zwischen einer Aussage über die reale Situation und einer Aussage, die allein aus dem Funktionsterm folgt. - Welche Aussagen könnten in der Realität falsch werden, obwohl die Rechnung mit der Formel weiterhin möglich wäre? - Ein mathematischer Identitätswert ist keine Annahme über das Verhalten eines realen Systems.

Lösung

Die Aussagen A und B sind Modellannahmen über die reale Entwicklung. Aussage C ist eine direkte mathematische Folge des angegebenen Funktionsterms und beschreibt den Startwert. Aussage D ist eine mathematische Eigenschaft der Exponentialfunktion und keine Annahme über die reale Situation.

Antwort

A und B.
55175513
Die Abbildung zeigt ein Modell \(M\) für die Anzahl verfügbarer Geräte. Der Graph wird über den beobachteten Zeitraum hinaus weitergeführt. Welche Beobachtung zeigt unmittelbar, dass das Modell nicht für beliebig große Zeiten unverändert gelten kann? A) Der Modellwert wird später negativ. B) Der Anfangswert ist positiv. C) Der Graph ist eine Gerade. D) Die Zeit wird auf der waagrechten Achse dargestellt.
Abbildung zur Aufgabe 551755

Denkanstöße

- Welche Werte sind für eine reale Anzahl überhaupt möglich? - Betrachte besonders den späteren Verlauf des Graphen. - Suche eine Eigenschaft, die einen direkten Widerspruch zum Sachkontext erzeugt.

Lösung

Eine reale Geräteanzahl kann nicht negativ sein. Sobald das Modell negative Werte vorhersagt, ist seine unveränderte Fortsetzung sachlich nicht mehr sinnvoll.

Antwort

A) Der Modellwert wird später negativ.
55173513
Für die Nachfrage nach Eintrittskarten wird versuchsweise das lineare Modell \(N(p)=180-8p\) verwendet. Dabei ist \(p\) der Preis in Euro und \(N(p)\) die modellierte Zahl nachgefragter Karten. In der Abbildung markieren zwei gestrichelte senkrechte Linien den Preisbereich, aus dem die Daten zur Anpassung des Modells stammen. a) Lies diesen Anpassungsbereich aus der Abbildung ab. Berechne anschließend \(N(25)\) und beurteile, ob der Wert als reale Nachfrage sinnvoll ist. b) Bestimme den Preis, bei dem das Modell erstmals die Nachfrage \(0\) vorhersagt. c) Erkläre, warum die Ergebnisse aus a) und b) eine Grenze für die unveränderte Extrapolation des Modells zeigen.
Abbildung zur Aufgabe 551735

Denkanstöße

- Die gestrichelten senkrechten Linien zeigen, für welche Preise tatsächlich Anpassungsdaten vorlagen. - Setze für Teil a) den angegebenen Preis direkt in die Modellfunktion ein. - Eine reale Anzahl nachgefragter Karten kann nicht negativ sein. - Prüfe bei Extrapolationen immer, ob der neue Eingabewert noch im beobachteten Bereich liegt.

Lösung

a) Aus der Abbildung liest man den Anpassungsbereich \(5\le p\le20\) ab. Für \(p=25\) gilt \(N(25)=180-8\cdot25=-20\). Eine negative Anzahl nachgefragter Karten ist sachlich unmöglich; der Modellwert kann nicht als reale Nachfrage interpretiert werden. b) Aus \(180-8p=0\) folgt \(p=22{,}5\). Das lineare Modell erreicht also bereits bei \(22{,}50\,\text{€}\) die Nachfrage \(0\). c) Sowohl \(22{,}5\,\text{€}\) als auch \(25\,\text{€}\) liegen außerhalb des beobachteten Preisbereichs. Die lineare Fortsetzung erzeugt dort schließlich unmögliche negative Werte. Deshalb ist die Formel außerhalb des Anpassungsbereichs nicht ohne zusätzliche Daten oder ein anderes Modell verlässlich.

