Bei einer Studie zu einem freiwilligen Prüfungsvorbereitungskurs werden Lernende nach ihrer bisherigen Leistung in zwei Gruppen eingeteilt. Die Tabelle zeigt, wie viele den Kurs besuchen (\(K\)) und wie viele die anschließende Prüfung bestehen (\(B\)).
<table><tr><th>Ausgangsgruppe</th><th>Kursstatus</th><th>Personen</th><th>davon bestanden</th></tr><tr><td>hohe bisherige Leistung</td><td>\(K\)</td><td>\(20\)</td><td>\(18\)</td></tr><tr><td>hohe bisherige Leistung</td><td>\(\bar{K}\)</td><td>\(80\)</td><td>\(64\)</td></tr><tr><td>niedrige bisherige Leistung</td><td>\(K\)</td><td>\(40\)</td><td>\(24\)</td></tr><tr><td>niedrige bisherige Leistung</td><td>\(\bar{K}\)</td><td>\(40\)</td><td>\(18\)</td></tr></table>
a) Bestimme innerhalb jeder Ausgangsgruppe die Bestehensquote mit und ohne Kurs.
b) Bestimme die Bestehensquote insgesamt für die Kursteilnehmenden und für die Nichtteilnehmenden. Runde nur den nicht abbrechenden Prozentwert auf eine Dezimalstelle.
c) Beurteile die Aussage „Der Kurs verursacht die höhere Bestehenswahrscheinlichkeit.“ Gehe dabei sowohl auf die Teilgruppen als auch auf die freiwillige Kursteilnahme ein.
d) Beschreibe eine Untersuchung, mit der man besser prüfen könnte, ob der Kurs die Bestehensquote beeinflusst. Berücksichtige dabei weiterhin die beiden Leistungsgruppen.
Denkanstöße
- Vergleiche zuerst Personen mit ähnlicher bisheriger Leistung.
- Achte beim Gesamtvergleich darauf, ob Kurs- und Nichtkursgruppe unterschiedlich zusammengesetzt sind.
- Welche Unterschiede zwischen freiwillig Teilnehmenden und Nichtteilnehmenden könnten das Ergebnis ebenfalls erklären?
- Wie könnte die Zuteilung zum Kurs fairer organisiert werden, damit solche Unterschiede weniger Einfluss haben?
Lösung
1. In der Gruppe mit hoher bisheriger Leistung bestehen mit Kurs \(\frac{18}{20}=90\,\%\), ohne Kurs \(\frac{64}{80}=80\,\%\).
2. In der Gruppe mit niedriger bisheriger Leistung bestehen mit Kurs \(\frac{24}{40}=60\,\%\), ohne Kurs \(\frac{18}{40}=45\,\%\).
3. Insgesamt bestehen mit Kurs \(42\) von \(60\) Personen, also \(70\,\%\). Ohne Kurs bestehen \(82\) von \(120\) Personen, also \(\frac{41}{60}\approx68{,}3\,\%\).
4. In beiden Ausgangsgruppen ist die Bestehensquote der Kursteilnehmenden höher. Trotzdem beweisen die Daten keine Verursachung, weil die Teilnahme freiwillig ist. Teilnehmende können sich zum Beispiel in Motivation oder Lernzeit von Nichtteilnehmenden unterscheiden.
5. Eine bessere Untersuchung teilt Lernende innerhalb jeder Leistungsgruppe zufällig einer Kurs- und einer Vergleichsgruppe zu. Anschließend werden die Bestehensquoten innerhalb der Leistungsgruppen verglichen.
Antwort
a) Hohe bisherige Leistung: mit Kurs \(90\,\%\), ohne Kurs \(80\,\%\). Niedrige bisherige Leistung: mit Kurs \(60\,\%\), ohne Kurs \(45\,\%\).
b) Mit Kurs \(70\,\%\); ohne Kurs \(\frac{41}{60}\approx68{,}3\,\%\).
c) Die Daten zeigen in beiden Ausgangsgruppen einen positiven Zusammenhang, beweisen wegen der freiwilligen Teilnahme aber keine kausale Wirkung.
d) Geeignet ist eine zufällige Zuteilung zu Kurs und Vergleichsgruppe innerhalb jeder Leistungsgruppe mit anschließendem Vergleich der Bestehensquoten.