Gesucht ist eine ganzrationale Funktion \(p\) kleinstmöglichen Grades mit folgenden Eigenschaften:
- Der Graph ist punktsymmetrisch zum Ursprung.
- \(x=1\) ist eine einfache Nullstelle und \(x=2\) eine doppelte Nullstelle.
- Es gilt \(p(x)\to\infty\) für \(x\to\infty\).
- Der Punkt \(P(3\mid6)\) liegt auf dem Graphen.
a) Bestimme alle weiteren durch die Punktsymmetrie erzwungenen Nullstellen und ihre Vielfachheiten. Begründe auch, warum \(x=0\) eine Nullstelle sein muss.
b) Stelle den Funktionsterm in Produktform auf und bestimme den Vorfaktor mit \(P\).
c) Erstelle ein Skizzenprotokoll: Gib die Vorzeichen von \(p\) in den sechs Intervallen an, die durch \(-2\), \(-1\), \(0\), \(1\) und \(2\) entstehen. Beschreibe daraus Schnitt- und Berührstellen sowie das Globalverhalten von links nach rechts.
d) Welche Plotterdarstellung A, B oder C passt? Begründe mit mindestens drei Merkmalen aus deinem vollständigen Skizzenprotokoll. Du kannst das Protokoll zusätzlich auf Papier skizzieren; bewertet wird das Protokoll.

Denkanstöße
- Welche Folgen hat Punktsymmetrie zum Ursprung für positive und negative Nullstellen?
- Was folgt aus der Symmetriebedingung speziell für \(x=0\)?
- Welche kleinsten Vielfachheiten sind mit „einfach“, „doppelt“ und dem kleinstmöglichen Grad vereinbar?
- An welchen Nullstellen muss das Vorzeichen wechseln, und an welchen bleibt es gleich?
- Welche Merkmale deines Skizzenprotokolls müssen im passenden Plot gleichzeitig sichtbar sein?
Lösung
1. Aus \(p(-x)=-p(x)\) folgen zu den Nullstellen \(1\) und \(2\) auch \(-1\) beziehungsweise \(-2\) mit derselben Vielfachheit. Außerdem gilt \(p(0)=-p(0)\), also \(p(0)=0\).
2. Für den kleinstmöglichen Grad werden bei \(x=\pm1\) einfache, bei \(x=\pm2\) doppelte und bei \(x=0\) die kleinste mögliche ungerade Vielfachheit \(1\) verwendet. Der minimale Grad ist \(7\).
3. Eine passende Produktform ist \(p(x)=a\,x(x^2-1)(x^2-4)^2\). Wegen \(p(x)\to\infty\) für \(x\to\infty\) muss \(a>0\) gelten.
4. Aus \(P(3\mid6)\) folgt \(6=a\cdot3\cdot8\cdot25=600a\). Daher ist \(a=0{,}01\).
5. Somit gilt \(p(x)=0{,}01x(x^2-1)(x^2-4)^2\).
6. Für große negative \(x\) ist \(p(x)<0\). An der doppelten Nullstelle \(-2\) bleibt das Vorzeichen negativ, an \(-1\) wechselt es zu positiv, an \(0\) zu negativ, an \(1\) zu positiv und an der doppelten Nullstelle \(2\) bleibt es positiv.
7. Die Vorzeichenfolge lautet \(-,-,+,-,+,+\). Der Graph berührt bei \(x=\pm2\), schneidet bei \(x=-1\), \(x=0\) und \(x=1\), verläuft links nach \(-\infty\) und rechts nach \(\infty\). Nur Graph C erfüllt diese vollständige Struktur.
Antwort
a) Zusätzlich: \(x=-1\) einfach, \(x=-2\) doppelt und \(x=0\) einfach; minimaler Grad \(7\)
b) \(p(x)=0{,}01x(x^2-1)(x^2-4)^2\)
c) Vorzeichen von links nach rechts: \(-,-,+,-,+,+\). Berührungen bei \(x=\pm2\), Schnitte bei \(x=-1\), \(x=0\), \(x=1\); links nach \(-\infty\), rechts nach \(\infty\)
d) Graph C: punktsymmetrisch zum Ursprung, Berührungen bei \(x=\pm2\), Schnitte bei \(x=-1\), \(x=0\) und \(x=1\) sowie links Verlauf nach \(-\infty\) und rechts nach \(\infty\).