Antwort

a) Anpassungsbereich: \(5\,\text{€}\le p\le20\,\text{€}\); \(N(25)=-20\), also kein sinnvoller realer Nachfragewert. b) Das Modell sagt bei \(p=22{,}50\,\text{€}\) erstmals Nachfrage \(0\) voraus. c) Außerhalb des beobachteten Bereichs führt die lineare Extrapolation zu sachlich unmöglichen negativen Nachfragewerten.
55364413
Für einen technischen Abkühlvorgang passen zwei Modelle im bisher gemessenen Zeitraum ähnlich gut. Für drei mögliche zukünftige Messzeitpunkte liefern sie folgende Vorhersagen: <table><tr><th>Zeit \(t\) in \(\text{h}\)</th><th>Modell A in \(\text{°C}\)</th><th>Modell B in \(\text{°C}\)</th></tr><tr><td>\(2\)</td><td>\(68\)</td><td>\(67\)</td></tr><tr><td>\(5\)</td><td>\(49\)</td><td>\(45\)</td></tr><tr><td>\(10\)</td><td>\(34\)</td><td>\(22\)</td></tr></table> Es kann zunächst nur **eine** zusätzliche Messung durchgeführt werden. Wähle den Messzeitpunkt, der am meisten dazu beitragen kann, zwischen den beiden Modellen zu unterscheiden, und begründe deine Entscheidung.

Denkanstöße

- Eine zusätzliche Messung ist dann besonders nützlich, wenn die konkurrierenden Modelle dort deutlich verschiedene Werte erwarten. - Vergleiche die Abstände der beiden Vorhersagen an allen angebotenen Zeitpunkten. - Entscheide nicht danach, welcher Zeitpunkt am spätesten ist, sondern danach, wo die Messung die Modelle am besten unterscheiden kann.

Lösung

1. Eine zusätzliche Messung ist besonders informativ, wenn die beiden Modelle dort möglichst unterschiedliche Vorhersagen liefern. 2. Bei \(t=2\) unterscheiden sich die Vorhersagen um \(1\,\text{°C}\), bei \(t=5\) um \(4\,\text{°C}\) und bei \(t=10\) um \(12\,\text{°C}\). 3. Daher ist die Messung bei \(t=10\,\text{h}\) unter den angebotenen Zeitpunkten am geeignetsten. Ein beobachteter Wert kann dort deutlich stärker zugunsten eines der beiden Modelle sprechen als an den früheren Zeitpunkten.

Antwort

Die Messung sollte bei \(t=10\,\text{h}\) erfolgen. Dort unterscheiden sich die Modellvorhersagen mit \(12\,\text{°C}\) am stärksten, sodass die Messung die größte Trennschärfe zwischen den beiden Modellen besitzt.
43003813
In einem Labor wird das Wachstum einer Bakterienkultur in einer Petrischale untersucht. Die Masse der Kultur in Gramm wird durch eine Funktion \(m(t)\) beschrieben, wobei \(t\) die Zeit in Stunden angibt. a) Welche physikalischen Einheiten besitzen die Ableitungen \(m'(t)\) und \(m''(t)\)? Erläutere ihre Bedeutung für den Wachstumsprozess. b) In der frühen Phase des Wachstums wird oft das Modell \(m'(t) = km(t)\) mit einer Konstanten \(k > 0\) verwendet. Erläutere die biologische Annahme, die hinter dieser Gleichung steht. c) In einem späteren Stadium erreicht die Kultur eine Sättigungsgrenze. Bei einem typischen logistischen Verlauf wechselt \(m''\) an einem Zeitpunkt mit \(m''(t)=0\) das Vorzeichen. Erkläre die besondere Bedeutung dieses Zeitpunkts. d) Warum kann das Modell \(m'(t) = km(t)\) die Masse der Bakterien über einen langen Zeitraum nicht korrekt beschreiben?

