Aylin Demir ist Schneiderin und benötigt für ein Projekt viele Stoffbänder, die jeweils genau \(20\,\text{cm}\) lang sein müssen. Sie findet zwei getrennte Stoffreste mit den Längen \(50\,\text{cm}\) und \(75\,\text{cm}\). Die beiden Stoffreste dürfen nicht zusammengenäht, geklebt oder auf andere Weise verbunden werden.
Aylin addiert trotzdem zuerst die Längen. Mit den Maßzahlen in Zentimetern rechnet sie \(125 : 20 = 6\) Rest \(5\) und erwartet deshalb \(6\) Bänder.
Erkläre, warum diese Rechnung die reale Zuschnittsituation nicht richtig beschreibt, und bestimme, wie viele vollständige Bänder Aylin tatsächlich erhält.
Denkanstöße
- Betrachte jeden Stoffrest zunächst getrennt.
- Wie viele vollständige \(20\,\text{cm}\)-Stücke passen jeweils hinein?
- Prüfe anschließend, ob die beiden Reststücke in der beschriebenen Situation tatsächlich zu einem einzigen Band werden dürfen.
Lösung
1. Für die Maßzahlen des \(50\,\text{cm}\)-Stücks gilt \(50 : 20 = 2\) Rest \(10\). Es entstehen also \(2\) vollständige Bänder und ein Rest von \(10\,\text{cm}\).
2. Für die Maßzahlen des \(75\,\text{cm}\)-Stücks gilt \(75 : 20 = 3\) Rest \(15\). Es entstehen also \(3\) vollständige Bänder und ein Rest von \(15\,\text{cm}\).
3. Insgesamt erhält Aylin \(2 + 3 = 5\) vollständige Bänder.
4. Beim vorherigen Addieren der Längen werden die beiden getrennten Reststücke rechnerisch zusammengelegt. Das ist hier unzulässig, weil die Reste ausdrücklich nicht verbunden werden dürfen. Deshalb können \(10\,\text{cm}\) und \(15\,\text{cm}\) kein weiteres durchgehendes \(20\,\text{cm}\)-Band bilden.
Antwort
Aylin erhält \(5\) vollständige Bänder. Ihre Rechnung verbindet zwei getrennte Reststücke rechnerisch, obwohl das Verbinden in der Aufgabe ausdrücklich ausgeschlossen ist.