Denkanstöße

- Welche Einheiten entstehen, wenn man eine Größe nach der Zeit ableitet? - Überlege dir, was es bedeutet, wenn doppelt so viele Bakterien auch doppelt so viel Nachwuchs produzieren. - Was passiert mit der Steigung einer Kurve an einem Wendepunkt? - Kann etwas in einem abgeschlossenen Raum (wie einer Petrischale) ewig gleichmäßig weiterwachsen?

Lösung

1. Einheiten und Bedeutung: \(m'(t)\) wird in \(\text{g}/\text{h}\) gemessen und stellt die momentane Zuwachsrate der Masse dar. \(m''(t)\) wird in \(\text{g}/\text{h}^2\) gemessen und gibt an, wie sich die Zuwachsrate über die Zeit verändert. 2. Biologische Annahme: Die Gleichung \(m'(t) = km(t)\) besagt, dass die Änderung der Masse proportional zur vorhandenen Masse ist. Dies entspricht der Annahme, dass jedes Bakterium mit einer konstanten Rate zur Vermehrung beiträgt (ungehindertes exponentielles Wachstum). 3. Bedeutung von \(m''(t) = 0\): Beim beschriebenen logistischen Verlauf markiert dieser Zeitpunkt wegen des Vorzeichenwechsels den Wendepunkt des Graphen. Hier ist die Wachstumsgeschwindigkeit \(m'(t)\) maximal. Danach beginnt das Wachstum sich zu verlangsamen. 4. Modellgrenzen: Exponentielles Wachstum setzt unbegrenzte Ressourcen voraus. In der Realität führen begrenzter Platz, Nährstoffmangel oder die Anreicherung von Stoffwechselprodukten dazu, dass das Wachstum abnimmt und stagniert.

Antwort

a) \(m'(t)\) in \(\text{g}/\text{h}\) (Wachstumsrate); \(m''(t)\) in \(\text{g}/\text{h}^2\) (Änderung der Wachstumsrate). b) Die vorhandene Bakterienmasse wächst proportional zu ihrer aktuellen Größe; dies entspricht einer konstanten individuellen Teilungsrate. c) Es ist der Zeitpunkt des schnellsten Wachstums (Übergang von Beschleunigung zu Verlangsamung). d) Ressourcen wie Platz und Nahrung sind in der Realität begrenzt, was das Wachstum irgendwann stoppt.
55173613
Für eine fiktive Nutzerentwicklung liegen zu Beginn die Werte \(N(0)=100\) und \(N(1)=140\) vor. Zwei Modelle passen zu diesen beiden Anfangswerten: \(L(t)=100+40t\) und \(E(t)=100\cdot1{,}4^t\). Ein später gemessener Wert bei \(t=3\) ist in der Abbildung als Punkt \(P\) dargestellt. a) Vergleiche beide Modelle mit dem Messwert bei \(t=3\). Welches Modell beschreibt diesen Kontrollwert besser? b) Berechne die Vorhersagen beider Modelle für \(t=6\) und erläutere, was die starke Abweichung zwischen den Vorhersagen über langfristige Modellwahl aussagt. c) Begründe, warum die Übereinstimmung mit zwei Anfangswerten allein nicht genügt, um eines der Modelle langfristig zu bestätigen.
Abbildung zur Aufgabe 551736

Denkanstöße

- Nutze den eingezeichneten Kontrollpunkt als Information, die beim Aufstellen der beiden Modelle noch nicht verwendet wurde. - Vergleiche Modelle über die Größe ihrer Abweichung vom selben Messwert. - Zwei Modelle können in wenigen Punkten übereinstimmen und sich außerhalb dieses Bereichs trotzdem stark unterscheiden. - Welche zusätzliche Information wäre nötig, um eine langfristige Modellwahl besser zu begründen?

Lösung

a) Aus der Abbildung liest man für den Kontrollwert \(N(3)=225\) ab. Das lineare Modell liefert \(L(3)=220\), also eine Abweichung von \(5\). Das exponentielle Modell liefert \(E(3)=274{,}4\), also eine Abweichung von \(49{,}4\). Für diesen Kontrollwert passt \(L\) deutlich besser. b) Es gilt \(L(6)=340\) und \(E(6)=100\cdot1{,}4^6\approx752{,}95\). Die Vorhersagen unterscheiden sich stark, obwohl beide Modelle dieselben beiden Anfangswerte treffen. Eine langfristige Entscheidung benötigt deshalb zusätzliche Daten und eine sachliche Begründung für die angenommene Wachstumsform. c) Zwei Datenpunkte können verschiedene Funktionstypen gleichzeitig erfüllen. Erst zusätzliche Kontrollwerte und Kenntnisse über den Prozess erlauben eine belastbarere Modellwahl.

Antwort

a) Der Kontrollwert ist \(225\). \(L(3)=220\) weicht um \(5\) ab, \(E(3)=274{,}4\) um \(49{,}4\); das lineare Modell passt hier besser. b) \(L(6)=340\), \(E(6)\approx752{,}95\). Die starke Divergenz zeigt die Unsicherheit langfristiger Extrapolation. c) Zwei Anfangswerte reichen nicht aus, um zwischen unterschiedlichen Modelltypen zuverlässig zu entscheiden.
55173713
Die Durchbiegung eines Bauteils wird in einem vereinfachten Modell durch \(D_a(F)=aF^2\) beschrieben. Dabei ist \(F\ge0\) die Belastung in \(\text{kN}\) und \(D_a(F)\) die Durchbiegung in \(\text{mm}\). Wegen Messunsicherheit ist der Parameter nur durch \(0{,}018\le a\le0{,}022\) eingegrenzt. Als technische Grenze gelten \(10\,\text{mm}\). a) Bestimme den möglichen Bereich der modellierten Durchbiegung bei \(F=20\,\text{kN}\). b) Bestimme den möglichen Bereich der Belastungen, bei denen das jeweilige Modell erstmals \(10\,\text{mm}\) Durchbiegung erreicht. c) Beurteile mithilfe des Parameterintervalls eine Belastung von \(22\,\text{kN}\): Ist die Aussage „Die technische Grenze wird sicher eingehalten“ robust gegenüber der Parameterunsicherheit?

Denkanstöße

- Für eine feste positive Belastung hängt der Modellwert monoton vom Parameter \(a\) ab. - Welche Randwerte des Parameterintervalls liefern die kleinste und die größte Durchbiegung? - Welche Belastung gehört jeweils dazu, wenn die technische Grenze gerade erreicht wird? - Eine Entscheidung ist nicht robust, wenn zulässige Parameter zu Ergebnissen auf verschiedenen Seiten der technischen Grenze führen.

Lösung

1. Für festes \(F>0\) wächst \(D_a(F)\) mit \(a\). Daher gilt \(D_{0{,}018}(20)=0{,}018\cdot400=7{,}2\,\text{mm}\) und \(D_{0{,}022}(20)=0{,}022\cdot400=8{,}8\,\text{mm}\). Der mögliche Bereich ist \([7{,}2;8{,}8]\,\text{mm}\). 2. Aus \(aF^2=10\) folgt \(F=\sqrt{\frac{10}{a}}\). Für \(a=0{,}022\) ergibt sich \(F\approx21{,}32\,\text{kN}\), für \(a=0{,}018\) \(F\approx23{,}57\,\text{kN}\). Je nach zulässigem Parameter wird die Grenze somit zwischen etwa \(21{,}32\) und \(23{,}57\,\text{kN}\) erreicht. 3. Bei \(F=22\) liegt die modellierte Durchbiegung zwischen \(0{,}018\cdot22^2=8{,}712\,\text{mm}\) und \(0{,}022\cdot22^2=10{,}648\,\text{mm}\). Zulässige Parameter führen also sowohl zu Werten unter als auch über \(10\,\text{mm}\). Die Aussage ist nicht robust.

Antwort

a) Bei \(20\,\text{kN}\) liegt die modellierte Durchbiegung zwischen \(7{,}2\) und \(8{,}8\,\text{mm}\). b) Die Grenze von \(10\,\text{mm}\) wird je nach \(a\) bei etwa \(21{,}32\) bis \(23{,}57\,\text{kN}\) erreicht. c) Nein. Bei \(22\,\text{kN}\) reicht der mögliche Modellbereich von \(8{,}712\) bis \(10{,}648\,\text{mm}\) und überquert damit die technische Grenze.
55173813
Für die Temperatur in einem fiktiven Gewächshaus wird während einer Aufheizphase das Modell \(T(t)=18+0{,}4t+0{,}06t^2\) verwendet. Dabei ist \(t\) die Zeit in Stunden und \(T(t)\) die Temperatur in \(^\circ\text{C}\). Die technische Anlage kann die Temperatur nach Herstellerangabe höchstens mit \(0{,}8\,^\circ\text{C}/\text{h}\) verändern. a) Bestimme \(T'(5)\) mit korrekter Einheit und interpretiere den Wert. b) Mila sagt: „\(T'(5)=1\), also steigt die Temperatur von Stunde \(5\) bis Stunde \(6\) genau um \(1\,^\circ\text{C}\).“ Beurteile diese Aussage durch Vergleich mit \(T(6)-T(5)\). c) Für welche Zeitpunkte ist die vom Modell vorhergesagte momentane Änderungsrate größer als die angegebene technische Maximalrate? Welche Modellgrenze wird dadurch sichtbar?

Denkanstöße

- Welche Einheit entsteht, wenn eine Temperatur nach der Zeit abgeleitet wird? - Unterscheide eine momentane Änderungsrate von der Änderung über ein Zeitintervall. - Wie lässt sich die Temperaturänderung zwischen zwei Zeitpunkten direkt aus dem Modell bestimmen? - Vergleiche in Teil c) die momentane Modellrate mit der vorgegebenen technischen Grenze.

Lösung

1. Es gilt \(T'(t)=0{,}4+0{,}12t\). Damit ist \(T'(5)=1{,}0\,^\circ\text{C}/\text{h}\). Der Wert beschreibt die momentane Temperaturänderungsrate zum Zeitpunkt \(t=5\). 2. Es ist \(T(5)=21{,}5\,^\circ\text{C}\) und \(T(6)=22{,}56\,^\circ\text{C}\). Die Modelländerung über diese Stunde beträgt daher \(T(6)-T(5)=1{,}06\,^\circ\text{C}\), nicht genau \(1\,^\circ\text{C}\). Eine momentane Rate am Intervallanfang ist nicht automatisch gleich der Änderung über ein ganzes Intervall. 3. Die Bedingung \(T'(t)>0{,}8\,^\circ\text{C}/\text{h}\) führt auf \(0{,}4+0{,}12t>0{,}8\) und damit auf \(t>\frac{10}{3}\,\text{h}\). 4. Für diese Zeitpunkte verlangt das Modell eine höhere momentane Änderungsrate als die Anlage laut Vorgabe leisten kann. Das Modell ist dort mit der technischen Randbedingung nicht vereinbar.

Antwort

a) \(T'(5)=1{,}0\,^\circ\text{C}/\text{h}\); dies ist die momentane Temperaturänderungsrate bei \(t=5\). b) \(T(6)-T(5)=1{,}06\,^\circ\text{C}\); die Aussage ist daher falsch. c) Für \(t>\frac{10}{3}\,\text{h}\) überschreitet die Modellrate die technische Maximalrate. Ab diesem Bereich verletzt das Modell die angegebene technische Randbedingung.
55173913
Für einen fiktiven Entladeversuch wird die verfügbare Energiemenge durch das lineare Modell \(M(t)=80-6t\) beschrieben. Die Modellgerade und vier tatsächlich beobachtete Messpunkte sind in der Abbildung dargestellt; \(t\) wird in Stunden und die Energiemenge in \(\text{kWh}\) angegeben. a) Lies den Messwert bei \(t=6\) aus der Abbildung ab und berechne die Abweichung „Messwert minus Modellwert“ zu diesem Zeitpunkt. b) Vergleiche die Abweichungen bei \(t=2\), \(t=4\) und \(t=6\). Was zeigt das Muster über die Modellgüte im späteren Verlauf? c) Nenne eine plausible Modellannahme, deren Verletzung ein solches systematisches Auseinanderlaufen erklären könnte. Mehrere sachlich passende Antworten sind möglich.
Abbildung zur Aufgabe 551739

Denkanstöße

- Nutze für den beobachteten Wert den Messpunkt und für den Modellwert die Gerade beziehungsweise die Formel. - Berechne die gerichtete Differenz immer in derselben Reihenfolge: Messwert minus Modellwert. - Vergleiche nicht nur die Größe, sondern auch die Richtung der Fehler. - Überlege, welche Eigenschaft eine lineare Funktion als zeitlich konstant voraussetzt.

Lösung

a) Aus der Abbildung liest man bei \(t=6\) den Messwert \(56\,\text{kWh}\) ab. Das Modell liefert \(M(6)=80-36=44\,\text{kWh}\). Die Abweichung beträgt also \(56-44=12\,\text{kWh}\). b) Bei \(t=2\) beträgt die Abweichung \(69-68=1\,\text{kWh}\), bei \(t=4\) beträgt sie \(61-56=5\,\text{kWh}\), bei \(t=6\) bereits \(12\,\text{kWh}\). Die Fehler wachsen systematisch in dieselbe Richtung. Das spricht gegen eine über den gesamten Zeitraum konstante lineare Entladerate. c) Eine mögliche Erklärung ist, dass die Entladerate nicht konstant bleibt, etwa weil sich der Betriebszustand des Systems ändert. Das lineare Modell setzt dagegen eine konstante Änderung pro Stunde voraus.

Antwort

a) Messwert \(56\,\text{kWh}\), Modellwert \(44\,\text{kWh}\), Abweichung \(12\,\text{kWh}\). b) Die Abweichungen wachsen von \(1\) über \(5\) auf \(12\,\text{kWh}\); die lineare Modellgüte nimmt im späteren Verlauf deutlich ab. c) Zum Beispiel kann die Annahme einer konstanten Entladerate verletzt sein.
55364513
Für ein synthetisches Modell \(M(t)\) wurden die gerichteten Abweichungen „Messwert minus Modellwert“ an fünf Zeitpunkten bestimmt: <table><tr><th>\(t\)</th><th>\(1\)</th><th>\(2\)</th><th>\(3\)</th><th>\(4\)</th><th>\(5\)</th></tr><tr><th>Abweichung</th><td>\(0{,}2\)</td><td>\(-0{,}1\)</td><td>\(0{,}1\)</td><td>\(1{,}4\)</td><td>\(3{,}0\)</td></tr></table> Es können genau zwei weitere Messungen bei den Zeitpunkten \(0{,}5\), \(1{,}5\), \(6\) oder \(7\) vorgenommen werden. Wähle die beiden Messzeitpunkte, die am besten prüfen, ob das Modell im späteren Verlauf systematisch versagt. Beschreibe außerdem, welches Muster der neuen Abweichungen den Verdacht auf einen Modellfehler verstärken würde.

Denkanstöße

- Betrachte zuerst das zeitliche Muster der vorhandenen Abweichungen und nicht nur ihren größten Einzelwert. - Welche neuen Messzeitpunkte liegen dort, wo die vermutete Schwäche des Modells überhaupt geprüft werden kann? - Ein systematischer Modellfehler zeigt sich eher durch ein fortgesetztes Muster als durch einen einzelnen abweichenden Messwert. - Formuliere, welche Richtung und Entwicklung der neuen Abweichungen zu dem bisherigen Verdacht passen würden.

Lösung

1. Die bisherigen Abweichungen liegen anfangs nahe bei null und wechseln dort das Vorzeichen. Bei \(t=4\) und \(t=5\) werden sie dagegen deutlich positiv und größer. 2. Um zu prüfen, ob dieses späte Muster fortgesetzt wird, sind Messungen nach dem bisherigen Datenbereich am informativsten. Deshalb sollten \(t=6\) und \(t=7\) gewählt werden. 3. Der Verdacht auf einen systematischen Modellfehler würde verstärkt, wenn auch die neuen Abweichungen deutlich positiv sind und ihre Beträge weiter zunehmen. Dann wäre das späte Auseinanderlaufen kein einzelner Ausreißer, sondern ein fortgesetztes Residuenmuster.

Antwort

Geeignet sind die Messzeitpunkte \(t=6\) und \(t=7\). Deutlich positive und weiter wachsende Abweichungen würden den Verdacht auf ein systematisches Versagen des Modells im späteren Verlauf verstärken.
43488613
Die Konzentration eines Medikaments im Blut eines Patienten kann nach der Einnahme näherungsweise durch die Funktion \(c\) mit \(c(t) = \frac{12t}{t^2 + 4}\) beschrieben werden (\(t\) in Stunden nach der Einnahme, \(c(t)\) in \(\text{mg}/\text{L}\)). a) Bestimme mithilfe des Graphen oder durch Rechnung den Zeitpunkt, zu dem die Konzentration ihren Maximalwert erreicht. Wie hoch ist diese maximale Konzentration? b) Das Medikament gilt als wirksam, solange die Konzentration mindestens \(1{,}5\,\text{mg}/\text{L}\) beträgt. Ermittle graphisch den Zeitraum der Wirksamkeit. c) Diskutiere die Grenzen dieses mathematischen Modells. Gehe dabei insbesondere auf das Verhalten für sehr große Zeitwerte (\(t \to \infty\)) ein und überlege, ob der Wirkstoff im Körper tatsächlich so reagiert, wie es die Funktion vorgibt.
Abbildung zur Aufgabe 434886

Denkanstöße

- Für Aufgabenteil a) hilft dir die notwendige Bedingung für Extremstellen weiter. - Schau dir für b) im Graphen an, in welchem Bereich die Kurve oberhalb der eingezeichneten Schwelle liegt. - Überlege dir für c), was mit der Konzentration nach mehreren Tagen laut Formel passiert und ob das biologisch sinnvoll ist. - Denke bei der Kritik am Modell auch an den Startzeitpunkt \(t=0\) und an Faktoren, die das Modell nicht enthält.

Lösung

a) Zur Bestimmung des Maximums gilt \(c'(t)=\frac{48-12t^2}{(t^2+4)^2}\). Aus \(c'(t)=0\) folgt \(t^2=4\), also für \(t>0\) der Zeitpunkt \(t=2\,\text{h}\). Die maximale Konzentration ist \(c(2)=3\,\text{mg}/\text{L}\). b) Die Wirksamkeitsgrenzen erfüllen \(12t=1{,}5(t^2+4)\). Daraus folgt \(t^2-8t+4=0\) und damit \(t=4\pm2\sqrt3\). Näherungsweise ist das Medikament im Intervall \([0{,}54;7{,}46]\) wirksam; die Wirkungsdauer beträgt etwa \(6{,}93\,\text{h}\). c) Für \(t\to\infty\) strebt \(c(t)\) gegen \(0\). Das Modell beschreibt Aufnahme und Abbau durch eine glatte idealisierte Kurve und berücksichtigt beispielsweise individuelle Stoffwechselraten, Körpergewicht und komplexe Ausscheidungsprozesse nicht. Für jedes endliche \(t>0\) bleibt der Modellwert positiv, obwohl die reale Konzentration unter eine Nachweisgrenze fallen kann.

Antwort

a) Die maximale Konzentration wird nach \(2\,\text{h}\) erreicht und beträgt \(3\,\text{mg}/\text{L}\). b) Das Medikament ist etwa von \(t\approx0{,}54\) bis \(t\approx7{,}46\) Stunden wirksam, also ungefähr \(6{,}93\,\text{h}\). c) Das Modell nähert sich langfristig der Konzentration \(0\) an, bildet individuelle Unterschiede sowie reale Aufnahme- und Abbauprozesse aber nur idealisiert ab.
55174013
Für eine fiktive Konzentration \(C(t)\) nach einem technischen Reinigungsprozess stehen im Zeitraum \(0\le t\le8\) zwei aufgrund der bisherigen Messungen noch plausible Modelle zur Verfügung: \(C_1(t)=8-0{,}8t\) und \(C_2(t)=\frac{8}{1+0{,}5t}\). Die Konzentration wird in \(\text{mg}/\text{L}\), die Zeit in Stunden angegeben. Ein Behälter darf nach der Modellrechnung erst freigegeben werden, wenn die Konzentration höchstens \(2\,\text{mg}/\text{L}\) beträgt. a) Beurteile die Freigabe zum Zeitpunkt \(t=6\) für beide Modelle getrennt. b) Bestimme den frühesten Zeitpunkt im Modellierungszeitraum, ab dem die Freigabebedingung nach **beiden** Modellen erfüllt ist. c) Erkläre, warum die Entscheidung aus b) gegenüber der Verwendung nur eines der beiden Modelle robuster ist und welche zusätzliche Information eine frühere Entscheidung rechtfertigen könnte.

Denkanstöße

- Prüfe die Schwellenbedingung zunächst für jedes Modell getrennt. - Löse anschließend für jedes Modell die Ungleichung \(C_i(t)\le2\). - Für eine Entscheidung, die unter beiden Modellen gelten soll, ist der spätere der beiden Schwellenzeitpunkte maßgeblich. - Vergleiche den gefundenen Zeitpunkt zusätzlich mit dem angegebenen Modellierungszeitraum.

Lösung

a) Es gilt \(C_1(6)=8-0{,}8\cdot6=3{,}2\,\text{mg}/\text{L}\); nach Modell 1 wäre die Freigabe also noch nicht zulässig. Für Modell 2 gilt \(C_2(6)=\frac{8}{4}=2\,\text{mg}/\text{L}\); nach Modell 2 wäre die Bedingung gerade erfüllt. b) Für Modell 1 gilt \(8-0{,}8t\le2\), also \(t\ge7{,}5\). Für Modell 2 gilt \(\frac{8}{1+0{,}5t}\le2\), also \(t\ge6\). Beide Bedingungen gelten daher erstmals gemeinsam ab \(t=7{,}5\) Stunden. Dieser Zeitpunkt liegt innerhalb des angegebenen Modellierungszeitraums. c) Die Entscheidung \(t\ge7{,}5\) bleibt gültig, solange beide Modelle als plausibel gelten. Sie hängt nicht davon ab, welches Modell man bevorzugt. Eine frühere Freigabe wäre erst dann modellgestützt vertretbar, wenn zusätzliche Messdaten oder Prozesskenntnisse eines der Modelle ausreichend ausschließen oder deutlich besser bestätigen.

Antwort

a) Bei \(t=6\) erlaubt \(C_2\) die Freigabe, \(C_1\) noch nicht. b) Nach beiden Modellen ist die Bedingung ab \(t=7{,}5\,\text{h}\) erfüllt. c) Die gemeinsame Bedingung ist robust gegenüber der aktuellen Modellwahl; eine frühere Entscheidung braucht zusätzliche Evidenz zugunsten eines Modells.

Alle Aufgaben dürfen für Schule und Nachhilfe (auch im Rahmen bezahlter Nachhilfe) kostenlos genutzt, kopiert und ausgedruckt werden. Nicht gestattet sind kommerzielle Bearbeitungen sowie die Veröffentlichung oder Weiterverbreitung im Internet.